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Katholische
Volksschule Brandlecht
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Nach Aussagen
von
Pastor Thomas G. Krage
1984 ist das Gebiet von Brandlecht
und Hestrup
schon in alter Zeit besiedelt gewesen. Der Ortsname "Brandlecht" wird
zum
ersten Mal 1313 urkundlich erwähnt. Zu der Zeit hat hier
vermutlich
eine Holzkirche gestanden. Die jetzige (ev.-ref.) Kirche ist um 1450
gebaut
worden. Die Geschichte von Brandlecht ist ausführlich in der
Dorfchronik von 1994 dargestellt.
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1622 - Die
Schule Brandlecht
wird
erstmals urkundlich in einer Abgabenordnung
erwähnt. Das Schulgebäude befindet sich auf dem Brandlechter
Gut. Nach der Reformation errichten Jesuiten 1661 zwischen der Schule
und dem damaligen Reitstall eine kleine Kapelle.
Nach
Aussagen von Pastor Menkhaus
in der Dorfchronik (Seite 293) war
Schule in Brandlecht
"eine Gelegenheit, in die Künste des Lesens
und Schreibens, Rechnens und Wirtschaftens eingeführt zu werden,
die
meist im Winter von der adligen Familie unter Einbeziehung der
"Gemeinen" wahrgenommen wurde durch Priester und gelegentlich auch
durch Gäste als Lehrer, soweit Kinder im lernfähigen Alter
vorhanden waren."
Nach
der Schulchronik dürfte es keinem Zweifel unterliegen, dass
in früherer Zeit die Missionsgeistlichen
zu Brandlecht den
Schulunterricht der Kinder besorgt haben, bei eintretender Vakanz die
Kinder aber zur reformierten Schule gingen.
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1827
- Pastor Hilbers
eröffnet eine Schule in der
ehemaligen Paterkammer,
nachdem er einen intensiven Briefwechsel mit
dem katholischen Konsistorium in Osnabrück und dem
Großbritannisch Hannoverschen Landdrostei um Genehmigung einer
Schule geführt hatte.
Der
erste Lehrer ist
Herr Feldkamp aus
Bernte bei Emsbüren, der 30 Jahre lang von 1830 bis 1860 in
Brandlecht tätig ist
Die Kinderzahl wird mit 40 - 50 angegeben.
Der
Lehrer, welcher Familie hat, bewohnt die Paterkammer, bestehend aus
Küche, Kammer und Dachstübchen. Die Kammer des Lehrers ist
zugleich Schulzimmer.
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1841 - Nach
dem Tode von Pastor Hilbers wird
dem
Nachfolger, Pastor Berling,
im alten Brauhaus des Gutes Brandlecht
(rechtwinklig zur Kirche) eine Schule vom Erbdrosten Graf Droste zu
Vischering zur Verfügung gestellt. Dies wird in einem
Vertrag der katholischen Gemeinde mit dem Erbdrosten als Besitzer des
adligen Gutes am 14. April 1841 festgelegt.
Die
Unterrichtsgegenstände
sind Katechismus, biblische Geschichte,
Lesen, Schreiben und Rechnen. Der Unterricht findet nur im Winter
statt. Im Frühjahr zieht der Lehrer nach Holland, um dort durch
Grasmähen und Torfstechen sein karges Einkommen zu verbessern.
Später ist die Hollandgängerei nicht mehr Brauch.
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1860 - Auf
Lehrer Feldkamp
folgen
Seminarpräparant Klene
aus
Heringshausen bei Osterkappeln bis 1862, dann Seminarist Klöcker bis 1874, dann
Lehrer Brokamp aus
Neuenkirchen bei Vörden bis
1879, Lehrer Jansen
bis 1881, dann Lehrer Rölkenberg
ab 1. November 1881.
Die
Stelle wird vom Bischof von Osnabrück besetzt. Der Pastor von
Brandlecht ist örtlicher Schulinspektor. Die Schulaufsicht liegt
beim Lehrerseminar in Osnabrück, bis Dechant Thießen aus
Wietmarschen zum Inspektor des Dekanats Bentheim ernannt wird.
