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Volksschule
Neugnadenfeld
(ab
1956 Volksschule Alexisdorf-Neugnadenfeld)
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Als Mitglieder der Herrnhuter Brüdergemeine sich nach ihrer Flucht
aus den deutschen Ostgebieten wieder an einem Ort sammeln wollten,
vermittelte ihnen der niedersächsische Ministerpräsident
Hinrich Wilhelm Kopf
die Unterbringung im ehemaligen
Strafgefangenenlager
Alexisdorf. Dieses Lager war 1936 bis 1938 mit insgesamt 24 Baracken
auf
einer Ödlandfläche in unmittelbarer Nähe des
großen
Moorgebietes der Gemeinde Großringe errichtet worden.
Während
des Krieges wurde es überwiegend mit sowjetischen Kriegsgefangenen
belegt.
Im April 1946 trafen die ersten Bewohner im Barackenlager ein. Ende
Juni
1946 waren es bereits über 300 Personen. Es wurde eine neuen
Gemeinde
gegründet, die den Namen "Herrnhuter Brüdergemeine
Neugnadenfeld"
erhielt. Die ersten Schüler besuchten die einklassige Volksschule
Alexisdorf.
Da diese jedoch zu klein war, um alle Kinder aufzunehmen, richtete man
auf
dem Gelände eine Schulbaracke ein, die jedoch zunächst sehr
unvollkommen
war und mühsam repariert werden musste.
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1946
- Am 10. Mai 1946
beginnt der Unterricht unter
Leitung von Frau Pfarrer Arnstadts,
die in jungen Jahren Lehrerin
gewesen ist. 30 Kinder werden auf die Jahrgänge 1 - 7 aufgeteilt
und in einem Klassenraum betreut. Am 18. Juni 1946 kommt Frau Lydia
Schäfer, früher Lehrerin in Westpreußen, deren
Mann
noch in
russischer Kriegsgefangenschaft ist, und übernimmt zusammen
mit einem Abiturienten den Unterricht. Der zweite anliegende Raum in
der Baracke wird notdürftig als Klassenraum hergerichtet. Es fehlt
zu Beginn an allem. Hefte, Bleistifte und Kreide, aber auch
Schiefertafeln sind äußerst knapp. Als Klassentafel dient 4
Jahre lang eine Holzfaserplatte. In jeder Klasse steht ein eiserner
Ofen mit langen Rohren, die Räume im Winter erwärmen. Das
Brennmaterial ist Torf, der in der Nähe des Lagers gestochen wird.
Die ersten Lese- und Übungsbücher sind Bibel und Gesangbuch.
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Bis Herbst 1946 steigt die Schülerzahl auf 96. Es wird in drei
Klassen unterrichtet: Schuljahr 5 - 7 von 8 - 11 Uhr, Schuljahr 3 und
4 von 10 - 12 Uhr und Schuljahr 1 - 2 nachmittags von 2 - 4 Uhr. Die
Kinder kommen aus verschiedenen Verhältnissen und Gegenden. Viele
haben die Flucht mit allen Schrecken, Gefahren und Entbehrungen
mitgemacht. Viele
Kinder besuchen schon lange keine Schule mehr und haben zunächst
auch
Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, weil die Polen die deutsche
Sprache
verboten hatten. Die Lagerschule hat die wichtige Aufgabe,
Versäumtes
nachzuholen und neue Grundlagen zu legen.
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1977
- Zum Jahresbeginn
hält der grausame Winter
seinen Einzug. Es ist sehr schwer, mit zum Teil sehr nassem Brennwerk
die Klassenräume in den leicht gebauten Baracken warm zu bekommen.
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Ostern werden 16 Schüler entlassen, 30 Neulinge kommen dazu.
Infolge weiterer Zuzüge steigt die Schülerzahl im Laufe des
Jahres auf 164. Da Volksschüler nach Beendigung der Klasse 6 in
die Mittel- bzw. Oberschule gehen können, wenn sie englischen
Unterricht
hatten, wird eine Lehrerin gesucht, die den begabten Schülern
Englischunterricht erteilt. Nach Einsatz einer Lehrerin aus Alexisdorf
kommt am 1. November eine
Lehrerin Dorendorf,
die früher in der Bethelmission tätig
war.
