Grundschule
Osterwald
1663
Bauerschaftsschule, ab 1970 Grundschule
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1663 -
Osterwald erkämpft sich die erste Schule, wobei es einen harten
Streit mit der Kirchspielschule in Veldhausen gibt. Es soll keine
Nebenschule geduldet werden, die nicht von der hohen Obrigkeit
zugelassen ist. Der Oberkirchenrat räumt jedoch der Bauernschaft
Osterwald einen "absonderlichen Schulmeister" ein für die
kleineren Schüler, die den weiten Weg zur Kirchspielschule noch
nicht machen können, mit der Bedingung, dass der Kirchspielschule
kein größerer Schaden erwachse.
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Im Protokoll des Oberkirchenrates vom 20.
Oktober 1663 heißt es dazu: "Demnach die Eingesessnen der
Bauerschaft oster Wald, gerichts Veldhausen, gebürendt zu erkennen
gegeben, welchergestalt ihre Bauerschaft vom Dorfe Veldthausen zimlich
weit abgelegen undt daherr ihnen nicht möglich, Ihre Jungen Kinder
ob solchen Weg sonderlich winters Zeit zu gehen nicht vermögen
daselbsten zur Schule zu halten, Sie gleichwoll gehn sehn möchten,
damit auch dieselben zeitlich zu der Gottesforcht, gutte sitten, auch
Lesen und schreiben angeführt, undt deswegen ihnen einen
absonderlichen Schulmeister führ Solche kleine Jugendt anzuordnen
geuhrlaubet werden möchte, mit der versicherung, daß die
größeren Kinder, welche den weg nacher Veldthausen gehen
können, daselbst zur Schule gehalten undt also derselben
diesetween ganz kein abgangh veranlasset werden solle, solch ihr
gesinnen auch an Sich rhümblich und alles billigkeit
gemääs befunden worden, als wirdt ihnen kraft dieses
vergünstigt undt zugelassen von nuhn an, jedoch auf ihre eigenen
kosten und mittels zuziehung der prediger daselbst einen absonderlichen
Schulmeister anzunehmen. Mitt dem Beding, daferner ihrem versprechen
zuwider der Schule zu Veldthausen allzugroßer Schaden
veruhrsachet würde, daß Sie derselben alsdann auf
anderwärtige verantwortung wieder abzustellen gehalten sein
sollen." (zitiert nach: Ludwig Sager, "Schule und Lehrer in alter
Zeit", Der Grafschafter 1954, Seite 117. Siehe auch: Eberhardt/ Kip,
Seite 230).
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Über ein Schulgebäude ist nichts
bekannt. Heinrich Hensen
vermutet, dass der (freiwillige) Unterricht in einem Privatraum
erfolgt. Er schließt dies daraus, dass bis zum Jahre 1753 im
Ausgabenbuch der Gemeinde Osterwald keine Ausgaben für die Schule
verzeichnet sind (siehe: Heinrich Hensen: Aus der Geschichte der
Gemeinde Osterwald 1698 - 1853).
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1753 - Am
22. Februar 1753 beschließen die 4 Bürgermeister
("Buurschulten" oder "Boermannen") von Osterwald, eine "nije Schoole te
timmern". Man beschließt, selbst mitzuhelfen, so dass die
entstehenden Kosten bescheiden sind. Die Schule scheint nach Angaben
von Hensen (a.a.O.) an der Stelle errichtet zu sein, wo sie noch heute
steht. Auf einem Stein aus Bentheimer Sandstein wird folgender Spruch
eingeschlagen:
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"O Heer, gij hebt ons toebreid,
om deze School te bouwen.
Segen Meester en Kindern,
op dat se op Uw vertrouwen."
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Die Schule scheint, wie alle Häuser
damals, mit einem offenen Feuer geheizt worden zu sein, vielleicht
fehlte auch die Decke, denn es heißt 10 Jahre später :im
Ausgabenbuch "Kachel en Bönnen voor de School". In der
Folgezeit erscheinen dann regelmäßig Ausgaben für
Reparaturen in der Schule wie Fensterscheiben, "Schrijbank", Torf,
Lampen und auch Kalk, "om de School te witten".
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An der Schule unterrichtet ab 1795 G. Bouwer. Er erhält
für das Führen des Ausgabenbuches der Gemeinde jährlich
1 Gulden "för mijn Schrijven" und bezeichnet sich selbst als
"Schoolmester." 1819 erhält der "Schoolmester Lukas Kroll" 2 Gulden, 1829
sind es 6 Gulden und 1839 werden "för dat Schoolamt 25 Gldn."
verbucht. In der Schulchronik, die ab 1894 geführt wird, werden
für die Zeit vor 1850 neben dem Lehrer Kroll die Lehrer Schievink und Assink genannt. Ihr
Einkommen beträgt von jedem Kind wöchentlich 1 Stüber
(50 Stüber = 1 Reichstaler; 20 Stüber = 1 Gulden; 1
Reichstaler = 2 1/2 Gulden). Der Unterricht findet nur im Winter
statt. Die Schüler werden unterrichtet in Religion, Lesen,
Schreiben und etwas Rechnen.
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1821 - Die Schule Osterwald wird
in einer Armenrechnung der Kirchengemeinde Veldhausen erwähnt. Im
Jahre 1821 erhält der Schulmeister von Osterwald, Kroll, für die
armen Kinder in der Schule an Schulgeld und für Bücher
1 Gulden und 12 Stüber (Umrechnung: 1 Gulden = 20
Stüber; 1 Stüber = 8 Deut). (Quelle: Auszug aus der
Armenkasse, von Gerhard Plasger bereitgestellt).