An
die Stelle von Dechant Thießen
tritt am 1. Januar 1876 Pastor
Mense aus
Schüttorf, später Bentheim, als Kreisschulinspektor
über die katholischen Schulen der Ämter Bentheim und
Neuenhaus.
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1870 - 11
katholische Familien verlassen die
Pfarrei.
Die Schülerzahl sinkt auf 24 - 30 Kinder, um 1900 auf 13 - 15 ab,
um 1912 wieder auf 27 anzusteigen.
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Das Bild
zeigt die Katholische Volksschule Brandlecht mit der
Lehrerwohnung.
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1872
- Durch
das "Gesetz über die
Einrichtung, Aufgabe und Ziel der
preußischen Volksschulen" vom 15. Oktober 1872
treten zu
den Hauptunterrichtsfächern Religion, Deutsch und Rechnen (nebst
Raumlehre) folgende Unterrichtsdisziplinen obligatorisch hinzu: Realien
(Welt- brw. vaterländische Geschichte, Geographie,
Naturgeschichte, Naturlehre), Singen, Zeichnen, Turnen (für
Knaben) und Handarbeitsunterricht (für Mädchen).
Für
den Sommer wird eine verkürzte
Unterrichtszeit von 24
Wochenstunden (vormittags von 7 1/2 bis 11 1/2 Uhr), in der Unterklasse
von 20 Wochenstunden festgelegt. Im Winter beträgt die
Unterrichtszeit 30 Wochenstunden, in der Unterklasse 24 Wochenstunden.
An ein oder zwei Nachmittagen ist unterrichtsfrei.
Der
Lehrplan wird von
der Lehrerkonferenz Grafschaft Bentheim
gemeinschaftlich oder wechselseitig erstellt. Ein vom
Kreisschulinspektor genehmigter Stundenplan und ein Verzeichnis der 63
Ferientage müssen im Schulzimmer aushängen. Der Geburtstag
des Kaisers (27. Januar) und der Sedanstag (2. September, Tag der
Gefangennahme des französischen Kaisers Napoleon mit seinem Heer
1870) sind in der Schule feierlich mit Vortrag, Deklamation und Gesang
zu begehen.
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1874
- Die
Vergütung des Lehrers
wird auf 200 Gulden zzgl. 15 Gulden für
Brand und 20 Gulden für die fehlende Wohnung, zusammen 235 Gulden
jährlich festgesetzt. Sie setzt sich zusammen aus
- einer Zulage des Grafen Droste
Vischering
60 Gulden
- eines früheren
Staatszuschusses
50 Gulden
- eines neuen
Staatszuschusses
80 Gulden
- einer
Gemeindezulage
45 Gulden
zusammen
235 Gulden
Im Jahre 1881 betragen die Einnahmen 720 Mark und 60 Mark. Es folgen
dann weitere Erhöhungen.
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1890
- Am
8. Juli 1890 findet durch die Regierung und die Herren Kreis- und
Ortsschulinspektoren eine Schulrevision
statt. Der Schulvorstand wird
aufgefordert, einen Schulreparaturplan vorzulegen. Die Schule besuchen
- wie auch schon 1889 - 23 Schüler. Ihre Zahl
steigt 1891 auf 29.
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1896
- Lehrer Rölkenberg
beginnt 1896 mit dem Schreiben der Schulchronik,
in der er im 1.
Abschnitt auf die Schulgemeinde und die Schule vor 1896 eingeht. In der
Schulchronik werden regelmäßig die Zu- und Abgänge der
Schüler und die Schüler benannt, die ihre erste heilige
Kommunion feiern.
Der
Lehrer wird im April, Juli und Oktober 1896 zum Besuch von
Obstbaukursen in
Quakenbrück herangezogen. Es fallen 22 Tage
Unterricht aus. Dem Landrat ist zu berichten, wie sich die
Obstbaumzucht entwickelt.
