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Evangelische
Volksschule Neuenhaus, dann Hauptschule Neuenhaus
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Gliederung:
1. Die Entwicklung des
Schulwesens in Neuenhaus ab 1465
2. Die Volksschule
im
Nationalsozialismus (1933 - 1945)
3.
Die Schule nach dem 2. Weltkrieg bis zur Gründung der KGS
4.
Von der Gründung der Hauptschule 2004 bis zur Auflösung der
Schule 2010
1. Die Entwicklung des
Schulwesens in Neuenhaus ab 1465
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1465 -
Das Recht des "Schulehaltens"
gehört zu den
Privilegien, die die Stadt Neuenhaus vom Grafen zuerkannt bekommen
hat. Neben Schüttorf und Nordhorn bekommt auch Neuenhaus schon
1465
die Erlaubnis, "einen Meister zu
setzen" (Heinrich Eberhardt, Chronik
der
Schulen von Neuenhaus, 1994, Seite 31). Vor der Reformation gibt es in
den
Städten die sogenannten "Teutsch-Schulen" (Deutsche Schreib- und
Leseschulen),
in denen in erster Linie den Kaufleuten die notwendigen
Mindestvoraussetzungen zur Ausübung ihres angehenden Berufes
beigebracht werden, nämlich Briefe lesen und schreiben zu
können. Sie führen ein armseliges Dasein, da wegen der
häufigen kriegerischen Auseinandersetzungen kaum finanzielle
Mittel für den Lehrer und den Schulbau zur Verfügung stehen.
So muss privater Raum angemietet werden, in denen der Unterricht nur
notdürftig aufrechterhalten werden kann. Es ist nicht bekannt, wo
der Unterricht in Neuenhaus abgehalten wird.
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1524 -
In
einem "Sendschreiben an die
Ratsherren aller
Städte deutschen Landes" fordert Martin Luther diese auf,
christliche Schulen einzurichten, zu halten und den Schulzwang
einzuführen. Die Schulen werden verpflichtet, neben Lesen,
Schreiben und Rechnen auch für die religiöse Unterweisung zu
sorgen.
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1682 -
Der
Unterricht findet wie bisher in privaten
Räumen statt. Der Beginn nach der Reformation ist nicht bekannt.
1682 erhält der Zimmermann Jan Mensink dann den Auftrag zum Neubau
eines Schulhauses in der heutigen Voigtstiege. Die
Ausführung
stößt
wiederholt auf technische Unzulänglichkeiten. Die benötigten
Mittel für den Schulbau können nicht aufgebracht werden, so
dass der Unterricht weiter in privaten Räumen durchgeführt
werden
muss. In Kirchenratsprotokollen heißt es immer wieder, dass die
Lehrer
wegen der unzumutbaren Klassenräume und des Hungerlohnes Geduld
und Interesse verlieren, so dass vom Kirchenrat Klagen geführt
werden
müssen.
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1757 -
Der
Organist und Schulmeister Egbert
Arend stirbt. Zu seinem
Nachfolger wird Lucas Tormijn durch den
Oberkirchenrat und den
Neuenhauser Kirchenrat am 12. Oktober 1757 mit der Bedingung
gewählt,
dass er der Witwe des Egbert
Arend jährlich 25 Gulden zahlt, bis
ihr
jüngster Sohn 25 Jahre alt ist. Die Einstellung erfolgt in dem
Vertrauen,
"er werde die ihm offerierte Stelle des Organisten und Schulmeisters
auf
die erwähnten Bedingungen acceptieren, und solchen noch die Jugend
in
Lesen, Schreiben und Rechnen und den ersten Gründen des
Christentums
treu, fleißig und unermüdet unterweisen und dann redlich
zufolge
der Jugend mit einem untadelhaften Leben,und Wandel, Vorgehen und
Vorleuchten"
(aus dem Protokoll des Oberkirchenrates vom 12.10.1757, zitiert nach
Heinrich
Eberhardt, a.a.O., Seite 25 - 26).