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1828 - Im Jahre 1828 unterrichtet in
der Schule Osterwald ein Lehrer Baur
50 Schulkinder (nach Angaben von Pastor Stiasny "Aus Veldhausens
kirchlicher Vergangenheit und Gegenwart, unveröffentlichtes
Manuskript).
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1850 - Es
wird eine neue Schule gebaut, in die der oben genannte Stein
eingemauert wird. Er geht beim Neubau der Schule 1951 verloren. Die
Schule hat nur einen Klassenraum und einen Lehrer.
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1852 - Die
Schülerzahlen liegen in der Zeit von 1852 - 1890 zwischen 44 und
86 Kindern. Die Zahl steigt 1891 auf 127 und beträgt 1892 115
Kinder. Im Einkommen der Lehrer treten folgende Veränderungen ein:
1852: 270 Mark, 1860: 480 Mark, 1873: 540 Mark, 1876: 660 Mark, 1882:
750 Mark nebst 60 Mark Wohnungsentschädigung. Es ist jeweils das
Jahreseinkommen angegeben.
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Durch die Allgemeinen Bestimmungen von 1872
wird der Lehrplan bedeutend erweitert. Es werden weiterhin 26
Wochenstunden erteilt. Die Fächer sind Religion, Rechnen und
Raumlehre, Deutsch, Geschichte, Geographie, Naturgeschichte, Physik,
Gesang und Zeichnen.
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Die Reihenfolge der Lehrer ist Geerds von 1852 - 1889, Sohns von 1889 - 1892 und Schnieke von 1892 - 1894.
Das folgende Bild zeigt das
Foto einer Schulklasse aus Osterwald aus dem Jahre 1886 mit ihrem
Lehrer Geerts. Die
Trachten der Kinder, die sich für das Foto besonders hübsch
zu machen hatten, verdienen Beachtung. Im Hintergrund die Schule aus
dem Jahre 1850, die 1950 abgerissen wurde. Quelle: Grafschafter
Expreß, etwa 1986.
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1891 -
Weihnachten 1891 wird bei einer Weihnachtsfeier erstmals ein
Weihnachtsbaum angezündet, früher als in anderen Schulen der
Grafschaft.
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1894 - An
der Schule Osterwald wird der Lehrer Schmid eingestellt. Er
beginnt mit dem Schreiben der Schulchronik. Er schreibt, dass Osterwald
551 Einwohner hat. Der Schulweg der Kinder beträgt bis zu einer
Stunde. In der Schule wird deutsch, sonst plattdeutsch gesprochen.. Die
Konfessionen sind reformiert und altreformiert. Der Schulbesuch ist bei
günstiger Witterung regelmäßig, jedoch bei schlechtem
Wetter sehr unregelmäßig; dispensiert wird nicht. Die Ferien
betragen Michaelis 21 Tage, Weihnachten 10 Tage, Ostern 5 Tage,
Bußtage 2, Fasten-Freitage 6, Pfingsten 3 Tage, Jakobi 16 Tage.
Schulfeste liefern des Kaisers Geburtstag (27.1.) und der Sedantag
(2.9.). Kaisers Geburtstag wird gefeiert unter Gesang
vaterländischer Lieder und unter Vorführung des Lebensbildes
dessen, dem die Feier gilt, was gewöhnlich eine Stunde währt.
Turnunterricht für Knaben und Handarbeitsunterricht werden erteilt.
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1896 - Der
Lehrer Schmid wird
nach Adorf versetzt. Sein Nachfolger wird Gerhard
Albrecht Folkers aus Norderney. Die Schülerzahl ist von
1891 mit 127 bis 1896 auf 94 sehr stark abgesunken.
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1898 - Der
Lehrer Folkers wird
nach Alte Piccardie versetzt. Sein Nachfolger wird der Lehrer Jan Schnieders aus Alte
Piccardie.
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1900 -
Nachfolger des Lehrers Schnieders,
der in den Bezirk Düsseldorf entlassen wird, wird der Lehrer Wilhelm
Simon aus Uelsen, der bis 1897 das Seminar zu Osnabrück
besuchte. Da der Klassenraum 103 Kinder nicht fassen kann, müssen
die Kinder aus Veldgar und Bischofspool nach Veldhausen umgeschult
werden; dadurch sinkt die Schülerzahl auf 96 Kinder.
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1901 - Am
18. Januar 1901 wird das "200-jährige Jubelfest des
preußischen Königstums" festlich begangen. Im August bricht
Keuchhusten aus, so dass 55 Kinder bis zu Beginn der Herbstferien
ausfallen.
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1903 -
Mehrere Schüler und auch der Lehrer erkranken an Diphterie. Die
Schule wird vom 14. März bis 20. April geschlossen. Zwei
Schüler sterben. Wegen Hochwassers kann der Unterricht nicht
planmäßig erteilt werden. Die Schüler, die jenseits der
Lee und am Kanal wohnen, können die Schule nicht besuchen. Ab 1903
wird an den Fasten-Freitagen unterrichtet, die Schüler haben nur
Gelegenheit, den Gottesdienst von 10 bis 12 Uhr zu besuchen.
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1904 - Der
Lehrer Simon wird
nach Osterberg bei Westerkappeln (Westfalen) entlassen. Dem Lehrer Wilhelm Lange aus dem Kreis
Wittlage wird die Verwaltung der Schulstelle übertragen.
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1905 -
Wegen einer Masernepidemie muss die Schule für 14 Tage geschlossen
werden. Ein Schüler stirbt an Lungenentzündung. An den
Weihnachtsfeiern nehmen auch die meisten altreformierten Kinder teil,
was in den Vorjahren nicht der Fall war.