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1897
- Das
Einkommen der
definitiv angestellten Lehrer beträgt 1.000 Mark
jährlich, die Alterszulage 120 Mark und die
Wohnungsentschädigung 100 Mark, zusammen 1.220 Mark. Die
provisorisch angestellten Lehrer erhalten 800 Mark und 80 Mark
Wohnungsentschädigung.
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1901
- Der
Lehrer Rölkenberg
wird vom Kirchenvorstand mit dem Orgelspiel
beauftragt. Da der
Kirchenvorstand mit seinen Leistungen nicht zufrieden ist, wird 1903
ein anderer Orgelspieler berufen.
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1905
- Lehrer Rölkenberg
erkrankt in der ersten Herbstferienwoche an Lungenentzündung und
wird fünf Wochen lang im Franziskus-Hospital in Bentheim
behandelt. Danach ist er 14 Tage in Spezialbehandlung wegen
Schwerhörigkeit.
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1908
- Am
21. Mai erscheint der Regierungs- und Schulrat der Regierung aus
Osnabrück, um die Schule zu revidieren,
während der Lehrer
einen zwei Stunden dauernden Ausflug mit den Kindern unternimmt. Am 7.
Juli findet die Ortskonferenz in der Schule statt. Themen sind
"Katechese über ds 2. Kirchengebot" und "Die Bohne in biologischer
Behandlung".
Am
1.8.1908 tritt das preußische
Schulunterhaltungsgesetz in
Kraft. Das Vermögen der Schule geht auf den Schulverband
über. An der Spitze des Schulverbandes steht der
Schulverbandsvorstand. Dieser besteht u.a. aus den 3 Gemeindevorstehern
und den beiden Pastoren. Für die Kath. Schule wird eine
fünfgliedrige Schulkommission gebildet.
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1911 - Im
"Gesetz über das Diensteinkommen
der
Lehrer an öffentlichen Volksschulen" ist festgelegt, dass
Lehrer
auf dem Lande eine freie Dienstwohnung erhalten sollen. Für die
Katholische Schule werden an der Engdener Straße (Haus Nr. 42)
zwei Lehrerwohnungen und ein Klassenraum errichtet. Das
Schulgrundstück wird vom Grafen Droste zu Vischering der
Gemeinde Brandlecht geschenkt mit dem grundbuchamtlich eingetragenen
Vorbehalt, dass es wieder an das gräfliche Majorat
zurückfallen muss, wenn es einmal nicht mehr für alle kath.
Kinder von Brandlecht und Hestrup benötigt wird.
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1909 - 1913 - Dem
Lehrer wird befohlen, ab 15. April 1909 an einem 5 Tage dauernden
Spielkursus in Neuenhaus
teilzunehmen. Hier erleidet er durch Sturz
einen Unfall, der ein schweres Knieleiden zur Folge hat. Während
seiner Erkrankung vom
April 1909 bis November 1910 und
seiner Vertretung
durch den Lehrer Dobbelhof aus
Nordhorn kommt es zur "Versetzung" von
disziplinär schwierigen Kindern aus Nordhorn und anderen
Nachbargemeinden an die Gutsschule Brandlecht, die ja eine kleine
Klasse hat und mit Störkindern besser fertig werden könnte.
Es kommt zu zahlreichen Elternbeschwerden und zu Revisionen der Schule
durch die Regierung. Da Lehrer Rölkenberg
es nicht schafft,
die Elternbeschwerden abzuwenden, wird er zum 1.4.1913 wider Willen
pensioniert.
Nachfolger von Lehrer Rölkenberg
wird der Lehrer Clemens Ruwe
aus Berge, Kreis Bersenbrück. Zum 1. Oktober 1913 tauschen die
Lehrer Ruwe und Josef Risau aus Drievorden
ihre Stellen.
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1914
- 1918 - Während
des Krieges ist der Schulbesuch der Schüler in Mittel- und
Oberstufe sehr unregelmäßig,
da sie in der Landwirtschaft
mithelfen müssen. Die Schüler beteiligen sich am
Sonnenblumenpflanzen und am Sammeln und Trocknen von Brennnesseln,
später auch von Knochen, Laubheu, Bucheckern und Vogelbeeren unter
Aufsicht des Lehrers., auch an den Zeichnungen der Kriegsanleihen.
