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Der Rundgang führt durch
romantische
Stiegen und Gassen, zu altehrwürdigen Bauwerken und stillen
Winkeln.
Kurzbeschreibung der Sehenswürdigkeiten:
1. Burg
Die Burg Bad Bentheim wird bereits 1116 urkundlich erwähnt. Sie
gilt
als eine der ältesten und eindruckvollsten Burganlagen
Nordwestdeutschlands. Mit ihrem mächtigen Bergfried, der alten
Katharinenkirche, der Kronenburg, dem Schlossmuseum sowie dem
einzigartigen Standbild, dem „Herrgott von Bentheim“,
birgt sie viel Sehenswertes und ist allein einen Besuch wert. Im Schutz
des
mächtigen Burgtores liegt die ehemalige Pferdetränke.
2. Schlosspark
Der Schlosspark wurde in Anlehnung an Pläne aus dem 18.
Jahrhundert -
in seiner jetzigen Form in den Jahren 1973/74 - angelegt. Hohe
Sandsteinpfeiler an der Funkenstiege und der Bahnhofstraße zeigen
deutlich den Verlauf der früheren Querachse. Die rechteckigen
Beete mit den diagonalen Wegen
verdeutlichen den Charakter der ursprünglichen Gartenterrasse und
folgen
damit der Formensprache fürstlicher Gärten des 17.
Jahrhunderts.
3. Ankerbalkenhäuser
Diese Häuser in der Funkenstiege waren Eigentum des Fürsten
und
dienten seinen Bediensteten als Wohnung. Sie stehen heute unter
Denkmalschutz und wurden in den letzten Jahren liebevoll restauriert.
Typisch für Ankerbalkenhäuser
sind die beiden sich gegenüberstehenden Holzständer, die
durch
sogenannte Alkerbalken mit Zapfenkonstruktion verbunden sind. Die
Zugwirkung
der Ankerbalken fängt die nach außen wirkenden
Druckkräfte
auf.
4. Drususfelsen
Um diesen steil aufragenden Felsen ranken sich viele Sagen und
Geschichten. Für die einen ist es das „Teufelsohrkissen“, weil
sich oben auf dem Felsen
der Abdruck eines großen Ohres befindet, der angeblich vom Teufel
stammen
soll. Für die anderen heißt er „Drususfelsen“. Von dort, so
eine
Überlieferung, soll der Befehlshaber des römischen Heeres,
Drusus
Germanicus, über den hier ansässigen Germanenstamm der
Tubanten
Recht gesprochen haben. Möglicherweise jedoch leitet sich der Name
von
den keltischen Druiden ab, die hier eine Opferstätte hatten.
5. St. Johanneskirche
Die röm.kath. Kirche stammt aus der Zeit der Gegenreformation. Sie
wurde
auf Geheiß des Grafen Ernst Wilhelm von Bentheim im 17.
Jahrhundert
errichtet. Der Bau beeindruckt durch die mächtigen Mauern aus
Bentheimer
Sandstein. Im Kontrast zum schlichten Äußeren stehen die
frühbarocken
Altäre mit ihren farbenprächtigen Bildern. Die Fenster der
Nordwand
mit den Überresten der ursprünglichen Verglasung vermitteln
einen
Eindruck der früheren Gestaltung.
6. Haus Stoltenkamp
Das alte Bentheimer Bürgerhaus ist ein ehemaliges
„Freyhauß“. Es
lag unmittelbar an der alten Heeres- und Poststraße von Amsterdam
nach
Berlin. Die Bewohner und ihre Erben genossen über Jahrhunderte
besondere
Privilegien. Bis zum Jahre 1849 waren sie auf gräflichen Erlass
„frei,
unbeschwert von allen Dienstbarkeiten und anderen Lasten“. Eine
Sandsteinplatte
am Eingang hält die Erinnerung an das alte Bentheimer Geschlecht
Stoltenkamp
und an die einst priviligierte Stellung des Bürgerhauses wach.
7. Haus Westerhoff
Das Haus Westerhoff ist eines der schönsten
Ackerbürgerhäuser der Stadt. Es wurde 1656 erbaut und in den
Jahren 1989 - 1991 fachmännisch restauriert. Wo sich früher
die große Diele und Stallungen befanden, stellen heute
Künstler und Kunsthandwerker ihre Werke aus und lassen sich gern
bei der Arbeit über die Schulter schauen. Ein geschätztes
Forum für die heimische Kunst und das Kunsthandwerk ist
entstanden.
8. Schoppenstiege
Die Stiegen sind eine besondere Eigenart Bad Bentheims. Nur wenige von
diesen
schmalen Gassen sind befahrbar. Bei Fußgängern sind sie
beliebt
und dienen als kurze Querverbindung zwischen denen parallel zum Hang
verlaufenden
Straßen. Sandsteinpflaster, manchmal auch Stufen und freiliegende
Ablaufrinnen
prägen ihr Erscheinungsbild. Zwischen Sandsteinmauern und
Mauerwerk
mit oft vielfältigem Pflanzenwuchs entstehen so „Räume“ ganz
besonderer
Art.
9. Haus Hellendorn
Was mag sich unter den Augen des „Gaper“, dem Relief über der
Eingangstür,
nicht alles abgespielt haben? In seiner Funktion als mittelalterlicher
Marktschreier,
der Käufer bzw. Gäste anlocken sollte, war er vielleicht
sogar
Zeitzeuge mancher Greuel des 30jährigen Krieges. Das Haus
Hellendoorn
ist jedenfalls weit über 300 Jahre alt. Es war damals eine
Herberge
und lag an einer alten Heerstraße. Trotz mehrerer Umbauten hat es
seinen
alten Charakter bewahren können und ist zusammen mit der
östlichen
Hellendoornstiege ein Kleinod im historischen Stadtkern.
10. Ev.-ref. Kirche
Die reformierte Kirche hat eine lange Geschichte. Sie wurde an Stelle
einer
früheren Kirche aus dem Jahre 1321 erbaut. Von diesem ehemaligen
frühgotischen
Bau sind nur noch Bruchstücke erhalten, wie der gotische Raum und
die
darunterliegende Gruft des Grafen. Heute präsentiert sie
sich
als schlichte Barockkirche. Im Mittelpunkt der Predigtkirche steht die
alte
Sandsteinkanzel. Ihr gegenüber befindet sich der Platz des Grafen
(heute
Fürsten) von Bentheim. Von kunsthistorischer Bedeutung sind
außerdem
die eindrucksvollen Grabmale auf dem Friedhof.
11. Synagogenstiege
In der Einmündung zur Wilhelmstraße befand sich die
Synagoge. Sie
war in einem einfachen Bürgerhaus untergebracht und wurde am 10.
November
1938 zerstört. Auf halbem Wege steht ein Denkmal aus Sandstein.
Ein
stilisierter gebrochener Baum mit einem jungem Trieb erinnert an das
Schicksal
der jüdischen Gemeinde - als Mahnmal und Zeichen der Hoffnung. Die
Synagogenstiege
war eine direkte Verbindung zum Schloss. Durch die flachen, unmittelbar
in
den Fels gehauenen Stufen war sie auch für Reiter passierbar.
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