| Volksschule
Vorwald |
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Zur
Schulgemeinde Vorwald
gehörten die Gemeinden Vorwald und
Eschebrügge. Vorwald hatte im Jahre 1894 217 und
Eschebrügge 142
Einwohner. Vor der Vereinigung beider Gemeinden im Jahre 1857 hatte
jede Gemeinde eine Schule, in denen aber keine seminaristisch
gebildeten
Lehrer, sondern einfache Bauern unterrichteten. Hier waren u. a. Jan
Hüsis und Derk
Poest tätig. Unterrichtsgegenstände waren
Religion, Rechnen, Lesen und Schreiben. Im Sommer war kein Unterricht,
im Winter wurde meistens an drei Tagen in der Woche unterrichtet.
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1853 - Der
Königliche
Oberkirchenrat in Nordhorn vereinigt
die Bauernschaften Vorwald und
Eschebrügge zu einer Schulgemeinde.
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1857 - In
der Mitte zwischen den beiden
Bauernschaften, mitten in der Heide, am
Weg nach Coevorden, wird eine
neue Schule gebaut. Die Kosten des Baus müssen von beiden
Gemeinden getragen werden. Der erste Lehrer an der neuen Schule ist
Herr Velsink, der aus
Vorwald
stammt, in der Nähe der Schule wohnt und bis 1890 tätig ist.
Da nach der Pensionierung von Lehrer Velsink die Lehrer
zunächst
sehr häufig wechseln, erfolgt ihre Auflistung im Anhang.
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1862 - Das
Gehalt des Lehrers
wird auf
390 Mark jährlich festgesetzt; davon leistet die Gemeinde 255 Mark
und der Staat 135 Mark. Bis zum Jahre 1876 steigt das Gehalt des
Lehrers bis auf 510 Mark
an, in
diesem Jahre wird es auf 660 Mark erhöht, dazu kommen noch am Ende
des Jahres 60 Mark Staatszuschuss, so dass das Lehrergehalt 720 Mark
beträgt. Davon leistet die Gemeinde 335 Mark und der Staat 385
Mark. Ab 1881 beträgt das Gehalt 750 Mark und 60 Mark
Mietentschädigung, ab Ostern 1894 810 Mark und 60 Mark
Mietentschädigung, zusammen 870 Mark.
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1871 - Anfänglich
ist die Schule
mit Dachziegeln gedeckt. Weil aber der Wind wegen der
völlig
ungeschützten Lage großen Schaden an den Dachziegeln
anrichtet, wird der obere Teil der Schule 1871 mit einem Strohdach
belegt. Das Licht gelangt durch 6 Fenster in den Unterrichtsraum, 3 an
der Südseite, 3 an der Nordseite. Der Schornstein befindet sich
auf dem schrägen Dach an der Südostseite. Im Schulraum sind
15 Bänke untergebracht, 7 an der Nordostseite, 8 an der
Südwestseite. Ein Schrank dient zur Aufbewahrung der Hefte und der
Handarbeitssachen. Es stehen 3 Wandtafeln mit einem
Gestell zur Verfügung; auch ist ein Kartenhalter angebracht.
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1876 - Der
Schule wird bei der
Markenteilung 1/10
Erbesgerechtigkeit gegeben. Sie erhält 1,72 ha
Heidegrund bei der Schule, in der Nähe der Schule 23,9 a als
Heide und 19,2 a als Grünland, in Heesterkante 74,4 a Moorgrund
und im sogenannten "Brook" 84,1 a Wiesengrund.
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1878 - Um
die Schule wird ein Wall
aufgeworfen, der dann 1879 mit Birkenpflanzen (Kosten: 3 Mark)
bepflanzt
wird. Es wird ein neuer Brunnen bei der Schule angelegt. An Lehrmitteln
werden 3 Wandkarten und eine Rechenmaschine angeschafft.
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1888 - Die
Schule wird von innen und
außen gestrichen. 1890 wird der Fußboden
ausgebessert, 1891
werden neue Turngeräte, ein Reck und 2 Barren, und 1892 die Karte
von der Provinz Hannover angeschafft.
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1890 - Nachfolger
von Lehrer Velsink
wird Lehrer Siek, der
am 2. Oktober von Lokalschulinspektor Pastor Weusmann
eingeführt wird. Die weiteren Lehrer, die in der Regel
nur zwei Jahre bleiben, sind im Anhang
aufgeführt
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1894 - Lehrer Wieferink
beginnt mit dem
Schreiben der Schulchronik.
Er schreibt hierin zu den schulischen
Verhältnissen: Die Schule gliedert sich in drei Stufen und
wird
von 51 Kindern besucht. Es wird nur Deutsch gesprochen, früher
auch noch Holländisch. Mit Ausnahme der Kinder lutherischer
Grenzbeamten sind die Kinder reformiert. Der Schulweg ist weit und
beträgt teilweise 3/4 bis 1 Stunde. Im Sommer erhalten die Stufen
I. und II. morgens von 7 - 10 Uhr Unterricht. Um 10 1/2 Uhr beginnt der
Unterricht für die Unterstufe, an dem auch die II. Stufe
teilnimmt.
