Grafschafter Schulgeschichte

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Orientierungsstufe Emlichheim

1973 - Zum 1.8.1973 werden in den drei Gemeinden Emlichheim, Uelsen und Neuenhaus selbstständige Orientierungsstufen eingeführt. Einzugsbereich ist die jeweilige Samtgemeinde. Die drei Orientierungsstufen arbeiten bei der Planung der Schulform eng zusammen. Es gibt Absprachen bei der Planung der Unterrichtsinhalte.

Laut Schulchronik wollen die Elternschaft und der Schulträger mit der Neuorientierung des Emlichheimer Schulwesens noch bessere Möglichkeiten für die Kinder dieses Raumes schaffen. Sie betrachten die Orientierungsstufe als Grundstufe eines vollen Sekundarstufenzentrums I, auf das die drei weiterführenden Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium aufbauen. Die Hauptzielrichtung der Orientierungsstufe ist die Förderung der Schüler, nicht die Auslese, wobei jedoch die Lenkungsfunktion der OS ihren wichtigen Platz hat.

Die Einführung der Orientierungsstufe (OS) bedeutet für Emlichheim:
1. Die Kath. Volksschule wird auf die Klassen 1 - 4 eingeschränkt, die als Kath. Grundschule in das Grundschulzentrum an der Berliner Straße umzieht.
2. Die Klassen 6- 9, ab 1974 die Klassen 7- 9, der katholischen und der Mittelpunktschule werden im Einvernehmen mit der Elternschaft beider Schulen zusammengelegt. Die Schule heißt fortan „Hauptschule Emlichheim“. Die Schule besuchen 1973 306 evangelische und 108 katholische, zusammen 414 Schüler.
3. Die OS-Klassen des 5. Schuljahrgangs werden im bisherigen Schulgebäude der Katholischen Volksschule untergebracht.
4. Rektor August Kösters, der bisherige Leiter der Kath. Volksschule Emlichheim, wird Leiter der OS Emlichheim.
5. Die Lehrkräfte der Kath. Volksschule werden zum Teil zur Kath. Grundschule, zum Teil an die OS Emlichheim versetzt.

Der Unterricht beginnt am 23. August 1973. Die für die OS vorgesehenen Lehrkräfte sind durch Kurse darauf vorbereitet worden. Der Schulleiter nahm im März 1973 an einem Vorbereitungslehrgang in Braunlage teil. Der Beginn der Orientierungsarbeit ist nicht leicht, weil 330 Schüler des 5. Schuljahrgangs mit 10 Klassen in 8 Klassenräumen und 2 Fachräumen (Physik und Werken) unterzubringen sind. Die Schüler kommen aus 18 Wohnorten, aus 11 Schulorten und aus 14 verschiedenen Schulen. Sie müssen sich an neue Lehrer gewöhnen. 220 Schüler sind Fahrschüler. Die Klassen werden so eingeteilt, dass keine Freundschaften auseinander gerissen werden.

1974 - Die OS besetzt die Fachkonferenzleiterstellen für Sprachen (Herr Wevel), Mathematik (Herr Wiesler) und Gesellschaft (Herr Taube, gleichzeitig Vertreter des Schulleiters). Außerdem werden 13 Fachkonferenzen gebildet. Zu den 330 Schülern in 10 Klassen des 6. Schuljahrgangs kommen im August 1974 im 5. Schuljahrgang 256 Schüler in 9 Klassen dazu. Diese werden im neuen Realschultrakt und in der alten Lehrerwohnung sowie in Räumen des ev. und des kath. Gemeindehauses untergebracht. Das ständige Wandern behindert die tägliche Unterrichtsarbeit sehr stark. Die vom Landkreis Grafschaft Bentheim in Emlichheim errichtete Großsporthalle wird am 14.11.1974 ihrer Bestimmung übergeben.

1975 - Es bürgert sich ein, dass alle Klassen während ihrer Orientierungsstufenzeit einen Schullandheimaufenthalt und eine eintägige Klassenfahrt durchführen, um andere Gegenden kennen zu lernen. Ziele des ersten Schullandheimaufenthaltes vom 9. - 14. 6. 1975 sind Bodenwerder, Altenau, Clausthal-Zellerfeld, Torfhaus, Horn-Bad Meinberg, Georgsmarienhütte und die Insel Juist. Nach dem Besuch der 6. Klassen wird 153 Schülern (46,0 %) der Besuch der Hauptschule, 121 Schülern (36,3 %) der Realschule und 59 Schülern (17,7 %) des Gymnasiums empfohlen. Das Gymnasium Emlichheim wird zum 1.8.1975 als Gymnasium im Sekundarbereich I ab Klasse 7 aufsteigend neu errichtet.