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1794 -
Der
Unterricht findet zunächst allein
im Rathaus statt. Für die
Volksschule wird die Raumnot durch
den Bau eines Schulhauses, der durch eine private
Stiftung finanziert wird, zum Teil behoben. Der Kammerrat G.E.F.
Kloppenburg und seine Ehefrau B.E. Grim lassen auf ihre Kosten im Jahre
1794 in der Voigtstiege ein
Schulhaus beuen. Das hier auch vorgesehene
Armenhaus mit vier Kammern daneben kann aber erst 1804 erbaut werden.
Das Geld für die Unterhaltung der Klassenräume fehlt jedoch.
Das Dach ist undicht; die Räume sind nicht warm zu kriegen. Die
beiden einklassigen Volksschulen im Rathaus und in der Voigtstiege
sind voneinander getrennt. Die beiden Lehrer achten darauf, dass ihre
jeweilige Schule möglichst von vielen Kindern besucht wird, da
sich
hiernach die Besoldung richtet.
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1824 - Eine einheitliche Regelung im
Schulwesen
schafft das vornehmlich von Pastor Visch aus Wilsum verfasste
Schulgesetz von 1824: "Bekanntmachung
der kgl. Landdrostei zu
Osnabrück, die Verbesserung des Schulwesens in der Grafschaft
Bentheim betreffend, vom 27. September 1824"
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1865 -
Der
Lehrer Lucas Tormijn,
der 1757 vom
Oberkirchenrat zum Lehrer in
Neuenhaus gewählt wurde, stirbt
1833.
Einen Lehrer
aus dem Holländischen zu berufen, wird vom Ministerium in Hannover
abgelehnt, da man das Vordringen der holländischen Sprache
begrenzen
will.
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1835 -
Nach
einem Bericht des Ortsschulinspektors
Lucahsen
vom
26.6.1835 unterrichten im Jahre 1835 die Lehrer Veldmann
und Dreyer. Als
Zusammenfassung seines Berichtes schreibt er: "Beide
Schulen
leisten nicht dasjenige, was man jetzt billig in einer Stadtschule
erwarten
darf. In der Dreyerschen Klasse herrscht große Unordnung und man
sah,
daß dem Lehrer alle Autorität fehlt."
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Pastor Lucahsen
ergänzt seinen Bericht mit
einigen allgemeinen Ausführungen zu den Lebensumständen der
Lehrer,
für die eine weitere Fortbildung erforderlich sei, wenn sie ihren
Beruf
erfolgreich ausüben wollen. Hierzu führt er jedoch aus: "Die
meisten
Lehrer erklären mir, dass sie am Nachmittag keine Zeit
hätten,
zu den Conferenzen zu kommen zwecks Fortbildung. Von ihrem Einkommen
könnten
sie nicht leben, und darum müßten sie bei der Ernte helfen
und
arbeiten um des lieben Brotes willen. Das Lesen der
Schul-Zeitschriften,
das Anschaffen der nötigen Bücher und selbst das Kommen zu
den
Conferenzen kostet den Lehrern bare Auslagen, die ich ihnen so gern
ersparen
möchte, deshalb bitte ich unterthähnigst um Erhöhung des
Schulfonds" (nach: Eberhardt, a.a.O., Seite 27).
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1845 -
Die
beiden Schulen werden 1845 zu einer zwei-
bzw. dreiklassigen Schule verschmolzen. In der Voigtstiege wird
die
Unterklasse untergebracht.
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1874 - Lehrer Borggrewe
beginnt 1887 mit dem Schreiben
der Schulchronik, die die
Zeit von 1874 bis 1913 umfasst. Inhalte aus dieser Schulchronik werden
als Nachtrag im Jahr 2011 etwas ausführlicher dargestellt.