Der Unterricht endet um 12 1/2 Uhr.
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Es
gibt folgende Ferientage:
Ostern 5, Pfingsten 3, Jacobi 20,
Michaelis 19 und Weihnachten 9 Tage. Außerdem gibt es 8
schulfreie Tage: 6 Fastentage und 2 Buß- und Bettage.
Patriotische Schulfeiern gibt es an Kaisers Geburtstag (27.1.) und am
Sedanstag (2.9.).
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Die
Knaben erhalten Turnunterricht
im Winter 2 Stunden, im Sommer 1
Stunde. In der 1. Stundenhälfte erfolgen Freiübungen, in der
2. Hälfte Geräteturnen am Reck und Barren. Die Mädchen
erhalten 2 Wochenstunden Handarbeitsunterricht.
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1896 - Auf
Beschluss des
Schulvorstandes 1895 wird ein Lehrerhaus
in der Nähe der Schule
gebaut, das Ostern 1896 von Lehrer Wieferink bezogen werden
kann. Bis
1890 bestand kein Bedürfnis für eine Lehrerwohnung, weil der
Lehrer Velsink in der
Nähe der Schule eine eigene Wohnung hatte. Da
für Lehrer Siek
kein passendes Unterkommen zu finden war, musste
er in einem katholischen Wirtshaus wohnen, das weit von der Schule
entfernt lag. 1891 wurde deshalb der Schulvorstand auf Veranlassung des
Kreisschulinspektors von der Königlichen Regierung aufgefordert,
eine Lehrerwohnung zu bauen, was dieser jedoch zunächst ablehnte
und erst 1895 in Angriff nahm. Die Beschaffung der Baukosten erfolgt
durch Aufnahme einer Anleihe von 6.500 Mark.
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1897 - Zur
Anlage eines Gartens
auf dem
Heideboden bewilligt die Königliche Regierung eine einmalige
Beihilfe von 200 Mark. Von Lehrer Odens werden 15
Obstbäume und 4
Lindenbäume angepflanzt, außerdem wird an der Nordseite am
Weg entlang eine Hecke gesetzt. Ferner wird eine Pumpe angelegt.
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1898 - Dem
Antrag der Regierung
gemäß wird das Diensteinkommen
des Lehrers auf jährlich
1000 Mark und 120 Mark Alterszulage festgelegt, wobei die Erhöhung
durch eine Staatsbeihilfe gedeckt wird.
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1899 - Die
Schulchronik berichtet in
diesem und den weiteren Jahren über Renovierungsarbeiten in der
Schule und im Lehrerhaus sowie über weitere Anschaffungen von
Lehrmitteln, die hier jedoch nicht mehr im einzelnen aufgeführt
werden.
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1900 - Die
Volkszählung
am
1.12.1900 ergibt für Vorwald 242, für Eschebrügge 146
Einwohner. In Vorwald wohnen 114 ref., 100 altref., 1 luth. und
26
Personen kath. Bekenntnisses, in Eschebrügge 129 ref., 2 altref.
und 15 kath. Bekenntnisses.
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1903 - Da
der Lehrer Möller,
der
am 20. Oktober seinen Dienst antritt, Junggeselle
ist und nicht die
ganze Wohnung bebauen kann, vermietet er Küche, Keller und die
Stallungen an einen Heuermann, der auch die Ländereien in Pacht
erhält. Bis 1907 wird auch der Rest der Ländereien, der
bisher als Heidegrund brach lag, kultiviert.
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1907 - Durch
die Einführung der
neuen Zeichenmethode entsprechend dem neuen Lehrplan von 1902
durch
Lehrer Kohsiek wird
der Zeichenunterricht ganz umgestaltet.
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1909 - Da
Lehrer Altemeyer in
den
Monaten Juli und August erkrankt und
für eine Badekur beurlaubt
wird, übernimmt Lehrer Timmer
aus Echteler die Vertretung und
erteilt in Vorwald Nachmittagsunterricht. Aus Krankheitsgründen
wird Lehrer Altemeyer
schon nach einem halben Jahr im Oktober aus
Krankheitsgründen in den Kreis Melle versetzt. Im Winter findet
erstmals ein landwirtschaftlicher Fortbildungskursus
statt, zu dem sich 10 Besucher einfinden Der Kursus findet an
zwei Abenden in der Woche in den Wintermonaten statt.
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1910 - Der
Turnunterricht für
Jungen erhält durch die Einführung einer dritten
Turnstunde
(bei Reduzierung einer Deutschstunde) eine wesentliche Förderung.
Außerdem werden an den Tagen, an denen kein Turnunterricht
stattfindet, 10 Minuten Bewegungsübungen vorgenommen, an denen
auch die Mädchen teilnehmen. Im Winter findet wieder ein Kurs
für ländliche Fortbildung
statt, an dem 12 Schüler teilnehmen. Zusätzlich zu einem
vorgegebenen Muster-Stoffverteilungsplan werden auch spezielle
Stoffverteilungspläne der Lehrer eingefordert. Demnächst soll
ein allgemeiner Plan herausgegeben werden.