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1909 -
Während des Winterhalbjahres werden am Mittwoch nachmittags 2
Stunden Klassenlektüre gegeben. Der Verein für Verbreitung
der Volksbildung leiht der Schule mehrere Bände. Mit Interesse
gelesen werden: Robinson, Pole Poppenspäler, Als ich noch der
Waldbauernbub war, Tiermärchen, Fabeln, Sagen, Märchen von
Grimm. Am 1. Oktober 1909 übernimmt Lehrer Lange eine Schulstelle in
Nordhorn-Altendorf. Im August 1945 wird er Rektor der
Ernst-Moritz-Arendt-Schule in Nordhorn.. Nachfolger von Lehrer Lange in Osterwald wird
Lehrer Knapp aus
Veldhausen.
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1910-1911 -
Lehrer Knapp erkrankt
an einer Rippenfellentzündung, so dass der Unterricht
verkürzt von 3 Lehrkräften aus Veldhausen durchgeführt
werden muss (Ober- und Mittelstufe 12 Wchstd., Unterstufe 8 Wchstd.).
Zum 1. Oktober geht er nach Brackwede bei Bielefeld. Es kommt Lehrer Heemann aus Bentheim, der
jedoch nur bis zum 1. April 1911 bleibt. Sein Nachfolger wird Lehrer Nynhuis aus Kalle, der 21
Jahre in Osterwald bleibt.
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Im September 1911 nimmt Lehrer Nynhuis an einem
4-Wochenkurs zur Ausbildung der Lehrer an ländlichen
Fortbildungsschulen in Verden teil. Während dieser Zeit wird die
alte Schulklasse umgebaut und der Neubau einer zweiten Klasse und der
Lehrerwohnung darüber in Angriff genommen. Während der
ursprüngliche Klassenraum nicht mehr existiert, dient der
Erweiterungsraum seit 1951 als Wäscherei.
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Zum Oktober 1911 wird die 2. Lehrerstelle
besetzt. Die Schule besuchen 105 Schüler. In den folgenden Jahren
liegt die Schülerzahl immer zwischen 100 und 120 Kinder. Wie im
Vorjahr wird ab Oktober 1911 wieder eine ländliche
Fortbildungsschule für schulentlassene Jugendliche eingerichtet.
Der Unterricht findet in den Wintermonaten am Dienstag und Freitag von
18.30 bis 20.30 Uhr statt. Auf Beschluss der Kirchengemeinde nehmen die
altreformierten Kinder nicht mehr an den Weihnachtsfeiern der Schule
teil.
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1914 - Zum
Kriegsbeginn wird der 2. Lehrer am 10. August 1914 eingezogen. Lehrer Nynhuis übernimmt
beide Klassen, die 1. Klasse mit 18 Wchstd. und die 2. Klasse mit 12
Wchstd. Aus Osterwald werden 83 Männer eingezogen.
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1915-1917 -
Für die Oberstufen sämtlicher Volksschulen des Bezirks werden
die Osterferien 1915 wegen dringender Arbeiten bei der
Frühjahrsbestellung um 14 Tage verlängert. Die Einstellung
einer katholischen Lehrerin als Hilfskraft wird vom Schulvorstand
abgelehnt. Auch viele Eltern sind nicht bereit, ihre Kinder zu einer
katholischen Lehrerin zu schicken.
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Am 8. Dezember 1915 wird auch Lehrer Nynhuis zum Kriegsdienst
einberufen. Bis Weihnachten bleibt die Schule verwaist. Ab 4. Januar
1916 unterrichtet Lehrer Karl
Lilienthal aus Osnabrück vertretungsweise an der
Volksschule Osterwald. In der Schulchronik berichtet er
ausführlich und sehr anschaulich über die Kriegsereignisse,
die politischen Veränderungen und die Verhältnisse in
Osterwald und Umgebung. Über seine Osterwalder Zeit schreibt er in
den Grafschafter Jahrbüchern 1954, 1956 und 1957 ("O, du mein
Osterwald", "Aus meinen Grafschafter Tagebuch anno 1917 - 1918") und im
Grafschafter des Jahrgangs 1954 ("Wie der kleine Bernd Kasper starb",
"Es gibt noch eine Zukunft", "Der Rabenhofbauer"). Karl
Lilienthal ist später als Heimatdichter in Niedersachsen
bekannt geworden.
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Der Schulunterricht wird durch die
kriegerischen Verhältnisse stark beeinflusst: Die älteren
Schüler müssen häufig in der Landwirtschaft mithelfen.
In den Wintermonaten herrscht Brennmaterialknappheit. Es ergeht die
Weisung im Amtblatt, Wollgras (Moosplüschken) für die
Garnisons-Militärverwaltung zur Verwendung als Füllung
für Schlafsäcke zu sammeln. Die Schüler aus Osterwald
sind mit ihrem Lehrer mit großem Eifer dabei. In einem
offiziellen Dankschreiben erfolgt dann der Hinweis, dass Wollgras sich
nicht zur Füllung von Schlafsäcken eignet, so dass auf die
Zusendung der Säcke mit dem Wollgras verzichtet wird. Die
Empörung unter den Schülern ist groß. Das Sammeln von
Brennnesseln für die Zeugfabrikation und von
Weißdornfrüchten als Kaffeeersatz wird deshalb nicht mehr
durchgeführt. Die Osterwalder Schule sendet zu Weihnachten 1917
etwa 65 - 70 Pakete an die Osterwalder Krieger ins Feld und in die
Garnison. Während des Sommers besuchen 26 Oberhausener Schulkinder
Osterwald zur Erholung.
