Grafschafter Schulgeschichte

Volksschule 

Georgsdorf ca. 1923

Volksschule Alte Piccardie 1952

Volksschule

Hohenkörben 1897

Ev.Volksschule 

Neuenhaus 1957

Lise-Meitner-

Gymnasium 2004

Alte Schule Lage 

1691-1830 

  Schulen in der Samtgemeinde Neuenhaus
Realschule Neuenhaus vorher: Latein- und Rektorschule, dann Mittelschule

1616 - Nach einer Schrift von Rektor Specht aus dem Jahre 1932  entbehrten die gräflichen Beamten und auch die Pfarrer der Niedergrafschaft nach der Reformation für ihren Nachwuchs eine Lateinschule. Für die Gründung setzten sich Graf Arnold Jost und der Oberkirchenrat ein. 1615 beschließen dann die vier damals "ambtierenden Bürgermeistere", ab 1616 eine Lateinschule in Neuenhaus einzurichten. In Bentheim und Schüttorf besaß man bereits seit 1613 solche Lateinschulen. Zu dem Deutschlehrer tritt nun der Lateinlehrer. Die neue Lateinschule ist nur für Knaben vorgesehen. Die Stadt gibt für den Unterhalt der Schule 30 Reichstaler oder 75 Gulden. Außerdem wird sie finanziell vom Grafen unterstützt. Angesehene Bürger müssen mit einem Sammelbuch durch die angrenzenden Städte und Gemeinden der Niederlande und der deutschen Nachbargebiete reisen, um Unterstützung für den guten Zweck zu erreichen. Die Verwaltung des Schulvermögens erfolgt durch die Stadt, die auch das Recht hat, die Einkünfte des Lateinlehrers festzulegen.

Die Privat- oder Lateinschule hat in den nächsten 250 Jahren im Wechsel einen oder zwei Lehrer. Sie ist immer in Privathäusern untergebracht. Weitere Einzelheiten aus dieser Zeit sind nicht bekannt.
(Siehe auch: Heinrich Specht, Die Gründung der Neuenhauser Latei- und Rektorschule 1616 und Georg Kip, Von der Lateinschule zur Rektorschule in Neuenhaus)

1867 - Die Chronik der Realschule beginnt damit, dass die Privat- oder Lateinschule, wie es dort heißt, am 8. Mai 1867 durch den Lehrer Lüppe neu begründet wird. Sie umfasst 60 Schüler und Schülerinnen in drei Klassen. Neben dem Leiter Lüppe unterrichten weitere drei Lehrer an der Schule. Der Pastor Lucahsen übernimmt den Religionsunterricht. Der Unterricht findet zunächst im Haus Brünnemann am Seifendamm statt, später im Haus an der Ecke Marktplatz/Hauptstraße.

1974 - Es erfolgt der Bau einer Schule mit 4 Klassenräumen hinter dem alten Rathaus (heute abgebrochen). Sie verdankt ihre Entstehung einer Stiftung. Auf einer Steintafel heißt es: "Den Herren Landphysikus Dr. med Köhler in Neuenhaus und Conrad Roeslingh in Bremen verdankt die Stadt diese Schule -  1874" (siehe unten!).

In diesem Gebäude, das später um 2 Klassenräume erweitert wird, sind bis 1957 die Volksschule und die Rektorschule untergebracht. Rechts: Zeichnung von Bernd Andreas Knoop

1875 - Erster Rektor der Schule wird im Oktober 1875 Hauptmann Staehle. Über ihn und den Mittelschullehrer Fritz van den Bosch schreibt Georg Kip in einem Aufsatz über die Mittelschule: "Es kamen immer nur die Besten auf auswärtige höhere Schulen, und sie verblüfften dort dann meistens durch ihr breites Allgemeinwissen und die Sonderkenntnisse in ihren Lieblingsfächern. Die Rektorschule hatte sich unter Staehle und van den Bosch, der vor allem ein glänzender Mittler deutscher Literatur war, allenthalben einen guten Namen erworben. Übrigens war ihr Ansehen so, daß in der kleinsten Rektorschule des Kreises damals oft genug Schüler aus der Ober- und Mittelgrafschaft ihre Wissensgrundlage zu verbreitern suchten."

1904 - Am 28.10.1904 wird die Privatschule in eine städtische Rektorschule umgewandelt. Sie erhält durch Magistratsbeschluss erstmalig genaue Statuten, die von der Regierung in Osnabrück genehmigt werden. Hierin heißt es: "Die städtische Rektorschule soll Knaben und Mädchen nach Maßgabe vom 15. Oktober 1872 enthaltenen Lehrplans für die Mittelschule eine über die Volksschule hinausgehende und in sich abgeschlossene Bildung geben. Daneben erhalten Knaben, welche später ein Gymnasium besuchen sollten, eine so weitgehende Vorbildung, dass sie unter Zurhilfenahme von Privatunterricht im Griechischen in die Obertertia (heute Klasse 9) eines Gymnasiums aufgenommen werden können. Der Magistrat ist Patron und Vertreter der Schule. Das Schulgeld wird vierteljährlich im voraus erhoben. Vorsitzender der Schulkommission ist der Bürgermeister. Die Wahl der Lehrpersonen geschieht durch die Schulkommission. Der Magistrat, gez. Fr. Schey, Dr. Harger, F.L.Harger." Das aufgestellte Statut enthält insgesamt 16 Paragraphen.

1907 - Rektor Staehle wird 1907 krankheitshalber pensioniert. Seine Nachfolger sind zunächst Dr. Ehr bis zu seiner Pensionierung und dann ab 1921 Dr. Arends.

