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Evangelische
Volksschule Neuenhaus, dann Hauptschule Neuenhaus
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Gliederung:
1. Die
Entwicklung des
Schulwesens in Neuenhaus ab 1465
2. Die
Volksschule im
Nationalsozialismus (1933 - 1945)
3.
Die Schule nach dem 2. Weltkrieg bis zur Gründung der KGS
4.
Von der Gründung der Hauptschule 2004 bis zur Auflösung der
Schule 2010
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2.
Die Volksschule im Nationalsozialismus (1933 - 1945)
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1933-1934
- Die Ereignisse des 30. Januar
1933 spiegeln sich
auch in der Schulchronik wider. Da die Eintragungen aus dieser Zeit
nach 1945 aus den Schulchroniken entfernt werden mussten, werden diese
Aussagen aus dieser Schule wörtlich übernommen.
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"Die
Schule nahm lebhaften Anteil an dem großen Geschehen, das sich in
den letzten
Monaten dieses Schuljahres in unserem Vaterlande abspielte: vom Volke
und vom
Herrn Reichspräsidenten berufen, kam Herr Adolf Hitler an die
Macht,
seiner Hand
sind nun die Geschicke unseres Vaterlandes anvertraut, nach Tagen
schwerer
Entscheidungen, so nach dem 31. Januar u. nach dem 5. März, zeigte
sich immer
wieder, in welch hohem Maße die Jugend freudigen Anteil daran
nahm: "bald
wehen Hitlerfahnen über den Straßen" - nun flatterte das
Hakenkreuz auch
vor unserer Schule!
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Anläßlich
der
geschichtlichen Wende, die der Sieg der nationalen Revolution am 5.
März (Reichstagswahl) für die Geschicke Deutschlands
bedeutet, fiel am Mittwoch der Unterricht aus, dgl. am 21.3.
anläßlich der Eröffnung des Reichstages. Durch den
Rundfunk erlebte die gesamte Schuljugend diese große Stunde mit,
im Fackelzug maschierte auch der jüngste ABC-Schütze mit
durch die Straßen zur Wagenhorst, wo ein riesiger Holzstoß
in Flammen aufging".
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Der
1. Mai, der "Tag der Arbeit"
wird festlich
begangen: In Gegenwart der Schüler und Lehrer werden die Fahnen
vor dem Schulgebäude gehißt. "Der große Festtag mit
vielen Wagen - darunter auch der Schulwagen - wird allen
unvergeßlich sein: hoch klingt das hehre Lied der Arbeit."
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Die
Schülerzahl
ist auf 214 gestiegen, die in fünf Klassen
unterrichtet werden.
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Die
Jugendverbände der
NSDAP greifen mit staatlicher
Unterstützung immer mehr in das schulische Leben ein. Die
Einführung des "Staatsjugendtages" im Herbst 1934 bringt eine
wesentliche Änderung im Schulbetrieb. Zu den "Erziehungsfaktoren"
gehören in Zukunft neben Elternhaus und Schule auch die
Hitlerjugend. Der Mittwochnachmittag und der Sonnabend sind ihr
für den Dienst in
der Jugend überlassen. Die Elternbeiräte werden
aufgelöst.
An ihre Stelle treten die "Jugendwalter". Die Erziehungsberechtigten
werden
vom Schulleiter berufen. Außerdem gehören dazu die Vertreter
der
HJ und der Partei.
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Nach den Aussagen der Schulchronik treten im
schulischen Bereich
etliche Veränderungen ein:
"Das neue Deutschland, dessen
Volkwerdung
wir in diesem Jahre sahen und feierten, stellt der Schule neue
Aufgaben. Das
Kind soll bewußt am Leben seines Volkes teilnehmen, es soll in
sein Volk
hineinwachsen, sein Werden verstehen u. über die Grundgesetze
dieses Werdens
belehrt werden. Durch Min.-Verf. v. 13.9.33 ist die Erarbeitung dieser
Stoffe
in Angriff zu nehmen, der Lehrplan ist dahingehend zu ergänzen:
Vererbungslehre, Rassen- u. Familienkunde, Bevölkerungspolitik
bilden in
Zukunft wesentlichen Bestandteil des Lehrstoffes. Diese Ergänzung
ist
inzwischen dem Lehrplan - nach Besprechung in einer Systemkonferenz -
hinzugefügt, danach wird auch gearbeitet. Dabei zeigte sich, wie
freudig und
verständnisvoll die Kinder diesem Unterricht folgten. Das Wunder
der Zelle,
die Gesetzmäßigkeit der Vererbung, die Verschiedenheit der
Menschen als Ausfluß
u. Ergebnis der Rassenmischung stellt die Kinder stets vor neue Fragen
und
führt zu denkender Betrachtung. Der vielgebrauchte Ausdruck "Blut
und
Boden" füllt sich langsam mit Inhalt, Hitlers auf die Zukunft
gerichtetes
Ziel - das Kind fängt an, dieses wenigstens zu fühlen.
Völkisches Denken mag
der weitere, der nächste Schritt sein.