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1912 - Kurz
vor Beginn der Sommerferien
fällt der Unterricht wegen einer Masernepidemie
vom 15. bis 20.
Juli aus. In der Schulchronik werden die katastrophalen
Verhältnisse im
Klassenraum angeprangert: Alte Bänke, schmutzige Wände
und
Decken, Fußboden an einigen Stellen entzwei, die
Fußbekleidung verfault, Tafeln seit Jahrzehnten in Gebrauch,
Fenster aufgequollen, nur 6 Oberlichter zum Lüften, so dass bei
nassem Wetter die Luft nahezu verpestet ist, die Eingangstür wird
vom Wind aus den Angeln gerissen, Schulhof an manchen Stellen uneben.
Der Schulvorstand beschließt wegen der bevorstehenden
Prüfung
des Lehrers Schwerzel
im folgenden Sommer, die Mängel zu
beseitigen. Die Arbeiten werden in den Pfingstferien 1913
durchgeführt. Die Fortbildungsschule besuchen im Winter
1912/13 12 Schüler
an 2
Abenden in der Woche.
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1913 - Am
16. Juni 1913 findet in
Emlichheim ein Spielfest des
Kirchspiels statt. Die Vorwalder Schule
holt im Dreikampf den 2. Preis. Lehrer Schwerzel
berichtet über seine Prüfung: "Am 25./26
August 1913 fand die Prüfung statt. Die Unterrichtsfächer
waren Deutsch (Wenn die Mutter fehlt, "Meine Mutter", Oberstufe);
Rechnen (Unterstufe); Naturkunde (Heidekraut, Oberstufe). Die
mündliche Prüfung fand in Emlichheim statt, wo sich die
Kommission, bestehend aus Herrn Schulrat Oppen, Herrn
Kreisschulinspektor Konsistorialrat Nyhuis, Herrn Sminarlehrer Gronenberg und
Herrn Pastor Weusmann,
eingefunden hatten. Geprüft
wurden außer dem Schreiber noch die Herren Niess - Echteler- und
Röder - Emlichheim-Weusten. Alle drei Herren bestanden."
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1914 - Im
Februar regnet es so stark,
dass die Vechte weite Landesteile
überschwemmt. Da die Schulwege
unter Wasser stehen, fehlen viele Kinder im Unterricht.
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1915 - Die
Schulchronik geht
ausführlich auf die Kriegsverhältnisse
ein, unter die auch
die Schule zu leiden hat. Die Osterferien werden für die Oberstufe
um zwei Wochen verlängert. Als neues "Fach" wird das Besprechen
der
Kriegsereignisse eingeführt. Teilweise muss Vertretungsunterricht
durch Herrn Drees,
Laar; erteilt werden, teilweise fällt der
Unterricht ganz aus. Der Bildungsrückstand ist enorm.
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1916 - Ab
1.12.1916 wird wieder
regelmäßig
Unterricht durch Herrn Lieke
erteilt, der als
Kriegsbeschädigter aus dem Heeresdienst entlassen wurde. Da er
verheiratet ist, zieht er voll in die Lehrerwohnung ein, die jedoch
sehr reparaturbedürftig ist. Die Reparaturen werden jedoch bis
nach dem Krieg verschoben. Der Heuermann zieht zum 1.5.1917 aus.
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1917-1918 - Während
die
Schülerzahl
bisher immer zwischen 50 und 70 lag, steigt sie 1915
über 70, ab 1917 auf 80 und darüber bis 88 an und sinkt erst
ab 1921 unter 80, ab 1923 wieder unter 70 ab.
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Der
Schulbesuch ist
jedoch in den letzten Kriegsjahren sehr
unregelmäßig, weil der Ortsschulinspektor die Schüler
der Oberstufe, teilweise auch der Mittelstufe, wochenlang beurlaubt, da
sie zur Erledigung der landwirtschaftlichen Arbeiten benötigt
werden.
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Im
Winter verhindern große
Schneemassen und plötzlich
einsetzendes Tauwetter den
Schulbesuch. Niedrig gelegene Häuser
müssen wegen des Wassers geräumt werden. Andere
Störungen werden durch den Mangel an Brennmaterial
verursacht. Teilweise kann es nicht von Neuenhaus nach Vorwald
transportiert werden. Hinzu tritt der Mangel an Lebensmitteln und
Textilien. Die Preise steigen unaufhaltsam.
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1920 - Nach
Schaffung der staatlichen
Schulaufsicht wird zunächst Lehrer de Vries aus Esche
vorläufig, dann Kreisschulrat Valentin von der Regierung
als
Schulaufsichtsbeamter des Kreises Grafschaft Bentheim berufen.
Ein lang gehegter Wunsch der Lehrerschaft nach Fachaufsicht geht damit
in Erfüllung. An der Volksschule Vorwald wird erstmals ein
Eltern-Beirat
gewählt.
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1921 - Der
Lehrer Lieke geht am
15.
