Grafschaft Bentheim im Unterricht

Textilmuseum Bocholt

Außerschulische Lernorte in der Grafschaft Bentheim und Umgebung

 

Das Textilmuseum Bocholt ist einer von acht Standorten unter dem Dach des Westfälischen Industriemuseums (WIM), dessen Träger der Landschaftsverband Westfalen-Lippe ist. Hier wird Industriegeschichte lebendig und nachvollziehbar am Beispiel der Branchen Steinkohlenbergbau, Eisenhüttenwesen, Binnenschifffahrt, Textil-, Ziegel- und Glasindustrie.
Die Museumsfabrik zeigt eine kleine Baumwollweberei, wie sie bis in die 1950er Jahre für das Münsterland typisch war. Durch die laufenden Maschinen tauchen die Besucher ein die Arbeitswelt vor 100 Jahren, die geprägt ist von Unfallgefahren, Lärm- und Staubbelastung. Ausgebildete Weber führen an historischen Webstühlen vor, wie Stoff entsteht und erklären die vielen anderen Arbeitsplätze in einer Fabrik wie die der Spulerin, des Maschinisten oder auch des Fabrikanten.

Im Arbeiterhaus vor dem Fabriktor können die Besucherinnen und Besucher das Lebensumfeld der Textilarbeiterfamilien erkunden: eingerichtete Wohnküche, Schlafräume, Nutzgarten mit Kleinvieh.

Die im Juni 2006 eröffneten neuen Ausstellungsbereiche im Arbeiterdoppelhaus befassen sich mit den Themen Ernährung, Hygiene, Energie sowie Kleidung und Heimtextilien. Die Präsentation der Objekte des damaligen kargen Lebens werden durch Interviews von Zeitzeugen anhand von Hörstationen lebendig gemacht und ermöglichen einen Vergleich zum heutigen Überfluss.

Unser Museum bietet einen eigenen Rundweg für Kinder. Der Heizer „Hans Dampf“ begleitet die Kinder auf der Entdeckungsreise durch die Textilfabrik. An sieben Stationen lädt er zum Beobachten und Lesen, zum Spielen und Ausprobieren ein.

 Anschrift

Westfälisches Industriemuseum, Textilmuseum Bocholt
Uhlandstraße 50

465397 Bocholt

 Ansprechpartner(in) / Kontakt

Dr. Hermann Josef Stenkamp, Museumsleiter, 
Tel. 02871 - 21611-0
E-mail: textilmuseum@lwl.org

 Internet

           www.textilmuseum-bocholt.de

  

 Anfahrt

Bocholt ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab Münster (Bus), Wesel (Bahn und Bus) und den Niederlanden (Bus) erreichbar. Anreise auf der Straße gemäß Skizze. Vom Bahnhof Bocholt aus 8 Minuten Fußweg zum Museum. Ausreichende Parkmöglichkeiten für PKW und Busse bestehen in unmittelbarer Nähe des Museums.

 Öffnungszeiten

Dienstags – Sonntags von 10 – 18 Uhr, Einlass bis 17.30 Uhr
Für museumspädagogische Programme bereits ab 9 Uhr Zutritt 

Eintrittsgelder:
Erwachsene 2,40 €, Gruppen ab 16 Personen 1,90 €, Jugendliche (6-17 Jahre) 1,50 €
Schüler in museumspädagogischen Angeboten 1,10 € (2 Begleitpersonen frei)
Museumspädagogische Angebote:
1 Stunde:                              30 €
1,5 Stunden:                         35 €
2 Stunden:                            40 €

 Geeignet

für Kinder im Vorschulalter und Klassen 1 - 10

Materialien bei "Grafschaft Bentheim im Unterricht"

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 Materialien/Medien des Lernortes

Museumspädagogische Programme, Projektangebot, Führungen - Führung für lern- und geistig behinderte Schüler der Mittel- und Werkstufen - Sonderführungen - Lehrerfortbildungen

