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Volksschule Achterberg |
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1891
- Bis 1891 besuchten
die Kinder aus den Gemeinden
Achterberg und Westenberg die Volksschule in Gildehaus. Um die Mitte
des 18. Jahrhunderts ist jedoch eine Schule in einem Kotten in
Achterberg belegt, in der ein Schäfer unterrichtete (siehe: Voort;
Seite 187). 1891 wird eine einklassige Schule mit Lehrerwohnung in Achterberg
gebaut. Nach Genehmigung durch die Regierung bilden beide Gemeinden
eine Schulgemeinde. Lehrer der Schule wird ab 1.11.1891 Johann Kosters,
der vorher in Itterbeck tätig war.
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1901
- Zum ersten Mal
wird in der Schule die
"Fortbildungsschule" eröffnet. In den Wintermonaten erhalten die
älteren Schüler die Möglichkeit, sich abends in Deutsch
und Rechnen weiterzubilden. Die Zahl der Schüler ist auf 70 angestiegen. Sieben Kinder
sind katholisch. Sie gehören eigentlich zum Schulbezirk der
katholischen
Schule in Bentheim, wo auch der katholische Religionsunterricht
stattfindet.
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1919
- Herr Kosters wird
nach 29 Jahren Schuldienst in
Achterberg wegen eines unheilbaren Augenleidens zum 15.5.1919
pensioniert. Sein Nachfolger wird ab 1.8.1919 Gerhard
Grävemäter, der aus Hammersbeck bei Bremen kommt. Er
erhält jährlich 750 Mark, davon trägt der Staat ein
Drittel als widerrufliche Beihilfe.
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1921
- Die Schule wird
mit 75 Schülern
zweistellig. Am 1.10.1921 tritt Heinrich Bohlmann als 2.
Lehrer seinen
Dienst in Achterberg an.
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1935 - Nachdem der
Schulplatz im Herbst 1932 (nach
anderen Angaben 1934) vergrößert worden war, wird 1935 ein
zweiter Klassenraum angebaut. 1928 fand der Plan bei der Abstimmung im
Schulvorstand keine
Mehrheit. Das Bild zeigt die Volksschule Achterberg.
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1945
- Beim Einmarsch der
alliierten Truppen am 2.
April 1945 richtet der Einschlag einer Panzergranate im beiden
Klassenräumen schwere Zerstörungen an. Der Schaden beziffert
sich auf 2.900 Reichsmark. Da Arbeitskräfte und Baumaterialien
knapp sind, holen die beiden Lehrer Material auf Handwagen heran, so
dass Ende Juli mit den Reparaturarbeiten begonnen werden kann. Ende
August werden die Fensterrahmen eingesetzt, wobei die Oberlichter
zugenagelt werden, da keine Glasscheiben aufgetrieben werden
können. Am 10. September ist der erste Klassenraum so weit wieder
hergestellt, dass darin der Unterricht für die Grundschüler
wieder aufgenommen werden kann. In den übrigen Schulen des Kreises
begann er für die Grundschulkinder schon am 29. August. Am
25. Oktober beginnt er auch wieder für die oberen Jahrgänge.
Die Grundschule besuchen - bedingt durch den Zuzug von 100
Flüchtlingen und Vertriebenen - 42 Schüler, die Oberstufe ab
Oktober 29 Schüler, zusammen 71 Schüler.
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Herr Grävemäter
tritt am 30.9.1945 nach 46 Jahren
Schuldienst, davon 26 Jahre in seiner Heimatgemeinde Achterberg, in den
Ruhestand. Er stirbt im Januar 1960 im Alter von 82 Jahren. Sein
Nachfolger als Schulleiter wird Heinrich Bohlmann, der
schon seit 1921
an der Schule unterrichtet.
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Das zweite Klassenzimmer wird ab Dezember bis März 1946 von einer
Familie bewohnt, die aus der Sperrzone zu Holland hin ausgewiesen
wurde. Dazu wird der Raum behelfsmäßig ausgebaut.
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1946
- Die Mehrheit der
Elternschaft entscheidet sich
für die Umwandlung der Schule in eine evangelische
Bekenntnisschule,
wie sie bis 1938 war.