August nach Menslage. An seine Stelle tritt Lehrer Nieß, der
bisher in Emlichheim-Weusten tätig war. Auf allgemeinen Wunsch der
Kinder wird in diesem Jahr erstmals eine
Weihnachtsfeier
veranstaltet, an der auch die Elternschaft teilnimmt.
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1922 - Zusätzlich
zum
Grundschulplan werden auch die Richtlinien zur Aufstellung von
Lehrplänen für die oberen Jahrgängen vom Ministerium
herausgegeben. Die hierin gestellten Forderungen verlangen eine
völlige Neuorientierung des
Unterrichtsbetriebes. Die Richtlinien
vertreten den Arbeitsschulgedanken und fordern eine Erziehung der
Schüler zu Selbsttätigkeit und Selbstständigkeit. Da
hierzu entsprechende Lehrmittel erforderlich sind, erfolgt eine
freiwillige Spendenaktion, die 35.000 Mark (Inflation!) einbringt.
Hiervon werden 4 Anschauungsbilder für Geschichte und Erdkunde
beschafft. Erst im November 1923 wird die wirtschaftliche Lage durch
die Einführung der Rentenmark stabiler. Das benachbarte
"Güldenland" verliert seine Anziehungskraft.
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1924 - Das
Unterrichtsministerium
bestimmt, welche Hilfsmittel für
den Unterricht unentbehrlich sind
und in jeder Volksschule vorhanden sein müssen. Die Beschaffung
muss bis Ostern 1932 vorgenommen sein.
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1926 - Zu
Beginn des Jahres wird die
Schulgemeinde von einer Hochwasserkatastrophe
heimgesucht. Nachdem am
3. Januar der Vechtedeich in Agterhorn an zwei Stellen gebrochen war,
wird Vorwald fast gänzlich überschwemmt, so dass einzelne
Gehöfte geräumt werden müssen. Die Straße steht 70
cm unter Wasser. Der Unterricht muss vom 3. bis 9. Januar eingestellt
werden, da sämtliche Schulwege unter Wasser stehen.
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Da
die bauliche
Beschaffenheit des Schulgebäudes mit seinem
bemoosten Strohdach schon längs nicht mehr zeitgemäß
und die innere Einrichtung in mancher Hinsicht hygenisch nicht
einwandfrei ist, entschließt sich der Vorstand auf Anregung
des Landrats in seiner Sitzung am 16. September, eine bauliche
Veränderung des alten Gebäudes vornehmen zu lassen:
Neubedachung der Schule (Ziegeldach), Schaffung eines geräumigen
Vorflurs mit Kleiderablage und Einbau eines Lehrmittelraumes. Die
Gesamtkosten betragen 2.700
Mark.
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Das
Bild von
1927 zeigt die alte Schule,
wie sie von 1857 bis 1927 bestand. Davor
stehen die Mitglieder des Schulvorstandes, von links nach rechts:
Pastor Weusmann, Jan Kolk, Jan Harm Kieft, Lehrer Ueyss, Gerrit Jan
Trüün, Herr Arends.
Die Übergabe des neuen Gebäudes erfolgt am 27. April 1927.
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1928 - Der
Lehrer Friedrich Ueyss
wird nach Schiplage, Kreis Melle, versetzt.
An seine Stelle tritt der
Lehrer Friedrich Otto
aus Berlin.
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1929 - Wegen
starker Kälte
(bis -
30 ° C) beginnt der Unterricht ab 15. Februar erst um 9
Uhr.
Die Temperatur in der Klasse läßt sich trotz starken Heizens
nur bis auf + 8 ° C bringen. Die Tinte ist häufig
eingefroren. Wegen zahlreicher Grippeerkrankungen und der weiten
Schulwege erscheinen schließlich nur noch 12 von 58 Kindern zum
Unterricht. Auf Anordnung des Kreisarztes wird die Schule vom 26.
Februar bis 5. März geschlossen. Nachfolger von Schulrat Valentin
wird Schulrat Dr. Stuhlmacher.
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Da
die Schulbänke schon
sehr alt und stark beschädigt sind,
werden 16 neue viersitzige Bänke mit Pendelsitzen und für das
alte Pult ein Tisch und ein Stuhl beschafft. Hierfür gibt die
Regierung eine Beihilfe von 700 Reichsmark. Für die Lehrerwohnung
wird ein neuer Brunnen gebohrt, der mit Filtereinrichtung aus 15 m
Tiefe brauchbares Wasser liefert. Der alte Drehbrunnen auf dem Schulhof
wird wegen der Gefahr für kleinere Kinder beseitigt und durch eine
Saugpumpe ersetzt.
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1934 - Am
Sonnenwendtag, dem 21. Juni,
finden die Reichsjugendwettkämpfe
zusammen mit den Schulen
Echteler, Ev. Laar und Kath. Laar wie immer in Laar statt. Sieger wird
die Schule Echteler.
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Lehrer
Otto wird
am
1. Oktober 1934 auf eigenen Wunsch nach Ohne in der
Obergrafschaft versetzt. Sein
Nachfolger wird der Lehrer Friedrich
August Rieke, der aus Göttingen stammt, in Hannover das
Lehrerseminar besuchte und ab 1. November 1917 als schwer
Nervenkriegsbeschädigter im Kreis Bersenbrück an einer
einklassigen Schule tätig war.