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1919
- 1920 - Ostern
1919 besuchen nur noch 19 Schüler
die Schule. Diese Zahl
sinkt in den nächsten Jahren bis auf 14 ab. Ab Oktober wird die
Ortsschulinspektion aufgehoben. Zum 1. 1. 1920 wird
die Kreisschulinspektion dem Hauptlehrer Barlage aus Nordhorn,
dann dem Kreisschulrat Egert aus Osnabrück übertragen, der
für die katholischen Schulen in den Kreisen Lingen und Grafschaft
Bentheim zuständig ist. Damit endet die geistliche Schulaufsicht.
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1922
- Anfang
des Jahres findet in Rheine eine Grundschulwoche
statt, in welcher von
bewährten Kräften Lehrproben und Vorträge über die
neueren Bestrebungen in Grundschulunterricht gehalten werden, durch die
die zahlreichen Teilnehmer manche wertvolle Anregung erhalten.
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1928
- Nach
Erkrankungen in den
Vorjahren an Rheumatismus und Herzentzündungen
erkrankt Lehrer Risau
im März 1928 schwer an seinem Herzleiden. Er stirbt am 6. Juli..
Ab Schuljahrbeginn 1928 wird der Schulamtsbewerber Evers aus Hildesheim in
Brandlecht tätig.
Die
Untersuchungen des
Kreisarztes im September auf den
gesundheitlichen Zustand der Kinder konstatieren bei vielen Kindern
eine auffallende allgemeine Körperschwäche. Auch die
Zahnpflege lässt sehr zu wünschen übrig. In den
Wintermonaten fehlen mehrere Wochen lang fast 50 % der Schüler
wegen einer langandauernder Kälteperiode und zahlreichen
Grippeerkrankungen.
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1929
- Schulamtsbewerber Evers
wird zum
1. Juni 1929 nach Schwartenpohl, Kreis Meppen, versetzt. Die hiesige
Lehrerstelle wird dem Lehrer Krallmann
übertragen. Die Räumung des Lehrerhauses, das noch von der
Witwe des Lehrers Risau
bewohnt wird, wird nur auf dem Klagewege erreicht.
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1932
- Infolge
der wirtschaftlich schlechten
Verhältnisse verzichtet die Schule
auf einen größeren Ausflug und macht dafür eine Radtour
nach Denekamp zu einem Museumsbesuch. Weitere Radtouren nach Uelsen und
Georgsdorf schließen sich an.
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Das Bild
zeigt Schüler der Katholischen
Volksschule Brandlecht etwa im Jahre 1932 mit ihrem Lehrer
Krallmann.
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1933
- Die
Aufzeichnungen der Jahre
1933 bis 1937 sind aus der Schulchronik
entfernt worden
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1937
- Am
24. Mai 1937 erscheint Schulrat Schweer und teilt den beiden
Schulleitern mit, dass die Kath. Volksschule der geringen Kinderzahl
wegen ab 31. Mai 1937 aufgehoben
sei. Der Schulleiter der Kath.
Volksschule, Herr Krallmann,
wird an die Ev. Volksschule versetzt, die als Gemeinschaftsschule
weitergeführt wird. Sie ist vierklassig, je 2 Jahrgänge zu
einer Klasse zusammengefasst. Die Schule besuchen 140 Kinder. Ihre Zahl
wird voraussichtlich steigen, 1938 auf 147, 1939 auf 151, 1940 und 1941
auf 161 und 1942 auf 165.
Gegen
die Zusammenlegung der beiden Schulen erhebt der Graf Droste
Vischering Einspruch. Er
stützt sich auf eine Klausel, die bei der
Schenkung des Grundstücks der Kath. Volksschule vom Schulverband
und auch von der Regierung anerkannt worden ist, dass der katholische
Charakter der Schule gewahrt bleiben müsse.