Sie übernimmt die Leitung der Schule und unterrichtet die für
die
Mittelschule in Frage kommenden Schüler des 5. und 6. Schuljahres,
die
als Förderklasse eingerichtet wird, in Englisch, Deutsch und
Rechnen.
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1977
- Zu Beginn des
Jahres 1948 kommt der Ehemann der
Lehrerin Lydia Schäfer,
Karl Schäfer,
aus der Gefangenschaft
zurück. Er tritt den Schuldienst in der Lagerschule an und
übernimmt die Leitung der Schule. Im März 1948 beginnt die Schulspeisung, die bis 1951
durchgeführt wird. Der Gesundheitszustand vieler Kinder lässt
nach den Ergebnis der Untersuchung durch den Amtsarzt sehr zu
wünschen übrig. Im Sommer werden etwa 80 Kinder zur Erholung
nach Ostfriesland verschickt.
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1977
- Die
Schülerzahl steigt im Schuljahr 1949/50
auf 210. Es stehen jetzt 4 Lehrerstellen zur Verfügung. Der
Landkreis stellt aus Mitteln der Emslandhilfe Gelder zum Ausbau von
zwei neuen Klassen und zur vollständigen Renovierung der beiden
alten Klassen zur Verfügung. Es entstehen Toiletten-, Wasch- und
Duschanlagen. Alle vier Klassen erhalten Wandtafeln, Schränke,
Lehrerpulte, Lampen und Öfen. Die Schulbänke werden von einer
Schweizer Schule gestiftet. Die Wohnverhältnisse der Lehrer werden
ebenfalls in zufriedenstellender Weise gelöst.
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1977
- Nach langwierigen
Verhandlungen mit dem
Landkreis und der Gemeinde Großringe über die
sächlichen Kosten der Flüchtlingsschule überweist der
Landkreis dem künftigen Schulträger, dem Schulzweckverband
Groß- und Kleinringe, 2.000 DM Vorschuss, damit die
laufenden Kosten beglichen werden können. Vorher wurden
die gröbsten Kosten von der Brüdergemeine getragen,
während
kleinere Beträge von der Lehrerschaft oder aus
Aufführungsmitteln bestritten werden mussten
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1977
- Im Sommer werden
die neu gebauten
Siedlungshäuser fertig und können bezogen werden. Dadurch
bekommen viele Kinder schöne und geräumige
Wohnverhältnisse. Im Lager besteht für den Rest der Bewohner
immer noch Raumnot, da einige Baracken wegen Baufälligkeit
abgerissen werden mussten. Etliche Familien wandern nach Kanada und USA
aus. Die Schülerzahl sinkt auf 132, so dass die Schule dreiklassig
wird. In Gemeinschaftsarbeit werden die Pausenhöfe eingezäunt
und mit einer Birken- bzw. Tannenhecke versehen. Im Sommer werden zwei
Badestellen am Kanal eingerichtet.
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Es beginnen
Vorplanungen und Vorarbeiten
für die Errichtung einer neuen Schule. Schulrat Portheine ist es
gelungen,
die Alexisdorfer und die Neugnadenfelder für den Gedanken einer
gemeinsamen vierklassigen Schule zu gewinnen. Es wird ein für
beide Ortsteile
zentral gelegenes Grundstück an der Straße von
Großringe
nach Neuringe gefunden.
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1977
- Mit
Schuljahresbeginn 1955/56 werden die
Volksschulen Alexisdorf und Neugnadenfeld
zusammengelegt. Die Schule
erhält den Namen Volksschule
Alexisdorf-Neugnadenfeld.
Schulleiter der
neuen Schule wird Hauptlehrer Karl
Schäfer.
Nach dem 1. Mai 1955 wird mit dem Schulneubau
begonnen. Als Bauplatz wählt man ein Grundstück an der
Straße nach Neuringe. Die Schule erhält vier
Klassenräume, außerdem erstellt man ein Gebäude mit
zwei Lehrerdienstwohnungen. Nachdem die Arbeiten abgeschlossen sind,
findet die
Einweihung am 2. Juli
1956 statt. Vom Schuljahr 1956/57 an werden die Kinder aus Alexisdorf
und Neugnadenfeld gemeinsam in der neuen Schule unterrichtet. Die
Barackenklassen werden anderweitig verwendet.
