Grafschafter Schulgeschichte

  Biographien Grafschafter Lehrerinnen und Lehrer

Herbert Taube

Herbert Taube war Konrektor der Orientierungsstufe Emlichheim. Ab 1970 begann er mit dem Volleyball-Training in einer Mädchenmannschaft. Daraus entstand die Volleyball-Abteilung im hiesigen Sportverein, die auf Bundesebene vielfältige Erfolge erzielte. Die Sporthalle im Schulzentrum Emlichheim  wurde im Jahre 2010 als "Herbert-Taube-Halle" benannt. Dieses Ereignis wird in den Grafschafter Nachrichten am 11.3.2010 ausführlich von Gerold Meppelink gewürdigt. Bürgermeister Heinrich Strenge stellt hierin auch sportlichen Einsatz von Herbert Taube dar.

"Volleyball war sein Leben

Samtgemeinde Emlichheim eröffnete „Herbert-Taube-Halle“

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hatte für die Samtgemeinde Emlichheim auch ihre gute Seite. Dank des Konjunkturpaketes II gab es einen plötzlichen Geldsegen von Bund und Land, aus dem 236000 Euro in den Norden der Niedergrafschaft floss. Mit diesem Geld wurde die Sanierung der 35 Jahre alten Drei-Feld-Sporthalle des Schulzentrums in Angriff genommen. Hinzu kam ein Eigenanteil der Samtgemeinde in Höhe von 132 000 Euro.

Emlichheim. Am Dienstagnachmittag erfolgte die offizielle Übergabe der Halle, die bereits in den Sommerferien des vergangenen Jahres für die Zukunft fit gemacht worden war: Dazu zählten in erster Linie Maßnahmen, die den Energieverbrauch nachhaltig reduzieren: Die Halle erhielt eine moderne Heizungsanlage und eine neue Dachdämmung. Außerdem wurden die einfachverglasten Lichtbänder aus energetischen Gründen ausgetauscht. Des weiteren erhielt die Halle einen neuen Boden, und der so genannte Prallschutz an den Wänden wurde erneuert.

Während einer Feierstunde im Versammlungsraum der Vechtetalhalle sagte Samtgemeindebürgermeisterin Daniela Kösters, dass nunmehr eine „rundum schöne Halle“ entstanden sei, die im Paket mit der Vechtetalhalle zur „ Luxusklasse“ gehöre. Kösters appelierte an alle Benutzer der Halle, sie pfleglich zu behandeln. SCU-Vorsitzender Johann Beerlink sagte, die alte Halle sei zu einem „Schmuckstück“ geworden. Er sprach allen Beteiligten „ein von Herzen kommendes Dankeschön“ aus. Da der gängige Name „alte Turnhalle“ nunmehr nicht mehr gerechtfertigt ist, beschloss der Samtgemeindeausschuss, ihr einen offiziellen Namen zu geben. Schnell einigte er sich auf „Herbert-Taube-Halle“.

„Wenn es einer verdient hat, dieser Halle seinen Namen zu geben, dann ist es Herbert. Er hat unendlich viel für den Volleyballsport geleistet und in der Halle seinen größten Erfolge gefeiert“, sagte Bürgermeister Heinrich Strenge, ein langjähriger Freund und Wegbegleiter Herbert Taubes. Ausführlich ging Strenge auf Herbert Taubes Werdegang ein.

Dieser wurde 1935 im schlesischen Grüssau geboren. Mit der Vertreibung 1946 zog er mit seiner Familie nach Cuxhaven. Später arbeitete Taube im Ruhrgebiet als Elektriker unter Tage. Über den zweiten Bildungsweg wurde er Lehrer und kam 1962 in dieser Funktion nach Emlichheim, wo er bis zu seinem Tode im Jahre 2003 wohnte. Herbert Taube begann seine Volleyball-Trainertätigkeit 1970 mit der Betreuung einer Mädchenmannschaft.

Schnell stellten sich Erfolge ein, und mit dem Bau der großen Turnhalle im Jahre 1975 erlebte die gesamte Volleyball-Abteilung des SCU einen gewaltigen Aufschwung. „Herbert scharte bald 80 junge und jüngste Spielerinnen um sich und verstand es, sie mit seinen eigenen, unkonventionellen Trainingsmethoden zu begeistern“, berichtete Strenge. Lange Zeit betrat Taube dreimal in der Woche um 14 Uhr die Sporthalle, um sie dann nach 22 Uhr wieder zu verlassen.

Taubes Wunschtraum, einmal mit einer Mannschaft an einer Deutschen Meisterschaft teilzunehmen, ging nicht nur in Erfüllung, sondern wurde bei insgesamt 53 Teilnahmen und mit dem Gewinn von sieben Deutschen Meisterschaften weit übertroffen. Hinzu kamen zahlreiche Erfolge auf unteren Ebenen, sodass der SCU mit seiner Volleyballabteilung in Deutschland zu den erfolgreichsten Vereinen im Jugendbereich zählte und Emlichheim inzwischen als „volleyballverrücktes Dorf“ bezeichnet wird.
Trotz der Erfolge im Spitzenbereich lag dem Pädagogen in erster Linie der Breitensport am Herzen. „Herbert zeichnete Zuverlässigkeit, aber auch Hartnäckigkeit aus. Mit seiner großen Geduld und Ausdauer konnte jeder bei ihm trainieren. Auch außerhalb des Sports bot er den Spielerinnen etwas. Er unternahm mit ihnen Zeltlager und zahlreichen Fahrten “, so Strenge weiter. Taubes großes Herz zeigte sich beim Besuch des alten Elternhauses in Schlesien. Mit Geldzuwendungen half er den jetzigen Bewohnern, ihr Wohnhaus vom polnischen Staat zu kaufen. Ihrem Sohn finanzierte er zudem das Studium. Strenge abschließend: „Herbert hat mir unwahrscheinlich viel gegeben. Ich habe ihm und dem Volleyball viel zu verdanken. Aber auch die Gemeinde und der Sportverein sind ihm zu großem Dank verpflichtet, der nun mit der Namensgebung seinen adäquaten Ausdruck findet.“

SCU-Vorsitzender Johann Beerlink fügte dem hinzu: „Der SCU kann sich glücklich schätzen, Herbert Taube in seinen Reihen gehabt zu haben. Ohne ihn würde der Volleyballsport, der sein Leben war, in der Region heute ein Schattendasein führen.“