|
Frensdorfer
Schule
- 1745 Bauerschaftsschule; 1967 Einführung Hauptschule; 1969
Einführung Orientierungsstufe;
1970 Abtrennung Grundschule; 2004 Auflösung
Orientierungsstufe; 2011 Haupt- und
Realschule Mitte
|
|
Die Schule ist als Bauerschaftsschule
für das
Dorf Frensdorf
entstanden. Frensdorf (Frenstrup) ist eine der ältesten Siedlungen
des Kreises. Die erste Erwähnung erfolgte 950. Das
genaue Entstehungsjahr der Schule ist nicht bekannt. So wird im
Jahre 1745 dem Kirchenrat vorgetragen, dass in Wevers Haus ohne
Kenntnis
des Kirchenrates Schule gehalten wird. Das Konsistorium
beschließt, dies zu verbieten und dem Lehrer davon Kenntnis zu
geben (Protokoll des
Kirchenrates vom 3.2.1745).
|
|
1785 - Im Sterberegister
der Reformierten Kirche ist
festgehalten, dass "Gerrit
Köster, schoolmeester in Frenstrup" am
28. April 1785 verstorben ist.
|
|
1810 - Der
Unterricht
findet in einer baufälligen
Lehmhütte statt. Diese wird auch noch im Jahre 1850
erwähnt.
Nach dem Lehrerverzeichnis der Mairie (Bezirksbürgermeisterei)
Nordhorn von 1810/11 in der Franzosenzeit ist hier ein Lehrer Jan Hoff
in Alter von 32 Jahren tätig.
|
|
1828 - An der Frensdorfer
Schule ist für etwa 30
Jahre ein Lehrer Hindrik
Hoegen
tätig. 1836 ist er 46 Jahre alt,
verheiratet, und hat fünf Kinder zu versorgen. Sein Jahresgehalt
beträgt 62 Reichstaler Courant. Darüber hinaus wird ihm
freier Mittagstisch gewährt. Er unterrichtet 98 Schulkinder. In
einem Schreien der ref. Gemeinde an den Oberkirchenrat vom 26.7.1838
erfolgt folgende Bemerkung: "Wenn sich auch keineswegs der
Schullehrer Hoegen leistender Verdinste
... zeihent (?
unleserlich), so ist er doch sehr der Zulage bedürftig, da er ohne
Vermögen ist und Vater von Kindern ist". Er wird am 1. April 1858
wegen seines
vorgerückten Alters in den Ruhestand versetzt.
|
|
1856 - In der
Schulstraße wird eine einklassige
Schule gebaut. In der Zeit des Neubaus, im
Sommer 1856, werden die Kinder auf der Diele des Hofes Smoes (heute:
Dr. Wagner, Max-Reger-Straße) unterrichtet.
Unterrichtet wird nur dann, wenn die Kinder auf dem Hofe entbehrlich
sind, also in der Hauptsache während der Wintermonate.

Zeichnung
von Bernd
Andreas Knoop
|
|
1858 -
1863 - Am 1. Mai 1858
wird Evert Hoegen
durch Herrn
Oberkirchenrat Lucassen
zu Nordhorn in den Dienst an der
Frensdorfer
Schule eingeführt. Er übernimmt die Stelle seines
Vaters.
Vorher war er von 1841 bis 1842 in Frensdorferhaar und dann 16 Jahre
lang
in Hohenkörben tätig. Die Zahl der Unterrichtsstunden
beträgt
im Sommerhalbjahr 30, im Winterhalbjahr, weil Halbtagsschule
eingerichtet ist, 34 Stunden. Der Lehrer Hoegen
erhält nach dem Kirchenratsprotokoll vom
30.1.1861 eine einmalige Zulage von 10 Rt aus dem Fond für
Hilfsbedürftige. Er wird auch in den Kirchenratsprotokollen vom
14.7.1862 und vom 30.1.1863 erwähnt.