Mit Schuljahrsbeginn 1975/76 kann endlich das neu erbaute OS-Gebäude bezogen werden. In drei Geschossen sind 16 Klassenräume und 4 Gruppenräume untergebracht. Hinzu kommt die Schulverwaltung.

Das Bild zeigt das Orientierungsstufengebäude zu einer späteren Zeit. - Bild: Archiv Heinz Ragnitz

1977 - Mit Beginn des Schuljahres 1977/78 stehen die musischen Räume im "Sechseck" für die Schulen des Schulzentrums für den Unterricht zur Verfügung. Das Sechseck beherbergt die Fächer Hauswirtschaft, Kunst, Textiles Gestalten und Gestaltendes Werken; im Keller ist ein Fotolabor eingerichtet.

1978 - Der naturwissenschaftliche Trakt wird bis zum 15.3.1978 fertiggestellt und steht für Unterrichtszwecke allen Schulen des Schulzentrums zur Verfügung (GN, 11.2.1978). Er enthält 6 Übungsräume für Biologie, Physik, Chemie, einen Hörsaal, große Sammlungsräume, eine Werkstatt und einen Lehrerstützpunkt.

Am 7.12.1978 findet zum ersten Mal ein Elterninformationsabend für Eltern der 6. Klassen durch die weiterführenden Schule statt. Etwa 50 Eltern folgen der Einladung. Die drei Schulleiter Hensen (HS), Lindenberg (RS) und Krüger (Gy) informieren über die Zielsetzungen ihrer Schulen und stellen sich den Fragen der Eltern.

Am 21. Juli 1978 feiert die OS ihr erstes Schulfest. Jede Klasse ist für ihren Stand zuständig. Seitens der Lehrer und der Schüler sind große Arbeitsanstrengungen nötig. Das Schulfest ist ein großer Erfolg. Der Reingewinn beträgt mehr als 3000,- DM, wovon die Elternkasse und das Kinderheim Gildehaus jeweils die Hälfte erhalten. Es wird beschlossen, Schulfeste alle 2 Jahre im Wechsel mit der Grundschule durchzuführen.

1979 - Durch Erlass des Kultusministers wird festgelegt, dass die Eltern frei entscheiden können, welche Schulform ihr Kind nach der OS-Zeit besuchen soll, auch entgegen der Empfehlung der OS. Es zeigt sich in Emlichheim, dass nicht mehr als einzelne Eltern gegen die Empfehlung handeln. Dies wird als Beweis angesehen, dass die Eltern den Empfehlungen der OS vertrauen. Die Eltern wirken zusammen mit Lehrkräften aktiv bei der Schulhofrandbepflanzung und Gestaltung des Schulhofes mit Sitz- und Spielgeräten mit und leisten dabei an Nachmittagen und Samstagen 180 Arbeitsstunden.     

1980 - Nachdem am 1.9.1979 die Partnerschaft zwischen Genemoiden (Holland) und Emlichheim mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde besiegelt worden ist, findet am 19. März 1980 das erste Schülertreffen zwischen Schülern aus Genemoiden und der OS Emlichheim statt, das sich in den folgenden Jahren zu einer festen, jährlich wiederkehrenden Einrichtung entwickelt.

1981 - Im 22. Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels 1980/81 unter dem Motto "Lesen macht Spaß" für die 6. Klassen wird der Schüler Mathias Huisken Bezirkssieger und nimmt am Landeswettbewerb teil (GN, 31.3.1981). Große Spannung und Freude herrscht immer wieder, wenn es zur Eissporthalle nach Nordhorn geht. So auch am 13. Februar 1981. Es wird wie immer fleißig gelaufen. Die Fahrtkosten der Busse übernimmt der Landkreis. Auch in den folgenden Jahren heißt es einmal jährlich: "Wir fahren zum Schlittschuhlaufen nach Nordhorn".