1921 - Die Schule droht einzugehen. Zwei Lehrkräfte unterrichten nur noch 83 Schüler. Der bauliche Zustand der Schule ist besorgniserregend; Lehrmittel sind kaum vorhanden.

1922 - Die Schule lässt den bis dahin erteilten Unterricht in Latein fallen. Es gibt nur noch Fremdsprachenunterricht in  Französisch und Englisch. Eine Schülerbibliothek wird am 6.3.1922 aus freiwilligen Beiträgen der Kinder gegründet. Sie wird mit einem Bestand von 45 Bänden eröffnet.

In den Sommerferien 1922  macht Dr. Ahrends in Begleitung seiner Frau mit 12 Schülern eine Wanderung über den Teutoburger Wald von Ibbenbüren nach Detmold. Dauer 8 Tage. Übernachtung in Jugendherbergen.

1923-1924 - In der Inflationszeit ab 1922 steigt das Schulgeld gewaltig an:
1. Januar 1923: Einheimische monatlich, 1 Sprache 800 M, 2 Sprachen 900 M, Auswärtige 100 M mehr.
1. Oktober 1923: Einheimische monatlich, 1 Sprache 10 Milliarden M., 2 Sprachen 12 Milliarden M., Auswärtige 2 Milliarden M. mehr. Infolge des allgemeinen Übergangs zur Goldmarkrechnung wird das Schulgeld neu festgelegt, und zwar
ab 1. November 1923: 2 RM  für Einheimische, 2,50 RM für Auswärtige im Monat,
ab 1. November 1924: 5 RM für Einheimische, 6 RM  für Auswärtige im Monat.

Es werden umfangreiche Renovierungsarbeiten des gesamten Schulgebäudes eingeleitet. In den Sommerferien 1923 unternimmt die ganze Schule eine dreitägige Fahrt zur Insel Juist.

Am 2. September 1923 finden in Neuenhaus die Reichsjugendwettkämpfe statt, an der auch die Rektoratsschule teilnimmt und verschiedene Siege davonträgt. Sie finden auch in den folgenden Jahren statt. Am 1.4.1924 verlässt Dr. Ahrends die Schule und wird Leiter der Mittelschule in Naugard (Pommern). Dr. Voigt übernimmt die Leitung der Schule.

Die Schülerzahl steigt in den folgenden Jahren (bis 1927) auf 152 Schüler und Schülerinnen. Davon kommen 77 aus den umliegenden Gemeinden. An der Schule unterrichten fünf Lehrkräfte.

1926 - Durch Erlass des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung erfolgt im Schuljahr 1926/27 die Anerkennung der Rektorschule als vollausgebaute Anstalt. Sie führt fortan den Namen "Öffentliche Mittelschule in Neuenhaus". Heinrich Schepers berichtet im "Der Grafschafter" Nummer 2/1998 über eine Klassenfahrt als Schüler "Reise zu den Nibelungen" und zur Schulsituation in Neuenhaus in den zwanziger Jahren.

1929 - Nach der Errichtung der Oberrealschule in Nordhorn 1925 wechseln Schüler der Mittelschule, die die Reifeprüfung erwerben wollen, bereits nach Abschluss der Quarta (Klasse 7) in die Oberrealschule. Dies führt zu einer gewissen Rivalität, weil die Mittelschule dadurch ihre fähigsten Schüler verliert.

Stolz ist die Schule jedoch darauf, dass alle sechs Untersekundaner (Abschluss der Klasse 10) die Aufnahmeprüfung für die Oberstufe in Nordhorn bestehen und in die Obersekunda (Klasse 11) übergehen dürfen.

Bis 1933 geht die Schülerzahl wieder bis auf 87 zurück:

Schuljahr

Schüler

Jungen

Mädchen

Auswärtige

1926/27

152

83

67

75

1927/28

136

72

64

66

1928/29

133

69

64

60

1929/30

120

65

55

55

1930/31

101

58

43

42

1931/32

94

52

42

40

1932/33

87

50

37

34

Die Zahl der Kinder  bewegt sich dann in den Schuljahren 1933 bis 1938 zwischen 75 und 85.

1938 - Am 12. März 1938 wird die Mittelschule in eine vierklassige Hauptschule mit Aufbauklassen umgewandelt und gleichzeitig der eingerichteten Gemeinschaftsschule Neuenhaus zugeordnet. Auf zwei Klassenräume beschränkt unterrichten zwei Lehrkräfte die vier unteren Klassen. Nach einigen Monaten wird der Beschluss wieder rückgängig gemacht, da er nicht die ministerielle Genehmigung findet. Dieses dauernde Experimentieren zerstört das Vertrauen der Elternschaft zur Schule. 1939 besuchen nur noch 45 Schüler die Schule. Rektor Dr. Voigt lässt sich nach Osnabrück versetzen. Ein weiterer Lehrer, Dr. Tibbe, nimmt eine Lehrerstelle in Dissen bei Osnabrück an. Mit der Leitung der Schule wird Werner Hasenow von der Mittelschule Bentheim beauftragt.

1944-1945 - Durch die Kriegsereignisse geht mit vielen Schulakten auch die Schulchronik verloren. Deshalb liegen über die Kriegszeit kaum Angaben vor. Sie sind nachträglich in Kurzform aufgelistet worden.

Ab Mitte 1944 leidet der Unterricht sehr durch den häufigen Fliegeralarm. Ab November werden die Fahrschüler und viele Kinder aus der Umgebung zu den betreffenden Volksschulen beurlaubt. Die Mittelschule besuchen nur noch 13 Schüler.