|
|
1895 - Am
1. Mai 1895
wird der Lehrer Evert Hoegen
nach 37 Jahren an der Schule und insgesamt 53 1/2 Jahren
als Lehrer , seiner Bitte zufolge, aus seinem Dienst
entlassen. Während der Abschiedsfeier
erscheint der
Königliche
Landrat Herr Kriege
und überreicht ihm im Auftrage der
Königlichen
Regierung den "Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens der
Hohenzollern". Nach seiner Verabschiedung beginnt er die Chronik der
Schule mit
Aussagen zur Schulgemeinde und zur bisherigen Schulgeschichte. Die
Chronik wird dann von den künftigen Lehrern weitergeführt.
Der 1. Band umfasst die Jahre 1895 bis 1920. Am 6. Mai 1895 wird der
Lehrer Heinrich Schnieders,
der
vorher 4 Jahre
in Adorf tätig war, in den Dienst an der Frensdorfer Schule
eingeführt. Frensdorf hat zu dieser Zeit 650 Einwohner.
|
|
1897 - Die
Schule wird um
einen Klassenraum erweitert;
heute ist dieser Raum der Werkraum der Freiherr-vom-Stein-
Orientierungsstufe. Man erkennt an der
Bauweise die Entstehung in verschiedenen Jahrzehnten des 19.
Jahrhunderts.
|
|
1899 - Die
Schule
erhält einen zweiten Lehrer.
Wegen der großen Schülerzahl werden drei Klassen
eingerichtet, die von den beiden Lehrern unterrichtet werden.
|
|
1900 - Dem
Lehrer Schnieders,
der nach
Ueckerndorf
bei Gelsenkirchen versetzt
wird, folgt Lehrer Hilbink
aus Bookholt.
Die Zahl der Kinder beträgt in der Oberstufe 49, in der
Mittelstufe 56 und in der Unterstufe 67, zusammen 172 Kinder. Die
Oberstufe hat 28, die Mittelstufe 24 und die Unterstufe 16
Wochenstunden Unterricht. Die Stundenzahl der Lehrer beträgt je 32
Wochenstunden. In der Oberstufe werden folgende Fächer erteilt (in
Klammern die
Stundenzahl): Religion (4), Deutsch (7), Rechnen (3), Raumlehre (1),
Geschichte (2), Geographie (2), Singen (1), Zeichnen (2), Turnen (2)
und Handarbeit (2). Naturgeschichte und Naturlehre werden nicht erteilt.
|
|
1903 - Die
Zunahme
der Schülerzahl (1902 auf
188) zwingt schon bald wieder, neuen
Klassenraum zu schaffen.
Unmittelbar neben der alten Schule wird ein 2 1/2 -stöckiges
Gebäude
mit zwei Klassenräumen im Erdgeschoss und der Schulleiterwohnung
im ersten Stockwerk errichtet. Am 05.01.1903 werden die beiden neuen
Klassen von den Kindern bezogen. Am 12. Oktober 1903 kommt endlich der
3. Lehrer. Die Schülerzahl
beträgt - auf 4 Klassen verteilt - 194 Kinder und steigt 1904 auf
211 Kinder.
Vorn: Erweiterung um 1 Klasse Rechts:
Neubau mit Klassenräumen und Schulleiterwohnung
|
|
1907 - Herr
Hilbing wird
von der
Schulbehörde mit Leitungsbefugnissen
für die Frensdorfer Schule betraut. Für
diese Mehrarbeit wird ihm vom Schulvorstand eine jährliche
Vergütung von 200 Mark bewilligt. Der Schulvorstand
beschließt, das Gehalt der Lehrer vom 1. April 1907 ab auf 1.200
Mark Grundgehalt jährlich und 160 Mark Alterszulage zu
erhöhen. Der Mietwert für Lehrer mit Haushalt wird auf 300
Mark, der der unverheirateten Lehrpersonen auf 150 Mark festgesetzt. Am
1.10.1907 wird an der Schule die langersehnte 4. Lehrkraft
eingestellt. Die kleine sogenannte "Alte Schule", die seit Jahren
Gemeindezwecken diente, wird wieder instand gesetzt. Die Schule ist
jetzt ein "5-klassiges System" mit 4 Lehrkräften.