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1918 - Zur
neuen Zeit nach Kriegsende schreibt Lilienthal im November
1918: "Neue Reformen sind im Werden, besonders auch in Bezug auf die
Schule. Ich begrüße die Einheitsschule, die eine Bresche in
unseren abscheulichen Klassendünkel reißen wird, ich
begrüße die Befreiung der Schule von jeder kirchlichen
Bevormundung, die Befreiung von der geistlichen Schulaufsicht, die des
Lehrers Stand zweifellos heben wird; ich begrüße endlich die
dem Lehrer zugestandene Glaubens- und Gewissensfreiheit. Rechtes Tun
gebiert nur die Freiheit. Zwang ist Tod".
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1919 - Nach
Rückkehr von Lehrer Nynhuis
am 13.Dezember 1918 wird der Lehrer Lilienthal zum 1. Januar
1919 in den Kreis Melle versetzt. Zum weiteren Verbleib schreiben
die Grafschafter Nachrichten in einem Artikel zum 100. Geburtstag
Lilienthals: "Die Erinnerung an die Grafschaft und die Grafschafter
nahm er mit nach Heidberg, das zwischen Bremen und Worpswede liegt, wo
er anschließend 25 Jahre als Lehrer wirkte. Seine
wissenschaftlichen Arbeiten galten nun der Landschaft an Wümme und
Hamme. Am bekanntesten wurde er durch sein umfangreiches Werk
"Jürgen Christian Findorffs Erbe" (1931), das die Geschichte der
Kolonisierung des Teufelsmoores bei Worpswede beschreibt und 1982
bereits in der dritten Auflage erschien. 1942 berief ihn seine
Vaterstadt an die Mittelschule in Osnabrück, wo er bis kurz vor
seinem Tode am 24. Dezember 1956 unterrichtete". Die 2. Lehrerstelle an
der Volksschule Osterwald wird wieder besetzt. Die Schule wird
dreiklassig. Die 1. Klasse (Oberstufe) mit 35 Schülern erhält
28 Wchstd., die 2. Klasse (Mittelstufe) mit 49 Schülern 24 Wchstd.
und die 3. KLasse (Unterstufe) mit 45 Schülern 12 Wchstd.
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1920 -
Angeregt durch einen Vortrag "Warum fordern wir die evangelische
Bekenntnisschule?" wird ein Evangelischer Schulverein gegründet,
dem fast alle Bewohner Osterwalds beitreten.
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1923 -
Während der Ruhrbesetzung durch Frankreich und Belgien werden 7
Kinder in Osterwald aufgenommen und verpflegt. Die Schülerzahl
verringert sich von 116 auf 102..
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1925 -
Unter der Bevölkerung zeigt sich ein Drang nach Bildung. Aus
Osterwald besuchen 2 Jungen die Rektoratsschule in Neuenhaus,
um dann in die Oberrealschule in Aufbauform nach Nordhorn zu
gehen. Das Gesundheitsamt Nordhorn führt erstmalig eine
Untersuchung aller Kinder durch. Der Gesundheitszustand der Kinder ist
normal. Von einer Heilstättenbehandlung der Kinder kann abgesehen
werden.
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1932 -
Lehrer Nynhuis wird
zum 1. April 1932 auf eigenen Wunsch nach 21 Jahren nach Quendorf
versetzt. Nach kurzer Vertretungszeit wird Lehrer Wallis am 1. Juni 1932 mit
der Verwaltung der 1. Lehrerstelle beauftragt. Am 23. Dezember findet
zum ersten Mal nach längerer Zeit eine gemeinsame Weihnachtsfeier
statt. Der hell erleuchtete Tannenbaum bereitet den Kindern, die zum
Teil noch keinen Tannenbaum gesehen haben, große Freude.
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1933 - Die
Machtübernahme Hitlers
hat auch auf die Schule Auswirkungen. Aufgrund seines Wahlsieges in
ganz Deutschland am 5.3.1933 (Osterwald 288 von 353 Stimmen für
die NSDAP = 81,6 %) gibt es am 8.3. schulfrei. Die Schule wird
geflaggt. Am 1. Mai, dem "Tag der nationalen Arbeit" nehmen
sämtliche Schulen des Kirchspiels an einen Festzug in Veldhausen
teil. Auch die Schule Osterwald ist von außen und von innen mit
Birkengrün und kleinen Fahnen geschmückt.
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Im Februar 1933 stellt die Regierung der
Schule Geld für ein Rundfunkgerät zur Verfügung. Vom
September bis November fahren 5 Kinder zur Erholung nach Bad
Mergentheim. 4 weitere Kinder erhalten keine Erlaubnis von den Eltern.
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1934 - Da
der Schulplatz bei Regenwetter kaum zu benutzen ist, beschließt
der Schulvorstand, den Platz im Gemeindedienst auffahren zu lassen.
Dies erfolgt Ende Januar 1934. Es sind fast 1000 Fuhren Sand, wie die
Neuenhäuser Zeitung am 29. Januar 1934 berichtet.
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Es erfolgt die Einstellung einer technischen
Lehrerin, die an mehreren Schulen Handarbeitsunterricht erteilt. Ostern
1934 besteht der erste Schüler aus Osterwald, Hindrik
Jan Hensen, an der Aufbauschule in Nordhorn seine
Reifeprüfung. Heinrich
Hensen,
wie er sich später nennt, wird Lehrer und ist dann Schulleiter in
Vorwald und an der Blankeschule in Nordhorn. Außerdem wird er als
Heimatschriftsteller bekannt (siehe: L-C-Hensen).
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Im Sommer fällt Lehrer Wallis längere Zeit
wegen Krankheit aus und wird von Veldhausen und Neuenhaus aus
vertreten. Am 28. August 1934 werden die Grafschafter Lehrer auf den
Führer Adolf Hitler
vereidigt. Im Laufe des Jahres werden Sammlungen für das
Winterhilfswerk des VDA (30,15 Mark), die
Kriegsgräberfürsorge (31,80 Mark), die Winterhilfe
(Sachspenden) und das WHW (Winterhilfswerk, Sachspenden). An den
Sammlungen sind die Schüler beteiligt. Dies setzt sich auch 1935
fort, bis eine Pause angeordnet wird. An die Stelle der
Elternbeiräte werden Jugendwalter eingesetzt.