Im Oktober 1945 ist die Schülerzahl bereits wieder auf 227 angestiegen. Dafür stehen nur fünf Räume zur Verfügung, drei im Hauptgebäude in der Altstadtschule, ein Raum in der Neustadtschule (Kath. Schule) und der Konfirmandensaal.

1946-1947 - Zum 1. Februar 1946 wird der Schulleiter Hasenow versetzt. Der Mittelschulkonrektor Dr. Christian Tibbe aus Dissen übernimmt nach einem Monat am 1. März 1946 die kommissarische Leitung der Schule. Er war schon von 1921 bis 1928 an der Volksschule Neuenhaus, anschließend bis 1938 an der Mittelschule Neuenhaus  tätig und wurde dann nach Dissen versetzt.        

Die Schule ist durch kanadische Soldaten, die hier eine Zeitlang untergebracht waren, ziemlich verkommen. Bücher, Klassenunterlagen und die Schulchronik sind verbrannt. Durch persönlichen Kontakt zu den Handwerkern und zu Papier-Firmen gelingt es Dr. Tibbe, dass die schlimmsten Übelstände alsbald beseitigt werden. Um Heizmaterial zu besorgen, fährt Dr. Tibbe mit einer Schülergruppe in das Wietmarscher Moor, um dort Torf zu stechen.

In den folgenden Jahren bis zur Pensionierung von Dr. Tibbe im Jahre 1953 steigt die Schülerzahl von 148 bis auf 400 Schüler an. Da keine Lehrkräfte vorhanden sind, muss zunächst auf Hilfskräfte zurückgegriffen werden. Die Zahl der hauptamtlichen Lehrkräfte steigt dann aber von 3 auf 9 an. Die Hilfskräfte werden wieder entlassen.   

Große Schwierigkeiten bereitet die Bereitstellung von Unterrichtsräumen. Das alte Schulgebäude und die über ganz Neuenhaus verteilten Klassenräume und Behelfsräume machen eine konstruktive Ausbildung auf die Dauer unmöglich. Im Volksmund nennt man die Mittelschullehrer "Langstreckenläufer", weil sie in den Pausen von einem Schulraum zum anderen laufen müssen (Hinweis in den GN, 29.3.1957). Erst als die Ev. Volksschule 1950 ihr neues Gebäude auf der Burg bezieht, verbessern sich die Raumverhältnisse.

1949 - Nachdem in den ersten Nachkriegsjahren Wanderfahrten noch nicht möglich waren, weil die Verpflegung Schwierigkeiten bereitete und es kaum Unterkunftsmöglichkeiten gab, können in den Sommerferien 1949 erstmalig 40 Schüler acht Tage auf "Tour" in den Teutoburger Wald nach Dissen reisen, wo die Mittelschule großzügig Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und ein gutes Strohlager bereitet. In den nächsten Jahren wird das Verlangen, in die Welt zu fahren, immer größer.         

1953 - Am 31. März 1953 scheidet der Schulleiter Dr. Tibbe aus dem Schuldienst aus. Auf seinen Wunsch findet keine offizielle Verabschiedung statt. Dr. Tibbe stirbt am 18.9.1965.     

Über die Frage des Nachfolgers herrscht im Stadtrat keine Einigkeit. Die Mehrheit entscheidet sich für Rektor Jan Harm Kip aus Bentheim und gegen Mittelschulkonrektor Stern von der eigenen Schule. Die Einführung des Schulleiters erfolgt am 14.April 1953. Herr Kip ist in Bookholt geboren. Er war Lehrer in Georgsdorf und nach dem Kriege in Alte Piccardie. Er wurde 1949 Rektor der Ev. Volksschule Bentheim.

1955-1956 - Da die Mittelschule nur von 25 % Neuenhausern und 75 % Kindern aus Niedergrafschafter Gemeinden besucht wird, kommt es 1955 auf Veranlassung von Mittelschulrektor Kip zu einer Versammlung der Stadt mit den 32 Niedergrafschafter Bürgermeistern zur Frage der künftigen Schulträgerschaft. Nach langen Verhandlungen wird dann 1956 ein Schulzweckverband "Mittelschule Niedergrafschaft" gegründet. Schwierig ist die Lösung der verkehrstechnischen Probleme für die Räume Adorf, Georgsdorf und Itterbeck/Wielen.

Die Verbandsversammlung beschließt einstimmig, den 1. Bauabschnitt eines erweiterungsfähigen zweigeschossigen Mittelschulbau neben der kath. Schule auf dem Bosthorst zu erstellen.

Ein Blick zurück: Dies ist die alte Volksschule und Mittelschule. Der Baubeginn war 1874. Das Gebäude wird nach der Fertigstellung der neuen Mittelschule Anfang der 70 er Jahre abgerissen. Es stand hinter dem Rathaus. Quelle: Archiv der KGS Neuenhaus.

1958 - Nach der Grundsteinlegung im März 1957 (GN, 29.3.1957) kann die neue Mittelschule mit acht modernen Klassenräumen am 6. Mai 1958 nach 13-monatiger Bauzeit feierlich eingeweiht werden (GN, 6.5. und 7.5.1958). 1960 folgt die  städtische Turnhalle.



1960 - Nach starken Regenfällen im Dezember 1960 treten Vechte und Dinkel über die Ufer. Teile der Stadt und auch der Schulsportplatz werden überflutet.

