Hamsterkiste

Ideen & Anregungen

 

 In der Klasse Ruhe herstellen

Wenn gelernt werden soll, braucht es eine gute Atmosphäre und Ruhe im Klassenzimmer. Das Ziel muss sein, dass alle sich so verhalten, dass eine angenehme, gelassene, ruhige Atmosphäre herrscht, in der man sich einander zuwendet und jegliche Störung unterbleibt.

Besonders wichtig: 

- Entscheidendes hängt von dir ab: Hat deine Planung eine klare Struktur? Weißt du, was du erreichen und wie du es erreichen willst? Hast du deine Planung schriftlich fixiert oder hast du sie "irgendwie" im Kopf?

- Strahle Fröhlichkeit und Optimismus aus. Miesepeter haben's schwer, auch wenn sie ein gutes Gehalt beziehen.

- Hast du dir Gedanken über die Sitzordnung gemacht? Optimiere sie, lass die Kinder häufiger, aber nie ohne Absprache den Platz wechseln. Du entscheidest, wer wo sitzt.

- Sind die Materialien leicht zugänglich und für alle vorhanden?

- Lass alles Überflüssige weg. Ein Klassenraum ist kein Materiallager, nur das, was auch benötigt wird, ist in der Klasse vorhanden.

- Reduziere alle Quellen von Unruhe. 

- Führe feste, möglichst tägliche Rituale ein. Beginne die Stunde z. B. mit einem Lied, rhythmischem Klatschen, einer kurzen Geschichte. Beginne den Unterricht mit einer besonders stillen Phase.

- Habe den Mut zur Führung: Gib einfache, vor allem aber klare Regeln vor, bestehe auf ihrer Einhaltung.

- Möchtest du in eine Klasse kommen, in der die Schüler erst einmal ihren Arbeitsplatz aufräumen und organisieren müssen? Also: Hinterlass niemals einen Klassenraum, ohne dass höchstens noch die Etuis auf den Tischen liegen.

- Achte auf die Sprache der Kinder. Begriffe der Fäkalsprache oder gar Beleidigungen anderer müssen absolut tabu sein.

- Habe den Mut, Strafen zu verhängen. Sie müssen angemessen, für den Bestraften aber auch unangenehm sein. Erkläre den Kindern, mit welchen Strafen sie rechnen müssen.

Positiv kann sich auch auswirken:

- Raum geben, damit Kinder Konflikte austragen können, z. B. in einer Phase "Klagen und Vertragen"

- In bestimmten Phasen des Unterrichts rufen sich die Kinder gegenseitig auf. 

- Lehrerin oder Lehrer sprechen nicht, wenn es zu laut ist. Sie sprechen besonders leise, wenn es zu unruhig ist.

- Der Unterricht wird unterbrochen durch Bewegungsübungen (z. B. auf dem Schulhof "eine Runde drehen").

- Zeichen verabreden, bei denen eigentlich sofort Ruhe einkehren müsste. Diese Zeichen (Handzeichen, akustisches Signal) können auch von Kindern ausgehen, die sich gestört fühlen.

- Unruhe entsteht oft, weil Kinder nicht beschäftigt sind. Fast alle Kinder mögen gern malen. Also: Unter jeder Bank, in jedem Schulranzen sollte eine Mappe mit Mandalas, Ausmalbildern oder Blättern zum freien Malen vorhanden sein. Und wenn Nils lieber rechnet, bekommt er eben einen Vorrat an Rechenaufgaben.

- Positives Verhalten loben, Kindern immer positiv begegnen. Dennoch: Falsches Verhalten klar ansprechen.

- Bei extrem unruhigen Klassen: In gewissen (kurzen - etwa 10 Minuten) Zeitabständen Belohnungspunkte verteilen. Wenn die Klasse eine bestimmt Anzahl "erarbeitet" hat, folgt eine schöne Unternehmung (vielleicht auch einfach einmal eine Stunde freies Spielen).

- Oder: Eine Belohnung in Aussicht stellen: "Wenn wir es schaffen ..."

- In der Stunde oder gleich am Beginn eine Plauderpause einräumen. Kinder haben sich so viel zu erzählen...

- Ein Entspannungs- oder Konzentrationsspiel durchführen.

- Gelegentlich (aber wirklich nur gelegentlich) einmal ein Donnerwetter loslassen, Lehrer/innen sind auch nur Menschen. Kinder verstehen das.

- Gelegentlich auch einmal ein Kind ausschließen, ("Du kannst wieder reinkommen, wenn du wieder gut mitmachen wirst..."), dabei die Klassenraumtür immer offen lassen - nicht nur wegen der Aufsichtspflicht.

- Mit Kollegen/innen über die Klasse und die eigenen Erfahrungen reden. Aber bitte nicht: "Also deine Bande war wieder mal unmöglich ...", sondern "In der Klasse ... versuche ich gerade ..."

- Im Kollegium klare Absprachen treffen, möglichst gleiche Reaktionsweisen vereinbaren.

Der Beitrag des Elternhauses

- Oft entstehen Störungen und Konflikte auch deshalb, weil Arbeitsmaterialien oder Hausaufgaben fehlen, Kinder verspätet, unausgeschlafen oder ohne ausreichendes und angemessenes Frühstück in die Schule kommen. Hier muss die Schule den Mut haben, die Eltern und "Erziehungsberechtigten" an ihren Beitrag, gelegentlich auch an ihre Pflichten zu erinnern. Wenn es sein muss, auch deutlich.

- Hilfreich kann es sein, Beobachtungen und Ereignisse regelmäßig zu dokumentieren, damit man in Elternmitteilungen und in Elterngesprächen konkret etwas benennen und nicht nur einen diffusen Gesamteindruck wiedergeben kann.

- Zwischen Schule und Elternhaus sollte ein kommunikatives Verhältnis herrschen. In keinem Elterngespräch darf Positives fehlen. Mach deutlich, dass dir die Kinder deiner Klasse - und zwar ausnahmslos - am Herzen liegen.

- Am Telefon kann man keine schwierigen Gespräche führen. Rufe bei unangenehmen Ereignissen niemals selber an, sondern bitte um einen Rückruf, am besten um ein Gespräch in der Schule.

Wenig hilfreich:

- Ermahnungen an die ganze Klasse: "Jetzt seid ihr aber ruhig!" o. ä.

- Drohungen: "Wenn ihr jetzt nicht ..." oder "Beim nächsten Mal ..."

- Reden, wenn die Kinder auch reden.

- Lärm und schlechtes Benehmen einfach ignorieren.

 

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