Grafschafter Schulgeschichte

Volksschule 

Emlichheim ca. 1950

Volksschule Ringe 

1958

Kath. Volksschule

Laar 1960

Volksschule 

Vorwald 1927

Realschule

Emlichheim 1977

Schule Emlichheim Weusten ca.1950 

  Schulen in Emlichheim


Jugendbildungsstätte Emlichheim

In den Grafschafter Nachrichten vom 19.April 2007 erscheint ein Bericht von Manfred Münchow:

Die "Jubi" hat stürmischen Zeiten gestrotzt

Am Anfang der "Jubi" stand der segensreiche Tatendrang von Pastor Günther Nitsche für den Bau eines Jugend- und Gemeindeheimes, aus dem später das Grenzlandheim entstanden ist. Dabei gelang die Anschubfinanzierung in den Jahren 1948 und 1949 vor allem deshalb, weil Nitsche einem Rechenfehler erlegen war. Er bat seinen Weggefährten aus dem Kriegsgefangenlager in Texas, den Zementunternehmer Dykerhoff, um 40 Tonnen Zement. Als Dykerhoff die Lieferung ankündigte, aber darauf aufmerksam machte, dass er nicht die nötigen Eisenwaggons stelle, schlug Nitsche das Rechenbuch seiner Tochter auf und stellte fest, dass er Tonne mit Zentner verwechselt hatte.

Doch auch mit dieser Situation wurde der eifrige Lutheraner fertig. Die Firma Wintershall hatte seinerzeit Schwierigkeiten bei Bohrungen nach Erdöl und benötigte ständig Zement zum Abdichten von Wassereinbrüchen. Wintershall transportierte und verwendete den von Nitsche organisierten Zement und stellte einen Architekten und weitere Unterstützung für die Baupläne des Pastors zur Verfügung. So wurde schon vor der Währungsreform das Jugend- und Gemeindehaus gebaut, aus dem sich dann das Grenzlandheim entwickelte.

Nachzulesen ist das alles - und noch viel mehr -in einer Chronik der Bildungseinrichtung, die der zweite Vorsitzende des Trägervereins, Ingo Wiesler, rechtzeitig zum 50-jährigen Bestehen fertig gestellt hat. in der über 100-seitigen Schrift wird das Wirken der Jugendbildungsstätte umfangreich dargestellt. Das führt von der Bauphase über die bildungspolitischen Diskussionen der 1970er Jahre und den Boom in den1980er Jahren auch zu den Krisenzeiten in den 1990er Jahren.

Im Verlauf der Jahre sind auch Fehler gemacht worden. Wegen der früher konfortablen finanziellen Unterstützung des Landes Niedersachsen hat man das Streben nach mehr Wirtschaftlichkeit eine ganze Weile lang verdrängt. Im Mai 1990 wird die Jugendbildungsstätte dann in ihren Grundfesten erschüttert. Aus Hannover kommt die Information, dass das Kultusministerium den Standort Emlichheim nicht mehr fördern will. Was folgt sind viele Briefwechsel und politische Diskussionen. Im Dezember 1996 dann der Beschluss des Landtages, Emlichheim ab 1998 nicht mehr zu fördern. Die einstige Fördersumme von 850.000 Mark wurde schrittweise auf Null gesetzt. Geholfen hat das Land jedoch noch bei Investitionen. Im Juli 1997 lehnt die SPD im Landtag mit 80 Stimmen gegen 79 Stimmen von CDU und Bündnisgrünen eine Petition des Grafschafter Kreistages ab. Den Ausschlag gab die Stimme des Nordhorner SPD-Landtagsabgeordneten Gerd Will.

Nach einigen Übergangsregelungen musste die "Jubi" dann mit Zuschüssen des Landkreises, der Samtgemeinde Emlichheim und des lutherischen Kirchenkreises auskommen. Nichtzu vergessen die lutherische Kirchengemeinde Emlichheim, die Grundstück und Gebäude kostenlos zur Verfügung stellt. Zwischenzeitlich stand die Einrichtung in Emlichheim auch schon einmal kurz vor dem Konkurs.

Doch nach umfangreichen Sanierungsbemühungen sind die Haushalte der Jugendbildungsstätte inzwischen wieder ausgeglichen. Geärgert haben sich viele Beteiligte darüber, dass sich die lutherische Kirche seit den Zeiten des früheren Superintendenten Hans-Neithardt Hansch mit der Bildungseinrichtung im Stift Börstel eine "Konkurenz im eigenen Hause" leistet.

Doch inzwischen spricht man auch darüber nicht mehr oft. "Wir haben Zukunftsperspektiven", ist Horst Kammel zuversichtlich. Emlichheims früherer Samtgemeindedirektor führt die Geschäfte der Bildungseinrichtung ehrenamtlich. Vertreter der Jugendbildungsstätte, der lutherischen Kirche, des Landkreises und der Samtgemeinde Emlichheim wollen sich im nächsten Monat zusammensetzen, um gemeinsam die Perspektiven auszuloten.

2500 Euro für die Jugendbildungsstätte
Dank einer Zuwendung der Grafschafter Volksbank kann die Jugendbildungsstätte Emlichheim jetzt ihren PC-Raum modernisieren.  Diese Unterstützung ist für die Jugendbildungsstätte ein entscheidender Beitrag dafür , auch künftig eine zeitgerechte Aus- und Fortbildung der Jugendlichen und weiterer Nutzer zu gewährleisten. Zahlreiche Bildungsmaßnahmen erfolgen dort: Schulungen der Teilnehmer der Jugendwerkstatt sowie der Teilnehmer von Langzeitarbeitslosenprojekten, Berufsvorbereitungskurse  mit Schülern der Haupt- und Realschule Emlichheim, Lehrgänge mit Internetrecherche durch Schüler, Konfirmanden und sonstige Jugendliche. Darüber hinaus führt das Grafschafter Comeback zweimal wöchentlich Beratungsgespräche mit Arbeitslosen durch. Dabei sind die Möglichkeiten vorhanden, im Internet zu recherchieren, Bewerbungsmappen anzufertigen und Daten zur Erstellung eines Persönlichkeitsprofils im Jobnetzwerk des Grafschafter Comeback einzugeben. Ferner finden PC- und Internetlehrgänge für Frauen und für Teilnehmer ab 55 Jahren statt (GW,2.12.2009; GWaS, 29.11.2009).