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1935 - Der
Sieg bei der Saarabstimmung wird in der Schule durch eine Feier
gewürdigt. Zum 1. August wird der Schulleiter, Lehrer Wallis, in den Kreis
Bersenbrück versetzt. Sein Nachfolger in der 1. Stelle wird Lehrer
Stemberg.
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1936 - Die
Chronik geht auf folgende Ereignisse ein: Tag der nationalen Arbeit,
Fest der deutschen Jugend, Sammlung für den VDA, Volksfest in
Veldhausen, Weihnachtsfeier.
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1939-1945 -
In der Chronik wird der Kriegsausbruch ausführlich dargestellt.
Der 2. Lehrer wird eingezogen, so dass Lehrer Stemberg den Unterricht mit
113 Schülern allein erteilen muss. Nachdem er Anfang 1941
ebenfalls eingezogen wird, übernimmt Lehrer Rotmann aus Neuenhaus die
Vertretung. Im weiteren Kriegsverlauf wird von Altstoff- und
Heilkräutersammlungen berichtet. Es wird auf die gefallenen
Osterwalder eingegangen. Im weiteren Kriegsverlauf wird die Schularbeit
öfter durch Fliegeralarm und Feindeinflüge unterbrochen. Der
Unterricht endet Ostern 1945 mit dem Einmarsch der alliierten Truppen.
Er beginnt wieder am 29. August (für die Grundschule) bzw. am 25
Oktober (für die oberen Jahrgänge). Eine Schulhelferin
übernimmt den Unterricht für die 3 unteren Jahrgänge.
Die Schule besuchen 127 Schüler. Der Unterricht leidet unter dem
Mangel an Büchern, Heften, Schiefertafeln, Kreide u.a.
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1947 -
Nachdem die Schulhelferin ihren Dienst am 1. April 1947 niedergelegt
hat, unterrichtet Lehrer Rotmann
die Kinder bis Dezember 1947 allein. Dann wird der Schulamtsbewerber Dietrich
Behmenburg aus Duisburg-Meiderich nach seiner Ausbildung in
einem Sonderkurs eingestellt.
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1949-1951 -
Die Schülerzahl ist auf 139 Kinder angestiegen. Deshalb wird nach
den Herbstferien eine 3. Lehrerinnenstelle eingerichtet. Es werden 4
Klassen gebildet. Da nur 2 Klassenräume zur Verfügung stehen,
muss an 5 Nachmittagen bis 1/2 5 unterrichtet werden. Es wird in
Erwägung gezogen, einen Neubau auf dem Sportplatz bei der Schule
zu errichten. Hierfür werden der Gemeinde 25.000 DM aus der
Emslandhilfe zugesprochen. Der erforderliche Schulneubau beginnt nach
den Sommerferien 1950 und ist im August 1951 bezugsfertig. Nach
Fertigstellung der Außenanlagen erfolgt die feierliche
Übernahme am ersten Tag nach den Herbstferien, am 11.Oktober
1951.
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1953-1954 - Häufiger
Lehrerwechsel (fünfmal in einem Jahr) macht sich in den unteren
drei Jahrgängen nachteilig bemerkbar.
Der Gemeinderat beschließt 1954 den Anbau eines dritten
Klassenraumes und den Bau einer Lehrerwohnung. Über dem 3.
Klassenraum soll eine weitere Lehrerwohnung entstehen. Die
Fertigstellung erfolgt 1955. Die Schülerzahlen liegen bei etwa 120
Kindern. In dem 1911 errichteten Schulgebäude wird eine
Wäscherei eingerichtet. Die 1850 erbaute alte Klasse wird
abgerissen. Zum 1.8.1955 wird Hauptlehrer Rotmann in den Ruhestand
versetzt. Sein Nachfolger wird ab 1.10.1955 der Lehrer Behmenburg, der schon seit
1947 an der Schule tätig ist.
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Das neue
Schulgebäude mit 3 Klassenräumen.
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1958 - Ab
1958 absolvieren Studenten der Pädagogischen Hochschule
Osnabrück jeweils im August/September für 6 Wochen ein
Landschulpraktikum.
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1961 -
Aufgrund der
Einnahmen aus der
Erdölförderung erfolgen in den nächsten Jahren
zahlreiche Baumaßnahmen in der Gemeinde. In der Schule entsteht
eine Pausenhalle, eine zweite Lehrerwohnung wird beschlossen. Die
Toilettenanlage wird umgebaut und erweitert. Der Schulhof erhält
eine Asphaltdecke. Auf einem 8.750 qm großen Grundstück
entsteht ein Sportplatz mit befestigter Laufbahn am Rande, der von
einem Drahtzaun umgeben ist. Es werden eine Turnhalle in der
Größe 12 x 24 m und ein Lehrschwimmbecken mit versenkbarem
Boden und eine Schwimmmeisterwohnung gebaut, die 1967 ihrer Bestimmung
übergeben werden.
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1962 - Die
Schüler
aus Osterwald gehen nach dem 8.
Schuljahr in die 9. Klasse der Mittelpunktschule Veldhausen über.
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1966 - Nach
Ablehnung
durch den Gemeinderat stimmt
eine Elternversammlung zu, dass das 7. und 8. Schuljahr zur
Mittelpunktschule Veldhausen abgeschult wird.
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1969 - Es
wird ein
Verkehrsübungsplatz
eingerichtet. Die Kreisverkehrswacht Nordhorn spendet 2 Ketcars. Die
Verkehrserziehung soll durch praktische Übungsmöglichkeiten
intensiviert werden.