Zur
Zeit bis 1945 Siehe: Volksschule
Brandlecht
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1945 - 1951 - Der
Unterricht beginnt
mit 46 Schülern im
August bzw. Oktober 1945. 1946 wird die Schule wieder
Konfessionsschule.
Lehrer Zahlten (siehe:
L-C-Zahlten),
der
seit 1938 an der Schule tätig war, darf seinen
Dienst erst nach seiner Entnazifizierung ab 1. November 1948 wieder
aufnehmen. Vorher waren andere Lehrkräfte an der Schule
tätig. 1949 steigt die Schülerzahl auf über 75, so dass
Halbtagsunterricht eingeführt werden muss. Erst 1951 wird eine
zweite Lehrkraft eingestellt.
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1954 - Nach
dem Niedersächsischen Schulgesetz vom
4.9.1954 sind mehrere ein- und zweiklassige Schulen an einem Ort
unabhängig von der Konfession zu einer mehrklassigen Schule
zusammenzufassen. Diese Festlegung führt zu einem
mehrjährigen Streit und letztendlich zur Auflösung der
Schule. Es werden zunächst viele Modelle entwickelt und wieder
verworfen:
- Kath. Schule mit Engden und Drievorden,
- Mittelpunktschule für Neerlage, Wengsel, Isterberg, Holt und
Haar Brandlecht und Hestrup.
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1958
- 1959 - Lehrer Zahlten
tritt in
den Ruhestand. Der Lehrer Walter
Hönig aus Haren an der Ems tritt Ostern 1958 seinen Dienst
an der Schule an.
Wegen
baulicher Veränderungen am
Schulgebäude wird der
Unterricht bis Mai in der Ev. Volksschule am Nachmittag erteilt. Der
Klassenraum wird um den alten Eingangsbereich erweitert; es wird ein
neuer Eingangsbereich angebaut. Das Normalmaß für einen
Klassenraum wird dadurch noch nicht erreicht. Die Lehrerwohnung wird
ebenfalls renoviert: Aus den Stallungen wird ein Bad und eine
Waschküche erstellt. Die elektrischen Leitungen werden unter Putz
gelegt. Die Tür zum Klassenraum wird zugemauert. Trotz
Aufforderung räumt der Lehrer i.R. Zahlten ein Zimmer, in dem
er seine Möbel untergebracht hat, erst im Februar 1959.
Auseinandersetzungen gibt es auch wegen eines Pachtgartens.
Der
Antrag des Lehrers Hönig,
ihn in die Stelle des
"Alleinstehenden Lehrers" einzuweisen, wird von
der Regierung mit dem Hinweis auf das Nds. Schulgesetz von 1954, wonach
in Brandlecht eine Schule für Schüler aller Bekenntnisse
bestehe, abgelehnt. Eine mündliche Besprechung am 31.7.1959 in
Brandlecht kommt zu dem gleichen Ergebnis. Da Lehrer Hönig zwischenzeitlich
die Mittelschullehrerprüfung abgelegt hat, wird er mit Wirkung vom
16.12.1959 an die Mittelschule Neuenhaus versetzt. Gleichzeitig wird
der Lehrer Helmut Knittel
von der Marienschule Nordhorn an die Volksschule Brandlecht versetzt.
Er muss vorher schriftlich erklären, dass er keinen Anspruch auf
eine Schulleiterzulage erhebe. Diese Erklärung zieht er am
15.8.1960 zurück.
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1961
- Der
Lehrer Helmut Knittel
wird zum 1.4.1961 nach Brockhausen versetzt,
weil er in wiederholten
Eingaben an die Regierung wegen der noch immer unklaren Brandlechter
Situation um eine anderweitige Verwendung gebeten hatte. Sein
Nachfolger wird der Junglehrer Gottfried Ollendiek, der am
14.1.1964 seine 2. Lehrerprüfung ablegt.
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1962 - Der
Schulleiter der
Ev. Volksschule, Wilhelm
Blekker, wird gleichzeitig auch Schulleiter der Kath.
Volksschule.