1961 - In Emlichheim wird ebenfalls eine Mittelschule errichtet. Mit dem Aufbau und der Leitung der neuen Mittelschule wird Gerrit Warsen beauftragt, der vorher an der Mittelschule Neuenhaus tätig war.

Konrektor Stern wird aus dem Schuldienst verabschiedet. Er unterrichtet jedoch noch als Aushilfskraft weiter und feiert 1965 sein 50-jähriges Dienstjubiläum. Er unterrichtet noch bis Schuljahrsende 1967 und stirbt am 9. November 1967. In das Amt des Mittelschulkonrektors wird Herr Stahlmann im April 1961 eingewiesen. Nach seinem Fortgang als Mittelschulrektor nach Georgsmarienhütte wird das Amt 1962 von Geert Holsmölle übernommen.

1964 - Nach dem Beschluss der Verbandsversammlung im Juni 1963 wird die Mittelschule um 5 Normalklassen und 4 technische Räume erweitert (GN, 6.2.1964). Die feierliche Übergabe des Erweiterungsbaus findet am 17. November 1964 statt (GT, 18.11.1964).

Im Jahre 1955 wurden in der Neuenhauser Mittelschule 429 Kinder unterrichtet. 1964 sind es 387 und in der im Aufbau begriffenen Mittelschule Emlichheim  210.

Während der Übergabe des Erweiterungsbaus schlägt Rektor Kip in seiner Ansprache vor, im kommenden Jahr während der Feier des 350-jährigen Bestehens der Schule ihr einen Namen zu geben. In der Heimatbeilage der Grafschafter Nachrichten "Der Grafschafter" vom Dezember 1964 schlägt L. Sager vor, die Mittelschule Neuenhaus, die seit 1956 den Namen "Mittelschule Niedergrafschaft" führte, nachdem in Emlichheim auch eine Mittelschule errichtet worden ist, den Namen "August-Fokke-Schule" zu geben. Sie solle sich nach einem Manne nennen, der zur engeren Heimat Beziehungen gehabt hat und der für das Schulwesen bedeutungsvoll gewesen ist. Ober-Schulinspektor August Fokke gründete 1851 in Neuenhaus eine pivate Präparande, die sowohl als Vorschule für die Seminarausbildung der Lehrer in Osnabrück oder Aurich als auch als Ausbildungsstätte für Lehrer mit bescheidnen Ansprüchen gedacht war, die in zwei Jahreskursen zu Hilfslehrern ausgebildet wurden. Die Lehrerausbildungsstätte schloss 1872 mit dem Tode von Herrn Fokke. Er ist in der "Biographie Grafschafter Lehrerinnen und Lehrer" aufgenommen.

1965- Es erfolgt jedoch keine Namensgebung. Die Schule trägt weiterhin den Namen "Mittelschule Neuenhaus". Die Mittelschule erhält den Namen "Realschule".

1967 - Mit Schuljahrsbeginn 1967/68 nimmt das Niedergrafschafter Gymnasium in Neuenhaus den Unterricht auf. Aus diesem Grunde findet im Feierraum der Realschule eine Feierstunde statt. Die 2 Klassen 5 und 7 mit 72 Kindern aus 14 Gemeinden werden zunächst in der Realschule untergebracht. Zum 1.8.1967 werden die Schuljahrgänge 5 und 6 als Eingangsstufe eingeführt. Parallel dazu entsteht in der Volksschule die Förderstufe.

1968 - Am 1.7.1968 wird Herr Realschulrektor Jan Harm Kip zum kommissarischen Schulrat des Schulaufsichtskreises Nordhorn/Obergrafschaft ernannt. Er leitete die Realschule Neuenhaus seit April 1953 mehr als 15 Jahre. Durch seinen unermüdlichen Einsatz für die Schule hat er in diesen Jahren große Verdienste erworben.

Mit der kommissarischen Leitung der Schule wird der Realschulkonrektor Geert Holsmölle beauftragt. Herr Holsmölle kam 1955 an die Schule und wurde 1962 Realschulkonrektor.      

1969 - Erstmalig wird in der Schulchronik von einem Schulzentrum Neuenhaus und von einem Schulversuch "Additive Gesamtschule" geschrieben. Herr Holsmölle schreibt: "Für Neuenhaus wird ein Schulversuch Additive Gesamtschule genehmigt. Über die wissenschaftliche Begleitung ergeht eine besondere Verfügung´. So lautete die kurze Nachricht aus dem Kultusministerium in Hannover. Zunächst gab es viel Aufregung im Kollegium, weil niemand richtig informiert war, was nun eigentlich mit dem Schulversuch gemeint war. Auf Drängen der Schulleitung und des gesamten Kollegiums fanden dann alle weiteren Besprechungen in dieser Angelegenheit unter unserer Beteiligung statt. Im August/September fanden im Kollegium mehrere Konferenzen statt. Ferner sechs Besprechungen mit der Stadt Neuenhaus, dem Landkreis und den beteiligten Architekten Krieger und Rammelkamp. Von schulischer Seite nahmen der Schulrat und Vertreter der drei Neuenhäuser Schularten teil. Von schulischer Seite nahmen der Schulrat und Vertreter der 3 Neuenhauser Schularten teil. Von unserer Schule wurde ein Ausschuss gebildet, dem folgende Kollegen angehörten: Herr Hönig, Herr Jansen, Herr Kraaibeck, Herr Holsmölle. "   

Nach 17-monatiger kommissarischer Schulleitung durch Realschulkonrektor Holsmölle wird am 1. Dezember 1969 der neue Schulleiter, Herr Jan Kortmann, bisher Rektor der Mittelpunktschule Gildehaus, in sein Amt eingeführt.             