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1970-1971 -
In Neuenhaus wird
die Kooperative Eingangs- und
Förderstufe (KEF) als Vorläufer der Orientierungsstufe
eingeführt. Die Schüler des 5. und 6. Schuljahres werden nach
Neuenhaus überwiesen und gehen ab Klasse 7 nach Veldhausen. In
Osterwald bleibt nur die Grundschule, die nach Zusage des Schulrates
auch dort bleiben soll. Die Zahl der Schüler sinkt auf unter 50
(im Jahre 1973).
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1975 -
Hauptlehrer Behmenburg
wird am 1.8.1975
in
den Ruhestand versetzt. Er stirbt am 13. Mai 1981. Die Leitung der
Grundschule Osterwald übernimmt vertretungsweise Frau Crispin, die
schon seit
1959 an der Schule tätig ist.
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1976 - Der
Leiter der
Grundschule wird mit Beginn
des Schuljahres 1976/77 Herr Northolt,
nachdem die Grundschule
Hohenkörben, die er bisher geleitet hat, aufgelöst wurde.
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1981 - An
der Grundschule
Osterwald wird die dritte
Planstelle eingerichtet. Die Schule besuchen jetzt 65 Schüler.
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1988 - Nach
gründlicher Renovierung wird das
Hallenbad im Dezember 1988 neu eröffnet.
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1989 - Zum
1.2.1989 tritt
Herr Northolt in den
Ruhestand. Sein Nachfolger wird Herr Gerd Schulz aus Veldhausen.
Erstmalig fährt eine 4. Klasse der Grundschule Osterwald zu
einem Schullandheimaufenthalt für eine Woche nach Uelsen. Durch
Umbaumaßnahmen wird an der Schule ein Verwaltungsraum geschaffen.
Außerdem beginnen die Planungen für den Ausbau eines 4.
Klassenraumes im Obergeschoss, der im August 1990 fertiggestellt ist
und bezogen werden kann. Die Turnhalle wird renoviert. Vor Weihnachten
veranstalten die Schüler einen Weihnachtsmarkt.
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1991 - Die
Grundschule
Osterwald erhält erstmalig
eine Schreibkraft mit 3 Wchstd. Bisher musste der Schulleiter alle
Verwaltungs- und Schreibarbeiten allein durchführen.
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1993-1994 -
Die Decke des
Hallenbades stürzt ein.
Es wird niemand verletzt. Der Elternrat der Grundschule Osterwald setzt
sich durch eine Unterschriftensammlung mit 1.229 Unterschriften
für
die Reparatur ein. Aus finanziellen Gründen bleibt das Schwimmbad
jedoch bis heute geschlossen (GN, 7.12.1993, 7.1.1994, 22.1.1994,
25.5.1994, 9.7.1994, 14.7.1994, 23.7.1997, 23.9.1994). Mit Beginn des
Schuljahres 1994/95 wird an der Grundschule Osterwald
die 5-Tage-Woche eingeführt.
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1995 - Da
zwei
Lehrkräfte ausfallen und Ersatz
nicht gestellt wird, gehen die Klassen 1 und 2 vorzeitig in die
Sommerferien. Eine seit einem Jahr leer stehende Wohnung wird in den
Herbstferien zu
einem Werk-/Kunstraum, einem Gruppenraum, eine Küche und ein
Lehrer-WC
umgebaut. Der 4. Klassenraum soll vergrößert werden. Bei der
Aktion "Sicheres Fahrrad" stellt die Polizei bei einer
Überprüfung
fest, dass die Osterwalder Schüler die sichersten Fahrräder
in
der Samtgemeinde haben (GN, 15.11.1995)
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1998 - Da
sich die
Samtgemeinde finanziell
nicht in der Lage sieht, hat sich eine Elterninitiative gebildet, die
die Vergrößerung eines Klassenraumes, der für die
steigende Schülerzahl nicht mehr ausreicht, selbst
durchführt. In drei
Wochen werden von 35 Personen 250 Arbeitsstunden geleistet (GN, 9.2.
und
11.3.1998). Durch eine Spende von 5.000 DM von einem BEB-Mitarbeiter
entsteht
an der Grundschule Osterwald eine Jugendverkehrsschule, durch die die
Schule
ihren Kindern mehr Sicherheit im Straßenverkehr vermitteln will
(GN,
23.5.1998). Der Rat der Samtgemeinde Neuenhaus beschließt, dass
an
der Grundschule Osterwald eine Sonnenschutzanlage gebaut wird (GN,
17.6.1998).
Die Grundschule Osterwald übernimmt den renovierten Tennisplatz
vom
TC Rot-Weiss Neuenhaus.
Der Schulleiter fällt durch einen Herzinfarkt vom September 1998
bis Juli 1999 aus.
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Das
Kollegium im Schuljahr 1998/99
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1999 - Ab
August 1999
wird der Schulversuch "Lernen
unter einem Dach" durchgeführt. Für den Schulversuch stehen
von der Sonderschule Neuenhaus 4 Lehrerstunden zur Verfügung. Von
der Sparkassenstiftung erhält die Schule 4 PC´s für die
Gestaltung des Unterrichts. Der Samtgemeinderat beschließt die
Umwandlung
der Grundschule Osterwald in eine "Verlässliche Grundschule"
(GN, 20.12.1999).
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2000 - Die
Erstklässler der Grundschule Osterwald
erhalten von einem Nordhorner Möbelhaus 30 Sicherheitswesten
geschenkt, damit der Schulweg mit dem Fahrrad etwas sicherer wird (GN,
5.10.2000).
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2001 - Die
Eltern
gründen einen Förderverein.