Herr Hilbing wird
Hauptlehrer. Sein Grundgehalt wird vom Schulvorstand
auf 1.500 Mark festgesetzt.
|
|
1909 -
1910 - Durch die
Ausweitung der Textilindustrie steigt
die Bevölkerung von Frensdorf ab 1900 immer mehr an.
Die
Frensdorfer Mark (heute: Neuberlin) wird Siedlungsgebiet. Dadurch
steigt
auch die Schülerschaft der Frensdorfer Schule an, wie nachstehende
Zahlen belegen:
1900: 1.295 Einwohner - 140 Schüler - 3 Klassen - 2
Lehrer
1905: 1.751 Einwohner - 220 Schüler -
1910: 3.184 Einwohner - 401 Schüler - 7 Klassen - 7
Lehrer
Es entstehen untragbare
Schulverhältnisse. Nach langem Planen und
vielem Hin und Her kann am 09.09.1909 ein neues Schulgebäude mit 4
Klassenräumen und einem Lehrerzimmer, am Ootmarsumer Weg gelegen,
seiner Bestimmung übergeben werden. Das Gebäude dient
später als Berufsschule, heute befindet sich hier die Waldschule.
1910 erhält die Schule eine Rektorstelle,
da die Schule 7 Lehrer
erreicht hat. Herr Hauptlehrer Hilbing wird als Lehrer
nach Altendorf
versetzt. "Unter der Bedingung , dass Sie binnen Jahresfrist die
Rektorprüfung ablegen," wird der Lehrer Wilhelm Schulte aus
Schüttorf am 22. März 1910 Rektor der Ev. Volksschule
Frensdorf. Seine Tätigkeit dauert jedoch nur wenige Jahre. Er
stirbt als Soldat zu Beginn des
ersten Weltkrieges in Frankreich.
|
|
1911 - Ab
1.1.1911 werden
Rektor Schulte erweiterte
Leitungs- und Aufsichtsbefugnisse übertragen. Die bisherige
"geistliche Ortsschulaufsicht" ist für die Frensdorfer Schule
aufgehoben. Für den Handarbeitsunterricht wird die alte Klasse
(genannt:
Rathaus) als Handarbeitszimmer eingerichtet und u.a. eine
Nähmaschine angeschafft. Ein Jahr später muss hier jedoch
wieder eine Klasse
untergebracht werden. Der Handarbeitsunterricht findet dann im
Lehrmittelraum
statt. Im Frühjahr wird ein Schulgarten angelegt.
|
|
1912 - Da
die
Bevölkerungszahl in Frensdorf auch
in den folgenden Jahren stark zunimmt, reichen die vorhandenen
Klassenräume schon bald wieder nicht mehr aus. Im Jahre 1912 kann
ein weiteres Schulgebäude mit
6 Klassenräumen bezogen werden.
Es steht im "Osteresch", etwa 1,5 km von der eigentlichen Schule
entfernt. Es bekommt den Namen "Wasserturmschule".
Nun stehen der
Frensdorfer Schule 14 Klassenräume in 4 Gebäuden zur
Verfügung. Die rasche Entwicklung der Stadt Nordhorn seit 1908
stellt große
Anforderungen an die Finanzen der Gemeinde. Der Schulvorstand
begnügt sich deshalb mit der Errichtung von Klassenräumen.
Amtszimmer, Lehrerzimmer, Handarbeitsraum, Zeichensaal, Turnhalle,
Brausebad, Kochküche, Lehrmittelzimmer usw. fehlen in allen
Gebäuden.
|
|
1915 -
1918 - Am 3. 1. 1915
erreicht die Schule die Todesnachricht
des
Rektors Wilhelm
Schulte. Am 1.10.1915 übernimmt
dann Heinrich Südhoff
mit 32 Jahren die Leitung der Schule.