Weder der Bau der Realschule in Emlichheim noch die Errichtung des Gymnasiums in Neuenhaus gefährden die Existenz der Realschule . Im Jahre 1969 umfasst die Schule 13 Klassen (ein Jahrgang dreizügig) mit 435 Schülern, davon 94 Schüler aus Neuenhaus und die übrigen aus den Landgemeinden. Der Unterricht wird von 15 hauptamtlichen und 2 nebenamtlichen Lehrkräften erteilt. Neben 12 Klassenräumen stehen 5 Fachräume für Physik/ Chemie, Werken, Handarbeit, Schreibmaschinenschreiben und Zeichnen zur Verfügung. Der Lehrplan bietet neben dem verbildlichen Klassenunterricht und Englisch als Pflichtfremdsprache folgende Wahlfächer und Arbeitsgemeinschaften an: Französisch, Maschinenschreiben, Stenografie und Schulchor.

1970 - Vor Beginn der Sommerferien 1970 wird mit den Bauarbeiten für das Schulzentrum Neuenhaus begonnen. Es entstehen folgende Baukörper:
- Hauptschule (Kl. 7 - 9) mit 6 Klassenräumen,
- Realschule (Kl. 7 - 10) mit 12 Klassenräumen,
- Gymnasium (Kl. 7 - 13) mit 15 Klassenräumen
   (jeweils mit den dazugehörenden Nebenräumen).
- Naturwissenschaftliche Räume werden im bestehenden Trakt des 1968 erbauten Gymnasiums eingerichtet, die von allen Schulen benutzt werden sollen.
- Ein Baukörper zwischen der neuen Realschule und dem Gymnasium wird das Sprachlabor mit Nebenräumen, einen Hörsaal und das Forum aufnehmen.
- Im bisherigen Realschulgebäude sollen die Schuljahrgänge 5 und 6 untergebracht werden.
- Das Volksschulgebäude soll nach Fertigstellung des Schulzentrums die Grundschule aufnehmen.
Die Kosten der Baumaßnahmen betragen etwa 9 Millionen DM. Sie werden vom Landkreis Grafschaft Bentheim, der Stadt Neuenhaus und dem Realschulverband getragen.

Innerhalb der Additiven Gesamtschule in Neuenhaus, in der Gymnasium, Realschule und Hauptschule zusammenarbeiten, wird im Schuljahr 1970/71 die "Kooperative Eingangs- und Förderstufe (KEF)" eingerichtet. Sie will in einer zweijährigen Beobachtungszeit die einzelnen Schüler soweit wie möglich fördern und den Übergang zu den weiterführenden Schulen erleichtern.

1971 - Mit Beginn des Schuljahres 1971/72 wird die Kooperative Gesamtschule Neuenhaus (KGS) gegründet, die die Schulzweige Orientierungsstufe, Hauptschule, Realschule und Gymnasium (Klassen 7 - 10) umfasst. Damit endet die Geschichte der selbstständigen Realschule Neuenhaus, die 1616 als Lateinschule entstand, nach 355 Jahren. Zur Schulgeschichte der KGS Neuenhaus siehe:  E18.

Die Angaben über den Schulzweig Realschule in der Zeit des Bestehens der KGS Neuenhaus stehen unter E18. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Zeit nach der Wiedererrichtung der Realschule Neuenhaus ab 2004.

Realschule Neuenhaus

2004 - Wie bei der KGS Neuenhaus ausgeführt ist, beschließt der Samtgemeinderat, dass die KGS ab August 2004 keine neuen Schüler mehr aufnimmt und zum 1.8.2007 aufgehoben wird. In der Übergangszeit werden die vorhandenen Jahrgänge 8, 9 und 10 weiter unterrichtet. Weiter beschließt der Samtgemeinderat, ab August 2004, beginnend mit den Jahrgängen 5, 6 und 7, eine selbstständige Hauptschule und eine selbstständige Realschule einzurichten. Kommissarischer Leiter der Realschule wird Herr Christian Petras, seit 1986 Leiter der Orientierungsstufe bei der KGS Neuenhaus.

Nach dreißig Jahren kehrt die Realschule wieder in ihr ursprüngliches Gebäude am Neumarkt zurück. Da im Lehrerzimmer künftig 35 statt wie bisher 25 Lehrer ihre Pausen verbringen, ist eine Vergrößerung des Lehrerzimmers zwingend. Der vergrößerte Raum erhält eine Grundrenovierung.  Außerdem ist eine Neuausstattung des naturwissenschaftlichen Bereichs erforderlich (GN, 19.7.2004).

2005 - Der Sanierungsschwerpunkt 2005 liegt bei der Realschule,die in das ehemalige OS-Gebäude eingezogen ist. Die überdachte und fast uneinsehbare Nische zwischen dem Realschulgebäude und den Außentoiletten war vor allem an den Wochenenden ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Wegen Sachbeschädigungen lässt die Samtgemeinde nun eine Wand einziehen, hinter der die Nische verschwindet. Die von der Realschule gewünschte Einrichtung eines Fachraumes für Chemie ist Ostern noch nicht genehmigt, so dass weiterhin der Chemieraum des Gymnasiums genutzt werden muss (GN, 8.3.2005). Erst im Herbst ist ein neuer Physik-/Chemieraum fertiggestellt (GN, 5.11.2005).