1983 - Die OS Emlichheim besuchen 431 Schüler, davon 197 in 7  5. Klassen und 234 in 8  6. Klassen. Die Schüler kommen aus 18 Wohnorten, allerdings aus den 4 politischen Gemeinden Emlichheim (218 Schüler), Laar (79), Ringe (64) und Hoogstede (70).

1984 - Zum Thema "Dritte Welt" findet ein dreiwöchiger fächerübergreifender Projektunterricht statt. Die Ergebnisse werden in einem Elternabend am 1. März 1984 vorgestellt, an dem 300 Eltern teilnehmen. Der Abend umfasst einen Dia-Vortrag, ein Handpuppenspiel zur Situation in Peru, Lieder und Gedichte zum Thema "Not in der Dritten Welt" und die Vorstellung eines der ärmsten Länder der Sahelzone, Obervolta. Besonderen Anklang findet ein Laienspiel "Barnabas" und die Essenausgabe von typischen Gerichten der Dritten Welt. Spenden in Höhe von fast 900,- DM gehen an "Brot für die Welt" und "Misereor".        

In Niedersachsen findet eine Bestandsaufnahme der Orientierungsstufen statt, an der auch die OS Emlichheim beteiligt ist. In einem 48- seitigen Bericht an den Nds. Kultusminister stellt die OS Emlichheim ihre Arbeit dar. Es werden folgende Bereiche angesprochen: Einzugsbereich, Unterrichtsversorgung, Unterrichtsausfälle und Verlagerungen, Schulgebäude, Unterrichtsräume, Konferenzen und Unterrichtsorganisation, Unterricht in den einzelnen Fächern, Findungsprozess zur Schullaufbahnempfehlung, Elternberatung, Schulleben, Zusammenarbeit.

Zum Abschluss des Berichtes schreibt der Schulleiter, Rektor Kösters, u. a.: "Manches hat die Orientierungsstufe durchaus erreicht: Sie hat die Bildungschancen verbessert. Unbestritten ist, dass ein Teil der Schüler bereits nach der Grundschule zielsicher zu einer der weiterführenden Schulen empfohlen werden könnte. Aber die Prognosesicherheit im breiten Bereich derjenigen, die weder zur absoluten Leistungsspitze noch zu den extremen Lernschwachen gehören, ist durch die Arbeit der Orientierungsstufe belegbar größer geworden. Auch die Eltern unserer Schule finden in der Mehrzahl die jetzige, fundierte und aufgeschlüsselte Empfehlung hilfreicher. Nicht dass es auch an unserer Schule zu hohe Erwartungshoffnungen der Eltern gibt, aber sie sind selten, das beweist ja auch die Tatsache, dass man den Empfehlungen bis auf wenige Prozente (5%) folgt. Interessant ist bei uns ja auch die Tatsache, dass wir viele Eltern motivieren müssen, ihr Kind doch beim Gymnasium anzumelden, und das in ganz eindeutigen Fällen. Ohne die Orientierungsstufe wäre nicht nur der Übergang vom Primar- in den Sekundarbereich abrupter und für die Schüler unvorbereiteter, auch der missbräuchlichen Gleichschaltung der sozialen Stellung der Erziehungsberechtigten mit der Schullaufbahn ihrer Kinder würde wieder Tür und Tor geöffnet. Die Orientierungsstufe braucht natürlich wie wahrscheinlich alle anderen Schulformen auch mehr Raum, Platz und Zeit für übendes und einprägendes Lernen. Zu starke Verwissenschaftlichung und Überfrachtung der Lehrpläne bringt Kindern dieses Alters nicht mehr an Wissen ein; Sprache muss wieder einfacher, verständlicher werden. Den Grundtechniken muss wieder mehr Raum gegeben werden, übendes Lernen wieder mehr Unterrichtsprinzip".

Am 13. und 14.11.1984 findet in der Schule die erste pädagogische Klausurtagung statt. Themen sind:
1. "Innere Differenzierung im Englischunterricht der Orientierungsstufe",
2. "Das Verhältnis von gemeinsamer Planung und individueller Gestaltung des Unterrichts in der Orientierungsstufe".

