Grafschafter Schulgeschichte

Volksschule Gildehaus

ca. 1900

Burggymnasium

Bad Bentheim 2006

Ehem. Mittelschule

Bad Bentheim ca. 1970

Missionsgymnasium

Bardel 1998

Schule Achterberg

ca. 1935

Volksschule Holt und Haar 1958

 Schulen in Bad Bentheim

Missionsgymnasium St. Antonius im Kloster Bardel

Vorgeschichte
Bereits im Jahre 1910 begannen die Vorbereitungen für die Einrichtung eines Kollegs, als Pater Cornelius Neises, Oberer des Klosters Cartu in Brasilien, sich für die Gründung eines Kollegs in Deutschland einsetzte. Der Anlass waren Nachwuchsprobleme der nordostbrasilischen Franziskanerprovinz vom Hl. Antonius. Erst 1921 wurde dann, wegen des 1. Weltkrieges, von den zuständigen Stellen in Rom und  vom Osnabrücker Bischof  Dr. Berning aus die Erlaubnis erteilt. Es wurde der Grundstein für das "Klösterchen", dem heutigen Jugendhof, gelegt. Ziel war der Aufbau eines Kollegs mit der Kirche als Zentrum, Schule und Kloster.  Am 19. März 1922 konnte die erste heilige Messe im Klösterchen gefeiert werden, am 4. Oktober wurden dort die ersten Brüder in den Orden des heiligen Franziskus aufgenommen (GN, 17.11.1998).

1923 - Der 1. August 1923 gilt als Gründungsdatum des Kollegs und späteren Gymnasiums. Der Chorraum der Kirche und der sich anschließende Schulflügel sind fertig gestellt. Der Unterricht beginnt mit 28 Schülern aus ganz Deutschland, die alle im Internat untergebracht sind. Als Unterkunft dient zunächst der Dachboden (heute. Galerie). Die Schule hat die Aufgabe, junge Menschen für den Priesterberuf in Brasilien vorzubereiten.

1924 - Aufgrund von Anzeigen in katholischen Sonntagsblättern steigt die Schülerzahl auf  80, die von vier Franziskanern und zwei weltlichen Lehrern unterrichtet werden. Wie damals am Gymnasium üblich, tragen die Schüler Mützen mit den Farben der Jahrgangsstufen. Der Tagesablauf des Internatsbetriebes ist streng geregelt:
6 - 8 Uhr: Wecken, Waldlauf, Messgang, Frühstück, Reinigen der Wohnräume und Flure,
8 - 13 Uhr: Unterricht,
13 - 16 Uhr: Mittagessen, Freizeit, Kaffee,
16 - 19 Uhr: Studium im Klassenraum, Redeverbot,
19 - 21.30 Uhr: Abendbrot, Freizeit, Beginn der Nachtruhe.

Im Unterricht wird besonderer Wert auf die Kernfächer des altsprachlichen Gymnasiums gelegt: Latein, Griechisch, Mathematik und Deutsch. Nebenfächer sind weniger wichtig. Außerdem wird Portugiesisch als Landessprache Brasiliens in den Lehrplan einbezogen. Eine Abiturprüfung ist nicht vorgesehen, da sie in Brasilien nicht anerkannt wird. Die geringe Schülerzahl ermöglicht eine intensive individuelle Förderung. Bei der Regierung in Osnabrück gilt die Schule als "mittlere Schule", nach Einschätzung des Rektors P. Vitalis dagegen als "Höhere Privatschule", die den Lehrplänen des preußischen humanistischen Gymnasiums folgt, auch wenn der gesamte Lehrstoff in nur sechs Jahren vermittelt wird. Zum eigentlichen Kloster besteht nur wenig Kontakt.

1925 - Es folgen schwere Zeiten. Durch die Inflation und die Einführung der neuen Währung steht das Kolleg vor dem finanziellen Ruin. P. Odilo Gelhaus kommt aus Brasilien. Es gelingt ihm zusammen mit dem Hausoberen und Ökonomen P. Mauritius Mellage, das Projekt zu retten. 1925 wird der St. Antonius-Verein als Rechtsträger von Bardel gegründet.

1929 -1933 - Trotz der Weltwirtschaftskrise geht die Bautätigkeit der Schule weiter und kommt zu einem ersten Abschluss. 1933 besuchen 120 Schüler das Kolleg.

1935 - Der politische Druck der Nationalsozialisten wird so groß, dass die älteren Schüler sich gezwungen sehen, einen "Kinderkreuzzug anzutreten" und sich der Repressalien durch die Auswanderung nach Brasilien zu entziehen.

1939 - Am 31. März 1939 muss der Schulbetrieb auf Druck der Nationalsozialisten eingestellt werden, weil sich der Rektor von Bardel, P. Vitalis Boklage, weigert, das Kloster zu einer Nationalsozialistischen Lehrerbildungsanstalt zu machen. Seit der Gründung des Kollegs sind insgesamt 250 junge Franziskaner den Weg nach Brasilien gegangen.

Am 5. Oktober 1939 werden alle noch verbliebenen Ordensleute - 7 Patres und 25 Brüder - in einer Blitzaktion von der Gestapo (Geheime Staatspolizei) des Hauses verwiesen. Gebäude und Ländereien werden enteignet. Es wird eine Flak- und Versorgungseinheit einquartiert.

1940 -1945 - Im Sommer 1940 bezieht dann eine Gruppe von Schülern eines staatlichen Aufbaulehrgangs die Schule. Diese sollen auf das Studium an der "Hochschule für Lehrerbildung" vorbereitet werden. Im August 1942 wird der Aufbaulehrgang - wie überall - in eine "Nationalsozialistische Lehrerbildungsanstalt" (LBA) umgewandelt. Schüler mit gutem Volksschulabschluss sollen hier im Internatsbetrieb auf den Beruf des Volksschullehrers vorbereitet werden. Die Ausbildung soll fünf Jahre dauern und mit der Ersten Lehrerprüfung abschließen.

Über diese Zeit berichtet ausführlich ein Beitrag der Geschichtswerkstatt Bad Bentheim unter Federführung von Hubert Titz im Bentheimer Jahrbuch 1995, Das Bentheimer Land, Band 133, auf den Seiten 85 bis 94: "Das Kloster Bardel als ´Lehrerbildungsanstalt` 1940 bis 1945 während des Nationalsozialismus in Deutschland".

