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Gerrit-Jan
Zager
1925
- 2008
von Heinz Ragnitz
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Am
4. August 2008 verstarb im Alter von 83 Jahren Herr
Realschulkonrektor i. R. Gerrit-Jan Zager, der sich in seiner
Berufstätigkeit stets für die Förderung der ihm
anvertrauten Schüler in der wenig gegliederten Volksschule und
der Realschule eingesetzt, wesentlich zum Aufbau der Realschule
Emlichheim beigetragen und viele Beiträge zur Heimatgeschichte
geliefert hat.
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Gerrit-Jan Zager wurde am 12. April 1925 in
Groß-Ringe
in der Niedergrafschaft als Sohn des Bauern Ewert Zager geboren. Nach
dem sechsjährigen Besuch der damals zweiklassigen Volksschule in
Groß-Ringe ging er 1937 in das Aufbaugymnasium in Nordhorn
über. Bevor er zum Arbeitsdienst und anschließend zur
Wehrmacht eingezogen wurde, erhielt er 1943 den Reifevermerk des
Gymnasiums. Nach seiner Entlassung im Juni 1945 arbeitete er
zunächst
auf dem Bauernhof und besuchte dann den Übergangskurs für
Kriegsteilnehmer am Gymnasium in Nordhorn, wo er mit 22 Jahren sein
Abitur ablegte. Von 1947 bis 1949 studierte er an der
Pädagogischen
Akademie in Dortmund/Lünen. Wertvoll für seine spätere
Arbeit in der Schule wurden ihm im Seminar für historische
Pädagogik besonders die Studien über Pestalozzi. Seine
schriftliche Arbeit für die Lehrerprüfung über den
Calvinismus in der Grafschaft Bentheim brachte ihm die
Heimatgeschichte nahe. Nach seinem Studium und kurzzeitigen
Tätigkeiten als Lehrer in Groß-Ringe und Laar wurde
Gerrit-Jan Zager aus persönlichen Gründen 1950 an die
einklassige Volksschule in Sieringhoek versetzt. Die
Unterrichtsarbeit an einer einklassigen Schule mit den Jahrgängen
1 bis 8 und 54 Schülern war nicht einfach und erforderte sehr
viel pädagogisches Geschick und eine gute
Organisationsfähigkeit, wenn alle Schüler zu ihrem Recht
kommen sollten.
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In Sieringhoek blieb Gerrit-Jan Zager 12 Jahre. Er hatte dort
gute Kontakte zur Bevölkerung und zur Elternschaft und war von
allen voll anerkannt. Er betreute dort Studenten der Pädagogischen
Hochschule Osnabrück im Landschulpraktikum und war lange Jahre
Rechnungsführer der reformierten Gemeindekasse in Gildehaus.
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Am 1. April 1962 wurde Zager an die damalige
Mittelschule im Aufbau in Emlichheim versetzt. Er arbeitete dort
aktiv beim Aufbau dieser Schule mit, die ein Jahr vorher errichtet
worden war. Er legte die Mittelschullehrerprüfungen in
Geschichte und Mathematik ab, wurde zum Mittelschullehrer und am 1.
Mai 1967 zum Konrektor der Schule ernannt. Der damalige Schulrat
Kollmann schrieb 1966: „Herr Zager ist ein sehr solider, unbedingt
zuverlässiger Lehrer, der seinen Schülern verlässlich
gut ist und sie zu guten Leistungen führt. Er ist bereits seit
langem seinem Schulleiter ein guter Helfer und wird von seinen
Kollegen infolge seines charaktervollen Wesens geschätzt.“.
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Gerrit-Jan Zager war auch außerschulisch aktiv. In der
Volkshochschule leitete er 25 Jahre die Außenstelle Emlichheim.
Zudem gründete er die Außenstellen in Uelsen und Neuenhaus.
Für
seine langjährige Tätigkeit und seine großen
Verdienste beim Aufbau der Volkshochschularbeit in diesem Bereich
erhielt er bei seiner Verabschiedung den Niedersächsischen
Verdienstorden. An der Ländlichen Hauswirtschaftsschule erteilte
er über viele Jahre hinweg den Englischunterricht. In der
reformierten Kirche war er Mitglied der Bezirkssynode. Er betreute
Studenten der Universität Göttingen im große
Realschulpraktikum.
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In seiner langjährigen Tätigkeit als Konrektor
der Realschule hat Zager einen reichen Erfahrungsschatz in der
Verwaltungsarbeit erworben. Er entwickelte ein sehr gutes
Verhältnis
zu den Lehrkräften der Schule. Durch sein stets freundliches und
zuvorkommendes Wesen, durch seine Hilfsbereitschaft und als
Schlichter bei Meinungsverschiedenheiten hat er ihr volles Vertrauen
erworben.
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Aus Krankheitsgründen wurde Herr Zager 1985 mit 60
Jahren vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Damit begann ein neuer
Schwerpunkt in seiner Arbeit, indem er sich intensiv in die
Heimatgeschichte einarbeitete. In vielen Beiträgen im
Grafschafter Jahrbuch erforschte er die Geschichte seines Heimatortes
Ringe und die Familiengeschichten der Bewohner, die dann 1998 in
einem Buch zusammengefasst wurden. Ein weiterer Schwerpunkt seiner
Arbeit war die Dorfgeschichte von Sieringhoek, die 2005 ebenfalls als
Buch veröffentlicht wurde. Seine Liebe zur plattdeutschen
Sprache wurde in zahlreichen kleinen Gedichten deutlich. Nach
Gründung des „Grafschafter Museumsvereins“ arbeitete er
aktiv im Vorstand mit.
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Gerrit-Jan Zager war seit 1950 mit Margret, geb.
Tolksdorf, verheiratet. In der Ehe wurden zwei Kinder, Sohn Egbert
und Tochter Margarethe, geboren. Vor einigen Jahren erfolgte ein
Umzug von Emlichheim nach Bad Bentheim, wo die Tochter wohnte. Hier
lebte er zusammen mit seiner Frau bis zu seinem Tode am 4. August
2008.
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