| Lagerschule
Bathorn
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Das Barackenlager Bathorn am Coevorden-Piccardie-Kanal wurde nach 1936
vom Arbeitsdienst erbaut, der im Moor Entwässerungen, Wegebauten
und
Kultivierungsarbeiten durchführte. Im Kriege wurde es
Kriegsgefangenenlager.
Nach dem Zusammenbruch wurde es mit Ausländern belegt. Ab 1946 war
es teilweise Strafgefangenenlager, überwiegend aber
Flüchtlingslager
für Vertriebene aus den Ostgebieten. Die verwahrlosten Baracken
wurden
ausgebaut, und es entstand eine neue Gemeinde Bathorn mit rund 1000
Einwohnern,
die zur politischen Gemeinde Hoogstede gehörte.
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1948
- Da die Volksschule
Hoogstede den Zustrom der
Flüchtlingskinder nicht fassen kann, wird für 71 Kinder in
einer baufälligen Baracke ein behelfsmäßiger
Unterrichtsraum eingerichtet. Die Betreuung übernimmt
zunächst ein bereits pensionierter Lehrer Marquart aus
Füchtenfeld. Den Schulstellenbeitrag bezahlen die
Ölfirmen Wintershall und Deilmann, bei denen die Väter der
Schüler arbeiten. Am 7. November 1948 wird die Lehrerstelle dem Lehrer Sander
übertragen. Die Kinder kommen aus allen ostdeutschen Provinzen.
Die meisten von ihnen haben schon bis zu 4 Jahre hindurch keinen
Unterricht gehabt.
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1949-1950
- Da sich die
Kinderzahl durch Zuzüge noch
erhöht, werden nach langwierigen Verhandlungen mit der
Strafanstaltsleitung Lingen in einer ihr gehörenden Baracke 2
Klassenräume und 2 Lehrerwohnungen geschaffen und eingerichtet.
Bei der Beschaffung der Einrichtungsgegenstände setzte sich
besonders Pastor Nitsche
aus Emlichheim ein. Die missliche Lage der
Schule ändert sich, als die Lagerschule vom Landkreis
übernommen wird, der die personellen und sächlichen Unkosten
übernimmt. Für die Lagerschule wird die Schulspeisung eingerichtet. Den Raum
und den Herd stiftet die Winterhall-AG in Emlichheim. Ostern 1949 besuchen 115 Kinder die Schule. Die Regierung richtet
deshalb die 2. Lehrerstelle ein. Der 1. Lehrer Sander wird am 1. Juni
1949 nach
Tergast in Ostfriesland versetzt. An seine Stelle tritt bis zum
1.8.1949
Lehrer Gemmeker aus
Nordhorn. Es folgen der Schulrat a.D. Woischka aus
Schlesien
und danach im Mai 1950 Lehrer Wolf,
ebenfalls aus Schlesien.
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1951
- Die Schüler
der 2. und 3. Klasse verbringen
vom 19. - 26.7.1951 eine Freizeit in Goslar, die durch
Spenden
der beiden Ölfirmen Wintershall und Deilmann ermöglicht wird.
Die Stadt Goslar vermittelt eine Notherberge am Stadtrand. Im Herbst 1951 beginnt Lehrer Wolf
mit seinen Schülern, die
Lagerschule in einen Grüngürtel einzubetten. Dies findet nach
Fertigstellung allgemeine Anerkennung. Außerdem wird ein
Schulgarten angelegt. Die Stammarbeiter der Wintershall-AG siedeln nach
Rühlertwist und Emlichheim in neue Wohnhäuser um. Der
Landkreis weist in die leeren
Wohnungen asoziale Familien mit schwererziehbaren Kindern ein. Dadurch
wird
die Arbeit in der Schule schwieriger.
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1952
- Ostern 1952
besuchen 108 Kinder die Schule,
davon sind 89 ev. luth., 17 röm. kath. und 2 konfessionslos. Im Juli
1952 beziehen die Schüler der 2. und 3. Klassen ein Zeltlager am
Möhnesee im
Sauerland. Die Finanzierung übernehmen wieder die beiden
Ölfirmen.
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1954
- Zu Beginn des
Schuljahres 1954/55 ist die
Schülerzahl auf 63 heruntergegangen. Infolge des
Barackenräumungsprogramms wandern viele Familien ab oder werden
umgesiedelt. Es darf niemand mehr zuziehen; die leer gewordenen
Baracken werden sofort abgerissen.
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1955
- Durch eine
Epidemie (Gelbsucht) fallen viele
Kinder,
manche bis zu 6 Wochen, aus. Die Abwanderung der Familien geht weiter. Zum Schluss bleiben nur noch
Asoziale
und Rentner. Dadurch sinkt das Leistungsniveau der Schule.
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1957
- Infolge des
Absinkens der Kinderzahl wird die 2.
Lehrerstelle ab 1. April 1957 eingezogen. Die Schülerzahlen sinken
immer
weiter ab: 1957 auf 30, 1958 auf 23, 1959 auf 21, 1960 auf 20, 1961 auf
18
und 1963 auf 12.
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1962
- Nach
Einführung des 9. Schuljahres gehen
die
Kinder aus Bathorn nach Hoogstede.
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1964
- Zu Ostern 1964
wird die Lagerschule
aufgelöst, weil die Schülerzahl auf 10 abgesunken ist und
Lehrer Wolf wegen
Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand tritt.
Die verbliebenen Schüler gehen zur Volksschule in Hoogstede
über.
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Quellen:
- Schulchronik der
Lagerschule Bathorn
- Jan Jeurink, Hoogstede
- Aus den Chroniken der Schulen
des Kirchspiels Arkel, 1992, Seiten 128 - 135.
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