Grafschaft Bentheim im Unterricht 

Grafschafter Lexikon

Erdöl und Erdgas aus der Grafschaft

Auf manchen Wiesen vor allem in der Niedergrafschaft stehen merkwürdige Geräte, die sich langsam auf und ab bewegen. Es sind Pumpen, die aus mehreren hundert Meter Tiefe Erdöl fördern. Auch Erdgas wird gewonnen. 

 

Das Erdöl in der Niedergrafschaft wird mit so genannten Gestängetiefpumpen gefördert. Eine solche Pumpe besteht aus drei Teilen: aus der eigentlichen Tiefpumpe, aus dem Pumpengestänge und aus der Antriebseinheit, dem Pumpenbock mit Antriebsmotor. Den Pumpenbock nennt man auch Pferdekopf. Er bewegt sich bis zu 20mal pro Minute auf und nieder.

Seit 1943 holt man in der Grafschaft Erdöl und Erdgas aus der Erde. Aber wie kamen sie überhaupt dort hinein? Das geschah vor vielen Millionen Jahren.

Damals war hier nämlich ein flaches Meer. Unmengen von kleinen Lebewesen starben und sanken auf den Grund. 

 

 

Ihre Überreste vermischten sich mit Sand, Kalk und Ton. Es bildete sich Faulschlamm.

Der ehemalige Meeresboden hob sich. Es lagerten sich neue dicke Schichten ab. In weiteren Millionen von Jahren bildeten sie das Sedimentgestein

Aus dem Faulschlamm wurde das so genannte Muttergestein

Unter hohem Druck, bei Temperaturen bis zu 200 Grad und mit Hilfe von Bakterien entstanden aus den eingeschlossenen, abgestorbenen Lebewesen im Muttergestein Erdöl und Erdgas.

Wenn über dem Muttergestein undurchlässige Schichten entstanden waren, konnten Öl und Gas nicht entweichen. 

Das Erdgas "schwamm" nach oben, weil es am leichtesten ist.  

Darunter sammelte sich Erdöl und darunter Wasser. Wenn man durch das Sedimentgestein bohrt, stößt man auf Gas und Öl. Manchmal findet man auch nur eins von beiden. 

Oft steht das Öl unter hohem Druck, so dass es von selbst an die Oberfläche kommt. 

 

Heute muss man aber oft Gas oder heißes Wasser in die Tiefe drücken, um den Druck zu erhöhen. Das geschieht durch solche Anlagen.

Das geförderte Öl wurde früher mit Kesselwagen vom "Ölbahnhof" in Esche abgeholt.

 

Heute wird es durch Rohrleitungen zur Raffinerie nach Lingen-Holthausen gepumpt und dort weiter verarbeitet.

 

Am 12. November 1967 kam es in Osterwald zu einem Unfall. Erdgas drückte aus 700 bis 800 m Tiefe große Mengen Wasser und Schlamm an die Oberfläche. 

 

 

Einige Tage später spritzte Erdöl  heraus und verseuchte eine große Fläche.  

  • Zu diesem Stichwort gibt es ein Arbeitsblatt zum Ausdrucken.

  • Wenn du dich gut auskennst, kannst du eine Online-Prüfung versuchen.

  • Außerdem kannst du dich im Grafschafter Lexikon über Erdgasspeicher in der Grafschaft informieren.

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