Er
wurde 1883 in Achmer, Kreis Bersenbrück, geboren und besuchte die
Präparandenanstalt in Melle und das Seminar in Osnabrück. Er
übt das Amt des Rektors der Frensdorfer Schule 33 Jahre bis 1948
aus. Zwischenzeitlich ist die Schülerzahl am 1.11.1915 auf 658
gestiegen. Durch die lange Dauer des Krieges mangelt es an Arbeit und
besonders an Nahrungsmitteln. Viele Holländer kehren deshalb in
ihre Heimat zurück. Dadurch sinkt die Schülerzahl erheblich.
Die Fabrikanten Niehuys
und Dütting
richten eine Volksküche
ein, in der an 4 Tagen in der Woche mehr als 150 Kinder gespeist
werden. Eine ähnliche Einrichtung betrifft auch die
"Bußmaate".
|
|
1921 -
1929 - Im Jahre 1921 wird
Frensdorf nach Nordhorn
eingemeindet. Als sich nach der Einführung der Rentenmark (1923)
die Bevölkerung schnell mehrt, baut die Niedersächsische
Heimstätte in der Frensdorfer Heidmark - jetzt Blumensiedlung
genannt - 655 Wohnungen für Arbeiter aus dem Ruhrgebiet. Dies
zieht abermals den Bau neuer Schulen nach sich. An der
Schlieperstraße entsteht 1928 die Kath.
Marienschule. Von 1928 nach 1929 steigt die Schülerzahl an der
Frensdorfer
Schule von 695 in 16 Klassen auf 815 in 19 Klassen. Ostern 1929 werden
der Schule in der Marienschule 5 Unterrichtsräume, davon 3 in
der Schulbaracke und 2 im Neubau zugewiesen. Damit ist der Raummangel
beseitigt, so dass für jede Schulklasse wieder ein Unterrichtsraum
zur Verfügung steht.
|
|
1930 - Für
die evangelischen Zuzügler
baut man nicht die Schule am Oortmarsumer Weg oder die Wasserturmschule
aus, wie es seit 1914 geplant war. Am 20.06.1929 wird vielmehr der
erste
Spatenstich für den ersten Bauabschnitt einer 24-klassigen evangelischen
Schule an der Brückenstraße (jetzt
Friedrich-Ebert-Straße) ausgeführt, nachdem vorher
langwierige Verhandlungen über
die Lage der Schule vorausgegangen waren. Bereits am 30.4.1930 kann der
Bau eingeweiht werden. Die reinen Baukosten betragen 289.000
Reichsmark.

Die neue Frensdorfer Schule an der
Brückenstraße (heute: Friedrich-Ebert-Straße)
Die 844 Schüler werden
in 20
Klassen von 20 Klassenlehrern und 2
technischen Lehrerinnen unterrichtet. Die durchschnittliche
Klassenfrequenz beträgt 44 Schüler. Die Klassenräume in
der alten "Waldschule" und in der Marienschule können aufgegeben
werden. Weiter gebraucht werden die beiden Klassenzimmer in dem zweiten
Gebäude der Waldschule und die sechs in der "Wasserturmschule".
|
|
1931 - Am
4.8.1931 wird
die Lehrküche in dem
Neubau an der Brückenstraße in Betrieb genommen. Durch die
Kriegsumstände im 2. Weltkrieg verschwindet die Einrichtung der
Lehrküche, so dass die Schule danach wieder keine
Lehrküche
hat. Die alte Lehrküche (Behelfsraum im Keller der
Wasserturmschule)
wird der Berufsschule für ihre Zwecke überlassen. 1932 wird
der Schulgarten seiner Bestimmung übergeben. "Zuerst soll er wegen
der Notlage der Zeit in den Dienst der Lehrküche gestellt werden
(Anbau von Kleingemüse).
