| Volksschule Hilten
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1801-1858
- Die Schulgemeinde
Hilten bestand zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus der politischen
Gemeinde Hilten.
Seit etwa 1820 besuchten die
Kinder aus Lemke in den Wintermonaten eine
eigene Schule. Ein später als Backhaus und Stall genutztes kleines
Gebäude auf dem Hof Lübbermann
war die frühere Bauernschaftsschule. Um 1820 hatte Lemke 79 Einwohner in 11
Haushaltungen. Vor 1859 gingen die Kinder aus Buitenborg nach Neuenhaus
zur Schule.
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Über die
ersten Lehrer in Hilten sagt die
Schulchronik folgendes aus: "Soweit zu ermitteln gewesen, unterrichtete
hier ein Lehrer Geert Harms
von 1801 bis 1810. Von 1810 bis 1820 war
kein
Lehrer da und wurde um 1820 ein Lehrer Wallkotte aus Piccardie
berufen.
Er wirkte bis zum Jahre 1836, wo er nach Amerika auswanderte. Sein
Nachfolger
wurde Klünder,
der damals als Schäfer bei Colon Gosselink aus
Buitenborg diente. Dieser wurde in einer Gemeindeversammlung im Singen
und
Schreiben geprüft und dann als Lehrer gemietet. Er wirkte hier bis
zum Jahre 1845. Sein Nachfolger war der Haussohn Geert Deetmerink aus Hilten"
(siehe auch: Heinrich Eberhardt, Schule, Land und Leute der
Samtgemeinde
Uelsen
im Spiegel der Schulchroniken, 1985, Seite 348). |
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Das Stelleneinkommen beträgt vor Einführung des Schulzwanges
(1824) einen Stüber (8 Pfennig) pro Kind und Woche. Um 1845 wird
das Einkommen auf 90 Taler (270 Mark) im Jahr festgesetzt. Die Summe
wird teilweise durch Schulgeld (3 Mark jährlich) und das Fehlende
von Seiten der Gemeinde aufgebracht. Dieser Modus wird solange
beibehalten, bis nach mehrmaligen Gehaltsverbesserungen bis zu 750 Mark
und freier Wohnung die direkten Staatssteuern zugrunde gelegt werden. |
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1859
- An die Stelle des
alten zerfallenen
Schulgebäudes wird eine neue Schule gebaut. Die Gemeinden Lemke
und
Buitenborg schließen sich der Schulgemeinde Hilten an und tragen
auch zu den Schulkosten bei. Die Schule ist eine Neben- oder Bauernschaftsschule im Kirchspiel Uelsen. Die
Schulwege betragen maximal 3 km.
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Die Schule in Hilten besteht aus einem einzigen Raum und steht zwischen
dem jetzigen Schulgebäude und der Bundesstraße 403.
Über die Schulverhältnisse in der Zeit von 1859 bis 1908
heißt es in
der Schulchronik: "Das Schulgebäude ist 8,25 m lang, 5,25 m breit und 3,50 m
hoch. Die Umfassungsmauern sind von Ziegelsteinen aufgeführt. Das
Dach
besteht aus Dachziegeln, welche teils in Strohdecken, teils in Cement
eingefaßt sind. An der Südseite befindet sich in der Mitte
die Thür mit Oberlicht und Ventilation. Rechts und links befindet
sich je ein Fenster; ebenso haben die östliche und die westliche
Mauer je ein Fenster mit einer Luftscheibe. Der Fußboden ist
gedielt. Der Thür gegenüber befindet sich das Pult des
Lehrers. Zu beiden Seiten des quer durch die Schule führenden
Ganges befinden sich die Subsellien. Rechts vom Eingange sitzen die
Knaben, links die Mädchen. Ein Bücher- und Kartenschrank,
sowie ein kleiner Schrank zur Aufbewahrung der weiblichen Handarbeiten
nebst Torfkasten befinden sich in der Schule. Die Schule ist vom
Spielplatz, der zugleich Turnplatz ist, umgeben." (zitiert nach Brink,
a.a.O.).
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1870
- Der Lehrer Deetmerink bekommt in den
60er Jahren
die ägyptische Augenkrankheit und ist unfähig zu
unterrichten.
Deshalb muss er sich Gehilfen halten. Als er 1870 in den Ruhestand
tritt,
wird der letzte Gehilfe Ensink
als Lehrer eingestellt.
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1872
- Früher hatten
die beiden Geistlichen zu
Uelsen die Aufsicht über die Schule. Nach Erlass der allgemeinen
Bestimmungen von 1872 wird dem Herrn Pastor Cappenberg die
Localaufsicht übertragen. Ihm folgt Pastor Schulte, später
Pastor Bode.
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1873-1878
- Lehrer Ensink geht als 2. Lehrer
nach Neuenhaus.