Ab Herbst 1944 werden der Volkssturm und schließlich Hunderte holländischer Zwangsarbeiter einquartiert. Nach Kriegsende erfolgt zunächst eine Belegung mit englischem Militär; nach dem Abzug der Soldaten wird die Inneneinrichtung der Gebäude geplündert.

1946-1951 - Im Mai 1946 weist die Militärregierung die Gebäude Flüchtlingen als Wohnung zu. Zunächst sind es 50 Familien. Die Zahl steigt bis 1950 auf 90 Familien mit 400 bis 450 Personen, die hier Unterkunft finden. Es wird die Lagerschule Bardel eingerichtet (siehe: C10.html). Durch die Zuweisung der Familien auf benachbarte Orte nimmt die Bewohnerzahl wieder ab.

1952 - Nach langem Bemühen und unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel gelingt es schließlich im Frühjahr 1952, den Unterrichtsbetrieb nach einer gründlichen und sehr kostspieligen Renovierung der Gebäude schrittweise wieder aufzunehmen.

1957 - Um auch solchen Absolventen, die sich nicht für den geistlichen Beruf entscheiden, eine bessere Zukunftsperspektive zu bieten, bemüht sich die Schule um die staatliche Anerkennung ihrer Abschlusszeugnisse. Nachdem diese 1957 für die Klassen 5 - 10 ausgesprochen wird, kann 1961 das erste Abitur von 13 Prüflingen erfolgreich abgelegt werden.

1960 - Unter Leitung von P. Bertin Vieth erfolgt die Vervollständigung und Erweiterung der unvollständig gebliebenen Bauten der Vorkriegszeit. Bis 1980 entstehen das Kloster mit der Verwaltung, ein Wohnheim, die Pausenhalle, Aula, Museum, Küche, die Turn- und Schwimmhalle.

1965 - Die sogenannten "Spätberufenen" von Bardel werden in eine Förderschule in Mettingen ausgegliedert, die ab 1972 als Kollegschule zur Erlangung der Hochschulreife mit den Bildungsschwerpunkten Dritte Welt, Ökumene und Ökologie den Namen Kornenius-Kolleg trägt.

1967 - Der Schulleiter P. Vitalis Boklage übergibt sein Amt mit Beginn des Kurzschuljahres 1967/68 an P. Rembert Koepchen.
Pater Vitalis übernahm 1935 die Leitung der Schule. Nach Vertreibung der Ordensleute aus dem Kloster folgten für ihn Soldatenzeit und Aufenthalt in Brasilien. Nachdem Pater Dr. Marzellus Gerken zwischenzeitlich die Schule geleitet hat, stand er seit 1956 wieder an der Spitze des Lehrerkollegiums. Die letzte Lesung von Pater Vitalis vor den 9 scheidenden Schülern ist eine Anklage gegen den Zeitgeist. Symptomatisch sei die Eigenwilligkeit der Jugend, sich nicht mehr führen zu lassen, sondern führen zu wollen. Es sei aber notwendig, sich hörend und gehorchend  unter die Leitung umsichtiger Männer zu stellen, erst einmal Einsicht zu selbstständigen Denken zu gewinnen, um die nachfolgene Generation wieder leiten zu können. Zum ersten Mal fand in diesem Jahr die Abiturprüfung mit staatlicher Genehmigung unter der Leitung von Pater Vitalis statt (GT, 27.6.1967).

1972 - Es erfolgt ein Strukturwandel der Schule, die jetzt auch Schüler anderer Konfessionen, Externe und Mädchen aufnimmt. Viele Kinder portugiesischer Gastarbeiter besuchen die Schule. Außerdem kommt eine Tagesheimschule dazu, deren Schüler morgens mit dem Omnibus kommen und am Spätnachmittag wieder heimfahren. Da sich dieser Schulversuch nicht bewährt, weil die Kinder sich weniger diszipliniert als erwartet verhalten, lässt man ihn wieder auslaufen.

Überlegungen, zusammen mit der Schule in Gildehaus die Orientierungsstufe einzuführen, werden nicht weiter verfolgt, als vom Kultusministerium klar gestellt wird, dass das private Gymnasium weiterhin die Schuljahrgänge 5 und 6 aufnehmen darf.

Die Schule wächst stetig zu einem dreizügigen Gymnasium. Zum Ziel der Schule: "Die ursprüngliche missionarische Aufgabe wird erweitert. Der Blick auf den Nächsten und die Probleme der modernen Gesellschaft sollen den Schülern die Entscheidung für ein christliches Leben ermöglichen und stärken".

1975 - Im Schuljahr 1975/76 wird in Bardel die reformierte Oberstufe eingeführt. Dies hat die Einrichtung von Parallelklassen zur Folge, da nur so ein differenziertes Unterrichtsangebot gewährleistet werden kann. Investitionen im Bereich der Lehrmittelausstattung und bauliche Erweiterungen sind erforderlich. Die Schülerzahl steigt 1976 auf 508. Zwischen 1971 und 1981 verfünffacht sich die Schülerzahl.

1977 - Das in Bardel abgelegte Abitur wird vom portugiesischen Kultusministerium anerkannt.

1985 - Das umgebaute Klösterchen dient der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit.

1989 - Wegen des nachlassenden Bedarfs wird das Internat geschlossen. Ab 1990 wohnen im Internat Asylanten aus verschiedenen Herkunftsländern.

1994 - Pater Rembert Koepchen übergibt die Schulleitung an Oberstudiendirektor Ulrich Oettel. Pater Rembert wird Hausoberer.

1998 - Aus dem ehemaligen Klösterchen ist ein ansehnliches Gymnasium geworden, das von mehr als 500 Mädchen und Jungen aus der Grafschaft Bentheim und Nordrhein-Westfalen besucht wird (Foto: Lüken, GN, 17.11.1998).

Das Missionsgymnasium feiert das 75-jährige Jubiläum mit zahlreichen Aktionen:
- "24 Stunden Schwimmen" mit Geldsammeln für die 3. Welt,
- Konzert von der Operette zum Musical,
- Theateraufführung "Hexenjagd" von Arthur Miller,
-Tagesfahrt der gesamten Schule zur Insel Norderney und
- Durchführung einer Projektwoche.