|
|
1932 - Die
Schülerzahl
steigt über 1.000 und
liegt bis 1940 zwischen 1.000 und 1.100. Das Verzeichnis der
Schülerzahlen für die Jahre 1936 - 1939 ist jedoch von der
Besatzung vernichtet worden.
|
|
1933 - Als
im Sommer 1933
die Arbeitsdienstpflicht
eingeführt wird, wird auch Nordhorn ein Standort. Bis 1936 wird in
der Ootmarsumer-Weg-Schule ein Arbeitsdienstlager
eingerichtet, danach
in der Stadtflur.
|
|
1936 - Vom
7.12.1936 bis
7.1.1937 sind 422 Kinder
an Grippe erkrankt. Es findet
kein Unterricht statt.
|
|
1938 - Die
Evangelische
Frensdorfer Schule wird in eine Gemeinschaftsschule
umgewandelt. Sie erhält den Namen Hans-Schemm-Schule.
Hans
Schemm war Gauleiter der NSDAP des Gaus
Oberfranken und gründete den Nationalsozialistischen Lehrerbund.
1930 wurde er zum Bayrischen Kultusminister ernannt. Die NSDAP
schätzte ihn, weil es ihm gelang, "dank seiner menschlichen
Beliebtheit auch die noch fernstehenden Kreise für die Idee Adolf
Hitlers zu begeistern". Hans Schemm verstarb 1934
an den Folgen eine
Flugzeugunglücks.
|
|
1941 - Die
Wasserturmschule
wird von der
Frensdorfer Schule abgetrennt und an die Firma Niehues &
Düting verkauft. An der Marktstraße wird ein neues
Schulgebäude errichtet. Die dortige Schule erhält den Namen
Ernst-Moritz-Arndt-Schule. Bei den Einweihungsfeierlichkeiten wird der
Schulleiter der Frensdorfer
Schule nicht hinzugezogen, da er nicht erwünscht ist. Als
Gründe werden genannt: "Er ist gegen einen Neubau in der
Nähe seiner Schule", aber auch: "Er ist `nicht
parteitüchtig´
genug."
|
|
1941 -
1945 - Das Gebäude
der Frensdorfer Schule wird
zeitweise als Lazarett
requiriert, so dass ein regelmäßiger
Unterricht nur selten möglich ist.
|
|
1945 - Die
Wiederaufnahme
des Unterrichts nach
Kriegsende erfolgt in der Grundschule am 29.08.1945, vier Wochen
später
in der Oberstufe.
|
|
1946 - Die
Schule wird
wieder in eine ev.
Bekenntnisschule umgewandelt.
|
|
1948 - Am
30.09.1948
tritt der langjährige
Schulleiter, Rektor Heinrich
Südhoff, wegen Erreichens der
Altersgrenze in den Ruhestand.
Mit der Wahrnehmung der
Schulleitergeschäfte wird ab 1.10.1948 der Konrektor Wilhelm
Schleutker beauftragt. Am 1.11.1949 erfolgt seine Ernennung zum
Rektor.
|
|
1949 - Ostern
1949 finden
auf Grund eines Erlasses
wegen der schlechten Schülerleistungen keine Entlassungen statt.
Nur unter besonderen Bedingungen werden Kinder für ein Jahr
vorläufig beurlaubt. Es werden zahlreiche Kriegsspuren beseitigt
(Anstrich, Überholung
des Zeichensaals, Reparatur der Turmuhr u.a.). Das ursprüngliche
Flachdach der Schule war undicht geworden, so dass bei Regen mit
starkem Westwind in mehreren Klassenräumen das Wasser
buchstäblich von der Decke tropfte und in Wannen aufgefangen
werden musste. Eltern führen Klage über die Qualität der
Schulspeisungen. Mit Beginn des Schuljahres wird der Schule eine
Hilfsschulklasse
angegliedert, die von dem Hilfsschullehrer Ruwe geführt wird. Die
Klasse umfasst 33 Schüler.