Er will zusätzliche Lernmittel anschaffen, schulische
Veranstaltungen und Einrichtungen fördern, bedürftige
Schüler und Schülerinnen unterstützen, zusätzliche
Spielgeräte für Schule und Schulhof anschaffen, die
Beziehungen zum Schulträger (Samtgemeinde
Neuenhaus) pflegen und die Interessen der Schule gegenüber
der
Schulaufsicht in der Öffentlichkeit vertreten. In einem
Malwettbewerb
soll ein Logo der Schule Osterwald gefunden werden (GN, 17.4.2001).
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2002 - Die
Samtgemeinde
legt am 8.4.2002 für die
Grundschulen im Samtgemeindebereich einen gemeinsamen Schulbezirk fest.
Die Schüler haben die Wahl zwischen den Grundschulen des
Samtgemeindebereichs, wobei bestimmte Kapazitätsgrenzen beachtet
werden müssen. Dieser Beschluss ist für die Kinder aus
Wolthaar von Belang, die zum Schuleinzugsbereich von Veldhausen
gehören, in der Nähe der Schule Osterwald wohnen und
schon den Kindergarten Osterwald besucht
haben.
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2003 - Osterwald
blickt auf 250 Jahre Schule in Osterwald zurück. In einer
Festveranstaltung im überfüllten Dorfgemeinschaftshaus
berichtet der ehemalige Schulrat Heinz Ragnitz über die
Entwicklung der Schule, der jetzige Schulrat Udo Tiemann über die
gegenwärtige Situation (GN, 10.11.2003)
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2005 - Die
Anmeldezahlen für die Grundschule Osterwald sind alarmierend.
Aufgrund des Rückgangs der Geburtenzahlen werden zum 1.8.2005 nur
noch 10, im Jahre 2006 nur noch 6 Schüler eingeschult werden, Dies
würde dazu führen, dass in zwei Jahren nur noch kombinierte
Klassen gebildet werden können,die jeweils 2 Schuljahrgänge
umfassen (1/2 und 3/4).
Traditionell schicken die Eltern aus Alte Piccardie und
Hohenkörben, die zur Gemeinde Osterwald gehören, ihre Kinder
nach Georgsdorf zur Schule. Dort herrscht jedoch Raumnot, so dass
Fachräume in Klassenräume umfunktioniert werden müssen.
Ein Ausgleich könnte geschaffen werden, wenn Kinder von Alte
Piccardie nach Osterwald eingechult werden. Der Elternrat startet
deshalb eine Initiative: Die Kinder werden bis 14.45 Uhr betreut. Nach
dem Unterricht und der Randstundenbetreuung können sie ab 13 Uhr
im benachbarten Kindergarten spielen. Ein Lehrerin bietet dann von
14.00 - 14.45 Uhr Hausaufgabenbetreuung an. Die Schule setzt einen
Schwerpunkt auf den Sportunterricht mit durchgehend drei Wochenstunden
Sport. Dazu gehören ab dem 2. Schuljahr zwei Studen Schwimmen. Die
Eltern wollen auch in Esche und im benachbarten Veldhausen für den
Besuch der Grundschule Osterwald werben. Da für die Grundschulen
im Samtgemeindebereich ein gemeinsamer Schulbezirk besteht, gibt es
für die Anmeldung in Osterwald von außerhalb keine
Schwierigkeiten (GN, 22. 2. und 31.12.2005).
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2006 - Die
Grundschule Osterwald startet mit Beginn des Schuljahres 2006/07 das
Projekt "Helm ist cool". Ziel der Aktion, die finanziell von knapp 30
Osterwalder Firmen unterstützt wird, ist es, möglichst viele
Kinder zum Tragen eines Helmes beim Fahrrad fahren zu animieren. Die
Initiative zu der Aktion geht vom Elternrat aus. Für jeden
Schüler, der eine Woche lang jeden Tag einen Helm trägt,
werden als Belohnung 25 Cent in die Klassenkasse eingezahlt. Jede
Klasse entscheidet selbst, wofür das Geld am Ende ausgegeben wird
(GN, 15.7.2006)
So sieht die Schule heute aus (Foto. Homepage)
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2007 - Am
31. Januar wird der Rektor Gerd
Schulz im Rahmen einer kleinen Feierstunde aus dem Schuldienst
verabschiedet. Er begann seinen Schuldienst 1970 in Veldhausen, war von
1973 bis 1983 stellvertretender Stufenleiter der Orientierungsstufe
Neuenhaus, wechselte dann wieder nach Veldhausen und leitete die
Grundschule Osterwald ab 1989 (GN, 6.2.2007).
Nach längerer Vakanzzeit, in der die Schule von den
Lehrkräften gemeinsam verwaltet wurde, wird die Lehrerin Dagmar Gravemeier als erste
Frau offiziell als Schulleiterin und Rektorin in ihr Amt
eingeführt.
Ihre Laufbahn als Lehrerin, die 1949 im westfälischen Mettingen
geboren wurde, führte sie von der Ev. Blankeschule in Nordhorn
(1973), die Grund- und Hauptschulen in Bad Essen (1978),
Neuenkirchen-Vörden (1979) und Georgsdorf (1984) schließlich
1990 nach Osterwald (GN, 13.12.2007).
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2008 - Die Grundschule Osterwald
führt
seit zwei Jahren ein Kombiklasse, in der zwei benachbarte
Schuljahrgänge zusammengefasst sind. Aufgrund des
Geburtenrückgangs ist auch in den kommenden Jahren mit
Kombiklassen zu rechnen. In einen Gutachten wird aus schulrechtlichen
und schulfachlichen Gründen empfohlen, die Grundschule Osterwald
aufzulösen und mit der Grundschule Veldhausen zu
vereinigen, evtl. eine Kombiklasse 1./2. als Außenstelle in
Osterwald einzurichten. Politik und Verwaltung wollen jedoch weiterhin
Osterwald als kleine Grundschule erhalten, "wenn die Eltern es wollen
und es möglich ist" (GN, 13.11.2008).