Lehrer Borggrewe gibt
zunächst einen Rückblick
auf die
Schulverhältnisse in den Jahren 1875 bis 1887. Er schreibt
zu Beginn: In Neuenhaus gab
es bis 1875 eine zweiklassige evangelische Volksschule und eine
Privatschule mit einem oder zwei Lehrern. Die erste Klasse befand sich
im Rathaus, die zweite im städtischen Armenhaus. Für die
Privatschule mussten
Locale in Privathäusern angemietet werden. Die zweite
Volksschulklasse hatte ein sehr schlechtes Local, das in keiner
Hinsicht mehr zweckentsprechend war. Schon längst fühlte man
das Bedürfnis, diesem Übelstande abzuhelfen und sowohl der
Volksschule als auch der Privatschule passende Locale zu verschaffen,
allein die dazu erforderlichen Mittel fehlten. Da wurden dem
Magistrat der Stadt Neuenhaus durch die Freigebigkeit zweier Herren,
die ihrer Vaterstadt 9.000 Mark schenkten, unerwartet die Mittel zum
Bau einer neuen städtischen Schule an die Hand gegeben.
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Der
Bau dieser Schule
mit 4
Klassenräumen erfolgte hinter dem alten Rathaus auf dem alten
Kirchhof
(heute abgebrochen). Auf
einer Steintafel
heißt es: "Den Herren Landphysikus Dr. med Köhler in
Neuenhaus und Consul Roeslingh
in Bremen verdankt die
Stadt diese Schule - 1874".
In diesem Gebäude, das
später um 2 Klassenräume
erweitert wird, sind bis 1957 die Volksschule und die Rektorschule
untergebracht.
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Im
Einvernehmen mit der Regierung wird die Privatschule in eine Höhere
städtische Schule oder Höhere
Bürgerschule umgewandelt, in der zwei Lehrer mit
Examen für Mittelschulen angestellt werden (siehe: E15). Die Volksschule wird
um eine Klasse erweitert. Die Regierung übernimmt die Besoldung
des 2. Lehrers an der höheren Bürgerschule in Höhe von
1.800 Mark jährlich, des Elementarlehrers in Höhe von 750
Mark und außerdem noch 150 Mark für den pensionierten Lehrer
Dreyer.
Schulleiter der reformierten Volksschule wird Lehrer Borggrewe. Zweiter Lehrer
wird der Lehrer Schlikker
und dritter Lehrer der Lehrer Ensink.
Der 1. und 3. Lehrer verwalten gemeinschaftlich das Organistenamt, der
2. Lehrer besorgt die Funktion als Küster und Vorleser.
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Im
neuen Schulgebäude erhält die Höhere
Bürgerschule zwei Klassenräume, die Volksschule 2
Klassenräume, während die 3. Klasse aus dem Armenhaus in das
Rathaus verlegt wird.
Während die Schulaufnahme
bisher vierteljährlich nach
vollendetem 6. Lebensjahr erfolgte, findet sie jetzt halbjährlich
Ostern und
Michaelis statt, ebenfalls die Versetzungsprüfungen von der 3. in
die 2. und von der 2. in die 1. Klasse. Diese erfolgen unter Leitung
des
Lokalschulinspektors durch den betreffenden Lehrer. Die Mitglieder des
Schulvorstandes werden zu den Prüfungen eingeladen.
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1882 - Im Herbst 1882 folgt Lehrer Hick einem Ruf nach Bergen. Der Magistrat
wählt den Emder Lehrer F
v. d. Busch aus Lage zu seinem Nachfolger, der seinen Dienst
Neujahr 1883 antritt.
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1883 -
Ab
1883 werden jährlich am Geburtstag
des Kaisers Schulprämien
in Höhe von 20 Mark an 9
Schüler
verliehen, von denen 3 aus jeder Klasse in Lesen, Schreiben oder
Rechnen
die Tüchtigsten sind. Die Mittel fließen aus einer Stiftung,
die der Landphysikus a.D. Dr.
Köhler dem Magistrat in Neuenhaus
überwiesen
hat. Später werden nicht drei, sondern sechs Schüler aus
jeder Klasse prämiert.
Aus Anlass der 400-jährigen
Wiederkehr des Geburtstages Dr.