 

Museumspädagogische Angebote

Hermanns Abenteuer in der Fabrik
Der sechsjährige Hermann steht vor einem großen Abenteuer. Zum ersten Mal in seinem Leben darf er seinem Vater das Mittagessen in den Websaal der Fabrik bringen. Auf seiner Entdeckungsreise lernt er Arbeiter kennen, die unterschiedliche Aufgaben haben. Gemeinsam erforschen die Kinder Situationen dieser Bildergeschichte in der ‚Museumsfabrik’. Dabei lernen sie natürlich auch die Arbeit des Webers kennen und weben selbständig am Handwebrahmen. Die Kinder entdecken so das Museum als Erlebnisraum.

Kindergarten / Primarstufe Klasse 1 und 2
Gruppenstärke: max. 12 Kinder
Dauer: 1 Stunde
Als Omas Oma in der Fabrik war
In der Textilindustrie waren während der letzten 100 Jahre mehr Frauen als Männer beschäftigt. Trotzdem galt auch für die Arbeiterinnen: Haushalt ist weitgehend Frauensache. Wie sah der Arbeitstag einer verheirateten Arbeiterin zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus? Spielend erkunden die Schülerinnen und Schüler den Arbeitsplatz ‚Haushalt’. In der Fabrik können sie eine typische Frauenarbeit praktisch erproben und erfahren dabei einiges über den Alltag in der Textilindustrie.

Klasse: 3 – 4
Gruppenstärke: max. 20 Kinder
Dauer: 1,5 Std
Von der Arbeit des Webers
Auf dieser Entdeckungsreise durch die ‚Museumsfabrik’ erforschen die Schülerinnen und Schüler die Veränderung der Arbeit des Webers durch die Mechanisierung seines Arbeitsplatzes. An einem Handwebstuhl erproben sie den Webvorgang und vergleichen vor einem laufenden mechanischen Webstuhl den Arbeitsplatz eines Handwebers mit dem eines Fabrikwebers. Bei diesem Vergleich von Handwerk und Fabrikarbeit erkennen die Schülerinnen und Schüler in der Mechanisierung ein Merkmal der Industrialisierung.

Klasse: 3 – 4
Gruppenstärke: max. 20 Kinder
Dauer: 1,5 Std.
Unter Dampf
Rauchende Schornsteine bestimmten weithin sichtbar das Bild von Fabrikanlagen der Textilindustrie. Auf ihrer Entdeckungsreise durch die ‚Museumsfabrik’ finden die Schülerinnen und Schüler Spuren, die diese rauchenden Schornsteine erklären. An einem Modell erkunden sie selbständig die Dampfmaschine, schlüpfen in die Rolle des Heizers und des Maschinisten. Die Transmission führt sie dann zum mechanischen Webstuhl, dem Arbeitsplatz der Weber. In diesem museumspädagogischen Programm erforschen die Schülerinnen und Schüler technische Abhängigkeiten der Arbeitsplätze, welche die Arbeitsbedingungen in einer Textilfabrik um 1900 entscheidend prägten.

Klasse: 4 – 6
Gruppenstärke: max. 20 Kinder
Dauer: 1,5 Std.
Wilhelms Arbeitstag in der Fabrik
Die Alltagsgeschichte westfälischer Textilarbeiter wird am Beispiel des Arbeitstages eines Jugendlichen namens „Wilhelm“ nachvollzogen. Schülerinnen und Schüler übernehmen Wilhelms Rolle und erleben Aspekte der Alltagswelt eines jugendlichen Fabrikwebers um 1900.
Dieses Programm setzt sich zum Ziel, Aspekte der Alltagswelt eines jugendlichen Fabrikwebers um 1900 für Schüler ‚greifbar’ zu machen.
Alltagsgegenstände als Ausgangspunkt für aktives, selbständiges Lernen führen in diesem Programm in die Themen Wohnen, Ernährung und Arbeit ein. Arbeitsteilig erforschen die Schülerinnen und Schüler das alltagsgeschichtliche Umfeld dieser Gegenstände ‚vor Ort’. Im Arbeiterhaus und im Websaal des Museums entwickeln sie Situationen aus dem Alltag eines Fabrikwebers. Praktische Erprobungen innerhalb dieser Situationen machen Alltagsgeschichte anschaulich.