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Dieser
Erziehung zum deutschen Manne, zur
deutschen Frau dient auch die Hitlerjugend, das Jugendvolk und der
"Bund
deutscher Mädel". Schüler und Schülerinnen unserer
Schule sind in diesen,
bzw. der "Kükengruppe", fest organisiert. Die Dienstnachmittage
bleiben frei von häuslichen Aufgaben. Auf dem Gebiete der
Jugendertüchtigung
arbeitet weiterhin der Turnverein, der seit Jahren starke Jugendriegen
hatte.
Ein Teil der Schüler ist in dieser Organisation geblieben; manche,
denen das
Turnen lieb und wert ist, gehören auch beiden Gruppen an. Die
Lehrer wurden zu
der Arbeit im Jungvolk nicht herangezogen; sie sind auf ein gutes
Verhältnis
zu ihm bedacht und bemühen sich, sich im Turnverein nützlich
zu machen. Das
gilt besonders von Herrn Koopmann.
Herr Rotmann leitet
seit 1 1/2 Jahren ein
Pfeifenkorps, das sich aus 8 Knaben der 1. Kl. zusammensetzt. Die 3
Lehrer
gehören seit Juli 1933 der S.A. Res. an.
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Die
Einführung des "Staatsjugendtages"
im Herbst des Jahres 1934
bringt
eine
wesentliche Änderung im Schulbetriebe. Zu den Erziehungsfaktoren
gehört in
Zukunft neben Elternhaus und Schule auch die Führung der
Hitlerjugend. Ihr ist
außer dem Mittwochnachmittag der Sonnabend für den Dienst an
der Jugend
überlassen, der Sonntag gehört der Familie. Die nicht in der
HJ und im BdM
organisierten Kinder besuchen am Sonnabend die Schule, Lehrfächer:
Staatsbürgerlicher Unterricht, Geländesport, Werkunterricht.
Der Rest von Klassen
I. und II.a ist an dem Tage vereinigt. Die Grundschule ist von dieser
Erneuerung
nicht betroffen.
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Zu
erwähnen ist das Gesetz
betr. "Schaffung von Schulgemeinden
und Berufung von Jugendwaltern"
vom 24. Oktbr. 1934. Nachdem der Elternbeirat aufgelöst ist,
werden an seine
Stelle "Jugendwalter" aus dem Kreis der Erziehungsberechtigten vom
Schulleiter berufen, dazu gehört auch der Beauftragte der
Hitlerjugend. Die Elternschaft bildet die "Schulgemeinde".
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1935 - Nach einer Verfügung des
Regierungspräsidenten vom 31.1.1935 soll jede Schule einen Schulgarten
anlegen. Im Herbst 1935 setzt der Unterricht im Bau von
Flugzeugmodellen ein. Da 95 % der Schüler aus den oberen Klassen
den staatlichen Jugendorganisationen angehören, erhält die
Schule das Recht, neben der Reichsfahne die HJ- Fahne zu hissen.
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1938 - Ende
des Schuljahres 1937/38 wird die Gemeinschaftsschule
eingeführt; die Konfessionsschulen hören
auf zu bestehen. Der
beantragten Aufhebung der Mittelschule stimmt die Regierung jedoch
nicht
zu. Gegen die Einführung der Gemeinschaftsschule gibt es von
kirchlicher
Seite Einsprüche. Die Gemeinschaftsschule besuchen 250
Schüler.
Beide Schulgebäude werden als Neustadt- und Altstadtschule
genutzt.
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1939-1945 - Nach Kriegsbeginn haben
fast alle Häuser ab
November 1939 Einquartierung durch die Wehrmacht. Ein Raum in der
Neustadtschule sowie die Turnhalle sind vom Militär beschlagnahmt.
Die Unterricht muss auf ein Mindestmaß eingeschränkt werden,
da ein Lehrer eingezogen wird, der dann 1942 in Russland fällt.
Außerdem muss in Osterwald und Egge vertreten werden. Die
Beschaffung von Lehr- und Lernmaterialien
macht mit dem Fortschreiten des Krieges große Schwierigkeiten.
Der
Unterricht wird durch Fliegeralarm häufig unterbrochen.
Heizmaterial
muss von den Kindern beschafft werden. Zum Kriegsende ist die Schule
von
deutschen Soldaten belegt. Lehrer und ältere Schüler
müssen
Panzergräben schanzen. Im April 1945 wird Neuenhaus besetzt; es
fällt
kein Schuss. Kein Haus wird zerstört, keine Brücke gesprengt.
Die Schulen werden belegt, die Lehrmittel zerstört.
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Die Fortsetzung der Geschichte der
Volksschule Neuenhaus finden Sie unter:
3.
Die Schule nach dem 2. Weltkrieg bis zur Gründung der KGS
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Quellen:
- Schulchronik
der Ev. Volksschule Neuenhaus bis 1913, Aufbewahrung im Schularchiv von
Neuenhaus
- Schulchronik
der Ev. Volksschule Neuenhaus, ab 1913, Abschrift von Herrn Achim
Röder, Neuenhaus, auf CD zur Verfügung gestellt
- Johann Holthuis,
Auszüge
aus der Schulchronik, 1962
- Heinrich Eberhardt,
Chronik
der Schulen von
Neuenhaus, 1994
- Artikel aus der
örtlichen Presse, im Text angegeben
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Diese Seiten sind Teil des Projekts "Die
Grafschaft Bentheim im Unterricht"
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