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Der
Minister für Wissenschaft und Kunst in Berlin hebt mit Erlass
vom 24. Oktober 1934 die bisherigen Elternbeiräte auf, weil sie
ihren Sinn und ihre Aufgabe verfehlt haben. An ihrer Stelle schafft der
Staat die Schulgemeinden und
beruft die Jugendwalter.
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Die
Schulgemeinde, die
aus den Eltern der von einer Schule betreuten
Kinder und dem Lehrer besteht, hat folgende Aufgaben:
a) Die Erziehungsziele des neuen Staates sind darzustellen und dem
Verständnis der Allgemeinheit zu erschließen (Staatl.
Familienfürsorge, Rassefragen, Erblehre, Erbgesundheitspflege,
Körperzucht, Arbeitsdienst, Jugendbund),
b) Die freiwillige Mithilfe bei der Verbesserung der Schuleinrichtungen
ist zu fördern.
c) Durch Veranstaltungen wie Vortrags- und Lichtbildabende,
Schulausstellungen, Sportfeste, Schulvolksfeiern, Wanderungen ist die
Gemeinschaft aller Erziehungsbeteiligten zu pflegen.
d) Erziehungskundliche Fragen sollen in der Schulgemeinde besprochen
und dem Verständnis nahegebracht werden, dabei ist kein
Tätigkeitsfeld ausgeschlossen, das dem Gedeihen der
völkischen Erziehung in Haus, Schule und Jugendbund dienen.
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Die
Jugendwalter sind
die
Unterstützenden für den Lehrer, der
der Leiter der Schulgemeinde ist. Er braucht je nach Größe
der Schule 2 - 5 Berater im Einverständnis mit dem
zuständigen Ortsgruppenleiter der NSDAP. Dazu tritt der von der HJ
entsandte Jugendführer. Schulgemeinde und Jugendwalter haben nur
beratende, keine beschließende Befugnisse. Ab 24. November 1934
wird der Hilfslehrer zu einer Vertretung
nach Uelsen abberufen. Die Schule Vorwald wird wieder einklassig. Die
Schulchronik berichtet von der Adventsfeier am Montag nach dem 1.
Adventssonntag und von der Weihnachtsfeier am 22. Dezember, bei der
etwa 300 Personen anwesend sind, so dass der Raum mehr als
überfüllt ist. Die Lagerleitung des Arbeitsdienstes stellt
35 Bänke und 30 Schemel zur Verfügung. Die Aufführung
dauert etwa 2 Stunden.
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1935 - Wegen
einer Grippeepidemie
schließt der Kreisarzt die Schule vom 22. Februar bis zum 2.
März.
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Für
ganz Deutschland wird eine einheitliche
Ferienordnung
geschaffen. Das Schuljahr beginnt wie bisher im
Frühjahr. Die
Gesamtdauer der Ferien beträgt 85 Tage, davon 18 Tage Osterferien
und 40 Tage Sommerferien. Den Unterricht führt der Lehrer mit 71
Schülern allein durch, nicht als Halbtagsschule. Dem deutschen
Jungvolk gehören 13 Schüler an. Die Eltern der übrigen
4 Schüler äußern Gründe für den
Nichteintritt, die nach Ansicht des Chronisten wenig glaubhaft sind.
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In
den Sommermonaten findet eine Obst-
und Gemüsesammlung zum
Einmachen für die Hilfsbedürftigen im Winter statt, die 2
Zentner und 28 Pfund einbringt. Der Verkauf von Wohlfahrts-Briefmarken
durch die Schulkinder ergibt 58,60 Reichsmark.
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Am
11. November 1935 beginnt wieder nach langen Jahren die
ländliche
Fortbildungsschule, an der 8 von 13 möglichen
Schülern teilnehmen. Da es erst ab 10 Schüler einen
Staatszuschuss gibt, beteiligen sich 4 weitere Schüler, die erst
Ostern aus der Schule entlassen werden.
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1936 - In
der Grafschaft wird das
Landjahr
eingeführt, das vom April bis September 1936 in der
Gegend von Düsseldorf stattfindet. Die Jugendlichen kommen in ein
Gemeinschaftslager. Für sie soll durch Erziehung an Geist und
Körper der Grund zu tüchtigen Menschen gelegt werden. Aus der
Schulgemeinde nehmen 4 entlassene Schüler teil. Kommentar des
Chronisten: "Leider sehen manche Eltern das Gute und den Nutzen des
Landjahres noch nicht ein!"
Der Lehrer berichtet stolz, dass es ihm gelungen sei, alle Schüler
des 5. - 8. Schuljahres zum Eintritt in das Jungvolk und in den BDM zu
bringen. Am 11. Mai 1936 wird der Schule das Recht verliehen, die
Hitlerjugendfahne zu hissen.