Martin Luthers wird mit den Kindern am 10. November 1883 eine
Reformations- und Gedächtnisfeier in der Kirche abgehalten, zu der
auch zahlreiche Erwachsene erscheinen.
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1884
- Am 24. März
1884 stirbt
unerwartet der beliebte Lehrer Gerrit
Ensink. Die
dritte Stelle bleibt zunächst unbesetzt. Den Unterricht in der
3. Klasse übernimmt ein Seminarist. Die Wiederbesetzung erfolgt
am 1. Juli 1884 mit dem Lehrer G.
Hugen aus
Frensdorf,
der in der Präparandenanstalt in Neuenhaus und im Seminar in
Aurich ausgebildet wurde und in Wielen tätig war.
Früher herrschte die Sitte, dass
die meisten Kinder nach Vollendung des 14ten Lebensjahres einfach von
der Schule wegblieben. Seit 1884 müssen sie jedoch eine
Entlassungsprüfung ablegen und erhalten ein Entlassungszeugnis.
1886
- In der Schulinspektion tritt
eine Änderung ein: Herr Pastor Niehuis aus Arkel wird zum
Kreisschulinspektor der Niedergrafschaft Bentheim ernannt. Im Sommer
des Jahres besucht er die hiesigen Schulen zum ersten Mal. Auf seine
Anordnung treten Veränderungen in den Schulverhältnissen ein,
indem Lehrer in anderen Klassen der Schule Fachunterricht
übernehmen müssen.
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1887 - Auf
Anordnung der Königlichen Regierung in
Osnabrück finden die Schulaufnahme
und die Versetzung in eine
höhere Klasse nur noch Ostern statt. Es sind in der Regel die
Kinder aufzunehmen, die ein Lebensalter von 5 Jahren und 6 Monaten
erreicht haben. Auf Wunsch der Eltern kann bis auf das vollendete 5.
Lebensjahr heruntergegangen werden, falls die betreffenden Kinder
körperlich und geistig soweit entwickelt sind und für
dieselben in der Klasse noch Platz ist.
Die vaterländischen Gedenktage
wie des Kaisers Geburtstag, das Sedansfest usw. wurden ab 1875 stets
durch Schulakte gefeiert. Geschichts- und Gesangvorträge, passende
Deklamationen wechselten ab. Am Vorabend des Sedanfestes fand
gewöhnlich unter Absingen patriotischer Lieder ein Fackelzug
sämtlicher Schulen statt; oft trug ein Musikchor zur Erhöhung
der Feier bei. Am Sedantag wurden häufig Ausflüge mit den
Kindern nach dem Pape´schen Kaffeehaus unternommen, wo sie
festlich bewirtet wurden. Außerdem wurden an schönen
Sommertagen zuweilen Exkursionen und Fahrten mit den Kindern nach Lage
und Frenswegen gemacht.
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Der 90.
Geburtstag des Kaisers Wilhelm
I wird in der Stadt
groß
gefeiert. Sämtliche Schulkinder veranstalten ab 7 Uhr des
Vorabends einen Fackelzug, der auf dem Marktplatz mit einem Feuerwerk
endet. Die Feier des Haupttages wird durch Festläuten und
Böllerschüssen eröffnet. Nach einem Festakt in allen
drei
Elementarklassen wird nachmittags auf
dem Schulplatz die Kaiser-Wilhelm-Eiche gepflanzt, wobei die
Schüler in einem Viereck Aufstellung nehmen. Lehrer Staehle
hält die Festrede. Nach einem begeisterten Hoch auf Seine
Majestät und dem Singen einiger vaterländischer Lieder
erhalten die Kinder zu ihrer Freude Butterkuchen.
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Lehrer Hugen wird
nach Bentheim versetzt, wo er
bald mit 24 Jahren verstirbt. Sein Nachfolger
in
Neuenhaus wird der Lehrer Jakobus
Koops aus
Haftenkamp. Er stammt aus Emlichheim. Er bleibt bis zu seiner
Pensionierung im Jahre 1928 in Neuenhaus. Nach 43 Jahren tritt 1887 der
Lehrer Schlikker in
den Ruhestand.
