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Gegen
Ende des 18. Jahrhunderts war die Predigerstelle in Wilsum frei
geworden. Die Kirchengemeinde wählte aus sechs Bewerbern
einstimmig den aus Ohne stammenden knapp 20 Jahre alten Wessel
Friedrich Visch,
der dann 1793 hier seinen Dienst antrat. Neben der Arbeit für
die Gemeinde kümmerte er sich um die Erziehung der Jugend, um
soziale Belange der Umwelt und um die Erfoschung der
Heimatgeschichte. Verlockende Angebote aus mehreren anderen Gemeinden
konnten ihn nicht bewegen, seine Wilsumer Gemeinde zu verlassen. Er
stand hier 66 Jahre auf der Kanzel.
Aus dieser Zeit stammen
zahlreiche Gedichte und Kirchenlieder, wichtige Denkschriften und
bedeutsame Reden. Im Jahre 1820 erschien die von ihm in
holländischer
Sprache verfasste "Geschichte der Grafschaft Bentheim". Ein
heimatkundliches Schulbuch entstammte auch seiner Feder. Er wurde zum
ersten Kreisschulinspektor der Niedergrafschaft berufen und zum
Mitglied
des Grafschafter Oberkirchenrates ernannt. Die schon lange
andauernden Querelen der Gemeinde mit dem Kirchenrat vom
Kirchspiel Uelsen wurden in seiner Amtszeit beendet. Durch sein
Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen bei der Anlage
eines Friedhofes neben der Kirche im Jahre 1805 waren die letzten
Bindungen Wilsums zum Kirchspiel endgültig aufgehoben.
Quelle: Aus:
Erich Gövert,
Wilsum im Wandel der Zeit, Der Grafschafter, Nummer 4/ 2002
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