2006 - Im Rahmen einer Projektwoche unter dem Motto "Schul- und Schulhofverschönerung", (Schülertitel: "Pimp my school"), gestalten die etwa 500 Schüler der 5. bis 10. Klassen ihr Schulgebäude und den Schulhof neu. Ganz oben auf der Dringlichkeitsliste steht die Umgestaltung des Schulhofes. Die Schüler legen Blumenbeete an, erneuern die Basketballkörbe und das Fußballtor und renovieren die Tischtennisplatten. Außerdem wird ein Freiluftklassenzimmer geschaffen. Auch die Inneneinrichtungen der Schule werden erneuert und ein Computerraum eingerichtet. Mit einer Cafeteria soll im nächsten Jahr nach Planungsarbeiten einer Gruppe ein neuer Anlaufpunkt geschaffen werden. Das Projekt wird durch tatkräftige Hilfe von Familienangehörigen und durch zahlreiche Geld- und Sachspenden lokaler Geschäfte und Betriebe realisiert. Es folgt ein "Tag der offenen Tür" (GN, 2.3.2006).

Nachdem Herr Heinz Christian Petras schon seit 21 Monaten die neu gegründete Realschule Neuenhaus kommissarisch geleitet hat, wird er im April 2006 zum Realschulrektor ernannt. Nach den Worten von Herrn Schulrat Tiemann ist Herr Petras "der richtige Mann für den Aufbau der Realschule Neuenhaus".  Achim Röder, der frühere stellvertretende KGS-Leiter nimmt die Gäste der Einführungsfeier auf eine Reise in die Geschichte der Real-, Mittel- und Lateinschule Neuenhaus mit (GN, 29.4.2006).

Als Konrektorin der Realschule Neuenhaus wird Frau Ulrike Arends in ihr neues Amt eingeführt. Vorher leitete sie drei Jahre lang den Realschulzweig der KGS Neuenhaus. Frau Arends ist gebürtige Neuenhauserin (GN, 2.12.2006).

2007 - Im Rahmen der Schulpartnerschaft zwischen der mittelfranzösischen Kleinstadt Saucerre und Neuenhaus erfolgt der 11. Austausch, an dem 29 Schüler teilnehmen. Die Betreuung der Gastschüler übernehmen Realschulkonrektorin Ulrike Arends und Christiane Thies. Auf deutscher Seite nehmen 35 Schüler der Realschule und des Gymnasiums teil. Der Gegenbesuch ist für Anfang Juni geplant (GN, 9.5.2007).

Ein Antrag für eine Ganztagsschule soll von der Resonanz auf die inzwischen zehn Arbeitsgemeinschaften an der Schule abhängig gemacht werden. Seit kurzem gibt es eine Hausaufgabenbetreuung. Dabei helfen Zehntklässler den Realschulneulingen. Die Betreuung könnte schrittweise auch auf andere Jahrgänge ausgeweitet werden, meint der Schulleiter Christian Petras. Eine Schulspeisung ist derzeit noch kein Thema. Es müsste dann gebaut werden (GN,20.11.2007).

Die Realschule plant den Aufbau einer Schülerruderriege mit zunächst 15 bis 20 Aktiven. Für das Training sind mindestens zwei Doppelvierer, ein Doppelzweier und ein Einer erforderlich. Die Kosten betragen etwa 11.000 €. Die Leitung wird die Sportlehrerin Kathrin Jahnke übernehmen, die schon in Lüneburg Jugendliche trainiert und auf Regatten begleitet hat (GN, 22.11.2007).

Beim Schülerwettbewerb "Tierische Technik" der VME-Stiftung, eine Stiftung der Metall- und Elektroindustrie Osnabrück-Emsland, an dem 70 Schüler der Haupt-, Real- und Förderschulen der Grafschaft Bentheim teilnahmen, gewinnen die Schüler der Realschule Neuenhaus einen Technik-Sonderpreis im Wert von 500 € für die Schule (GW, 28.11.2007).

2008 - Dank Zuwendungen des Fördervereins und der Samtgemeinde in Höhe von jeweils 500 € werden acht Konzertgitarren gekauft. Damit ist der Grundstock für ein Gitarrenensemble gelegt worden (GN, 7.4.2008).


2009 - Die Realschule Neuenhaus soll zum nächsten Schuljahr ein Ganztagsangebot erhalten. Sie soll ihren fast 500 Schülern ein regelmäßiges, offenes Nachmittagsangebot bereitstellen. Mit diesem einstimmigen Beschluss des Rates der Samtgemeinde hat nach den Schülern, ihren Eltern sowie den Lehrern auch der Schulträger den Plänen  der Schule  zugestimmt.  Die Samtgemeinde wird sich damit befassen müssen, den  notwendigen Raum für eine Mensa und einen Freizeitbereich zur Verfügung zu stellen. Das Ganztagsangebot soll vorsehen, dass die angemeldeten Schüler an vier Nachmittagen in der Woche in der Schule sind.  Die Teilnahme ist freiwillig, nach der Anmeldung jedoch verpflichtend. Die Schüler erhalten ein Mittagessen. Der zusätzliche Unterricht mit Hausaufgabenhilfe, Förderstunden, Vorbereitungskursen und Freizeitangeboten endet um 15.45 Uhr. Die Realschule hat bereits eine Vielzahl von möglichen Nachmittagsangeboten  in Aussicht genommen (GN, 27.3.2009).
 
