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Wilhelm
Buddenberg
27.7.1914 - 14.2.1992
von Heinrich Voort
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Wilhelm Buddenberg wurde in Neuenhaus
geboren und verlebte Kindheit und Jugend in der Dinkelstadt. Er
entschied sich für den Beruf des Lehrers. Nach dem Studium an der
Hochschule für Lehrerbildung in Dortmund bekam er seine erste
Stelle an der Volksschule Brandlecht (siehe: B03). Der Krieg unterbrach sein
Berufsleben. Schwer verwundet kehrte Wilhelm Buddenberg von der Front
zurück, wurde nach seiner Genesung Lehrer in Esche (siehe: E10),
dann Hauptlehrer in Großringe (siehe: D09). 1955 wurde er nach Nordhorn
versetzt und zum Rektor der Ernst-Moritz-Arendt-Schule ernannt. Dieses
Amt gab er 1967 auf, um sich fortan mit ganzer Kraft der Politik zu
widmen. Er übernahm Aufgaben in Stadt und Land, wurde
Bürgermeister von Nordhorn, Kreistagsabgeordneter und Landrat,
Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag. Sein unermüdlicher
und vorbildlicher Einsatz in der Kommunal- und Landespolitik fand
Anerkennung durch die Verleihung des Ehrenringes der Stadt Nordhorn,
des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse, des Großen Verdienstkreuzes
des Nds. Verdienstordens. |
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Früh schon fand Wilhelm Buddenberg zum Heimatverein. In dessen
erweiterten Vorstand wurde er 1952 gewählt, noch während
seiner Großringer Zeit. Mitglied des engeren Vorstandes wurde er
1963, das Amt des zweiten Vorsitzenden übernahm er 1972 und
behielt es zwei Jahrzehnte lang. Er war hier wie in der Politik ein
Mann des Ausgleichs, der stets Brücken zu schlagen wusste in
sachlicher Diskussion. |
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Die Tätigkeit auf dem Lande und der Umgang mit seinen Nachbarn im
vertrauten Plattdeutsch, auch wohl die Pausengespräche mit seinen
Schülern, haben den Lehrer Buddenberg dazu bewogen, einfache
Erzählungen zu sammeln, Ereignisse aus dem täglichen Leben,
die ihm zu Ohren kamen, in seiner Muße niederzuschreiben. War es
Bescheidenheit, dass er die ersten Geschichten von "Kaalchen und
Lieschen" und seine Sammlung "Wiese Pröäte" seit 1955 im "Grafschafter" anonym erscheinen ließ? Erst Jahre später
signierte er weitere Anekdoten nur mit seinen Initialen, und es sollte
bis 1958 dauern, dass er eine Kurzgeschichte über "De esten
Klüpies" unter seinem vollen Namen in den Druck gab.
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Lange Beiträge zu schreiben lag ihm nicht. So ist die Zahl seiner
hochdeutsch verfassten Aufsätze überschaubar geblieben. Da
geht er um zwei Männer aus Wilsum, Pastor Visch und Professor
Blink (DG 1968), um den Abdruck des Verfassungsstatutes von Gildehaus,
das er mit einer kurzen Einleitung versah (Jb 1976), um die Verleihung des Alfred-Mozer-Preises
(Jb 1984). In Mitverantwortung
besorgte er die Redaktion der "Heimatdichtung der Grafschaft Bentheim"
(1973).
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Seine Stärke lag in der Nacherzählung kurzer Geschichten aus
dem Alltag, oft mit einer Pointe, die den Leser zum Lachen oder
wenigstens zum Schmunzeln bringen sollte. Freude wollte er dem
Nächsten bereiten und ihm dabei zugleich die Mundart der Heimat
vermitteln. Dazu schuf er sich sein eigenes Medium.
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Im Selbstverlag hat Wilhelm Buddenberg sechs Hefte im schmalen
Taschenbuchformat von jeweils etwa 50 Seiten Umfang herausgebracht,
für fünf davon schrieb er das Vorwort an seinem Geburtstag.
Es waren Geschenke, die er sich selbst und vor allem Anderen machte.
Auf "Kaalchen und Lieschen" (1980), dem Band, in dem die bereits
früher verstreut erschienenen Geschichten gesammelt und um viele
neue ergänzt wurden, folgte die Reihe, deren Titel jedes Mal mit
"Freu di ..." begann. Sie verdeutlicht sein aufrichtiges Anliegen mit
den Aufforderungen an seine Mitmenschen: "Freu di met!" (1981) - "Freu
di noch moal!" (1982) - "Freu di weär!" (1983) - "Freu di verdan!"
(1985) und schließlich "Freu di altied!" (1988).
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Einen weiten Leserkreis erreichte Wilhelm Buddenberg mit der Spalte "Groafschupper Platt in´t Wochenblatt", die er seit 1983
regelmäßig schrieb. In schlichten humorvollen Anekdoten, in
kurzen Erzählungen voller Lebensweisheit und in Kommentaren zum
Tagesgeschehen wusste er seine Leserschaft anzusprechen und zu
unterhalten, verstand es aber auch, eine Botschaft zu überbringen.
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Wilhelm Buddenberg hat 1989, als er das 75. Lebensjahr vollendete,
seine politischen Ämter aufgegeben und seine ehrenamtlichen
Verpflichtungen in andere Hände übertragen. Allein im Heimatverein,
der ihn zum Ehrenmitglied ernannt hatte, wollte er weiter
im Vorstand mitarbeiten, so sein nachdrücklich vorgetragener
Wunsch, den alle Heimatfreunde nicht nur gern respektierten sondern
freudig aufnahmen. Dass ihm dies nur unvollständig gelang,
lag in seinem schweren Leiden, das ihn als Spätfolge seiner
Kriegsverletzungen nur allzu oft und über immer längere Zeit
an das Krankenlager fesselte.
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Am 14. Februar 1992 starb Wilhelm Buddenberg. Wir haben einen guten
Freund verloren, dessen Rat uns fehlen wird. Es fällt schwer, die
seinem Totenbrief vorangestellten Worte von Carl van der Linde zu
beherzigen:
"I söllt nicht truren, wenn ick starwe;
dat ist heelmoals nich noa minen Sinn".
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Quelle:
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