1888 - Auf
Anordnung der Königlichen Regierung in Osnabrück
übernehmen
die beiden jüngeren Lehrer den Unterricht in den technischen
Fächern Schreiben, Zeichnen und Gesang an der Städtischen
Schule. Ihre Stundenzahl erhöht sich von 28 auf 30 Stunden,
mit Turnen auf 32 Stunden. Eine Vergütung wird hierfür nicht
gezahlt.
Kaiser
Wilhelm II. ordnet an, dass künftig die Geburts- und Todestage von
Wilhelm I. ud Friedrich III. an allen Schulen als
vaterländische
Gedenktage begangen werden sollen.
1889 - Lehrer Schlikker stirbt im Alter von
reichlich 65 Jahren an Wassersucht.
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1890 -
Lehrer Borggrewe
klagt
über den Drang
zur Mittelschule, der sich sehr zu Ungunsten der Volksschule
auswirkt.
Die Kinder der besser situierten Leute besuchen die Oberklasse
nur
ein oder höchstens zwei Jahre, um dann zur Mittelschule zu gehen.
Andererseits sind viele Schüler bei ihrer Versetzung von der
Mittel-
zur Oberklasse wegen mehrmaligen Sitzenbleibens schon so alt, dass sie
diese nur noch kurze Zeit besuchen. Dies hat zur Folge, dass die
Oberklasse
kaum den Anforderungen genügen kann, die man sonst bei so geringer
Schülerzahl von einer derartigen Klasse erwarten kann.
An Krankheiten herrschen zu
Beginn des Jahres die Influenza, nach den Sommerferien die Masern.
Außerdem werden die beiden jüngeren Lehrer zu militärischen Übungen
eingezogen. Im November herrscht Hochwasser.
Die Schülerzahlen
betragen: Unterklasse 66, Mittelklasse 46, Oberklasse 41; Abgänge
wegen des 14. Lebensjahres im Laufe des Schuljahres 9. Schüler.
1891 - Lehrer Vette wird nach
Hankenberge, Kreis Iburg versetzt.
Die 3. Stelle bleibt zunächst unbesetzt. Am 1. Oktober 1892
wird Lehrer G. Engel
als 3. Lehrer eingestellt.
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1893 - Im
Frühjahr 1893 erkrankt Lehrer Borggrewe
an Krebs und stirbt noch im
gleichen Jahre im August in einem Nordhorner
Krankenhaus. In der Kreislehrerkonferenz am 16. November 1893 hält
der Kreisschulinspektor, Pastor Niehuis, einen Nachruf.
Seine Stelle als erster Lehrer
übernimmt H.
Wieferink, der später zum Hauptlehrer ernannt wird. Er
bleibt bis
zu seiner Pensionierung 1926 in Neuenhaus. Herr Wiefering wurde am 18.
Mai 1860 in Hoogstede geboren. Nach Ende seiner Ausbildung in der
Präparandenanstalt und im Seminar Aurich wird er 1880 Lehrer an
der einklassigen Volksschule in Bimolten und 1884 in
Nüttermoor bei Leer in Ostfriesland, bevor er am 1. Oktober 1893
nach Neuenhaus kommt.
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1894 -
Das Einkommen des 1. Lehrers
beträgt jährlich 1.600 Mark, des
2. Lehrers einschl. Organisten- und Küstergehalt 1.321 Mark und
des 3. Lehrers 1.008 Mark.
Lehrer Engel wird
nach Belm bei Osnabrück versetzt.
Der Nachfolger auf der 3. Stelle wird Heinrich Leemhuis, der aus
Walle bei Aurich stammt.
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1895 - Die Schülerzahl
beträgt zu Beginn des
Schuljahres 1895/96 150 Kinder, 57 in der Unterstufe, 47 in der
Mittelstufe und 46 in der Oberstufe.
Lehrer Wieferink
berichtet
über einen Ausflug.