An der Realschule ist die Errichtung einer Mensa, einer Schulküche und einer Aula vorgesehen. Der neue Komplex soll sich räumlich an den bestehenden Werk-, Textil- und Kunsttrakt angliedern, der in diesem Zusammenhang energetisch saniert wird. Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von 600.000 Euro. Davon sollen 232.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II fließen. Die restlichen 368.000 Euro müssen von der Samtgemeinde bezahlt werden (GN, 28.5.2009).


Der Leiter der Realschule, Christian Petras, feiert sein 40-jähriges Dienstjubiläum und erhält von Schulrat Udo Tiemann die Dankesurkunde der Landesschulbehörde. Nach Abitur, Studium und Tätigkeit in Ostfriesland kam der Jubilar im Oktober 1982 zu seinem dritten Schulstandort nach Neuenhaus. Hier leitete er 23 Jahre lang den Schulzweig Orientierungsstufe an der KGS Neuenhaus. Nach einer Übergangsphase baute er die Realschule mit auf. Er führte die eigenverantwortliche Schule ein und bereitete die offene Ganztagsschule vor, die zum 1. August 2009 starten soll. "Dabei haben Sie immer in allen Positionen selbstbewusst, engagiert und bestimmt Ihre Position und die Ihrer Schule vertreten. Sie sind eine Persönlichkeit, die keine einfachen Lösungen und Antworten liebt", bescheinigt ihm Tiemann (GN, 19.6.2009).


Mit Schuljahrsbeginn startet an der Realschule der freiwillige Ganztagsbetrieb, der montags bis donnerstags um 12.55 Uhr nach der 6. Stunde beginnt. Er besteht aus drei Hauptangeboten: Dem Mittagessen, das die Schüler der Jahrgangsstufen fünf und sechs in der Grundschule, die übrigen Schüler in der Hauptschule einnehmen, der Hausaufgabenhilfe und den Freizeitangeboten. Das Essen kostet 3,20 Euro, wovon die Samtgemeinde einen Euro übernimmt.Die Hausaufgabenhilfe für die Schüler der fünften und sechsten Klassen übernehmen ältere Realschüler und Gymnasiasten. Die übrigen Schüler werden von Oberstufenschülern des Gymnasiums betreut. Die 7,50 Euro Stundenlohn bezahlt die Realschule aus den zusätzlichen Landesmitteln. Außerdem bieten Lehrer sogenannte Lift-Kurse an. Sie richten sich an Realschüler, die nach der 10. Klasse an das Gymnasium wechseln wollen. Die 25 Freizeitangebote reichen von Rudern, Ballspielen und Tennis über das Herstellen von Silberschmuck und archäologische Experminte bis Tastschreiben, einen Mofa-Führerscheinkurs und einen Popchor. Der Ganztagsbereich endet um 15.45 Uhr (GN, 22.8.2009).


2010 - "Der Rat der Samtgemeinde Neuenhaus fasst in seiner Sitzung am 15. Februar 2010 folgende Beschlüsse:

  1. Die Carl-van-der-Linde-Schule Veldhausen wird gemäß § 106 Abs. 1. Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG) zum 1.August 2010 um den Schulzweig Hauptschule eingeschränkt und als Grundschule Veldhausen fortgeführt.

  2. Der Schulzweig Hauptschule der Carl-van-der-Linde-Schule  Veldhausen und die Hauptschule Neuenhaus werden gemäß § 106 Abs. 1 NSchG zum 1. August 2010 zu einer Schule zusammengelegt.

  3. Die Hauptschule und die Realschule Neuenhaus werden gemäß 3 106 Abs. 5 NSchG zum  1. August 2010 organisatorisch zusammen gefasst und als Schulzweig Hauptschule und Schulzweig Realschule dieser neuen Schule geführt" (Bekanntmachung in den GN, 19.2.2010).

Zum siebten Mal haben die Realschule Neuenhaus und die "Koninklijke Schoolengemeenschap (KSG) Apeldoorn " einen Schüleraustausch mit ihren neunten Klassen organisiert. Die Deutschschüler aus Apeldoorn wohnten für vier Tage bei Niederländischschülern in Neuenhaus und Umgebung. Im Juni erfolgt der Gegenbesuch in Apeldoorn (GN, 6.5.2010).

Realschulrektor Christian Petras wird von Schulrat Udo Tiemann in die Freistellungsphase der Altersteilzeit verabschiedet. Er erinnert an seine Stationen seit seiner Einstellung an der KGS Neuenhaus am 21. Oktober 1982. 1985 übernahm er die
Leitung des Schulzweiges Orientierungsstufe. Von 2002 bis 2004 war er außerdem stellvertretender KGS-Leiter und ab 1. August 2004 Leiter der neu gegründeten Realschule, deren Geschichte jetzt nach nur sechs Jahren als selbstständige Realschule endet. Nach Ansicht von Samtgemeinde Johann Arends hat Herr Petras ein überzeugendes Schulprofil entwickelt. In den letzten Monaten sei er zum "Architekten der neuen Schule" geworden, indem er als Vorsitzender der Projektgruppe den Start der neuen Haupt- und Realschule professionell vorbereitet habe. Nach Aussagen von Christian Petras biete eine Verabschiedung die Chance, noch einmal unverblümt seine Meinung zu sagen. Er hat diese Gelegenheit genutzt, um in aller Öffentlichkeit an die Kernaufgabe von Schule zu erinnern: Die einzige Konstante sei der Schüler in seiner Individualität. Der Schüler sei sozial gerecht zu behandeln, zu guten Leistungen vor allem in Deutsch und Mathematik zu führen und allgemeinbildend zu wirken. "Alls andere muss sich diesem Ziel unterordnen", forderte Petras. Schüler bräuchten Kontinuität und Verlässlichkeit. Während der vergangenen zehn Jahre sei in Neuenhaus dagegen die Veränderung die einzige Konstante gewesen - personell, strukturell und baulich. Das es jetzt zur Vereinigung zu einer Haupt- und Realschule komme, entspreche dem bundesweiten Trend zu einem zweigleisigen Schulsystem. Dabei müsse jedoch die Durchlässigkeit zwischen den Schulzweigen beachtet werden (GN, 26.6.2010).