Die Stelle wird mit dem Schulamtsbewerber H.J.Deetmerink besetzt. Als
dieser Anfang 1877 aus dem Schuldienst austritt, bleibt die Schule bis
zum 16.Januar 1878 vakant. Dann wird der Lehrer Fuhlenbrock aus Thuine
als Lehrer angestellt. Die Schulgemeinde kauft das Wiegerinksche Kötterwesen und baut es
zu einer Dienstwohnung für den Lehrer aus. Außerdem
gehören
zur Schulstelle Ländereien. Der Lehrer hat die Berechtigung in der
ungeteilten Feldmark Buitenborg.
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1895 -
Lehrer Fuhlenbrock beginnt mit dem
Schreiben der Schulchronik. Die Schule besuchen im Schuljahr
1895/96 47 Schüler, davon 26 Knaben und 21 Mädchen.
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1896-1897
- Das Stelleneinkommen des Lehrers wird
1896 um 100 Mark jährlich erhöht, so dass es jetzt
außer der freien Wohnung 850 Mark beträgt. Bei der
Regulierung des Stelleneinkommend nach dem neuen Lehrerbesoldungsgesetz
von 1897 wird die hiesige Stelle der III. Gruppe zugeteilt, nach
welcher das Grundgehalt jährlich 1.000 Mark und die
Alterszulagenstufe 120 Mark betragen. Außer dem gesetzlichen
Staatsbetrag von 500 Mark jährlich erhält die Schulgemeinde
noch eine jährliche Beihilfe aus Staatsmitteln zur Besoldung des
Lehrers von 70 Mark.
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1904
- Nach vorheriger
Erkrankung stirbt Lehrer Fuhlenbrock
nach
27-jähriger Tätigkeit in Hilten im Juli
1904. In der Schulchronik heißt es, dass er in der Schulgemeinde
nicht nur der geliebte und
geachtete Lehrer und Erzieher ihrer Jugend war, sondern auch in allen
Lebenslagen
der treue und bewährte Berater und Helfer, der mit ihr stets Freud
und Leid teilte. Als sein Nachfolger wird am 5. September 1904 sein Sohn Wilhelm, der in
Wielen Lehrer war, nach Hilten versetzt.
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1908
- Da die 1859
erbaute Schule inzwischen
baufällig geworden ist, wird von der Regierung in
Osnabrück
1907 der Neubau einer Schule angeordnet. Die Einweihung erfolgt am 23.
April 1908. Das neue Gebäude wird unmittelbar hinter der alten
Schule errichtet. Die beiden Räume bilden heute den ältesten
Teil der jetzigen Schule.
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1909
- Lehrer W. Fuhlenbrock wird zum 1.
Januar 1909
nach Schüttorf versetzt. Sein Nachfolger wird Lehrer Drees, der
vorher in
Getelomoor tätig war. Die Schule besuchen 58 Kinder.
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1911
- Die Schulgemeinde
verkauft die 1878 erstellte
Lehrerwohnung und baut neben der Schule eine neue Dienstwohnung, die
Wohnung für
den Schulleiter. Im November 1911 wird eine ländliche Fortbildungsschule
eingerichtet, die von 14 Schülern besucht wird.
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1919
- Lehrer Drees wird, nachdem er im
Kriege mehrere
Jahre Soldat war, nach Hankenberge, Kreis Iburg, versetzt. An seine
Stelle tritt Lehrer Verbeck,
der vorher in Alte Piccardie tätig
war.
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1920
- Die
Schülerzahl ist auf 92 Kinder
gestiegen. Die Regierung in Osnabrück fordert die Schulgemeinde
Hilten - Lemke
- Buitenborg auf, die Einrichtung einer 2. Lehrerstelle zu
beschließen. Der 2. Lehrer unterrichtet die jüngeren Kinder
auf dem Flur der Schule.
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1926
- Der 2. Klassenraum
kann erst 1926 errichtet
werden. Gleichzeitig wird über dem neuen Klassenraum eine kleine
Wohnung für den unverheirateten Lehrer gebaut. Die Schule und die
Lehrerwohnungen erhalten im gleichen Jahr elektrisches Licht.
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1929
- Am 1. April 1929
wird die Gemeinde Buitenborg
auf Beschluss des Preußischen Staatsministeriums nach Hilten
eingemeindet. Die Gemeinden Hilten und Lemke bilden jetzt den
Gesamtschulverband Hilten.
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1935
- Die Lehrerwohnung
im Dachgeschoss über der
zweiten Klasse wird durch Aufstocken des älteren, 1908 erstellten
Teils der Schule vergrößert.
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1938 -
Als 2. Lehrer war ab 1925 Wilhelm
Hemminghaus tätig. Ihm folgt 1938 Friedrich August Rieke.
