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Sein
goldenes Dienstjubiläum feiert am 1. November d.J. der
Lehrer H. Koning in Bakelde. Koning wurde am 27. Januar 1851 als Sohn
des Landwirts Koning in Halle geboren und widmete sich, wie so
viele Bauernsöhne in jener Zeit, dem Lehrerberuf. In dem kleinen Lehrerseminar in
Neuenhaus, dem der ehemalige Schüttorfer Rektor und spätere
Oberschulinspektor Fokke mit Eifer vorstand, erhielt er seine
Ausbildung. Nach bereits 2 1/2 jährigr Lehrzeit verließ
Koning im Herbst 1870 die Schule und fand Anstellung in Gölenkamp.
Doch nur für kurze Zeit.
In Bakelde amtierte im Jahre 1870 der Lehrer Arends aus Oorde, der des
Orgelspielens kundig war und den Pastor Brands von Nordhorn zum
Gefangenengottesdienste nach Frenswegen begleitete, um vor und nach dem
Gottesdienst das Instrument zu spielen. Unter den französischen
Gefangenen, die dort untergebracht waren, brach, wie bekannt, eine
Pockenepidemie aus, der viele zum Opfer fielen. Auh Arends. Er holte
sich bei einem solchen Gange zum Kloster die Krankheit und starb.
Koning wurde am 1. Juli 1871 sein Nachfolger, und Bakelde blieb fast
ein halbes Jahrhundert vor dem störenden Lehrerwechsel bewahrt,
unter dem die Jugend von Hesepe und anderen Nachbargemeinden erheblich
litt.
Als Koning sein Amt antrat, besuchten nur 80 Kinder die Schule, heute
aber, wo längs der Straße nach Lingen und auf dem Haferkamp
auch Bakelde von der Industrialisierung berührt wird, der die
Landgemeinden des Nordhorner Kirchspiels in steigendem Maße
unterliegen, bereits 170 bis 180. Trotz der großen Kinderzahl
unterrichtete Koning bis zum Jahre 1911, wo ein neues Schulhaus gebaut
wurde und die Regierung eine zweite Lehrkraft anstellte, allein die
große Schar. Auch in den Kriegsjahren ruhte wieder die
Arbeitslast der Ausbildung, die er stets gern und mit großer
Berufsfreude trug, allein auf seinen Schultern. Zu dieser Leistung
befähigten ihn eine vortreffliche Gesundheit und große
Elastizität. In 50 Dienstjahren versäumte der Jubilar wegen
Krankheit nur 14 Tage die Schule, was wohl einzig dasteht.
Vor ihm sitzt jetzt die dritte Generation auf der Schulbank. Seine
ersten Schüler schiken ihm ihre Enkel. Allen gab Koning viel aus
dem reichen Schatz seines Wissens und erzog sie zur Gottesfurcht und
Vaterlandsliebe.
Wohl selten hat ein Lehrer so für die Gemeinde gestrebt und mit
ihr gelebt wie Koning. Er trug mit ihr alle Leiden und Freuden und war
besonders in den reifen Mannesjahren der väterliche und
wohlmeinende Berater für Arm und Reich. Kein Missklang störte
die Harmonie zwischen ihm und der Gemeinde.
Wie er für die Eingesessenen sorgte, dafür nur ein Beispiel.
Als Koning die Stelle antrat, brach der Unternehmer Habich in der
Bakelder Mark den damals so begehrten Ortstein. Obwohl die Preise
schnell in die Höhe gingen, zahlte Habich als Entgelt für die
Abteufe alles in allem den beteiligten Gemeinde die Summe von nur 100
Thalern jährlich, wovon Bakelde 44 Th. zuflossen. Koning gelang
damals die Auffindung eines Vertrags, wonach der Unternehmer nach der
Einstellung der Eisenschmelze in Wietmarschen des Rechts der
Erzschürfe verlustig ging. Da der Betreib auf der Alxishütte
bereits ruhte, war damit die Voraussetzung für eine bessere
Preisbildung gegeben. Koning führte den Abschluss eines neuen
Vertrages herbei, der den größeren Höfen eine
jährliche Einnahme von 1500 bis 2000 Mark aus dem Erzverkauf
brachte, was den heutigen Wohlstand der schönen Bauerschaft nicht
unwesentlich mitbegründete. So und ähnlich war Koning
für die Gemeinde tätig, und er blieb Jahrzehnte hindurch die
rechte Hand des Gemeindevorstehers. - Was an Bakelde an Obstbäumen
steht, ging zum größten Teil durch seine Hand; er regte
unaufhörlich zu Neupflanzungen an. Koning erfreut sich infolge
seiner hingebenden Tätigkeit für die Gemeinde großer
Liebe und Verehrung aller, die ihm nahestehen.
Am 1. April nächsten Jahres gedenkt er in den Ruhestand zu treten.
Möge ein freudenreicher Lebensabend seiner Mühe und Treuer
wohlverdienter Lohn sein.
Quelle: Der
Grafschafter, 1. November 1920
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