Der Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, hält die Festrede. Nach Pater Rembert hat die Arbeit im Missionsgymnasium drei Ziele:
- Junge Menschen dazu zu befähigen, Verantwortung in Kirche und Gesellschaft zu übernehmen,
- ein Beispiel gelebter Ökumene zu sein und
- besonderes Engagement für soziale Probleme zu zeigen, "hier und anderswo".

2002 - Aus finanziellen und personellen Gründen geht die Trägerschaft des Missionsgymnasiums aus der Trägerschaft des Franziskanerordens am 1.8.2002 nach fast 80 Jahren in die Trägerschaft des Bistums Osnabrück über. Die dreizügige Schule wird von fast 700 Schülern aus der Grafschaft Bentheim, besonders aus Nordhorn und Bad Bentheim, und aus Nordrhein-Westfalen besucht. In einigen Jahren soll das Missionsgymnasium von der neu gegründeten "Schulstiftung im Bistum Osnabrück" übernommen werden (GN, 22.11.2002).

Schüler des Missionsgymnasiums arbeiten, sammeln und spenden selbst Geld, um das kath. St. Benno-Gymnasium in Dresden, das durch die Hochwasserflut stark beschädigt wurde, mit 10.400 €  zu unterstützen (GN, 28.9.2002).

2003 - Nachdem die Trägerschaft des Gymnasiums 2002 auf das Bistum Osnabrück übergegangen ist, fährt die gesamte Schulgemeinschaft am 15. Juli mit zehn Großbussen nach Osnabrück. Nach Führungen im Zoo, Erkundungen u.a. im Museum für Industriekultur und dem Besuch der Universität mit Studienberatung erfolgt dann als Höhepunkt des Tages ein Treffen mit Bischof Bode im Dom. Im Mittelpunkt der Feier steht eine Betrachtung über das Haus Gottes auf Erden. Durch Form und Ausgestaltung gebe der Dom den Menschen Konzentration und das Hineinnehmen in die Gemeinschaft mit Gott. Der Bischof ruft die jungen Menschen auf, sich auf diese Gemeinschaft einzulassen, wie es auch Franziskus getan habe (Jahrbuch 2003, Seite 4).

Für die Beteiligung an der Landesgartenschau (LAGA) in Gronau und Losser schaffen Schüler aus dem Klostergymnasium unter Anleitung des Kunstlehrers Jürgen Schierenberg verschiedene Kunstprojekte. So gestalten sie Windräder aus Altmaterialien und einen Friedhof. Die Teilnahme an der LAGA ist ein voller Erfolg für die Schul- und Klostergemeinschaft (GN, 9.7.2003).

2004 - 36 Schüler lernen in zwei AG-Gruppen Chinesich bei einer chinesischen Lehrerin, die in Bentheim verheiratet ist. Hierzu meint der Schulleiter: Die Schüler sollen lernen, dass es Spaß macht, sich mit einer scheinbar abwegigen Materie zu beschäftigen. Dies zu vermitteln, gehöre zu den wichtigsten Aufgaben eines Gymnasiums (GN, 29.1.2004).

23 Schüler des Missionsgymnasiums befassen sich unter Anleitung ihres Kunstlehrers Jürgen Schierenberg im Kunstunterricht mit der Schöpfungsgeschichte. Das Ergebnis ist in einer eindrucksvollen Ausstellung in der Klosterkirche zu sehen (GN, 17.6.2004).

Aus dem Kinder- und Jugendförderprojekt VERDE VIDA (Grünes Leben) aus Crato/ Nordbrasilien kommen vier 15- bis 16-jährige Jugendliche gemeinsam mit dem Projektleiter und der Musiklehrerin nach Bardel. In einem fast zweistündigen Programm geben die jungen Menschen Einblick in ihre Lebenswelt. Stationen des Lebens wie Feste, Begegnungen, aber auch Klage über die äußerst schwierigen Lebensverhältnisse transportieren sie über Lieder und viele Tänze, die sie selbst choreographiert haben. Eindrucksvoll und authentisch stellen sie dar, was sie bewegt. Das Projekt VERDE VIDA, das seit zehn Jahren vom Aktionskreis Pater Beda unterstützt wird, hilft Kindern und Jugendlichen, deren Familien zum Teil schwere Schicksalsschläge haben hinnehmen müssen, ihren eigenen Weg zu gehen. Die Szenenabfolge wird erweitert durch kleine Dia-Vorträge von Pater Beda, der die Verhältnisse in der Region darstellt (Jahrbuch 2004, Seite 8).

Pater Beda erhält aus der Hand von Oberkreisdirektor Brüggemann, Nordhorn, für seine Arbeit in dem nach ihm benannten Aktionskreis für Entwicklungsarbeit das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Westf. Nachrichten, 2.6.2004, aus: Jahrbuch 2004, Seite 9; siehe auch im Internet und GN, 25.7.2009).

Auf Initiative der Schülervertretung wird das Projekt "Patendienst" eingeführt. Schüler der 9. Klassen erleichtern als Paten den Übergang der neuen Schüler in die Schule. Sie leisten wesentliche Hilfsdienste während der Einführungswoche, aber auch im Schulalltag der "Neuen" (Jahrbuch 2004, Seite 26).

Das Bistum Osnabrück investiert für den Ausbau des Missionsgymnasiums Millionen. Im letzten Jahr wurden die Heizung und die elektrische Versorgung erneuert sowie die Sicherheitsvorrichtungen auf einen neuen Stand gebracht. An die Stelle des ehemaligen Internats entstehen zwei große naturwissenschaftliche Fachräume und eine Bibliothek mit Stillarbeitsplätzen. Geplant sind ferner eine große Cafeteria und die Gestaltung der Außenanlagen.

Ab Schuljahrsbeginn wird die Fünftagewoche eingeführt. Bisher war nur an zwei Sonnabenden unterrichtsfrei. Künftig ist dafür nur noch an einem Nachmittag Unterricht.


Die Schüler der 5. und 6. Klassen können alternativ an den Arbeitsgemeinschaften "Niederländisch", "Forschen" und "Rampenlicht", in er es um Rhetorik und Kommunikation geht, teilnehmen (GN, 23.9.2004).