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1977
- Das 9. Schuljahr
wird in Niedersachsen
eingeführt. Die Schüler aus den Schulen Großringe,
Neuringe und Alexisdorf-Neugnadenfeld werden hier zu einer Klasse
zusammengefasst. Schwierigkeiten bereitet
die Unterrichtsversorgung.
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1977
- Bei der Planung
der Mittelpunktschulen bestand
folgender Plan: Die 7. - 9. Schuljahre aus Großringe, Neuringe
und Alexisdorf-Neugnadenfeld sollen zu Jahrgangsklassen zusammengefasst
werden, die 7. und 8. Klassen in Großringe, die 9. Klasse in
Alexisdorf-Neugnadenfelt. Drei Tage vor Schuljahrsbeginn erhalten die
Schulen die Anordnung, die Schüler der 7. Klassen nach Hoogstede
abzuschulen. Dies führt zum Streik der Eltern des 7. Schuljahres
in Großringe und Alexisdorf-Neugnadenfeld. Die Einzelheiten
ergeben sich aus dem Bericht über die Schule Großringe
(ab Jahr 1965).
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1977 -
Neugnadenfeld
feiert am 10. und 11. Juli 1971
das 25-jährige Jubiläum der Gründung des Ortes, der
Schule und der Kirchengemeinde, bei dem auch die Schule mit
Vorführungen
beteiligt ist.
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1977 -
Nach
24-jähriger Tätigkeit in
Neugnadenfeld wird Herr Hauptlehrer Karl Schäfer am 15.
Juli 1972 zusammen mit
seiner Frau in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger wird
Hauptlehrer Helmut Kamps,
der seit Beginn seiner Dienstzeit 1968 als Lehrer in
Neugnadenfeld tätig war.
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1977 -
In Emlichheim wird
die Orientierungsstufe
eingeführt. In Alexisdorf-Neugnadenfeld verbleiben die Klassen
1/2, 3/4 und 9s. Klasse 6 wird nach Großringe abgeschult.
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1977 -
Die bislang
selbstständig wirkenden
Gemeinden Groß- und Kleinringe werden zur Einheitsgemeinde Ringe
verschmolzen. Der alte Schulzweckverband Groß- und Kleinringe
wird aufgelöst. Neuer Schulträger wird die Samtgemeinde
Emlichheim.
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1977 -
Zum
Schuljahresende 1975/76 verlässt die
letzte Oberstufenklasse die Schule. Mit Beginn des neuen Schuljahres
besuchen nur noch Grundschüler die einzügige Schule. Sie
trägt jetzt den Namen Grundschule
Alexisdorf-Neugnadenfeld.
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1977 -
Zum 1.März
1977 wird Hauptlehrer Helmut
Kamps als Rektor mit der Leitung der Grundschule Neuenhaus
beauftragt.
Die
Schulleitergeschäfte nimmt Hauptlehrer Jürgen Stapenhorst
kommissarisch
wahr.
Mit Beginn des Schuljahres 1977/78 werden die Grundschulen
Großringe und Alexisdorf-Neugnadenfeld zur Grundschule Ringe
vereinigt. Damit endet die Geschichte der Grundschule
Alexisdorf-Neugnadenfeld.
Sie findet ihre Fortsetzung in der Geschichte der Grundschule Ringe (ab Jahr 1977)
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Quellen:
- Karl Schäfer, Aus der
Geschichte der Schule
Alexisdorf/Neugnadenfeld, 1962,
- Heinrich Eberhardt, Chronik
der Ringer Schulen,1989; Schule
Neugnadenfeld, Seiten 102 - 112; Schule Alexisdorf-Neugnadenfeld,
Seiten 113 - 129.
- Gerrit-Jan Zager, Ringe, Bad
Bentheim 1998, Die Schulen, Seiten 239 - 242
- Albert Rötterink, Die
Siedlungsgeschichte der Herrnhuter
Brüdergemeine Neugnadenfeld, 1990; Sonderdruck aus:
Bentheimer Jahrbuch
1990,
Seiten 241 - 279
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