2009 - Mit Beginn
des Schuljahres 2009/10 erhalten alle Schüler des dritten
Schuljahrgangs jede Woche Musikunterricht
mit Blockflöten während des regulären Unterricht
von einer Lehrkraft der Musikschule Niedergrafschaft. Ermöglich
wird dies durch die finanzielle Unterstützung der Gemeinde
Osterwald, die alle anfallenden Kosten für das Personal, die Noten
und Instrumente übernimmt. Schulleiterin Dagmar Gravemeier und
Musikschulleiter Heinz-Josef
Bausen sind sich einig, dass durch gemeinsames Musizieren der
Teamgeist gefördert und die Einstellung zur Schule und zum Lernen
positiv beeinflusst werden kann (GN, 15.8.2009).
Dagmar Gravemeier,
Rektorin der Grundschule Osterwald, feiert ihr 40-jähriges Dienstjubiläum.
Schulrat Udo Tiemann
würdigt ihre Verdienste und ihr Engagement im Rahmen ihres
schulischen Wirkens. Frau Gravemeier
begann ihren Dienst 1973 an der Ev. Blankeschule Nordhorn. Seit 1990
ist sie an der Grundschule Osterwald tätig, die sie seit 2007
leitet (GN, 4.12.2009).
2010 - Neujahrsempfang
Beim
Neujahrsempfang der Gemeinde Osterwald stellen Bürgermeister Johann Diekjakobs und
Erster Samtgemeindrat Günter
Oldekamp die Projekte für das Jahr 2010 vor. Nach den
Worten von Herrn Oldekamp ist von großer Bedeutung die
Entscheidung über die Zusammenlegung
der beiden bislang selbstständigen Hauptschulen Veldhausen
und Neuenhaus. Dabei gehe es darum, im Interesse der Schüler ein
zukunftsfähiges Schulsystem aufzubauen. Gerüchten, der Bestand der Grundschule Osterwald
sei gefährdet,widersprach er. (GN, 14.1.2010)
Schulhofgestaltung
Im Rahmen des Aktionstages
"Osterwalder packen mit an", bei dem 184
Kinder, Jugendliche und Erwachsene beteiligt sind, werden auch auf dem
Schulhof die Spielbereiche mit neuen Kunststoffplatten eingefasst.
Davon überzeugen sich Vertreter das Rates und der Verwaltung vor
Ort (Foto: Lindwehr, GN, 16.3.2010)
Sponsorenlauf
Mit
einem Sponsorenlauf haben die
Schüler der Grundschule Osterwald
rund 4.100 Euro für die Hilfsaktion
"Unsere kleinen Brüder
und Schwestern" erlaufen. Etwa 60 Kinder hatten sich Sponsoren
im privaten Umfeld gesucht, die die Runden auf dem Sportplatz mit
einem festen Beitrag belohnten. Der Sponsorenlauf fand ebenso wie
eine Projektausstellung zum Thema Haiti im Rahmen eines Schulfestes
statt (GN, 24.6.2010).
2011
- Steinvogel ziert Schulhof
55 Grundschüler haben mithilfe von drei Künstern im Laufe
einer Woche eine rund einen Meter
hohe Sandsteinskulptur gebaut. Sie thront nun auf einen kleinen
Hügel neben dem Pausenhof. Dorothea Berwe,
Vorstandsmitglied des Fördervereins der Grundschule, ist es zu
verdanken, dass eine Kunstwoche stattfinden konnte. Beteiligt war auch
die pensionierte Hauptschullehrerin Antje Köller. Die
Kinder erkundeten auch die Geschichte des Sandsteins. Dazu machten sie
einen Ausflug in den ehemaligen Sandsteinbruch im Bentheimer
Wald. "Dort durften die Kinder mit dem Hammer Sandstein heraushauen",
berichtet die Schulleiterin Dagmar
Gravemeyer. (GN, 22.10.2011)
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Quellen:
- Schulchronik der
Volksschule Osterwald, Band I (1894 -
1955)
- Schulchronik der Schule
Osterwald, Band II (ab
1955)
- Ludwig Sager, Schule
und Lehrer in alter Zeit,
Der Grafschafter 1954, Seite 117
- Heinrich Specht, Die
Bauerschafts- oder
Nebenschulen in der Grafschaft Bentheim, Jahrbuch des Heimatvereins
1936, Seiten 88 -
91
- Dr. Ernst Kühle,
Osterwald, Jahrbuch des
Heimatvereins 1975, Seite 120
- Heinrich Hensen, Aus
der Geschichte der Gemeinde
Osterwald 1698 - 1853. In: Der Grafschafter, Jahrgang 1986
- Heinrich Eberhardt und
Jan
Harm Kip, Einführung des reformierten
Bekenntnisses in der Grafschaft Bentheim im Jahre 1588 und ihr Einfluss
auf die Entwicklung des Volksschulwesens. In: Reformiertes Bekenntnis
in der
Grafschaft Bentheim, Das Bentheimer Land, Band 114, 1988, Seite 215
bis 244
- GN am Wochenende, "Eine
neue Schule für Osterwald zimmern" Ein kurzer Abriss einer jetzt
250-jährigen Schulgeschichte in der Niedergrafschafter Gemeinde.
von Friedrich Gerlach, 1.11.2003
- Artikel aus der
örtlichen Presse, Fundstellen im Text angegeben.
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Weitere
Informationen zur Grundschule
Osterwald finden Sie im Internet unter: www.gs-osterwald.de
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