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1944
- Der 2. Lehrer Friedrich August Rieke wird
am
9.9.1944 auf der Fahrt mit dem Zug von Neuenhaus nach Nordhorn durch
Tiefflieger
schwer verwundet und stirbt im Kreiskrankenhaus in Nordhorn.
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1946
- Die 2.
Lehrerstelle wird zu Beginn des Jahres
1946 mit Johann Holthuis,
gebürtig aus Itterbeck, wieder besetzt.
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1950
- Bei einer
Schülerzahl von 132 Kindern wird
die 3. Lehrerstelle mit dem Lehrer Geert Holsmölle, der
gerade
seine 1. Lehrerprüfung in Wuppertal abgelegt hat, besetzt. Der
Schulleiter Verbeck
wird Hauptlehrer.
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1952
- Hauptlehrer Verbeck tritt am 1. Oktober
1952 in
den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der Lehrer J. Holthuis, der seit
1946
an der Schule tätig ist. Am 1.11.1952 besetzt die Lehrerin Elisabeth
Tuente die 3. Lehrerstelle.
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1956
- Hauptlehrer Johann Holthuis wird
Schulleiter der
Ev. Volksschule in Neuenhaus. Sein Nachfolger in Hilten wird
Hauptlehrer Brink.
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1962
- Nach
Einführung des 9. Schuljahres Ostern
1962 besuchen die Kinder aus Hilten die Schule in Neuenhaus, die Kinder
aus Lemke die Schule in Uelsen.
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1963
- Nach jahrelangen
Bemühungen wird das
Schulgebäude endlich umgebaut und erweitert (Gruppenraum als 3.
Klassenraum, Pausenflur, Toilettenanlagen, überdachter
Fahrradstand). Die 1911 erbaute Schulleiterwohnung wird renoviert.
Nachfolger von Hauptlehrer Brink
wird Nonno de Vries,
der vorher
in Ostfriesland tätig war, aber aus Hohenkörben gebürtig
ist.
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1965
- Auf Beschluss des
Schulvorstandes und der
Gesamtelternschaft werden das 7. und 8. Schuljahr Ostern 1965 nach
Neuenhaus bzw. Uelsen abgeschult. Der Plan, zwischen Neuenhaus und Uelsen eine ländliche
Mittelpunktschule zu gründen, ist vorher daran gescheitert, dass
sich die Gemeinden Hilten, Lemke, Hardingen, Gölenkamp und
Haftenkamp nicht über den Standort dieser Schule einigen konnten.
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1967
- Die 5. und 6.
Schuljahre werden nach Neuenhaus
und Uelsen abgeschult. Die Schule Hilten wird reine Grundschule.
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1968
- Hauptlehrer de Vries wird Schulleiter
der
Hauptschule Schüttorf. Seine Nachfolgerin in Hilten ist Frau Elisabeth Tuente,
die schon seit 1952 in Hilten tätig ist.
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1972
- Alle Lemker Kinder
des 1. bis 4. Schuljahres
werden nach Uelsen umgeschult. Der Schulverband Hilten-Lemke wird
aufgelöst. In der Grundschule Hilten verbleiben nur die
Grundschüler aus Hilten.
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1979
- Die wenig
gegliederten Grundschulen Hilten und
Grasdorf werden mit der Grundschule Neuenhaus vereinigt. An beiden
Schulstandorten verbleiben nur die Schuljahrgänge 1 und 2 des
bisherigen Schulbezirks. Dabei wird vorausgesetzt, dass es mindestens
18 Schüler in einer kombinierten Klasse, jeweils 15 Schüler
bei Bildung von 2 Klassen sind (GN, 29.3. und 20.7.1979). In
Hilten wird eine Klasse weiterhin von Frau Tuente
unterrichtet. Im Schulgebäude wird außerdem ein
Kinderspielkreis untergebracht. Damit endet die Geschichte der
selbstständigen Schule in Hilten nach 178 Jahren.
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1994 -
Die
Lehrerin Elisabeth
Tuente,
ehemalige Leiterin der Grundschule Hilten und anschließend
Leiterin der Außenstelle Hilten wird am 20. Juli in den Ruhestand
verabschiedet. Sie war seit 1952 an der kleinen Hiltener Schule
tätig (GN, 22.7.1994).
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Quellen:
- Schulchronik
der Volksschule Hilten ab 1895, Abschrift von Herrn Achim Röder,
Neuenhaus, zur Verfügung gestellt
- Herr Brink, Auszüge aus
der Schulchronik, 1962
- Heinrich Eberhardt, Schule,
Land und Leute der Samtgemeinde Uelsen im
Spiegel der Schulchroniken, 1985, Seite 346 - 353).
- Artikel aus der
örtlichen Presse,
Fundstellen im Text angegeben,
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