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1964 - Die
Abschulung des 7.
und 8. Schuljahres zum
1.4.1964 erfolgt zur Burgschule in Nordhorn. In der kath. Schule wird
ein Gruppenraum eingerichtet und der Vorraum
ausgebaut.
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Die
Ev. und die Kath. Volksschule werden zu
einer Schule für Schüler
aller Bekenntnisse vereinigt.
In diesem Zusammenhang gibt es Protestaktionen der katholischen
Elternschaft und Streikdrohungen gegen die Einführung einer
Gemeinschaftsschule.
Hierzu
schreibt der zuständige Schulrat Kollmann in den
Grafschafter Nachrichten vom 29.04.1965 zur Klarstellung u.a., dass
Brandlecht nach § 15 Abs. 2 des Niedersächsischen
Schulgesetzes seit dem 1.9.1954 nur noch eine Schule für
Schüler aller Bekenntnisse habe. Mit
Duldung des Schulrates wurden die Kinder aber weiterhin getrennt nach
Konfessionen unterrichtet. Auf Anregung kath. Eltern und im
Einverständnis mit
den Lehrkräften empfahl er in einer Versammlung aller Eltern, den
Unterricht entsprechend dem Nds. Schulgesetz durchzuführen. Leider
konnten sich die Befürworter des Zusammenschlusses der
Konfessionen
nicht durchsetzen. Wegen der ungeklärten Lage bewarb sich der
kath.
Lehrer nach der Elternversammlung weg; ebenso sein Nachfolger zum
1.4.1965.
Die Stelle konnte nur durch begrenzte Abordnungen von Nordhorn aus
versorgt
werden. In den letzten 7 Jahren hat Brandlecht den 6. kath.
Lehrer.
Wie dem Schulrat mehrfach zum Ausdruck gebracht wurde, setzte sich bei
immer mehr kath. Eltern der Wunsch durch, die Schulverhältnisse
entsprechend
dem Schulgesetz zu ändern. In mehreren Versammlungen der kath.
Eltern
im Beisein von kirchlichen Vertretern wurden geheime Abstimmungen
verlangt,
die jedoch unterdrückt wurden.
Am
19.3.1965 beschloss der
Gemeinderat
einstimmig, den Unterricht mit Wirkung vom 1.4.1965
zusammenzulegen.
Dies
wurde den Eltern mitgeteilt und auch in einer öffentlichen
Gemeinderatsitzung bekannt gegeben. Mit dem Hauptlehrer Blekker wurden die
erforderlichen
Regelungen
u.a. auch wegen des Kath. Religionsunterrichts getroffen. Dem Antrag
von
vier kath. Eltern auf Umschulung in die Burgschule konnte aus
finanziellen
Gründen und wegen des Fehlens der Lehrerstunden nicht stattgegeben
werden.
Trotz des angedrohten Schulstreiks
schicken 8 Elternpaare ihre 13
Kinder (von insgesamt 26 Kindern) in den gemeinsamen Unterricht. Von
einer einheitlichen Ablehnung des gesetzlichen Zustandes seitens der
kath. Eltern könne also nicht gesprochen werden. Soweit
Auszüge aus der Stellungnahme des Schulrates!
Mit der Vereinigung der beiden Schulen zur Gemeinschaftsschule endet
die Geschichte der Kath. Volksschule Brandlecht. Der Klassenraum
der ehemaligen
Kath. Schule wird noch bis 1967 genutzt, die Lehrerwohnung bis 1970 von
der damaligen Schulleiterin Frau Blekker bewohnt. Dann wird
das Gebäude verkauft und als Mehrfamilienhaus mit Poststelle
umgebaut.
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Quellen:
- Schulchronik der Kath.
Volksschule Brandlecht, 1896 - 1961
(aufbewahrt im Stadtarchiv Nordhorn)
- Pfarrer Franz Menkhaus,
Katholische Volksschule Brandlecht 1827 -
1965, In: Dorfchronik Brandlecht/Hestrup, Herausgeber:
Heimatverein Brandlecht/Hestrup, 1994
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