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1937-1938 - Der
schon als nervenkrank aus
dem Weltkrieg entlassene Lehrer Rieke erleidet im Herbst
1937 einen
völligen Nervenzusammenbruch,
so dass er nach den Herbstferien
seinen Dienst nicht wieder aufnehmen kann. (Anmerkung von Lehrer
Hensen:
"Der völlig verblendete und dem NS-Regime verfallene Lehrer Walter
Rieke fiel im Jahre 1944 auf dem Bahnhof Grasdorf einem
Tieffliegerangriff zum Opfer.")
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Da
die Schulbehörde aus
Mangel an Lehrkräften
nicht aushelfen
kann, werden die
Lehrer Spangemacher
(Kath. Laar) mit 2 Tagen und Leonhardt
(Ev.
Laar) mit 3 Tagen mit der Vertretung in Vorwald beauftragt. Der Montag
bleibt schulfrei. Der Unterricht durch eine kath. Lehrkraft an
der Ev. Volksschule Vorwald erregt jedoch die Gemüter der Eltern.
Eine Abordnung sucht deshalb den Schulrat auf. Da trotz Zusage des
Schulrates zu Beginn des Jahres nichts verändert wird, behalten
Eltern ihre Kinder an den Tagen zu Hause, an denen der kath.
Lehrer unterrichtet. Am 11. Januar sind es 39, am 13. Januar 42 von 64
Kindern. Nach einer Elternversammlung, die der Schulrat zum 14. Januar
einberufen hat und in der er die Einstellung einer Lehrkraft zum 1.
Februar zusagt, endet der Schulstreik. Für jedes unentschuldigte
Fehlen werden die Eltern mit einer Geldbuße von 25 Reichsmark,
zusammen 2.000 RM, bestraft.
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Ab
1. Februar wird dann der Schulamtsbewerber Hagmann aus Esche,
ab 1. März der Schulamtsbewerber Holtmeyer aus Bad Essen mit
der
Vertretung in der
Schule Vorwald beauftragt.
Im April wird dann die Gemeinschaftsschule eingeführt, allerdings
unter hartem Widerstand der Eltern und der Bevölkerung.
Hiervon ist jedoch Vorwald nicht unmittelbar betroffen.
Die Lehrerdienstwohnung wird zum 1. Juni an einen Feldmeister des
Reichsarbeitsdienstes vermietet, da der Stelleninhaber unverheiratet
ist und sich in Emlichheim eingemietet hat.
Zum 1. Dezember wird der Schulamtsbewerber Holtmeyer nach Wilsum
versetzt. An seine Stelle tritt der Schulamtsbewerber Hensen aus
Osterwald, der von 1936 bis 1938 seine aktive Dienstpflicht
erfüllt hat. Im Winterhalbjahr besuchen 12 Schüler die
Ländliche Berufsschule.
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1939-1945 - Zu
Beginn des 2. Weltkrieges
wird Lehrer Hensen
zum Kriegsdienst eingezogen.
Die
Unterrichtsvertretung übernehmen zunächst 3 Lehrkräfte
aus Emlichheim, dann ab Mai 1940 für ein Jahr Lehrer Evers, der im
Mai 1941 erneut eingezogen wird., und schließlich bis 1945 Lehrer
Bock, der wegen einer Gasvergiftung im 1. Weltkrieg an Stelle eines
Fahrrades die Eisenbahn benutzen darf. Da er zunächst nur an 3
oder 4 Tagen unterrichtet und die Schule 79 Schüler besuchen,
erhalten die
einzelnen Jahrgangsstufen nur sehr wenig Unterricht. Es werden
Heilkräuter und Altmaterial gesammelt; der Abtransport nach
Emlichheim klappt jedoch nicht zufriedenstellend. Auch wegen
häufigen Fliegeralarms fällt sehr viel Unterricht aus, weil
der Bunker aufgesucht werden muss. Häufig machen die Kinder schon
auf dem Schulweg kehrt, wenn sie Flugzeuggeräusche wahrnehmen.
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Über
die drei Kriegsjahre 1942 bis 1945 erfolgen keine
Eintragungen in die Schulchronik.
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Nach
Rückkehr aus
britischer Kriegsgefangenschaft am 18.6.1945
tritt Lehrer Hensen
nach Überprüfung durch die
Militärregierung mit Schulbeginn am 28. August seinen Dienst in
Vorwald wieder an. Er schildert die Verhältnisse, die er
vorfindet. Die Schule ist verfallen, fehlende Fensterscheiben sind
durch Bretter ersetzt. Eine Aborttür ist vollständig
verfault. Altpapier und Heilkräuter hatten sich angesammelt und
sind ebenfalls verfault. Für die Schulreinigung war in zwei Jahren
nicht gesorgt worden, weil niemand die Arbeit für das wertlose
Geld übernehmen wollte. Die Leistungen der Kinder sind
katastrophal. Viele Kinder, die schon seit 4 bis 5 Jahren die Schule
besuchten, können noch keine Druckschrift lesen. Dem Lehrer
gelingt es, die Schule und das Lehrerhaus, das zunächst von einem
Evakuierten aus Essen und dann von Flüchtlingen bewohnt wurde,
nach und nach wieder wohnlich zu gestalten. Über die
Verhältnisse an der Schule Vorwald hat Heinrich Hensen in
plattdeutsch im Bentheimer Jahrbuch 1985 (Seiten 280 - 284) berichtet.