1985 - Eine Projektwoche vom 20.- 24. 5. 1985 befasst sich mit dem Rahmenthema "Unsere Heimatgemeinde früher und heute". Insgesamt behandeln die Gruppen 17 verschiedene Themen. Zur Vorstellung der Ergebnisse erscheinen rund 60 Eltern (GW, 19.6.1985). Am 25. Juni 1985 belegt eine Mädchenmannschaft im Tischtennis beim Bezirksentscheid für "Jugend trainiert für Olympia" einen 1. Platz und nimmt am Landesentscheid teil (GN, 2.7.1985). Dort belegt sie einen 2. Platz. Wie jedes Jahr besuchen auch am 4. September 1985  42 Kinder aus Genemoiden mit ihren Lehrern die OS. Höhepunkte sind eine Wanderung durch die Wilsumer Berge und Spaß und Spiel im Schwimmbad. Der Gegenbesuch von 42 Kindern der 6. Klassen erfolgt eine Woche später.    

1986 - Ingo Wiesler, der 13 Jahre als Lehrer, Fachkonferenzleiter und zeitweilig als Konrektor an der OS tätig war, wird am 20.11.1986 als Rektor der Grundschule Emlichheim in sein Amt eingeführt. Kultusminister Oschatz kündigt an, dass zur Weiterentwicklung der inneren Struktur der OS ein neuer Grundsatzerlass in die Anhörung gegeben wird. Eine Reform der äußeren Struktur soll die Möglichkeit bringen, als zusätzliches schulisches Angebot eine Orientierungsstufe mit schulformbezogenen Klassen einzurichten (GN, 18.12.1986). Der neue Grundsatzerlass tritt zum nächsten Schuljahrsbeginn in Kraft. Besonders begrüßt wird von der Schule, dass die Fachlehrer in Deutsch, Mathematik und Englisch jeweils eine Wochenstunde nur 50 % der Schüler unterrichten. Das zusätzliche schulische Angebot wird nicht in das Schulgesetz aufgenommen.    

1987 - Beim Bezirksentscheid für "Jugend trainiert für Olympia" belegt eine Mädchen-Volleyballmannschaft den 1. Platz und qualifiziert sich für den Landesentscheid (GN, 28.2.1987). Die Schachspieler der OS Emlichheim werden in der Gruppe der "Mädchen bis Klasse 6" Landesmeister und in der Gruppe der "Schüler bis Klasse 6" Landesvizemeister (GN, 17.6.1987).

Für die Projektwoche vom 10. - 16.6.1987 wird das Thema "Unsere Schule" gewählt. Beim anschließenden Elternabend werden Bändertänze, Sketsche und Musiktheaterstücke gezeigt. Es werden Hinweise zum richtigen Pausenfrühstück gegeben. Die Eltern erhalten Gelegenheit, verschiedene Arten eines richtigen Pausenfrühstücks auszuprobieren.

Von 173 Kindern erhalten am Ende der Klasse 6 nur 25 (14,5 %) die Empfehlung für das Gymnasium. Es kann nur eine Gymnasialklasse eingerichtet werden. Herr van Münster wird Beratungslehrer der Schule und legt die Prüfung am 22.9.1987 ab. Eltern nehmen die Einrichtung rege in Anspruch. Im Oktober erstellt eine Schüler- Arbeitsgemeinschaft die erste Schülerzeitung der Schule mit Namen "Dicky", die reißenden Absatz findet.

1989 - Die Volleyballerinnen der OS Emlichheim siegen beim Landesentscheid von "Jugend trainiert für Olympia" (GN, 16.3.1988).
Im Landesfinale 1988 im Schulschach verteidigt eine Mädchen- Vierermannschaft der OS Emlichheim ihren Titel aus dem Vorjahr und wird zum zweiten Male "Landesmeister im Schulschach" (GN, 24.6.1988).

In allen Grundschulen finden Informationsabende über die Arbeit der OS statt. Dies wird vom Schulleiter der OS begrüßt: "Einer der wenigen vernünftigen Vorschläge im neuen Erlass!" Die Schüler besuchen am vorletzten Tag vor den Sommerferien ihre "neue" Schule, wodurch zweifellos Ängste abgebaut werden. Durch die Gespräche zu Beginn des neuen Schuljahres zwischen OS-Lehrer und Grundschullehrer werden Vorurteile abgebaut und Begründungen für Schülerverhalten und Informationen über ihre häusliche Umwelt gegeben.