Am ersten Ehemaligentreffen der vergangenen 27 Jahre nehmen 225 Ehemalige teil. Das einladende "Kompetenz-Netzwerk Bardel" soll Anlaufstelle für ehemalige "Bardelianer" in Deutschland und in der Welt sein, das zukünftig Kontakte vorantreibt und Absolventen bei der Suche nach Studienplätzen und bei der Berufssuche unterstützt (GN, 1.10.2004). Die erste Berufsberatung des Kompetenz-Netzwerkes findet am 18. März 2005 statt. Die fünfstündige Aktion gibt jedem Schüler die Möglichkeit, insgesamt drei Angebote wahrzunehmen (Jahrbuch 2005, Seite 8).

2005 - Am 3. Juni 2005 erfolgt die Einweihung der naturwissenschaftlichen Fachräume durch Generalvikar Theo Paul, zu der zahlreiche Ehrengäste gekommen sind (GN, 4.6.2005; Wortlaut des Einweihungsvortrages: Jahrbuch 2005, Seite 6).

Nach acht Jahren findet in der Woche vor den Sommerferien die zweite Projektwoche statt. Insgesamt werden 38 Projekte aus den Bereichen Sport, Gesellschaft/ Politik, Kreatives, Ernährung, Computer und Natur(wissenschaft) angeboten. Zu den Angeboten zählen u.a. : "Verbrennen und Löschen" (mit der Ortsfeuerwehr Bad Bentheim), "Pol&ic": Weltpolitik zum Anfassen, mit Jugendoffizier Terglane), "Jam": Musikimprovisationen mit H. Tecklenburg, "Kulinarische Weltreise", Theaterstück: "Die Mauer von David Campton", "Pimp my Computergehäuse", DSA- Rollenspiele und zahlreiche Sportangebote (Jahrbuch 2005, Seiten 24 -28).

Die im Brasilienmuseum in Jahrzehnten von Missionaren zusammengetragenen Objekte haben im Kloster  einen neuen Repräsentationsrahmen gefunden. Bisher war es unterhalb der Aula untergebracht. Nunmehr erfolgt der Umzug in einen großen und langgestreckten Ausstellungsraum. Die imposante Sammlung umfasst zahlreiche Themenbereiche. Sie reicht von Mineralien, Fossilien und Beispielen aus Flora und Fauna über Gegenstände des täglichen Lebens bis hin zu Manifestationen der Volksreligiösität (GN, 22.12.2005).

2006 - Für den Fremdsprachenwettbewerb haben 8 Schüler des Missionsgymnasiums in Eigenregie einen Film gedreht, der an einer britischen Schule spielt. Ihre Leistung wird bei einer feierlichen Siegerehrung mit einem zweiten Landespreis gewürdigt (GN, 22.6.2006).

Im Jahre 2004 begannen 36 Schüler in 2 Arbeitsgemeinschaften, Chinesisch zu lernen. Zusammen mit 33 Schulen aus der Bundesrepublik und als einzige Schule aus Niedersachsen erhält das Missionsgymnasium jetzt eine Einladung zum Besuch der Chinesischen Botschaft in Berlin. Es nehmen 9 Schüler zusammen mit ihrer Lehrerin Jinli Hoffmann und dem Schulleiter Ulrich Oettel teil (GN, 27.6.2006, Foto: Irene Schmidt).

Für Mittelstufenschüler, die in Latein und im nächsten Schuljahr auch in Mathematik Lernprobleme haben, hat das Missionsgymnasium das einmalige Instrument der Differenzierungskurse eingerichtet. Inhaltlich geht es darum, dass junge Menschen in den Kerncurricula noch einmal durch vertieftes Nachlernen gestärkt werden und somit mehr Selbstvertrauen finden. Individuell kann der Weg zurück in den Lehrgang der jeweiligen eigenen Klasse gefunden werden. Es ist aber auch möglich, dass bei einer gewissen Anzahl die Schüler des Kurses die Klasse 10 wiederholen, um so die Stauchung des Unterrichts auf 12 Jahre auf diese Art und Weise wettzumachen (Jahrbuch 2006, Seite 4).

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des Fördervereins werden neben allen Mitgliedern und Interessierten insbesondere auch die ehemaligen Vorstände zu einem Sektempfang eingeladen. Für die musikalische Untermalumg der sehr gut besuchten Veranstaltung sorgt Klaus Tecklenburg mit der Jazz-Band. Der Verein zählt über 500 Mitglieder (Jahrbuch 2006, Seite 8).

An der Schule wird eine neue Schulverfassung erprobt. Anstelle der großen Gesamtkonferenz tritt nun die Schulkonferenz. An ihr nehmen 6 Elternvertreter, 6 Lehrervertreter, 6 Schulleitungsvertreter, ein Vertreter des technischen Personals und 4 Schülervertreter teil. In dem Versuch gilt es herauszufinden, ob dieses Gremium Entscheidungen für die Schule sinnvoll so gestalten kann, dass eine andere Aussprachekultur möglich ist (Jahrbuch 2006, Seite 9).

Kurz vor den Sommerferien finden wieder die Projekttage statt. Es wird wieder ein äußerst vielfältiges Angebot an Projekten zusammengestellt. Das Thema "Bewegung" regt an, sich sportlich zu betätigen, wozu auch der Drilandsee besondere Möglichkeiten wie Segeln und Kanufahren bietet. Gemeint sind aber auch kreative und geistige Bewegungen (Jahrbuch 2006, Seite 21).

In einem Pilotprojekt sind 66 Computer (40 Arbeitsplatzrechner, 26 Notebooks) über ein Netzwerk mit Zentralrechnern verknüpft worden. Jeder Schüler bekommt dadurch die Möglichkeit, mit moderner Computertechnik zu lernen - ob im Klassenzimmer, im schuleigenen Internetcafé oder demnächst auch zu Hause. Die rund 200.000 € haben die Schulstiftung, der Förderverein, das Bistum Osnabrück als Schulträger sowie mehrere Einzelspender zur Verfügung gestellt. Für diese Technik hat die Schule zum Teil auch neue Räume geschaffen. Die Wartung erfolgt durch Mitarbeiter der Firma (GN, 14.12.2006).