Auf Pferdewagen geht es unter Gesang
über Teich und Grasdorf (früher selbstständige
Gemeinden, später nach Neuenhaus eingemeindet) zum Kloster
Frenswegen.
1896 - Als am 14. April 1896 die Bentheimer Kreisbahn
eröffnet wird
, fällt der Unterricht aus. Alle Klassen nehmen am Festzug vom
Festsaal zum Bahnhof teil. Am Nachmittag findet ein Kinderball statt.
Am 21. August machen dann alle drei Klassen mit der neuen Bahn einen
Ausflug nach Bentheim, an dem sich auch viele Eltern und sonstige
Schulfreunde beteiligen.
1897 - Mitte Januar
treten unter den Kindern in der Stadt sehr stark die Masern auf, so dass auf höhere
Anordnung die Schule vorläufig für 14 Tage geschlossen wurde.
Da aber nach Ablauf dieser 14 Tage die Masern noch zugenommen
hatten,wurde eine weitere Schließung der Schule auf abermals 14
Tage angeordnet. Kaisers Geburtstag und die Melanchtonfeier fielen
daher aus.
Am 1. Juli folgt Lehrer Leemhuis
einem Ruf an die ev. Schule in
Neu-Rönnebeck (Reg.bezirk Stade). Der Unterricht in der
Unterstufe wird von den beiden anderen Lehrern mit 12 Stunden
übernommen. Am 1. September wird die vakante Stelle von Lehrer Friedrich Klausmeyer
übernommen.
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1898 - Die Schülerzahlen
betragen 1898 in der 1.
Klasse 46, in der 2. Klasse 49 und in der 3. Klasse 53, zusammen 148
Kinder. Nach Anordnung der Behörde führt der 1. Lehrer den Titel Hauptlehrer.
1902 - Lehrerwechsel: Zum 1. April wird dem
Lehrer Klausmeier
eine Stelle an der Schule Rotthausen bei Gelsenkirchen übertragen.
An seine Stelle tritt der Lehrer Friedrich Michel aus
Mariensee bei Neustadt, der jedoch nur bis zum 1. Juli bleibt und am 1.
Oktober durch den Lehrer Ernst
Witte ersetzt wird. Zwischenzeitlich wurden alle drei Klassen am
14. Mai durch die Herren Geheimräte Schöppa und Klotsch aus Berlin revidiert. An dieser Revision
beteiligen sich auch Herr Schulrat Flebbe aus Osnabrück,
Herr Kreisschulinspektor Nyhuis
aus Arkel und Herr Konsistorialrat Lukaßen aus
Neuenhaus. Über die Gründe für diese Revision sagt die
Schulchronik nichts aus.
1903 - Lehrerwechsel: Lehrer Witte wird zum 1.April nach
Hartlage bei Bippen versetzt.
Die dritte Stelle bleibt vorläufig unbesetzt und wird erst am 5.
Juli
durch Lehrer Prange
wieder besetzt, der jedoch schon zum 1. Oktober als Elementarlehrer an
das Gymnasium in Celle versetzt wird. Lehrer Witte kehrt wieder
zurück, geht jedoch ein Jahr später nach Rotthausen bei
Gelsenkirchen. An seine Stelle tritt am 26. Oktober 1906 Leopold Goldstein aus
Hiddenhausen.
Durch Umbau wird in der städtischen Schule 1901
ein Klassenraum für die 3. Klasse, die bisher im Rathaus
untergebracht war, eingerichtet.
In das Rathaus zieht dann die landwirtschaftliche
Winterschule ein, die am 1. November 1903 beginnt. In der
Bentheimer
Zeitung vom 3.11.1903 heißt es hierzu: "Am Sonntag wurde hier in
Gegenwart des Kuratoriums und einer Anzahl geladener Gäste die neu
eingerichtete Landwirtschaftliche Winterschule durch Landrat Kriege,
Bentheim, feierlich eröffnet. Als Leiter der Anstalt ist Direktor Grashoff, ein
Sohn des in Meppen verstorbenen Superintendenten G.
gewählt worden. Außer ihm wirken noch zwei Volksschullehrer
an der Anstalt. Angemeldet sind 22 Schüler, von denen 18 der
Niedergrafschaft und vier der Obergrafschaft entstammen." (aus: Der
Grafschafter Nr. 11/2003).