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1946 - Anfang
Februar tritt eine
Hochwasserkatastrophe
ein; die Vechtedämme brechen. Die Schule
fällt für eine Woche aus. Der Schulbesuch ist auch danach
unregelmäßig, weil viele Kinder Keuchhusten haben.
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1947 - Wegen
Kohlenmangels
werden die
Weihnachtsferien bis zum 17. Januar verlängert. Der starke Frost
dauert bis in den März hinein an. Bei - 30° C Kälte ist
der kleine Ofen im Klassenraum nicht wärmer als + 5° C zu
bekommen. Wegen eines wochenlangen Oststurmes und starken Schneefalls
ist der Schulbesuch nur lückenhaft. Oft fehlen 50 % der
Schüler und mehr.
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Die
Schülerzahl
ist auf etwa 100 angestiegen. Deshalb
beschließt der Schulvorstand, die Einrichtung einer 2.
Lehrerstelle zu beantragen, die zum 1. Februar 1947 bewilligt wird. Die
Stelle wird jedoch erst zum 1. November besetzt. Nachdem ab
Ostern 111 Schüler die Schule besuchen, wird der Unterricht in
Form der Halbtagsschule erteilt: 4. - 8. Schuljahr von 8 - 11
Uhr, 1. - 3- Schuljahr von 11 - 13 Uhr. Nach Besetzung der
2. Stelle erfolgt der Unterricht ganztägig: 4. - 8. Jahrgang von 8
- 13 Uhr, 1. - 3. Jahrgang von 13 - 16 Uhr, später in 3
Schichten von 8 - 18 Uhr.
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1948 - Die
Lehrerwohnung wird
umgebaut,
um Platz für den 2. Lehrer zu schaffen. Nach einer Unterbrechung
nach den Sommerferien wird die 2. Stelle erst wieder zum 1. Dezember
besetzt. Der Schulvorstand entschließt sich, einen Schulneubau in
die Wege zu leiten. Durch die Währungsreform muss der Plan wegen
fehlender Finanzen zunächst zurückgestellt werden und wird
erst 1950 erneut aufgegriffen, als Zuschüsse aus der
Grenzlandhilfe zu erwarten sind.
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Der
Chronist berichtet regelmäßig über Schulfeiern, die
in der Elternschaft und der Bevölkerung viel Anklang und
auch Aufnahme in der Presse finden, und über Schulausflüge,
die über die engere Heimat hinausführen und u.a. den Harz,
die Nordsee und auch Großstädte einbeziehen.
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1951 - Der
Elternrat und der
Schulvorstand wehren sich erfolgreich
dagegen, dass ein ehemaliger
Parteiführer auf die 2. Lehrerstelle gesetzt werden soll, weil sie
einen Lehrer mit positiver Einstellung zum Religionsunterricht wollen.
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Nach
Grundsteinlegung am
30. Oktober wird die neue Schule am 4.
Dezember 1951 unter Anwesenheit zahlreicher Gäste feierlich
eingeweiht. Die Schule enthält im Erdgeschoss zwei große
Klassenräume und dazwischen einen Gruppenraum. Im Obergeschoss ist
eine Lehrerwohnung eingerichtet (GN, 4.12.1951.; GT, 5.12.1951). Die
alte Schule, die im Jahre 1857 erbaut und 1927 erweitert wurde, wird
abgerissen. Außerdem werden die schulischen Anlagen im Sinne
einer "Schule im Grünen" gestaltet.
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1953 - Ab 1953 entsteht ein
Briefwechsel
zwischen Schülern aus Vorwald und aus Pochau im
Erzgebirge (DDR), der auch zu
vielen persönlichen Besuchen
führt.
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1955-1956 - Der
2. Lehrer erkrankt
längerfristig. Von Ende Januar bis Mitte Mai wird der
Unterricht einklassig weitergeführt. Dies gilt auch nach der
Versetzung des 2. Lehrers von Januar bis April 1956. Im Sommer 1956
wird das Lehrerwohnhaus völlig umgebaut und kann im
Oktober voll wieder bezogen werden.
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1957 - Wegen
des Ausbaus des
Coevordener Dieks richtet die Schule eine Bittschrift an den
Bundeskanzler Adenauer, um den unwürdigen Zustand, dass eine
Schule 1,7 km von der nächsten befestigten Straße entfernt
liegt, ein Ende zu machen. Die Eingabe wird überraschend und
humorvoll
beantwortet.
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1962 - Nach
der 8. Klasse gehen die
Schüler zum Besuch des 9.
Schuljahres in die Volksschule
Emlichheim über.