2007 - In einer Feierstunde wird die neue Cafeteria bei Anwesenheit viele Gäste von Generalvikar Theo Paul gesegnet und offiziell eröffnet. Viel Beifall gibt es für die Werke und den Vortrag von Schülern des Missionsgymnasiums, die mit ihren Bildern unter dem Titel "Wege zum Licht" zur Verschönerung der Cafeteria beitragen. Für den musikalischen Rahmen sorgt die Jass-Combo des Missionsgymnasiums unter der Leitung von Klaus Tecklenburg. Nach Aussagen von Schulleiter Ulrich Oettel engagiert sich das Bistum Osnabrück stark für ein plurales Bildungsangebot in der Grafschaft. Im August 2002 wurde die Trägerschaft der traditionsreichen Schule in Bardel übernommen. Franziskanerorden, Bistum und Schule verstehen und gestalten kirchliche Bildungsarbeit im Geist der Ökomene.  50 % der Schüler aus der Grafschaft sind evangelischen Bekenntnisses. Es gibt auch muslimische Schüler. Das Missionsgymnasium ist ein dreizügiges Gymnasium mit 713 Schülern, die zu je einem Drittel aus Nordhorn, der Obergrafschaft und Nordrhein-Westfalen kommen. Der Grundansatz einer soliden Erziehungs- und Bildungsarbeit wird ergänzt durch vielfältige pädagogische und technische Innovationen, z.B. - wie oben ausgeführt - der Einführung von Differenzierungskursen. Ganz bewusst macht die Schule erste Schritte mit einem E-learning-Konzept. Mit der Cafeteria komplettiert die Schule ihre Anlagen auf dem großen Schulgelände, das Turnhallen, Schwimmbad und Außensportanlagen und auch eine Aula umfasst.

Landrat Kethorn sieht das Missionsgymnasium in Bardel nicht gefährdet, wenn in Nordhorn ein Evangelisches Gymnasium entsteht. Bei den Zuschüssen von Seiten des Landkreises soll es für beide Schulen eine Gleichbehandlung geben. Das Missionsgymnasium erhält vom Kreis für jeden der 488 Schüler aus der Grafschaft pro Jahr 127,82 €. Mindestens diese Summe soll es auch künftig geben. Evtl. wird ein Erhöhungsfaktor eingeführt, der sich am Lebenshaltungskostenindex orientiert (GN, 3.2., GW, 7.2.2007).

Während einer Studienreise nach Sorrent am Golf von Neapel verunglückt eine Reisegruppe des Missionsgymnasiums mit 42 Schülern und Lehrern am 10. Juni zwischen Rom und Neapel, als der Bus von der Straße abkommt und sich mehrfach überschlägt. Eine Schülerin, ein Lehrer und ein Busfahrer müssen in Italien stationär behandelt werden. Zahlreiche Insassen ziehen sich Brüche, Prellungen und Verstauchungen zu. In einer Rückholaktion werden die Teilnehmer heimgeholt. Der Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode trifft sich in Bardel mit den Schülern. Er lobt die Unfallseelsorge und die Schule für ihren Einsatz (GN, 12. bis 15.6.2007).

In der Schulausschusssitzung des Landkreises wird von allen betont, dass es zwischen dem Ev. Gymnasium in Nordhorn und dem Missionsgymnasium in Bardel bezüglich der Betriebskostenzuschüsse eine Gleichbehandlung geben soll.  Das Ev. Gymnasium bekommt 200 € je Schüler und Jahr. Das kath. Gymnasium bekam bislang 127,82 €, künftig werden es auch 200 € je Schüler und Jahr sein (GN, 23.6.2007).

Das Missionsgymnasium St. Antonius kündigt an, dass es ab Schuljahr 2008/09 neue Wege in der Bildungspolitik einschlagen werde. Sie wird den Titel "International College of Science and the Arts" (Internationale Schule für Wissenschaft und angewandte Künste) im Namen tragen. Dieser Titel drückt einen Teil des Programms aus: Der Unterricht in den natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern wird Schritt für Schritt zweisprachig (Deutsch und Englisch) erfolgen. So sollen die Schüler auf ein Studium im Ausland vorbereitet werden. Neben dem Abitur werden auch Bildungsabschlüsse aus dem angelsächsischen Raum erteilt. Die Hinführung zum bilingualen Unterricht erfolgt in Klasse 5 durch englisches Liedgut. Ab Klasse 6 wird Erdkunde bilingual erteilt. Die weiteren Fächer folgen. Niederländisch wird ab Klasse 5 als Arbeitsgemeinschaft angeboten, steht dann später als Wahlfach auf dem Lehrplan und kann in der Oberstufe als Pflichtfach gewählt werden. Alle Schüler sollen das Latinum erwerben. Ein wichtiger Faktor zur Erweiterung der Sprachkompetenz ist der Austausch mit Partnerschulen in den Niederlanden, England, Südafrika und Frankreich. Die Schüler sollen in einheitlicher Schulkleidung auftreten. Schulleiter Oettel betont: "Wir werden Bewährtes erhalten oder ausbauen und unser neues Profil zielstrebig aufbauen"  (GN, 24.9.2007). Der künftige Briefkopf lautet:

Missionsgymnasium St. Antonius
INTERNATIONAL COLLEGE OF SCIENCE AND THE ARTS

Gymnasium in der Trägerschaft der Schulstiftung im Bistum Osnabrück
Bardel
Klosterstraße 11  48455 Bad Bentheim

Die Schulstiftung im Bistum Osnabrück als Schulträger des Missionsgymnasiums teilt mit, dass an der Schule in nächster Zeit umfangreiche Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen durchzuführen seien:

  • Bei den nach 1960 errichteten Gebäudeteilen (Turnhalle, Aula, Verwaltungstrakt, Eingangsbereich) seien dringend umfangreiche Dach- und Fassadensanierungen erforderlich (Defekte Fenster, undichte Dächer, umfangreiche Bauschäden, schlechte Dämmung).

  • Modernisierung der Heiztechnik.

  • Sanierung des Schwimmbades wegen maroder Lüftung und überholter Technik.

  • Diverse Baumängel im Altbaubestand (z.B. Risse in der Fassade, verbrauchte Fenster).

  • Elektroinstallationen und Gebäudetechnik.

  • Einrichtung und Ausstattung der Klassenräume.