Nach der Schulchronik erfolgen keine besonderen Ereignisse. Wie schon
vorher wird über Revisionen, Prüfungen und Schulfeiern und
Schulausflüge berichtet.
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1906
- Lehrerwechsel: Dem Lehrer Goldstein wird zum 1. April
eine Stelle an der Mittelschule
Buer bei Melle übertragen. Die Lehramtsbewerberin Maria Schild aus
Osnabrück folgt ihm auf der dritten Stelle. Sie geht zum 1. April
1907 nach Lüstringen bei Osnabrück. Ihr folgt die Lehrerin
Fräulein Prenzler,
ebenfalls aus Osnabrück. Nachdem sie am 1. Oktober 1908 nach
Osnabrück geht, tritt Fräulein Imsiepen aus
Düsseldorf an ihre Stelle. Diese geht zum 1. April 1909 an die
Schule Buer bei Melle. Es folgt Lehrer G. Bosmann aus Getelo.
1909
- Nach langen Verhandlungen zwischen der Königlichen Regierung und
dem Schulvorstand und vielen Sitzungen mit beiden Gremien wird
ein Lehrerhaus mit zwei Wohnungen
gebaut, die zum 1. April 1909 bezogen
werden.
In den beiden Schulwochen des neuen
Schuljahres fällt der
Unterricht an vier Nachmittagen aus, weil sich alle Lehrer an einem
Turnspielkursus beteiligen. Die Fortsetzung erfolgt im Juli 1910 an
zwei Nachmittagen und am Sonnabend.
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1911 - Die Schülerzahl
ist auf 175
angewachsen.
Lehrerwechsel:
Lehrer Bosmann geht
nach Schüttorf. Die dritte Lehrerstelle wird zunächst
vertretensweise mit dem Lehrer Friedrich Lachmann aus
Astrup bei Schledehausen, dann mit Lehrer Gustav Johann Timmer aus
Bauerhausen bei Uelsen besetzt. Nach einer Badekur auf Norderney im Mai
1912 stirbt er nach seiner Rückkehr nach Uelsen im Juni 1912. Es
folgen in kurzen Abständen der Lehrer a.D Bangen aus Veldhausen, die
Lehrerin Irma Segers
aus Osnabrück und der Schulamtsbewerber J. Wever. Schließlich
wird zur Besetzung der 3. Lehrerstelle Christian Tibbe aus
Quendorf gewählt. Er bleibt bis zu seiner Pensionierung mit kurzer
Unterbrechung in Neuenhaus. Er hat das schulische Leben sowohl an der
Volksschule als auch an der Mittelschule mitgeprägt.
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1913 - Am 17.
und 18. Juni 1913 findet die
100-Jahr-Feier der Völkerschlacht
bei Leipzig statt, an der sich
auch die Schule beteiligt.
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1914-1918 - Zum Kriegsbeginn gibt
es eine impulsive
patriotische Kundgebung auf dem Marktplatz. Es tritt Ernüchterung
ein, als die ersten Soldaten aus Neuenhaus fallen. Es treten
Schwierigkeiten in der Versorgung und der Unterbringung von
Flüchtlingen aus Ostpreußen auf. Als Lehrer Tibbe im
März 1916 eingezogen wird, müssen die beiden
anderen Lehrer den gesamten Unterricht übernehmen und
zusätzlich Vertretungsunterricht an benachbarten Schulen erteilen.
Nach Rückkehr des Lehrers Tibbe wird wieder voller
Unterricht
erteilt.
