| Evangelische
Volksschule Adorf |
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Zur Entstehung des
Ortes Adorf |
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Adorf liegt im südlichen Bourtanger Moor und ist nach dem Fluss Aa
benannt. Das Dorf erstreckt sich in Ost-West-Richtung südlich der
Aa. Die Entstehung des Ortes ist im Zusammenhang mit dem Beginn der
Urbarmachung des Bourtanger Moores in der Mitte des 17. Jahrhunderts
durch den Theologen und Arzt Johann Picardt zu sehen, der im Auftrage
von Graf Ernst Wilhelm zu Bentheim die Kolonie "Ernstdorf", später
"Alte Piccardie" anlegte. Zur Nutzung der Moore nördlich der
Piccardie
erfolgte 1770 der Vorschlag, eine weitere Kolonie an der Aa anzulegen.
Nach Regelung von Grenzstreitigkeiten wurde 1775 mit der Vermessung der
ersten fünf Kolonate an der Aa begonnen. Die Besiedlung des
Gebietes
wurde etwa zum Ende des 18. Jahrhunderts abgeschlossen.
Etwa
zur gleichen Zeit erfolgte die Besiedlung auch nördlich der Aa, wo
die
Orte
Rühlertwist und Hesepertwist entstehen
(Gregor Santel, a.a.O.). |
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Bis 1798 gehörten alle
Kolonisten in Adorf dem reformierten
Bekenntnis an. In diesem Jahr wurde dann dem ersten Katholiken Gerd Steffens ein Kolonat
zugeteilt. Im Laufe der Zeit nahm der Anteil der katholischen
Bevölkerung immer mehr zu. Bis 1892 gehörten die reformierten
Bewohner zur Kirchengemeinde Veldhausen, danach nach Fertigstellung des
Süd-Nord-Kanals und Anlegung eines "Canalweges" zu Georgsdorf,
obwohl
dort seit 1866 eine eigene reformierte Kirche bestand. Die Katholiken
gehörten kirchenrechtlich zur Pfarrei in Neuenhaus. Wegen der
weiten Wege wurden sie auf Antrag ab 1829 der katholischen Kirche Twist
zugeordnet. |
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1801
- Die
Kolonisten
beschließen, in Adorf eine Schule zu errichten und einen Lehrer
anzustellen. Sie wird nur von den reformierten Kindern besucht. (Zum
Schulbesuch der katholischen Kinder siehe: E13.)
Diese erste Schule in Adorf, die 1803 ihren Betrieb aufnimmt, befindet
sich südwestlich der Kreuzung des Adorfer Dammes, der
ursprünglichen Zuwegung aus Georgsdorf, mit der Adorfer
"Hauptstraße". Über den unterrichtenden Lehrer ist nichts
bekannt.
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1828
- Im
Jahre 1828
unterrichtet in
der Schule Adorf ein Lehrer Veldmann
30 Schulkinder
(nach Angaben von Pastor Stiasny "Aus Veldhausens kirchlicher
Vergangenheit und Gegenwart", unveröffentlichtes Manuskript).
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1851
- Aus
einem Bericht an den Oberkirchenrat geht hervor, dass die Schulgemeinde
jährlich eine Unterstützung von 80 Reichstalern erhält.
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1858
- Auf
der gegenüberliegenden Seite der Adorfer Hauptstraße,
ebenfalls unmittelbar am Adorfer Damm, wird eine Lehrerwohnung
errichtet, zu der auch ein Garten gehört. Nach Planungen ab 1853
ist sie 1858 fertiggestellt. Als Lehrer in Adorf wird am 27.5.1857 B.B.Druivenga angegeben.
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1868
- Bewohner
der Lehrerwohnung ist nach der "Personenstandsnachweisung" der Gemeinde
Adorf vom 25.9.1868 der Lehrer Hermann Zwafelink. Zur Haushaltung
gehören 2 Personen über 16 Jahre und eine Person unter 16
Jahre. Der Viehbestand besteht aus einer Kuh. Der Lehrer hat
"Freie Wohnung". (nach Angaben von G. Santel).
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1893
- Im
Protokollbuch für die Schulgemeinde zu Adorf heißt es am 24.
Februar 1893: " ... Der Fußboden der Schule ist von so schlechter
Beschaffenheit, dass eine Reinigng nicht möglich ist. Da die zur
Reparatur erforderlichen etwa 100 Ziegelsteine bei der Lehrerwohnung
überflüssig sind, wird beschlossen, die Schulstube in den
nächsten Tagen neu zu pflastern. Es wird dabei bemerkt,dass die
Anlage eines hölzernen Fußbodens nicht allein teuer, sondern
auch unmöglich ist, denn das auf Moor fundierte Gebäude
würde dann einfallen. Auch klagt der Lehrer darüber,dass in
Folge der zu geringen Höhe der Schulstube, des kalten
Fußbodens und der schlechten Luft die Benutzung der Schule der
Gesundheit der Kinder höchst nachtheilig ist"...