Es ist folgender zeitlicher Rahmen in Aussicht genommen:
2008 - Detailplanung und erste Maßnahmen im Altbau (400.000 €),
2009 - Sanierung der Bauten der 60er Jahre (3 Mill. €),
2010 - Weitere Maßnahmen im Altbau und Abschluss des Vorhabens (600.000 €).

Die Schulstiftung stellt an den Landkreis Grafschaft Bentheim mit Schreiben vom 7.9.2007 den Antrag, sich an diesen Investitionen mit 50 % zu beteiligen. Hierzu ist anzumerken, dass das Missionsgymnasium im Schuljahr 2006/07 von 714 Schülern, davon 488 aus der Grafschaft Bentheim besucht wird. Die Schule entlastet den Landkreis somit erheblich von seiner Pflicht, öffentliche Schulen zu errichten, die sächlichen Kosten zu tragen bzw. die Schulen einzurichten. In der Schulausschusssitzung des Landkreises am 26.11.2007 wird vorgeschlagen, zu den Kosten für 2008 einen Zuschuss in Höhe von 150.000 € zu gewähren, höchstens jedoch 50 % der tatsächlich entstehenden Kosten (Quelle: Beschlussvorschlag des Landkreises vom 6.11.2007).

Im Zusammenhang mit der Errichtung des Evangelischen Gymnasiums in Nordhorn erfolgt die Behandlung des Tagesordnungspunktes "Inhaltliche Ausrichtung des ev. Gymnasiums - Abstimmung mit dem weiterem gymnasialen Angebot in der Grafschaft" im Kreisausschuss und im Schulausschuss des Landkreises. Hierzu wird der Schulamtsdirektor a. D. Heinz Ragnitz gebeten, die Schwerpunktsetzungen der Gymnasien herauszuarbeiten und mit den einzelnen Schulleitungen abzugleichen. Die Ergebnisse fasst er in einem Kurzbericht und einer Synopse zusammen, die auch von hier aus eingesehen werden können.

2008 - Der Landkreis bezuschusst die Sanierung von Klassen- und Fachräumen im Missionsgymnasium mit 1,55 Mill. €, in diesem Jahr mit einem ersten Ansatz von 150.000 €.

Der Förderverein des Gymnasiums überreicht der Schule ein Galeriesystem für alle Wände des Gymnasiums, insgesamt 246 Meter Lichtschienen mit Hängesystem und rund 100 Bildträger in vielen Größen. Vorausgegangen ist eine Renovierung der Treppenhäuser und Gänge. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Vereins ist die Unterstützung des neuen Schulprofils als "International College" ab August (GN, 2/2008).


Mr. David Knowles, der Bardeler Englischlehrer, feiert sein 40-jähiges Dienstjubiläum. Er war seit 1968 an einer großen katholischen Schule in London tätig und kam 1973 nach Bardel. Der Englischunterricht wurde von ihm entscheidend geprägt. Maßgeblich ist er derzeit am Aufbau des International Kolleg beteiligt, das er als Senior International Manager weiterhin in den nächsten Jahren begleiten wird (Jahrbuch 2008, S. 10).

Eine Schülergruppe studiert die französische Komödie "Eine schöne Bescherung" von Albert Husson (1912 - 1978) in der Übersetzung von Werner A. Schliffe ein. Es finden sechs Aufführungen in der Aula statt. Die Leitung bei dieser von den Schülern fast selbstständig organisierten Theaterproduktion hat Anna-Maria Schulze-Berndt (Stufe 12). Auch alle technischen Arbeiten werden von Schülern erledigt (GN, 26.2.2008; Jahrbuch 2008, S.35).

Der Förderverein des Missionsgymnasiums sorgt mit einer Spende von 4000 € dafür, dass die Gymnasiasten das Prinzip "Aktive Pause" noch intensiver wahrnehmen können. Auf dem Schulhofkomplex werden dafür zwei weitere Sportfelder mit jeweils zwei fest installierten Toren geschaffen (GN, 1.9.2008).


Zwei Wochen lang besuchen 29 Schüler der Bardeler Partnerschule St. Benedict aus Durban/ Südafrika das Missionsgymnasium. Neben dem Schulbesuch und weiteren innerschulische Veranstaltungen werden vielfältige Spiele im Fußball und Hockey mit Mannschaften aus Gildehaus, Bentheim und Oldenzaal ausgetragen. Außerdem steht der Besuch der Städte Amsterdam und Münster auf dem Programm (Jahrbuch 2008, S. 34).

In Bardel können die Schüler künftig einen international anerkannten Bildungsabschluss machen: die Cambridge International Examination (CIE).

Vor allem Schulen mit Diplomatenkindern  bieten bislang das "Cambridge International" an. Der Fremdsprachenunterricht, vor allem Englisch, bekommt deutlich mehr Gewicht. Es gibt fächerübergreifende englischsprachige Projekttage. Einige Fächer werden zweisprachlich unterrichtet. Zusätzlich zum Abitur können die Schüler künftig auch den "A level" ablegen, den höchsten, weltweit anerkannten Abschluss des englischen Bildungssystems. Das CIE ist in Bardel für alle Fünftklässler, die gerade eingeschult wurden, verbindlich (GN, 20.9.2008).

Das Missionsgymnasium führt Informationstage für Eltern durch, in denen die neuen Zielsetzungen der Schule dargestellt werden. Die Schüler können in den ersten Jahren ausprobieren und entscheiden, ob sie mehr zum entdeckenden Forscherprofil, zum Sprachenprofil oder zum musischen Profil mit dem Fach Rampenlicht (Theater, Tanz, Singen) neigen. Methodentraining, Thementage, Doppelstundenmodell, individuelle Förderung werden ausführlich dargestellt. (GN, 19.9.2008)

Im Rahmen der neuen, jährlichen Veranstaltungsreihe "Kompetenz im Dialog" lädt das Kompetenz-Netzwerk Bardel e.V. zu Veranstaltungen ein, in denen ehemalige Abiturienten aus Bardel ihr derzeitiges Fachgebiet präsentieren. Als erster hochklassiger Referent wird Prof. Dr. Arno Kwade gewonnen, der 1984 hier sein Abitur ablegte. Der Titel der Vortragsveranstaltung lautet: "Technische Herausforderung Nanomaterialien - Bausteine vieler Produktinovationen der Zukunft" (GN, 29.10.2008).

2009 - Nachdem im letzten November jede Klasse für den Adventsbasar mindestens eine Aktion durchgeführt hat, die bei 2.500 Besuchern Einnahmen und Spenden in Höhe von insgesamt 17.000 Euro erbrachten, werden jetzt hierfür weitere 130 ergometrische und individuell höherverstellbare Schulstühle beschafft, so dass diese einschließlich vorhergehender Anschaffungen für 65 % aller Schüler ausreichen. Durch die besondere Konstruktion der Stühle bleibt die Wirbelsäule in Bewegung und ein ermüdungsfreies Sitzen ist damit gewährleistet (GN, 12.3.2009).

In Gesprächen der Stadt Bad Bentheim mit dem Missionsgymnasium einigt man sich, dass eine Verbreiterung  der Straße zum Gymnasium statt des Baus eines Radweges vorgenommen wird. Die Lösung kostet statt 355.000 Euro nur 250.000 Euro (GN, 16.3.2009).

Der Elternrat ruft zu einem freiwilligen Eignungstest des GEVA-Instituts München auf. Alle Oberstufenschüler können an diesem dreistündigen Berufswahl-Eignungstest teilnehmen. Ziel ist es, ihnen Hilfen zur Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Leistungsbereitschaft an die Hand zu geben, um ihre berufliche Orientierung planen zu können. Finanziell unterstützt wird der Elternrat vom Förderverein der Schule (GN, 31.3.2009).

Seit 2006 betreibt das Gymnasium als erste Schule der Region bei den Schülercomputern eine umfassende Client- Serveranlage. Da die gesamte Software hierbei auf dem Server liegt, gibt es keine Computerabstürze mehr - auch wenn eifrige Schüler ausprobieren, wie weit man die jeweiligen Programme treiben kann: ein Neustart reicht und alles ist wieder beim Alten. Die alte Lösung - alleinstehende Geräte - erwies sich als zu wartungsabhängig und damit letzlich zu teuer. In Zusammenarbeit mit den damaligen Entwicklern der neuen Anlage wird nun in Bardel ein weiteres digitales Klassenzimmer mit 16 Rechnerplätzen für den Bereich International College eingeweiht. Die Finanzierung mit Kosten von insgesamt 30.000 Euro übernimmt die Schulstiftung im Bistum Osnabrück (GN, 3.4.2009).

124 Aktive aus den Jahrgangsstufen 5 bis 7 zeigen ein herausragendes, temporeiches Programm voller Abwechslungen. Eingeladen haben die Fachlehrer der Fächer "Rampenlicht" und "Niederländisch". Das Fach "Rampenlicht" - Rhetorik und die Kunst des Repräsentierens für Kinder - ist eine in Bardel entwickelte Wahlmöglichkeit in der Unterstufe. Sprachtraining, Körpersprache, Singen und Tanzen sind die primären Inhalte dieses Faches, das das Selbstbewusstsein der Gymnasialanfänger fördert und immer mehr zur Auftrittsreife bringt. Die Schüler zeigen in Sketschen und Gesangsdarbietungen sowie eigenen Tanzchoreographien ein beachtliches Können. Die Niederländischgruppen zeigen eine große Bandbreite von selbst gedrehten Interviewfilmen, lustigen Alltagsszenen und Parodien. Auf Thementagen im bilingualen Sachunterricht haben die Schüler des International College englischsprachige Collagen zu den Themen "Die vier Elemente" erarbeitet und ausgestellt. Im Fach "Forschen" als 3. Wahlfach der Unterstufe werden Labor- und Freilandexperimente auf dem Schulhof vorbereitet (GN, 5.5.2009).

Das Gymnasium Bardel wird für 4,8 Millionen Euro modernisiert und saniert. Der Landkreis Grafschaft Bentheim wird die Schulstiftung im Bistum Osnabrück dabei von 2009 bis 2011 mit zwei Millionen Euro unterstützen. Vorgesehen sind u.a. die Sanierung der Pausenhalle, der Verwaltungsräume, des Lehrerzimmers, der Turnhalle und der Aula, außerdem die Erneuerung der Heizungsanlage und von Dächern sowie der Austausch von alten Fenstern in Teilen des Klassentraktes (GN; 30.5. und 13.6.2009). Aus Mitteln des Konjunkturpaketes fließen ebenfalls 100.000 Euro in die Baumaßnahmen. Weitere 34.000 Euro aus dem Konjunkturpaket werden für die Einrichtung neuer Computer-Arbeitsplätze und interaktiver Boards eingesetzt.
(Erläuterung:
Bei interaktiven Boarts oder Tafeln sendet ein elektronische Stift ein Signal, welches von der Tafel aufgenommen wird. Das Signal wird über einen Controller per Funksteuerung zum PC oder Laptop übertragen. Dadurch wird dann die Ausübung verschiedenster Funktionen an der Tafel direkt erlaubt.)
Die Boards sollen vor allem im Kunst- und Fremdsprachenunterricht, aber auch im Bereich der Naturwissenschaften eingesetzt werden (GW, 30.9.2009).


Am Missionsgymnasium bestehen 67 Schüler ihr Abitur. Fünf Prüflinge haben eine 1 vor dem Komma. Der Notendurchschnitt liegt bei 2,69. Beim Abschlussgottesdienst hält auf Einladung der Abiturienta Landessuperintendant Dr. Detlef Klahr die Predigt (GN,24.6.2009).

Als einen wesentlichen Schwerpunkt im Haushalt für das kommende Jahr 2010 nennt Landrat Friedrich Kethorn den Bildungsbereich. Angesicht der sinkenden Einnahmen des Kreishaushaltes werden jedoch einige geplante Projekte gestreckt werden müssen. In Absprache mit dem Gymnasium Bardel sollen im kommenden Jahr nur 795.000 Euro für die Modernisierung der Bistumsschule zur Verfügung gestellt werden. Im Jahr 2011 sollen 810.000 Euro und im Jahr 2012 weitere 120.000 Euro folgen. Ursprünglich war es vorgsehen, die komplette Förderung im Etat für das kommende Jahr zur Verfügung zu stellen (GN, 3.12.2009).

Einundvierzig Jahre hat die alte Bardeler Aula dem Missionsgymnasium als Herzstück des Schullebens für unzählige Theaterabende, Einschulungen, Verabschiedungen und Musikveranstaltungen gedient. Jetzt wird die von Grund auf restaurierte Aula als modernes Gebäude in einer Feier vom Osnabrücker Generalvikar Theo Paul eingeweiht und der Schulgemeinde übergeben. "Licht für die Welt" lautet das Motto der Einweihung, zu der eine Klasse 6 eine eindrucksvolle Meditation zum Adent vorträgt (GN, 12.12.2009).

2010 - Traditionell richtet die Abiturienta des Jahres , bevor es in die Prüfungsphase geht, einen Bunten Abend für die Schulgemeinde aus. In diesem Jahr ist es eine grandiose Fahrt durch die TV-Kanäle der Nation. 800 Besucher sind begeistert (GN, 23.1.2010).

Unter seiner derzeitigen Präsidentin Anja Gaubitz beschließt der Lyonsclub Grafschaft Bentheim - Nordhorn - Vechtetal, den Reinerlös aus zwei Kulturveranstaltungen jungen Menschen zukommen zu lassen. So erhält das Missionsgymnasium mit seinem Ansatz der musikalischen Breitenförderung 2.500 Euro zur Erweiterung des Instrumentariums (GN, 11.2.2010).

Seit sieben Jahren ist das Frühlingskonzert der Rahmen für junge Solisten und ihr Können. Schüler des Missionsgymnasiums und der Partnerschule aus Losser sowie Studenten des Osnabrücker Konservatoriums präsentieren in der neuen Aula  klassische Werke. Neben den bekannten Arbeitsgemeinschaften Chor, Schulband und Jazz-Rock-Projekt stellen Schüler im Solovortrag und mit Begleitung Werke vieler musikalischer Epochen vor. Ein musikalisch anspruchvolles Programm präsentieren die Studentinnen des Konservatoriums Osnabrück (GN, 20.und 29.3.2010).

Gleich nach der großen Katastrophe in Haiti regten die Schüler Jonas Potrykus und Robin Schlünsen aus der Klasse 9 C eine Sammlung für die Erdbebenopfer  zur Unterstützung von Wiederaufbauprojekten an. Die Klasse machte mit und am Ende wurden 2.500 Euro von allen Klassen und den Eltern gespendet (GN, 24.3.2010).

"Bardeler Tor" wird das Kernstück des Missionsgymnasiums
Als "Kernstück der Schule und Lebensader, die den Zugang auf den Hof des Missionsgymnasiums ermöglicht", würdigt Schulleiter Ulrich Oettel das neue "Bardeler Tor", das im Beisein von Generalvikar Theo Paul und Landrat Friedrich Kethorn offiziell freigegeben wurde. Im Beisein vieler Vertreter aus Kirche, Politik, Verwaltung und Wirtschaft würdigt der Schulleiter das "wunderbare Zusammenwirken" bei der Sanierung und der Neugestaltung der Schule. Auch die neue Zuwegung versinnbildliche die angestrebten klaren Strukturen der Schule. Als nächstes Projekt werde die Turnhalle saniert,  bevor die Klassenräume auf dem Programm stehen (GN, 4.5.2010).

Am "Aktionstag für Europa", der an den Schulen in Niedersachsen stattfindet, besucht der CDU-Landtagsabgeordnete Reinhold Hilbers eine 10. Klasse des Missionsgymnasiums. Der Abgeordnete erläutert die Institutionen der Europäischen Union und lobt das gemeinsame Europa als "größte Friedensinitiative", die es je gegeben habe. Er führt im einzelnen aus, welche Projekte in der Grafschaft Bentheim durch die Europäische Union gefördert werden (GW, 12.5.2010).

15 Elft- bzw. Zwölftklässler des Missionsgymnasiums nehmen erstmalig am Management Information Game (MIG), einem Wirtschaftsplanspiel, das der Industrielle Arbeitgeberverband Osnabrück-Emsland organisiert, teil. Gastgeber dieser fünftägigen Veranstaltung ist die Grafschafter Volksbank. Durch ihren Rollentausch haben die "Jungunternehmer von morgen" viel über wirtschaftliche Zusammenhänge, über Markt- und Wettbewerbsprozesse sowie über volks- und betriebswirtschaftliche Beziehungen gelernt. Das Wirtschaftsplanspiel verfolgt die Idee vom handlungsorientierten Selbermachen, um Verständnis für die komplexe Wirtschaft zu entwickeln (GN, 29.5.; GW, 2.6.2010).

Einen abwechslungsreichen Theaterabend bieten die Doppelaufführungen der Bardeler Theater-AG der Mittelstufe mit jeweils zwei Stücken. Der Einakter "Wenn Larry kommt" spielt mit den Erwartungen der Schauspieler auf der Bühne und damit auch mit den Erwartungen derZuschauer. Das zweite Stück "Der Wolf von Gubbio" nimmt eine Legende aus dem Leben des Francesso aus Assisi auf. Die insgesamt 28 Schauspieler werden unterstützt von der Technik-AG des Gymnasiums (GN, 2.6.2010).

Im Missionsgymnasium werden 63 Abiturienten verabschiedet, 42 aus der Grafschaft Bentheim und 21 aus Nordrhein-Westfalen. Im Entlassgottesdienst in der Klosterkirche, den Schulseelsorger Pater Wilhelm zelebrierte, predigte Pastor Friedrich Behmenburg über die Spannung zwischen Ende und Anfang (GN, 28.6.2010).

Weitere Informationen zum  Missionsgymnasium Bardel finden Sie im Internet:

Quellen:

  • Heinrich Voort, 700 Jahre Gildehaus 1292 - 1992, VVV Gildehaus e.V., 1992, Seite 202

  • Irene Schmidt," 75 Jahre: Vom Kolleg zum Missionsgymnasium" und "Neugierde, Wissen und Hoffnung im Reisegepäck", Grafschafter Nachrichten vom 17.11. und 20.11.1998

  • Jelske Schlüter, Bardel gestern und heute - Rückblick auf 75 Jahre Schule, GN, Scene-Heft 12/1998, Seiten 6 und 7

  • Jahrbücher  des Missionsgymnasiums, ab Jahrgang 2003

  • Weitere Artikel aus der örtlichen Presse, im Text angegeben.

  Diese Seiten sind Teil des Projekts "Die Grafschaft Bentheim im Unterricht"