Baumaßnahmen für die Haupt- und Realschule Neuenhaus
Mit Ferienbeginn hat der Umbau des Kunst- und Werktrakts zum Mittelpunkt der neuen Haupt- und Realschule begonnen. Herzstück der neuen Schule ist die Mensa, die auf einem Teil des Realschulhofs entsteht.
Die nach außen klare kubische Architektur des Neuenhauser Schulzentrums erweist sich im Inneren als ein wahres Labyrinth aus Hallen, Fluren, Gängen, Treppenhäusern, Klassen- und Fachräumen, Büros, Lehrerzimmern, Gruppenräumen, Abstellkammern, Küchen und Putzmittelräumen. Beeindruckend ist die Vielzahl der Toiletten – vom geräumigen Schüler-WC bis zum kaum einen Quadratmeter kleinen stillen Örtchen. Doch damit soll nun Schluss sein.
Im Zuge des Baus der Mensa für die neue Haupt- und Realschule hat sich die Samtgemeinde nach den Worten von Bürgermeister Johann Arends  vorgenommen, das Raumlabyrinth zu entwirren. Wände werden herausgerissen. Neue, großzügige Klassen- und Gruppenräume entstehen. Hintergrund der heute größtenteils überflüssigen Räume sind die wechselnden Nutzungen der Gebäude seit 1970. So gab es früher in der Kooperativen Gesamtschule vier Schulzweige mit den entsprechenden Lehrern und Verwaltungen, die alle für sich Räume beanspruchten.
Ab 1. August nutzen nur noch zwei Schulen den verwinkelten Gebäudekomplex am Bosthorst: das Lise-Meitner-Gymnasium und die neue Haupt- und Realschule.
Das Herz der Haupt- und Realschule soll künftig genau zwischen den beiden Schulgebäuden im Kunst- und Werktrakt schlagen. Das Erdgeschosses nimmt die Küche, Toiletten und das neue gemeinsame Lehrerzimmer auf. In einem ehemaligen, 110 Quadratmeter großen Textilraum werden künftig die rund 50 Lehrer ihre Pausen und Freistunden verbringen. Für die Küche ist der zweite Textilraum geopfert worden. Ersatz für das Fach „Textiles Gestalten“ schafft die Samtgemeinde im Realschulgebäude am Neumarkt.
Die Verwaltung der Haupt- und Realschule zieht ein Stockwerk höher in den bisherigen Kunstpräsentationsraum ein. Rektorin Ulrike Arends, ihre Konrektoren und Sekretärinnen residieren in einem durch Fenster, einen neuen Anstrich und Bodenbelag modern und freundlich gestalteten, 110 Quadratmeter großen Verwaltungstrakt.
Um den Lehrern während der kurzen Pausen lange Wege zum Hauptlehrerzimmer zu ersparen, werden in den Schulzweiggebäuden so genannte Lehrerstationen eingerichtet – kleine Aufenthaltsräume mit Teeküche. Im Hauptschulgebäude wird für die Lehrerstation etwa die ehemalige Lehrertoilette mit dem Archivraum zusammengelegt. Außerdem dürfen sich die Lehrer über einige neue Parkplätze hinter dem Kunst- und Werktrakt freuen.
Unterdessen hat im Außenbereich der Bau der Mensa begonnen. Der Speiseraum in Form eines Dreiecks wird quasi in das Gebäude hineingeschoben. Johann Arends hofft auf eine Inbetriebnahme nach den Osterferien 2011. Die Kosten in Höhe von 1,15 Millionen Euro trägt die Samtgemeinde größtenteils selbst. Lediglich 140000 Euro werden aus dem so genannten Konjunkturpaket zwei und 43000 Euro aus Fördertöpfen des Landes und des Bundes für die allgemeine Schulinfrastruktur erwartet.
Die derzeitigen Arbeiten sind jedoch noch längst nicht die letzten. „So wie der Landkreis seine werden auch wir unsere Gebäude in den kommenden Jahren energetisch sanieren müssen“, kündigt Samtgemeindebürgermeister Arends an. So benötige zum Beispiel für das Hauptschulgebäude ein neues Dach.
Und Johann Arends hat noch andere Ideen: Er könne sich vorstellen, das Gebäude der Burgschule abzureißen und auf dem Grundstück eine weitere Sporthalle zu bauen. Die Schüler der Burgschule gehen ab dem Schuljahr 2011/2012 in Emlichheim zur Schule. Allerdings gehört das in den 1950er Jahren errichtete Gebäude dem Landkreis  (GN, 9.7.2010).

Quellen:
  • Schulchronik: Die Anfänge der Schule (1867 - 1946)
  • Schulchronik: Die Mittelschule von 1946 bis 1953
  • Jan Harm Kip, Auszüge aus der Schulchronik, 1962
  • Heinrich Eberhardt, Chronik der Schulen von Neuenhaus, 1994, Seiten 108 - 134
  • Artikel aus der örtlichen Presse, im Text angegeben
Weitere Informationen zur Realschule Neuenhaus finden Sie im Internet: