| Volksschule
Kalle |
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Nach Aussagen von Jan
Jeurink in seinem Buch "Hoogstede - Aus den
Chroniken der Schulen des Kirchspiels Arkel" beginnt die Schulchronik
der
Ev. Volksschule Kalle erst am 1.4.1950. Frühere Aufzeichnungen
sind
im und nach dem 2. Weltkrieg verlorengegangen. Der Lehrer Harms-Ensink
beginnt
die Chronik mit einem Rückblick auf die Zeit von der Gründung
der
Schule bis zum 2. Weltkrieg. Die Aussagen beruhen auf Gespräche
mit
alten Leuten aus den Gemeinden. Außerdem liegen Aussagen in den
Unterlagen
des Kirchspiels Arkel vor. Die erste Eintragung erfolgt im Jahre 1826.
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1826
- Nach der "Rechnung
über den Schulfonds zu
Arkel
vom 1sten Januar 1826 bis dahin 1827, geführt durch den Rendanten
des
Schulfonds" beträgt die Zahl der schulpflichtigen Kinder in Kalle,
Bahne,
Tinholt 33, davon 32 solvent, 1 arm. Das Schulgeld beträgt
10
Reichstaler,
3 Groschen im Quartal, das der Lehrer Mense Harms erhält.
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1834
- Da der Gerrit
Jan Schutten krank ist und
Anfälle
von Blutspucken hat, wird als Nachfolger Geert Weermann
vorgeschlagen,
der am 11.12.1834 seine Prüfung ablegt.
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1858
- Das
Königliche Ministerium der geistlichen
und
Unterrichts-Angelegenheiten bewilligt hilfsbedürftigen Lehrern
eine
Unterstützung. Der Lehrer Stegink
zu Kalle erhält davon 5
Reichstaler.
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1863
- Bis zum Jahre 1863
ist die Kaller Schule in
einem alten Backhaus untergebracht. Dort unterrichtet nach Aussagen in
der Schulchronik
im Winter nebenamtlich Bauer Weermann
aus Kalle, der bei Krankheit von
seinem
Bruder vertreten wird. Während der Sommermonate findet kein
Unterricht
statt. Im Jahre 1863 wird ein neues Schulhaus mit Lehrerwohnung gebaut, das
1957 abgerissen wird. Der erste Lehrer im Schulgebäude ist ein
Lehrer Jan
Harm Assing. Zum Schulbezirk gehören die Gemeinden Kalle
und Tinholt.
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1879
- Der Lehrer Assing
wird nach Möhlenwarf
berufen.
Dem Kirchenrat werden folgende Bewerber zur Auswahl genannt, die ihr
Examen
bald in Aurich ablegen werden: Ahuis aus Georgsdorf, Bode und Leemhues
aus Uelsen, Ensink aus Bathorn, Hoombert aus
Hilten,
Könink aus Halle, Leverkinck
aus Bentheim, Brünink und Wirdemöller aus Veldhausen. Der
Kirchenrat
soll drei Aspiranten vorschlagen. Nachfolger von Lehrer Assing
wird Lehrer Ensing,
der Vater des
späteren
Bürgermeisters von Tinholt, der bis 1895 tätig ist. Ihm folgt
für
kurze Zeit Lehrer Bangen,
gefolgt von Lehrer ter
Brügge, der bis
1901
an der Kaller Schule unterrichtet. Im schnellen Wechselfolgen dann bis
1905
die Lehrer Joppich,
Kainke und Ribbing.
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1905
- Von 1905 bis 1911
unterrichtet Lehrer Nyhuis
in
Kalle. Ihm folgt bis 1924 Lehrer Köster. Während
seiner
Dienstzeit wird die Schule zweiklassig.
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1924
- Nach dem Tode von
Lehrer Köster kommt 1924
Lehrer Lahmann nach
Kalle. Er hat bis 1936 die erste Lehrerstelle inne,
ist jedoch ab 1932 wieder allein an der Schule.
