Grafschaft Bentheim im Unterricht 

Grafschafter Lexikon

Der "Riese von Schüttorf" 

 

Am 8. Februar 1889 blickte man in Schüttorf voller Sorge zum Turm der großen Kirche. Hoch oben quoll Rauch zwischen den Schindeln hervor. Ein gefährlicher Brand drohte. Die Feuerwehrleute waren zunächst ratlos. Sie hatten nur schwache Handpumpen. Wie sollte man Löschwasser in diese Höhe bekommen? Außerdem war es bitter kalt und das Wasser gefror sehr schnell. 

Da nahm man frische, noch warme Milch von Kühen und Ziegen. Mit Eimern trug man sie nach oben. Der mutige Dachdecker Anton Kerkhoff spritzte die Milch mit einer Handspritze stundenlang auf das Feuer und es gelang, den „Schüttorfer Riesen“ zu retten. 

So wird der Turm nämlich genannt. Kein Wunder, denn er ist genau 81,17 m hoch. Schon seit 1535 ragt er in den Himmel. Der Bau der Kirche und des Turms dauerten damals mehr als 80 Jahre. Die Mauern wurden aus Bentheimer Sandstein errichtet. In etwa 43 m Höhe endet das Mauerwerk. Darauf steht der Dachstuhl aus Eichenbalken, die mit Schiefer belegt sind. 

Die Brandglocke ist fast 600 Jahre alt

Foto (C): Rainer Harmsen

Im Turm hängen 6 Glocken, darunter die "Brandglocke" aus dem Jahr 1435. Seit einiger Zeit kann man den Turm besteigen und sich Schüttorf und die Umgebung von oben ansehen.

Man steigt im Inneren des Turms über schmale Treppen empor. 

Oben ist nur ein schmaler Gang frei. 

Aber man hat einen schönen Blick auf Schüttorf, hier auf das alte Rathaus und die katholische Kirche.

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