Klasse: 6 – 8
Gruppenstärke: max. 20 Schüler
Dauer: 2 Std.
Kesselexplosion in der Textilfabrik
Dampfkesselexplosionen waren oftmals die Folge von Materialermüdung, schlechter Wartung oder Missachtung der Sicherheitsbestimmungen. Häufig standen ökonomische Interessen der Sicherheit im Kesselhaus entgegen. Arbeitsteilig erforschen die Schülerinnen und Schüler die technischen Abhängigkeiten von Kesselbetrieb, Dampfmaschine und mechanischem Webstuhl und lernen dabei die Arbeitsbedingungen eines Heizers, eines Maschinisten und der Weber kennen. An dem Fallbeispiel einer Kesselexplosion werden ökonomische und soziale Strukturen der Arbeitswelt in einer Textilfabrik um 1900 deutlich. In spielerischer Form beziehen die Schülerinnen und Schüler Stellung zu einem zentralen Thema der Industrialisierung.

Klasse: 6 – 9
Gruppenstärke: max. 20 Schüler
Dauer: 2 Std.

Freie Angebote

Kindergeburtstag in der Museumsfabrik
Spielerischer Rundgang für Kinder von 7-10 Jahren.
Dauer: 1,5 Std. Gegen eine zusätzliche Gebühr kann der Schulungsraum genutzt werden.
Mit Hans Dampf auf Entdeckungsreise
Rundweg für Kinder
Projektangebote
Gern unterstützen wir Sie bei der Durchführung von Projekttagen. Nachfolgende und weitere Themen bieten wir in Abstimmung auf die jeweilige Altersstufe an:
Omas Schätze aus der Wäschetruhe
Entdeckungsreise zu farbigen Stoffen und kreatives Drucken mit Holzmodeln

Für Kinder von 5-7 Jahren (Materialkosten gemäß Absprache)
„Und rühret die Hände von morgens bis spät.“
Erkunden der Arbeiten im Haushalt mit praktischer Durchführung: Anheizen des Küchenherdes, Wäsche waschen und Tiere füttern für Kinder von 7-10 Jahren
Vom Schaf zum Wollpullover (nur zur Schafschur Anfang Juni eines Jahres)
Staunend schauen Kinder beim Scheren eines Schafes zu, sortieren und waschen die Rohwolle, färben sie mit Naturfarben, um sie dann zu verspinnen, zu verweben oder zu farbigen Kollagen zu verarbeiten

Für Kinder von 5-12 Jahren
Die neue Hose des Maulwurfs
Mit Hilfe eines Filmes lernen die Kinder die Verarbeitungsschritte des Flachses kennen und probieren sie an Originalgeräten aus.

Für Kinder von 8-12 Jahren
0 und 1
Die ersten Lochkartensteuerungen mit entsprechenden Lesegeräten wurden vor 200 Jahren für die Textilindustrie entwickelt. An Schaft- und Jacquardmaschinen werden die Prinzipien von Hard- und Software erkundet.

ab Klasse 7
Industriegeschichtliche Spurensuche
Außerhalb des Museums begeben sich die Schüler mit speziellen Aufgabenstellungen auf Spurensuche.
Ab Klasse 7
Themenführungen zur Technikgeschichte, Frauenarbeit, Alltag im Arbeiterhaus oder Textilgeschichte

 

 Stand der Information

7 / 2006  -  Korrekturen, Hinweise und Ergänzungen


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