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1963 - Am
23. April 1963 wird die neue
Bundesstraße, die direkt an der Schule vorbeiführt,
feierlich dem Verkehr übergeben. Verkehrsminister Seebohm schickt
ein Glückwunschtelegramm:
"An die Kinder der Volksschule Vorwald, Grafschaft Bentheim
Liebe Vorwald-Schule-Kinder! Tapfere Schlammwegüberwinder! Die
neue Bundesstraße 403 ist vollendet. Damit ist Euer Wunsch vom
September 1958 erfüllt. Mein Wunsch ist: Mögen alle Benutzer
den richtigen Gebrauch von der Straße machen, damit niemand zu
Schaden komme! Mit herzlichen Grüßen
Euer Dr. Ing. Hans Christoph
Seebohm, Bundesminister für Verkehr"
(GN, 23.4.1963)
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Am
1. Dezember 1963 feiert
Lehrer Hensen seine
25-jährige
Dienstzeit an der Volksschule Vorwald (GN und GT, 5.12.1963).
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1964 - Zum
Schuljahrsbeginn 1964/65
werden die 7. und 8. Schuljahrgänge nach Emlichheim abgeschult. In
Vorwald verbleiben 62 Kinder der Schuljahrgänge 1 - 6. Es werden 2
Klassen der Jahrgänge 1 - 3 und 4 - 6 gebildet. Der
Rechenunterricht wird jetzt jahrgangsweise erteilt.
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1965 - Lehrer Hensen
wird am
1. April
1965 an die Ev. Blankeschule in
Nordhorn versetzt und zum Rektor der
Schule ernannt. Die Abschiedsfeier in Vorwald findet am 2. April unter
großer Anteilnahme der Bevölkerung statt (GN,3.4.1965; GT,
5.4.1965). Nachfolger wird Thobe
Wilhelm Arends, der vorher an der
Volksschule Emlichheim tätig war. Mit Ablauf des Schuljahres
1965/66 endet die Schulchronik, die ab 1894
geführt wurde.
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1966 - Zu
einem Freundschaftstreffen
mit sportlichen Wettkämpfen treffen sich die Schüler
aus
Vorwald mit 25 Kindern der ev. ref. Schule Gramsbergen, wie die
Grafschafter Nachrichten und das Grafschafter Tageblatt vermelden.
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1974 - Die
Volksschule Vorwald wird
aufgelöst. Die
Grundschüler besuchen die Grundschule Laar. Es wird eine
Schülerbeförderung eingerichtet. Die Abschulung der
Jahrgänge 5 und 6 erfolgt nach Emlichheim. Der Zeitpunkt ist nicht
bekannt. Im Schulgebäude wird 1975 ein Kinderspielkreis
eingerichtet.
Dieser wird im Jahre 2007 geschlossen, da nur noch 7 Kinder die
Kindertagesstätte besuchen würden (GN, 27.1.2006)
Rückblick auf das Jahr 1960:
Beschwerlicher Weg zur
Schule Vorwald
Ein
halbes Jahrhundert nach ihrer Einschulung haben sich am vergangenen
Wochenende zehn ehemalige Schüler der Volksschule Vorwald
getroffen. Gerrit-Jan Beuker
erklärte das in der Gaststätte Hans in Volzel damit,
dass sie nach der vierten Klasse ziemlich schnell auseinander gegangen
seien. Einige zur Volksschule nach Emlichheim, andere zur Mittelschule
nach Neuenhaus oder zum Nordhorner Gymnasium. Die ersten vier Jahre in
der Volksschule Vorwald fielen zusammen mit der Zeit des (Jung-)
Lehrers und späteren Schulrats Heinz Ragnitz. "Herr Ragnitz war zu seiner Zeit
ein fortschrittlicher Pädagoge, der neue Unterrichtsformen
ausprobierte und einen warmherzigen Umgang mit den Kindern pflegte",
erinnerte sich ein Ehemaliger. Die meisten erlernten erst mit der
Einschulung die deutsche Sprache, denn außer den
Zöllnerkindern sprachen fast alle plattdeutsch. Oft musste
Schulleiter Heinrich Hensen
als Dolmetscher tätig werden. Beschwerlich war es, die Vorwalder
Schule zu erreichen. Sie lag zwar an der Bundesstraße 403, doch
die war Anfang der 1960er Jahre je nach Witterung noch ein staubiger
oder schlammiger Sandweg. Vorwalder Schulkinder verfassten sogar ein
Gedicht an den Bundesverkehrsminister Seebohm, in dem es unter
anderem hieß: "Sonderlich nach einem Regen, ist es trostlos auf
den Wegen. Dieser Weg ist noch dabei, Bundesstraße 403." Es ist
nicht bekannt, ob das Gedicht den letzten Anstoß gab, jedenfalls
wurde die Straße im April 1963 durchgehend bis Coevorder fertig
gestellt (GN, 28.4.2010).
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Quellen:
- Schulchronik der
Volksschule
Vorwald, 2 Bände, vom
1.7.1894 bis 31.7.1966, Eigentum der Grundschule Laar
- Heinrich Hensen,
"Vör
vertig Joahr: Ok de Schoolen begünnen
weär bij Null", Bentheimer Jahrbuch 1985, Das Bentheimer Land-Band
107, Seite 280 - 284
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