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1919 - Die Volksschule
besuchen jetzt 177 Kinder, die
von 3 Lehrkräften Hauptlehrer Wieferink, Lehrer Koops und Tibbe
unterrichtet werden. Im Winter muss wegen
Kohlenmangels häufig der Unterricht ausfallen. Erstmals nach dem
Kriege wird der Schulvorstand neu gewählt.
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1920 - Lehrer Tibbe wird zum Studium an der
Universität beurlaubt. Die Vertretung übernimmt der
Schulamtsbewerber Karl Althage aus Vlotho.
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1923 - Wegen
der Ruhrbesetzung sind vom Mai
bis Oktober
1923 50 Kinder in Neuenhäuser Familien untergebracht, die
während dieser Zeit auch die Schule besuchen.
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1924-1925 - Ostern
1924 wird der Lehrer Althage
an der Rektorschule angestellt. An seine Stelle tritt wieder Lehrer
Tibbe, der seit 1920 zum Studium beurlaubt war. Er besteht im Mai sein
Doktorexamen. !925 verlässt er die Volksschule und übernimmt
eine Stelle an der Realschule. Für ihn kehrt Lehrer Althage von der
Rektorschule an die Volksschule zurück. Im
Schuljahr 1925/26 besuchen 125 Schüler
die Schule. Sie ist vierklassig. Im September tritt Hauptlehrer Wieferink nach
33 Jahren als Schulleiter der Volksschule Neuenhaus in
den Ruhestand. Sein Nachfolger
wird ab 1. Oktober 1925 Hauptlehrer Jakobus Koops,
der schon seit 1887 als 2. Lehrer an der Schule
tätig war und außer dem
Küsterdienst auch den Organistendienst an der reformierten Kirche
ausübte.
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1927 - Die Schule wird wieder dreiklassig:
3. Klasse = 1. und 2.
Schuljahr: 31 Jungen, 20 Mädchen = 51 Schüler,
2. Klasse = 3. und 4.
Schuljahr: 8 Jungen, 24 Mädchen = 32 Schüler,
1. Klasse = 5.
bis 8. Schuljahr: 20 Jungen, 18 Mädchen = 38 Schüler,
zusammen 121 Schüler.
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1929 - An die Stelle von Lehrer Althage tritt im Schuljahr
1929/30 der Lehrer Mieling.
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1930 - In
einer schlichten Abschiedsfeier wird
Hauptlehrer Koops
nach 42 Jahren Schuldienst an der Volksschule
Neuenhaus in den Ruhestand
verabschiedet. Die bisher organisch
verbundene Lehrer-, Küster- und Organistenstelle wird damit
aufgelöst. Die Kirchengemeinde muss von
jetzt ab einen Organisten durch freien Vertrag anstellen. Zum
Nachfolger
als Schulleiter wird Ludwig
Sager (siehe: L-C-Sager) aus
Lage bestimmt. Nach dem Besuch
der
Präparande und des Seminars in Aurich von 1900 bis 1906 war er in
Getelomoor,
Uelsen und seit 1919 in Lage tätig. Infolge der Eingemeindung von
Teich erhöht sich die
Schülerzahl auf 170. Damit wird die Schule wieder vierklassig. Die
baulichen Missstände der Schule werden abgestellt. In der Schule
wird ein Keller eingebaut,
in dem die Kessel für die Zentralheizung Platz finden.
Die Fortsetzung der Geschichte der Volksschule Neuenhaus finden Sie
unter:
2. Die
Volksschule im
Nationalsozialismus (1933 - 1945)
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Quellen:
- Schulchronik
der Ev. Volksschule Neuenhaus bis 1913, Aufbewahrung im Schularchiv von
Neuenhaus
- Schulchronik
der Ev. Volksschule Neuenhaus, ab 1913, Abschrift von Herrn Achim
Röder, Neuenhaus, auf CD zur Verfügung gestellt
- Johann Holthuis,
Auszüge
aus der Schulchronik, 1962
- Heinrich Eberhardt,
Chronik
der Schulen von
Neuenhaus, 1994
- Artikel aus der
örtlichen Presse, im Text angegeben
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Grafschaft Bentheim im Unterricht"
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