1989 - Im Landesentscheid "Jugend trainiert für Olympia" kann eine Gruppe der OS Emlichheim den Titel eines Landessiegers im Volleyball erfolgreich verteidigen (GN, 25.3.1989).

Zum ersten Mal wird zum Schuljahrsbeginn 1989/90 an der OS eine Kleinlerngruppe gebildet. Die Arbeit in dieser Gruppe mit lernschwachen Schülern gestaltet sich positiv. Die Eltern bestätigen, dass die Kinder wieder gern in die Schule gehen. Schon in der Grundschule gab es für diese Kinder Frustrationsprobleme.

1990 - Rektor Kösters wird von der Kreisverkehrswacht besonders ausgezeichnet. Seit 16 Jahren beaufsichtigt er morgens vor Schulbeginn und mittags nach Schulschluss den Busbahnhof und die Radfahrschüler und kontrolliert die Verkehrssicherheit der Fahrräder (GE, 1.2.1990).

1994 - Im Überschwemmungsgebiet der Vechte baut der Schulträger in der Nähe des Schulzentrums eine große Schulsporthalle, die 1,9 Millionen DM kosten wird. (GN, 29.3.1994). Richtfest ist im September 1994 (GN, 10.9.1996). Die Eröffnung erfolgt am 27.6.1997 (GN, 24.6.1997).

1996 - Rektor August Kösters, seit Errichtung der Orientierungsstufe im August 1973 ihr Leiter, seit 28 Jahren Schulleiter in Emlichheim und seit 37 Jahren im Schuldienst in Emlichheim, tritt zum Schuljahresende 1995/96 in den Ruhestand (GN, 29.6.1996). Auch nach seiner Pensionierung blieb August Kösters aktiv. Als er 1959 nach Emlichheim kam, trat er sogleich in den Kirchenchor der Katholischen Kirchengemeinde ein. Er übernahm dann kurze Zeit später die Leitung des Chores. Seitdem dirigierte er über 40 Jahre lang  die Sängerinnen und Sänger von St. Cäcilia der St. Josefskirche. Im Januar 2010 feierte er sein 50-jähriges Chorjubiläum (GN, 6.1.2010). Sein Nachfolger wird Detlef Garde, der vorher an der Realschule Uelsen tätig war (GN, 14.9.1996).

1997 - Vom 30.6. - 4.7.1997 findet an der Schule eine Projektwoche unter dem Leitthema "Kinder der Welt - am Beispiel Südamerika" statt. Die Ergebnisse werden wieder den Eltern am Präsentationstag vorgestellt. Der Reinerlös von 5000 DM unterstützt das Kinderbetreuungsprojekt "Verde Vida" (Grün ist Leben) von Pater Beda in Carto/ Nordbrasilien (GN, 11.7.1997).

 

Das Bild zeigt den Schulleiter und den Schulassistenten bei der Übergabe des Spendenschecks an Pater Beda - Foto: privat

1998 - Als unabhängige Initiative von Eltern, Lehrern und anderen Förderern wird am 5. Mai 1998 der "Förderverein der Orientierungsstufe Emlichheim" als gemeinnütziger Verein gegründet, der mit Hilfe zahlender Mitglieder und durch Spenden der Schule bei der Bewältigung ihrer Aufgaben helfen will. Vorher gab es schon eine Elternkasse, die die Schule bei der Anschaffung von zusätzlichen Lernmitteln unterstützte.

Nach längerer Zeit führt die Schule am 19. und 20. Mai 1998 eine schulinterne Lehrerfortbildung durch. Themen sind:
1. Einsatz der "Neuen Technologien" im Englischunterricht,
2. Schriftliche Lernkontrollen in Deutsch,
3. Außerschulische Lernorte,
4. Einsatz "Neue Technologien" im Mathematikunterricht.
Am 2.10.1998 feiert die  OS Emlichheim ihr 25-jähriges Bestehen mit einem "kleinen offiziellen Festakt" (GN, 6.10.1998).

1999-2000 - In einer gemeinsamen Pflanz- und Pflasteraktion treffen sich Lehrer, Eltern und Schüler an vielen Wochenenden, um den Schulhof neu zu gestalten und einen Baum- und Strauchlehrpfad anzulegen. Ortsansässige Betriebe stellen kostenlos Maschinen und Material zur Verfügung. Das Projekt wird von "Bingo-Lotto" gesponsert (GN, 29.10.1999).          