H.Schnieders, Lehrer
L. Wahnbaeck (Pastor in Georgsdorf)
Vermerk: Eine Abschrift dieses Protokolls am 25.2.93 auch an das
Königl. Landrathsamt abgesandt. (nach Horst Heinrich Bechtluft, Twist)
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1895
- Im
Jahre 1895 wird eine neue
Schule gebaut, die am 7. Juni 1895 an die Schulgemeinde übergeben
wird. Klassenraum und Lehrerwohnung sind in einem Gebäude
untergebracht. Ein Pausenhof, der gleichzeitig als Turn- und Sportplatz
dient, ist vorhanden.
Die Regierung hat zum Neubau 8.000 Mark bewilligt. Durch die Errichtung
der neuen Schule, die östlich vom bisherigen Standort an der
Adorfer Hauptstraße entstanden ist, ist die Gemeinde in eine
größere Schuldenlast geraten. Da der etwa 5 km lange Moorweg
den größten Teil des Jahres unpassierbar ist, "ist es
unumgänglich notwendig, dass der Moorweg derartig hergestellt
wird, dass die Kinder doch wenigstens nicht mehr mit nassen
Füssen zur Schule kommen". An anderer Stelle heißt es: "Die
Umgebung des Hause ist eine Wüstenei, wo kein Baum und Strauch
steht und noch kein Gras oder Korn gewachsenist". (nach: Bechtluft) Die
alte Schule und das Lehrerhaus werden verkauft.
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1898
- Aus
dem Protokollbuch geht hervor, dass an der Schule der Lehrer H.G. Schmid tätig ist.
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1919
- Der
Lehrer Erich Niermann
kommt 1919
an die Schule und bleibt 35 Jahre bis 1954.
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1923
- Im
Laufe der Zeit dringt immer
mehr kath. Bevölkerung in die ursprünglich evangelische
Gemeinde ein. 1923 ist die Schülerzahl von ehemals
durchschnittlich 40 auf 15 gesunken. Dagegen sind zur gleichen Zeit
schon 47 kath. Schüler vorhanden. 1930 wird in Adorf eine Kath.
Volksschule errichtet.
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1938
- Die
beiden Schulen in Adorf
werden zur Gemeinschaftsschule vereinigt. An der Schule unterrichten
Lehrer Niermann und
Lehrerin Stockmann.
Die Konfessionsschulen werden 1946 wieder eingeführt.
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1954
- Lehrer
Niermann wird am
5. April
1954 mit 65 Jahren in den Ruhestand versetzt. Er unterrichtet
jedoch noch ca. 2 Jahre freiwillig weiter. Sein Nachfolger ist der
Lehrer Artur Schläfert,
ein Vertriebener aus dem Memelland.
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1962
- Lehrer
Schläfert
verunglückt in den Herbstferien durch einen Verkehrsunfall. Er
wird am 1.12.1962 in den Ruhestand versetzt und zieht nach Neuenhaus.
Es erfolgen mehrere Vertretungsregelungen.
Die Verwaltung der Ev. und der Kath. Volksschule wird in
Durchführung des Schulgesetzes von 1954 zusammengelegt. Es
entsteht eine Schule für Schüler aller Bekenntnisse. Die
Leitung wird dem Lehrer Jocksch
von der Kath. Schule übertragen. Jede Schule behält jedoch
ihren Charakter als Konfessionsschule.
Damit endet die eigenständige Evangelische Volksschule Adorf. Die
weitere Darstellung der Schulgeschichte von Adorf nach der
Zusammenlegung der beiden Schulen erfolgt unter: A13.
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Quellen:
- Schulchronik der Katholischen
Volksschule
Adorf (Neu
aufgestellt von Lehrer Josef Jocksch ab 1947 - 1965)
- Gregor Santel, Zur
Entstehung
der
Moorkolonien Adorf
und Neuringe, Vortrag auf der 2. Tagung "Emsländische Geschichte"
am
31.8.1991, Text von Herrn Santel zur Verfügung
gestellt
- Gregor Santel,
Ergänzende Notizen zur Ev. Volksschule Adorf
- Horst Heinrich Bechtluft, Protokollbuch für die Schulgemeinde zu Adorf, 1893 -
1912, A usarbeitung von 2005
Die
Schulchronik der Ev.
Volksschule liegt dem
Berichterstatter bisher noch nicht vor.
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