Grafschafter Schulgeschichte

Schulgeschichte in der Stadt Nordhorn

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Altenpflegeschule
 
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Seit über 25 Jahren gibt es in Emlichheim die Berufsfachschule für Altenpflege des evangelischen Krankenhausvereins. Die meiste Zeit davon war sie in der ehemaligen Hauswirtschaftsschule am Volzeler Mühlenweg untergebracht. Das vielen Emlichheimern nur als „Puddingschule“ bekannte Gebäude ist jedoch marode und wird demnächst abgerissen. Deshalb erfolgte Ende des vergangenen Jahres der Umzug der Altenpflegeschule in neue Räume des Altenzentrums. Nun steht den Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern schon wieder ein Standortwechsel bevor, denn zum ersten September nimmt die Schule ihre Arbeit in Nordhorn auf. Sie bezieht dort die Räumlichkeiten des Instituts für Weiterbildung in der Krankenpflege (IWK) an der Schilfstraße, das seine Pforten in Nordhorn schließt.

Bevor es soweit war, waren jedoch umfangreiche Verhandlungen notwendig. „Der Umzug ist in enger Kooperation mit dem Landkreis und der Landesschulbehörde erfolgt, mit denen wir konstruktive und vertrauensvolle Gespräche geführt haben“, berichtete der Geschäftsführer des evangelischen Krankenhausvereins, Dirk Wortelen. Für den Krankenhausverein sei es eine gute Entscheidung, sich in Nordhorn zu engagieren. So könne er die Altenpflegeschule flächendeckend in der Grafschaft anbieten. Auch die Verhandlungen mit der GEWO, der das Gebäude gehört, habe der Krankenhausverein erfolgreich abschließen können, so Wortelen weiter.

Der leitende Regierungsschuldirektor Ulrich Mühlenhoff von der Landesschulbehörde aus Osnabrück sagte, es sei richtig, dass eine Entscheidung für Nordhorn herbei geführt worden sei. „Dort ergeben sich längerfristige Perspektiven. Die Konzentration der pflegerischen und betreuenden Berufe wird sich positiv auswirken. Auch können die Lehrkräfte besser eingesetzt werden“, so Mühlenhoff. Seine Behörde habe in erster Linie darauf zu achten, dass die Ziele des Niedersächsischen Schulgesetzes erreicht würden. Dies könne gleichermaßen in privaten wie in öffentlichen Einrichtungen geschehen. Allerdings gebe es „umso größere Schwierigkeiten, die Ziele des handlungsorientierten Unterrichts zu erreichen, je kleiner die Schule“ sei.
Landrat Friedrich Kethorn begrüßte ebenfalls die getroffene Vereinbarung. Nachdem das IWK geschlossen habe, habe man in Nordhorn ein adäquates Angebot anbieten müssen. Nicht immer sei ein öffentliches Schulangebot besser als ein privates. Man dürfe „nicht leichtfertig eine etablierte Einrichtung wie die Emlichheimer Schule aufgeben“. Es sei ein großes Glück gewesen, dass „eine gute Altenpflegeschule Bereitschaft gezeigt hat, ihren Standort zu verlagern.“ Kethorn zeigt sich zufrieden, dass es in „komplikationslosen Gesprächen zwischen Krankenhausverein und Landkreis“ gelungen sei, gegen manche Widerstände eine gute Lösung zu finden.

Klaus Dräger, der Vorsitzende des Verwaltungsrates, gab zu bedenken, dass der Antrag der Hauswirtschaftlichen Berufsbildenden Schulen, die Altenpflegeschule ihrer Einrichtung anzugliedern, das Aus für die Emlichheimer Einrichtung bedeutet hätte. Mit der jetzt gefundenen Lösung behalte man das Fachpersonal und die Schulleitung. In Nordhorn ergebe sich jetzt eine gute Perspektive für ein Pflegeschulzentrum.

Ulrich Mühlenhoff war auch nach Emlichheim gekommen, um den Abschlussprüfungen des 24. Altenpflegekurses beizuwohnen. Dessen 16 Absolventen brauchen den Umzug nach Nordhorn nicht mehr mitzumachen. Die Teilnehmer der anderen beiden Kurse hingegen setzen ihre Ausbildung in Nordhorn fort. Hinzu kommen ein neuer Jahrgang und 15 verbleibende Auszubildende des IWK, sodass dort ab dem 1. September etwa 80 junge Leute unterrichtet werden (GN, 29.8.2009)