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1936
- Nachdem Fortgang
von Lehrer Lahmann
kommen die
Lehrer Hensen aus
Osterwald und Puls
kurzzeitig nach Kalle.
Lehrer Puls
ist Junggeselle. Er verstirbt nachts in der Lehrerwohnung an einer
Kohlenmonoxidvergiftung. Sein Nachfolger ist für kurze Zeit bis
1937 Lehrer Holdmeyer.
Lehrer Hensen geht
nach Vorwald.
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1937
- Die erste
Lehrerstelle wird mit Lehrer Koring
besetzt.
Während seiner Amtszeit wird 1938 die
Gemeinschaftsschule
eingeführt. Die kath. Schüler müssen jetzt auch die
Volksschule Kalle besuchen.
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1939-1945
- Bei Kriegsausbruch
wird Lehrer Koring
eingezogen. Es folgen dann im schnellen Wechsel mehrere Lehrer. Unter
Lehrer Otto beginnt
1941 der Unterricht in der neuen Schule. Die alte
Schule wird als Gefangenenlager eingerichtet. Die Kriegsgefangenen
arbeiten tagsüber bei den Bauern. Im Oktober 1942 wird Lehrer Koring aus dem
Wehrdienst entlassen und unterrichtet wieder in Kalle.
Außerdem ist an der Schule eine Schulhelferin tätig. Der
Unterrichtsbetrieb wird häufig durch feindliche
Flugzeugverbände gestört. Schon vor Kriegsende kommen die
ersten Flüchtlinge nach Kalle und Tinholt, so dass die
Schülerzahl ständig ansteigt.
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Kurz vor dem Zusammenbruch wird Lehrer Koring noch
Ortsgruppenleiter
der NSDAP. Deshalb wird er am 23. April 1945 in ein Internierungslager
nach Belgien gebracht. Er stirbt am 6. August 1946 in einem Lazarett in
Gütersloh. Er war in der Gemeinde als Lehrer sehr beliebt.
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Der Schulbetrieb beginnt nach dem Zusammenbruch für die
Grundschule am 28. August 1945, für die Oberstufe am 1. Oktober
1945. Die Lehrerin Ilse
Hartmann wird von Echtelerfeld nach Kalle
versetzt und muss 112 Kinder allein unterrichten.
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1946
- Nach Abstimmung in
der Elternschaft entsteht am
15. August 1946 wieder die Konfessionsschule. Durch die Abwanderung der
kath. Kinder nach Hoogstede und Emlichheim verringert sich die
Schülerzahl auf 89. Am 1. September 1946 wird der Lehrer Bernd Jan Harms-Ensink von
Hohenkörben nach Kalle versetzt. Dadurch wird die Schule wieder zweiklassig.
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1952
- Die neue Schule
von 1941 war auf sandigen
Ödland errichtet worden. Da der Wind den leichten Sand immer
wieder fortträgt und der Schulplatz in Regenzeiten unter Morast
und Wasser steht, erfolgt 1952
in Hand- und Spanndienst eine gründliche Erhöhung der
nächtsen Erhebung der Schule. 1953 erfolgt dann eine Bepflanzung
des Schulgeländes mit verschiedenen Ziersträuchern. Nach Kultivierung des Ödlandes im Kaller und Tinholter Feld werden
hier Siedlungen erstellt. Durch den Zuzug von Neusiedlern erhöht
sich
die Schülerzahl, die zwischenzeitlich stark abgesunken war, wieder
auf
70.
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1956
- Da die alte
Lehrerwohnung sehr feucht ist,
entschließt sich der Schulvorstand auf Anraten des Schulrates zu
einem Neubau gegenüber dem Schulhof, in den 1959 eingezogen werden
kann.
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1957
- Mit Beginn des
Schuljahres 1957/58 wird die alte
Schule abgebrochen. Der Anbau bleibt jedoch stehen, weil eine
Flüchtlingsfamilie ihn nicht räumen will. Die Räumung
der Wohnung erfolgt erst 1958 aufgrund eines Gerichtsbeschlusses.
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1960
- Bei der
Hochwasserkatastrophe im Dezember
1960 brechen die Dämme an der Vechte am 6. Dezember
in Tinholt und am 8. Dezember in Kalle, so dass nur wenige Kinder zur
Schule kommen können. Andere müssen sofort nach Hause
geschickt werden, damit sie durch die vordringenden Wassermassen nicht
vom Elternhaus abgeschnitten werden.
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1962
- Ostern 1962 wird
das 9. Schuljahr
eingeführt. Da keine Einigung über den Standort erzielt
werden kann, werden Klassen in Hoogstede und Neugnadenfeld
eingerichtet. Die Schüler aus Kalle werden nach Hoogstede
umgeschult, wo nur 14 Kinder zur 9. Klasse gehören, so dass 4
Kinder aus dem 8. Schuljahr die Klasse auffüllen müssen.
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1963
- Das 1941
erbaute und nach dem Kriege
fertig
gestellte Schulgebäude weist erhebliche Mängel auf. Es werden
folgende Baumaßnahmen als erforderlich angesehen:
- Anbau der Toiletten an das Schulgebäude,
- Erstellen eines neuen Kellers unter dem jetzigen Flur zwecks Anlage
einer Heizung,
- Bau eines überdachten Ganges zu den alten Toiletten, die als
Fahrradstand umgebaut werden sollen,
- Ausstattung der Klassen mit neuem Schulgestühl.
Die Finanzierung des Neubaus mit fast 100.000 Mark bereitet große
Schwierigkeiten. Die Schulgemeinde ist gezwungen, ein Darlehn
aufzunehmen.
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1964
- Nach
Fertigstellung des Lehrschwimmbeckens bei
der Volksschule Emlichheim kann es auch von den obersten
Jahrgängen aus Kalle
einmal wöchentlich im Anschluss an den Unterricht benutzt werden.
Im
Winter wird ein Bus eingesetzt, der von Regierung und Landkreis
finanziert wird.
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1965
- Ostern 1965 werden
das 7. und 8. Schuljahr zur
Mittelpunktschule Hoogstede abgeschult. Die Kinder des 7. bis 9.
Schuljahres werden mit einem Schulbus nach Hoogstede gebracht. Die
Kosten tragen das Land und der Landkreis. In Kalle verbleiben 80 Kinder. Das 1. - 3. Schuljahr und das 4. - 6.
Schuljahr werden jeweils zu einer Klasse zusammengefasst.
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1973
- Zum 1. August 1973
wird in Emlichheim, Uelsen
und Neuenhaus die Orientierungsstufe eingeführt. Die Kinder aus
Kalle werden der OS Emlichheim zugewiesen. Lehrer Günter Piontek
wird nach 17 Jahren in Kalle nach Hoogstede versetzt, wo er Konrektor
wird.
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1974
- Schulleiter Berend Jan Harms-Ensink wird
am 3.
Juli 1974 nach 28-jähriger Tätigkeit an der Volksschule Kalle
in den Ruhestand verabschiedet. Er stirbt am 1. Oktober 1981 im Alter
von 67 Jahren. Mit der Pensionierung von Herrn Harms-Ensink endet die
Geschichte der
Volksschule Kalle nach mehr als 100 Jahren. Nach Aussage von Schulrat Linge gibt es
für kleine Schulen keine entsprechend ausgebildete
Lehrkräfte mehr. Die Schüler
besuchen fortan die Grundschule Hoogstede und anschließend die OS
und
die weiterführenden Schulen in Emlichheim.
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Quellen:
-
Aus Unterlagen des
Kirchspiels Arkel
-
Jan
Jeurink, Hoogstede-
Aus den Chroniken der Schulen
des Kirchspiels Arkel, 1992, Seiten 105 - 127.
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