Bei den Bundesausscheidungen für das Fahrradturnier des ADAC wird die Schülerin Anne Oudehinkel, Klasse 5 b, 3. Bundessiegerin. Außerdem nehmen Mannschaften der Schule beim Schachwettbewerb, bei den Ausscheidungen für "Jugend trainiert für Olympia" im Tischtennis und Volleyball teil und erringen Siege auf Bezirksebene (GN, 9.3.2000); die Volleyballerinnen werden Landessieger (GN, 20.4.2000). 

2001 - Die Mädchenmannschaft der OS Emlichheim wird  beim Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" erneut Landessieger im Volleyball (GN, 9.5.2001). Wie im Vorjahr wird auch im Schuljahr 2001/02 eine Kleinlerngruppe eingerichtet, an der 12 Schüler beteiligt sind. Das gilt auch für die folgenden Schuljahre.

2002 - Durch die gemeinsamen Anstrengungen von Eltern, Schülern, Förderverein, Samtgemeinde und den Einsatz schulischer Eigenmittel kann der Computerraum der OS neu ausgerüstet werden. Dadurch ist es möglich, auch moderne Programme im Unterricht einzusetzen. Die Übergänge der 195 Schüler zum Schuljahresende 2001/02 zeigen folgendes Bild:


Empfehlungen

Übergänge

Gymnasium

28,7 %

31,8 %

Realschule

31,8 %

33,8 %

Hauptschule

39,5 %

34,4 %

Der Prozentsatz der Übergänge in das Gymnasium liegt über der Durchschnittsquote der Übergänge der letzten Jahre. Wie im vergangenen Jahr finden an der Schule vom 19.- 21. August wieder Verkehrserziehungstage statt. Bei Kindern soll das Bewusstsein für Gefahren und Risiken im Straßenverkehr geweckt und vorausschauendes Verhalten gefördert werden (GN, 13.8.2002).

Im Schuljahr 2002/03 besuchen den 5. Schuljahrgang 188 Schüler in 8 Klassen (davon eine Kleinlerngruppe), den 6. Schuljahrgang 170 Schüler in 7 Klassen (davon eine Kleinlerngruppe, zusammen 358 Schüler in 15 Klassen.

Nach einem Landtagsentwurf für die Novellierung des Schulgesetzes soll die OS abgeschafft und durch eine neue Förderstufe ersetzt werden. Die Förderstufe wird angebunden an eine Grundschule oder eine weiterführende Schule wie HS, RS und Gy. Die jetzige Aufteilung in A-, B- und C-Kurse wie an der OS soll wegfallen und durch eine Differenzierung innerhalb der Lerngruppe ersetzt werden. Die Defizite einzelner Schüler sollen durch Förderstunden ausgeglichen werden. In einer Diskussion, an der rund 300 Eltern teilnehmen, informieren der Schulrat Udo Tiemann und der Leiter der OS, Detlef Garde, über die neue Schulreform. Eine Mutter äußert in der Diskussion: "Die OS läuft doch gut! Das Neue kann nichts werden, weil wir es alle nicht begreifen!" Mit dieser Aussage erntet die Mutter viel Beifall.        

2003 - Eine Sponsorenaktion der OS erbringt 20000 €. Bei dieser Aktion zahlen die Sponsoren für jede von den Schülern gelaufene Runde. Insgesamt kommen 4777 Runden zusammen, das entspricht 1 910 800 Metern. Das Geld kommt Kindern im Irak zugute und geht an Unicef und an die Kirchen. Außerdem wird ein Patenkind auf den Philippinen weiter gefördert (GN, 12.7.2003)

2004 - Nach Entscheidung der neuen CDU/ FDP-Landesregierung wird die OS zum 31.7.2004 aufgelöst. Künftig besuchen die Schüler nach Klasse 4 die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium. Die Lehrkräfte werden an diese Schulen versetzt. Rektor Detlef Garde wird Schulleiter der Realschule Uelsen.

Quellen:

  • Schulchronik der Orientierungsstufe Emlichheim, Band 1: 1973 - 1984; Band 2: 1984 - 1990; Band 3: ab 1996.

  • Heinrich Eberhardt, Emlichheim im Spiegel der Schulchroniken, 1992, Seiten 197 - 206,

  • Artikel aus der örtlichen Presse, im Text angegeben.