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Macht mal Pause ...
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Die
Klagen hört man oft: Unsere Kinder bewegen sich zu wenig, sie sitzen zu
viel vor Fernsehern und Computern, sie sind zu dick und ernähren sich
falsch. Da muss eine Schule doch etwas tun, oder? Möglich wäre zum Beispiel
dies:
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Ausreichend
Ankommzeit vor Beginn des Unterrichts
Für
Kinder ist Schule vor allem auch ein Ort, an dem sie andere Kinder
treffen. Wo sie spielen, reden, streiten, sich vertragen, einfach nur
Kinder sein können. Dazu braucht es Zeit, auch Zeit vor Beginn des
Unterrichts. Es ist ein Unding, wenn sie aus dem Schulbus oder Mamas Auto
direkt in die Klasse hetzen. Also: Die Schule sollte etwa eine halbe
Stunde vor Beginn des Unterrichts öffnen. Aber bitte nicht schon wieder
"Betreuungsangebote" organisieren, sondern die Kinder machen
lassen.
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Kindgerechter
Unterrichtsbeginn
Der
Regensburger Schlafforscher Jürgen Zuley sagt: Deutschlands Schüler
stehen zu früh auf! Jedes fünfte Kind leide bereits an Schlafstörungen.
Das Ausschlafen sei besonders wichtig für ihren Biorhythmus: "Kinder
brauchen unbedingt ausreichend Schlaf, sonst leidet ihr Wachstum und ihre
Fähigkeit zu lernen geht zurück." Er spricht sich für eine
"Aufstehzeit" zwischen 7.30 und 8 Uhr aus. Das heißt aber auch:
Die Schule darf frühestens um 8.30 Uhr, besser noch erst um 9 Uhr
beginnen.
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Sich
natürlich bewegen bringt Segen
Man
muss nicht gleich nach mehr Sportunterricht oder anderen
institutionalisierten Bewegungs"angeboten" rufen. Die einfachste
Möglichkeit, sich täglich zu bewegen, bietet der Schulweg. Bis zu einer
Dauer von etwa 30 Minuten sollten Kinder ihn immer (und bei jedem Wetter)
zu Fuß zurücklegen, in höherem Alter mit dem Fahrrad. Dabei
würden sie außerdem lernen, sich angemessen im Straßenverkehr zu
bewegen.
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Tägliche
Spielpause
Sie
sollte ebenfalls mindestens 30 Minuten dauern. Ein vernünftig
angelegter Schulhof, nicht mit dem neuesten Klettergerüst aus dem
Katalog, sondern mit vielen anregenden Funktionsecken, wo u. a. ein Haufen Altholz zum Bauen und
Probieren einlädt. Klar, dass diese Spielpause
draußen stattfindet, bei jedem Wetter!
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Pro
Unterrichtsstunde mindestens 15 Minuten Pause
So
macht man es in Finnland. Sicher nicht die wichtigste, aber eine der
vielen Erklärungen dafür, dass dieses Schulsystem im Vergleich gut
dasteht.
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Bewegung
tut allen gut
Einfach
immer wieder Zeiten einplanen, in der Bewegung stattfindet: Nach Musik
hüpfen oder tanzen, ein kurzes Bewegungsspiel drinnen oder draußen, eine
Runde über den Schulhof joggen. Letzteres tut auch den kleinen Röllchen
auf den Hüften von Herrn und Frau Schulmeister gut. Also mitmachen!
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In
der Grundschule nicht mehr als 4 Unterrichtsstunden am Vormittag
Wenn
man genügend Ankommzeit und Pausen vorsieht, ist ein Vormittag schnell
rum. Bei einem Unterrichtsbeginn um 8.30 Uhr z. B. und generell 15 Pause
pro Unterrichtsstunde endet die 4. Stunde um 12.30 Uhr. Für Kinder im
Grundschulalter sicher genug, vor allem für die Klassen 1 und 2. Und um
12.30 Uhr ist es Zeit für eine Mittagspause. Gängige Praxis ist es
leider, in jeden Vormittag 6 Stunden hinein zu pressen, dabei oft vor 8
Uhr zu beginnen und nach 13 Uhr zu enden. Das schadet allen.
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Ausreichende
Pausen
dienen auch dem Lehrkörper
Dies
darf man wörtlich nehmen, denn Lehrerinnen und Lehrer leiden unter dem selbst gemachten
Zeitdruck in vielfacher Hinsicht. Angemessene Pausenzeiten sind vor allem
jedoch wichtig, weil sie Zeit lassen für die durch nichts zu ersetzende informelle
Kommunikation.
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Pausenklingeln
abschaffen!
Wer
hat bloß diese Dinger erfunden? Eine Schule, die sich um kindgerechte
Pädagogik bemüht, wird ohne sie auskommen.
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Das
alles geht natürlich nicht ohne Unterricht am Nachmittag
Wenn
Kinder bis zu 26 Stunden lernen, Lehrer/innen bis zu 29 Stunden
unterrichten sollen, reicht dafür der Vormittag nicht aus. Auch aus
vielen anderen guten Gründen sollten wir in Deutschland das tun, was in
den meisten europäischen Ländern längst üblich ist: wirkliche
Ganztagsschulen einzurichten. Die derzeit entstehenden
"Ganztagsschulen" sind Mogelpackungen. Auf den üblichen
stressreichen Vormittagsblock werden "Angebote" am Nachmittag
aufgepfropft. Das ist organisatorisch kompliziert, pädagogisch
fragwürdig und zudem teuer.
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