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1947
- In Achterberg wird ab 1. Januar
die 2. Lehrerstelle besetzt. Der Unterricht kann jedoch nicht in beiden
Klassenräumen erteilt werden, weil Brennmaterial nicht ausreichend
zur Verfügung steht. Bei der großen Kälte im Januar und
Februar und den undichten Fenstern liegt die Raumtemperatur in dem
einen Klassenraum nie über zehn Grad. Den Kindern der
Flüchtlinge fehlt es außerdem an warmer Kleidung und
Schuhzeug, so dass sie teilweisezu Hause bleiben müssen. Wegen des
Unterrichtsausfalls infolge der Kälte wird das Schuljahr um einen
Monat bis zum 30. April verlängert. In den Sommerferien wird in Achterberg ein Ferienlager für
Duisburger Kinder durchgeführt. 11 Bauern nehmen für 3 Wochen ein Großstadtkind auf. Die
Mädchen schlafen in der Schule auf Stroh. In den nächsten
zwei Jahren werden erholungsbedürftige 12- bis 14-jährige
Mädchen aus Osnabrück aufgenommen.
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1948
- Im Schuljahr 1948/49 besuchen
107 Kinder die Schule. Die schulischen Rahmenbedingungen normalisieren
sich zusehens. Im Mai erfolgt erstmalig die Wahl der
Elternvertretungen. Zur Gesamtelternversammlung erscheinen 61 Eltern. Im September findet das erste Jugendsportfest der Landschulen aus dem
Kirchspiel Gildehaus aus Achterberg, Bardel, der Flüchtlingsschule Bardel, Holt und Haar, Sieringhoek und Waldseite auf dem Sportplatz der
Flüchtlingsschule Bardel statt.
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1949
- Vier Jahre nach dem Kriege
findet erstmalig eine Wanderung zum Isterberg statt. Es folgen weitere
Klassenfahrten, so u.a. nach Burgsteinfurt, 1951 nach Holland, zur
Porta Westfalia oder ins Sauerland.
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1960
- Der 1. Lehrer Heinrich Bohlmann
stirbt nach
kurzem Leiden. Sein Nachfolger wird Gerrit-Jan Genzink, vorher
Lehrer
in Esche.
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1962
- Die Regelschulzeit
wird von 8 auf 9 Jahre
erhöht. Die Schüler werden für dieses Schuljahr nach
Gildehaus abgeschult.
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1966
- Die
geforderte Abschulung auch der
Schuljahrgänge 5 - 8 nach Gildehaus wird vom Schulvorstand
abgelehnt, da der vom dortigen Schulträger
geforderte Gastschulbeitrag von 100 DM pro Jahr und Schüler als
nicht
finanzierbar angesehen wird.
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1968
- Durch Verordnung
des Regierungspräsidenten in Osnabrück vom 3. Juli 1968 wird
der Zusammenschluss des Schulzweckverbandes Gildehaus - Hagelshoek und
der Gemeinden Achterberg und Westenberg zu einem gemeinsamen
Schulträger für die Volksschuloberstufen verfügt. Damit
besuchen nach den Sommerferien nur noch die Klassen 1 - 4 die Schule in
Achterberg mit ihren 33 Kindern. Die Schule ist eine reine Grundschule. Nach der Pensionierung des
Lehrers Gerrit-Jan Genzink
wird der Unterricht durch Lehrer aus Gildehaus aufrecht erhalten.
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1974
- Nach Eingemeindung
wird die Stadt Bentheim neuer
Schulträger. Der Schulzweckverband Achterberg-Westenberg löst
sich
auf.
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1977
- Die Schule wird
auf Beschluss des Stadtrates von
Bentheim aufgelöst. Die Grundschüler werden ebenfalls nach
Gildehaus umgeschult (GN, 10.6.1977). Nach Auflösung der beiden letzten Schulen in Achterberg und
Sieringhoek ist die Ära der Landschulen im Gildehauser Bereich zu
Ende.
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Quellen
-
Gerrit-Jan Genzink,
Auszüge aus der Schulchronik
der Volksschule Achterberg, 1962
-
Heinrich Voort, 700 Jahre
Gildehaus 1292 - 1992,
VVV Gildehaus e.V., 1992, Seite 186
-
Hartmut Abel, Die
Achterberger Schule, ein Spiegelbild der
Nachkriegszeit, Der Grafschafter 2005, Seite 5 ff.
-
Hartmut Abel, Die
Volksschulen Achterberg-Westenberg und Holt und
Haar. Ein Rückblick auf die
Zeit ab 1945 bis zu ihrer
Auflösung, erscheint im Herbst 2005
-
Artikel aus der
örtlichen Presse, im Text angegeben
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