Frank Heinemann
12. Oktober 1945 - 13. August 2010
Zum Tod des
Rektors der Grundschule Itterbeck
Der
Wechsel in den
vorzeitigen Ruhestand war für Frank Heinemann nie ein
Thema. „Sein größter Wunsch war es, seine Schullaufbahn
zu Ende zu führen, also bis zum 30. Januar 2011“, berichtet
seine langjährige Kollegin Mechthild Strauss. Dieser
Wunsch ist Frank Heinemann nicht ganz erfüllt worden. Am
13. August starb der Rektor der
Grundschule
Itterbeck nach schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren.
Frank
Heinemann lebte für seine Schule, deren Leitung er im Jahr
1978 übernommen hatte. In Nordstemmen bei Hildesheim
aufgewachsen war der Junglehrer 1968 nach dem Studium in die
Grafschaft gekommen, und zwar an die damalige Grundschule Wielen,
deren Leitung er 1974 übernahm. Nach der Auflösung der
Dorfschule im Jahr 1977 wechselte Heinemann nach Itterbeck.
An
seiner neuen Wirkungsstätte erlebte er quasi die Entstehung
einer neuen Schule mit, denn erst 1974 war das neue Schulgebäude
bezogen worden. 1981 kam eine Turnhalle hinzu. Im Jahr 2005 feierten
Frank Heinemann und Monika Richter gemeinsam
ihr
40-jähriges Dienstjubiläum.
Die
ehemalige
Stellvertreterin erinnert sich vor allem an Frank Heinemanns
Fähigkeit, die Talente der Kinder zu erkennen, und sie zu
besonderen Leistungen zu bringen. „Er hat sich auch von neuen
Lehrplänen nicht davon abbringen lassen, immer wieder das
Einmaleins abzufragen und Übungsdiktate schreiben zu lassen“,
berichtet Monika Richter. Den zahlreichen Neuerungen in den
Lehrplänen und der internen Verwaltung habe er aufgeschlossen,
aber kritisch gegenüber gestanden, sagt die pensionierte
Lehrerin.
Aber nicht nur für seine Schüler, auch für
die Belange, Sorgen und Nöte seiner Kollegen hatte Frank
Heinemann stets ein offenes Ohr. „Er wies niemanden zurück,
man konnte ihn jederzeit anrufen – sogar nachts“, berichten seine
ehemaligen Kollegen. Dieselben Erfahrungen machten auch die Eltern:
„Frank Heinemann war rund um die Uhr für die Schule
da“, sagt Christa Nykamp aus dem Schulelternrat. Sie habe
ihn als einen Mann kennen gelernt, der Vorschläge annahm, dabei
jedoch klare eigene Vorstellungen vertrat. Ein solches Projekt war
das „grüne Klassenzimmer“ auf dem Schulhof im vergangenen
Jahr.
Neben seiner Lehr- und Führungstätigkeit in der
Grundschule setzte sich Frank Heinemann viele Jahre
ehrenamtlich für den Sport ein. Im ASC Grün-Weiß 49
betreute er mehrere Fußball- und Handballjugendmannschaften.
Insbesondere für den Mädchenhandball im ASC habe er viel
getan, sagt Mechthild Strauss, die drei Jahrzehnte mit ihm
zusammenarbeitete.
Mit seiner Schule nahm er im Rahmen der
Verkehrserziehung regelmäßig an den
Fahrradgeschicklichkeitsturnieren des ADAC teil. Frank Heinemann
verstand es auch hier, die Kinder zu
Höchstleistungen zu
animieren. Eine Reihe seiner Schüler qualifizierten sich für
die Turniere auf Landes- und danach auf Bundesebene. Viele kehrten
mit Medaillen und vorderen Platzierungen nach Hause zurück. Und
Frank Heinemann war stets dabei und betreute seine
Schüler.
„Er hat viel von seiner Freizeit, insbesondere die Wochenenden für
die Fahrradturniere geopfert“, berichtet Mechthild Strauss.
Wie
schwer seine Erkrankung war, habe Frank Heinemann lange Zeit
nicht wahrhaben wollen, sagt Schulrat Udo Tiemann. Doch am 20.
Mai dieses Jahres verabschiedete er sich nach mehr als 42 Jahren
endgültig von seiner letzten Klasse, die er zehn Monate zuvor
eingeschult hatte. Die Trauerfeier und Beerdigung erfolgen am 19.
August auf dem Waldfriedhof in Itterbeck.
Quelle: GN, 19.8.2010
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