|
|
1950 - Die
Schule hat 888 Schüler in 18 Klassen,
die von 17 Lehrern unterrichtet werden. Es herrscht Lehrermangel. Das
Durchschnittsalter des Kollegiums beträgt 47 Jahre.
|
|
1952 - Das
Gebäude am Ootmarsumer Weg erhält elektrisches Licht.
|
|
1954 - Im
ersten Schuljahr wird zum ersten Mal
nach der Ganzwortmethode
unterrichtet.
|
|
1957 - Der
Anbau mit vier
Klassenräumen wird
fertiggestellt. Das Flachdach des Altbaus wird durch ein Satteldach
ersetzt; der morastige Schulhof wird
befestigt.
|
|
1959 - Zitat
aus der Schulchronik: "Am 24.11.1959
hielt die Schule erstmalig einen Elternsprechtag
ab, zu dem 368 Eltern
erschienen. Die große Beteiligung beweist, dass die Eltern diese
Einrichtung für wertvoll und notwendig anerkennen. Die Schule
möchte den Elternsprechtag auch für die Zukunft beibehalten".
|
|
1948 - 1959 - Beschluss
der Konferenz am 24.11.1948:
"Konferenzen sollen vor allem die Praxis fördern."
Beispiele für
pädagogische Themen, die in den Konferenzen
behandlt wurden:
- Natürlicher Unterricht,
- Differenzierung (Anschluss von Hilfsschulklassen in
größeren Systemen, Differenzierung und Arbeitsschule,
Differenzierung und Ehrgefühl),
- Schulfunk und Schule,
- Herstellen von Lehr- und Lernmittel für den Werkunterricht,
- Vom Zeichnen zum Kunstunterricht,
- Hausaufgaben der Volksschüler,
- Schriftpflege und Gestaltung des Schreibunterrichts,
- Schule im Grünen - Möglichkeiten an der
Frensdorfer Schule,
- Vorteile der Ganzheitsmethode,
- Gruppenunterricht und Arbeitsmittel in der Schule,
- Der Schülerlotse im Einsatz,
- Teilnahme am Englischunterricht.
|
|
1962 - Ostern
1962 wird an der
Schule die erste 9.
Klasse eingerichtet. Es ist eine reine Mädchenklasse mit 33
Schülerinnen. Sie setzen sich zusammen aus den Mädchen der
Ev. Blankeschule und der Frensdorfer Schule. Die Jungen gehen in die 9.
Klasse an der EMA-Schule.
Der Lehrermangel nimmt zu; die ersten sogenannten
"Hausfrauenlehrerinnen " werden ausgebildet.
Die Vorderansicht der Frensdorfer Schule
im Jahre 1962.
|
|
1963 - Am
30. März wird der Rektor Wilhelm
Schleutker pensioniert.
Am 17. April wird Eberhard
Liese Rektor der
Schule. Nach Tätigkeit in Frensdorferhaar war er Konrektor an der
Ev. Blankeschule.
|
|
1964 - Am
15.
August 1964 berichten die Grafschafter
Nachrichten: "Was man aus einem nüchternen
Schulhof alles machen
kann, wurde gestern Mittag einem Kreis interessierter Gäste vor
Augen geführt. Der asphaltierte Schulhof der Frensdorfer Schule
hat sich durch weiße Linien in eine Stadt mit Hauptstraßen,
Baustellen, Einbahnstraßen, Kreuzungen, Rundverkehr,
Fußgängerüberwegen und den dazugehörenden
Verkehrszeichen verwandelt. Hier sind nunmehr die besten
Voraussetzungen für einen praxisnahen Verkehrsunterricht gegeben."
|
|
1966 - Jungen
und Mädchen der Frensdorfer und der Blanke-Schule fahren zusammen
mit ihren Eltern und Lehrern sowie den beiden Schulleitern Liese und Hensen nach Enschede, um mit
niederländischen Eltern und Schülern einen gemeinsamen Elternabend mit
Vorführungen der deutschen Schüler in niederländischer
Sprache zu gestalten. Umgekehrt kommen die Niederländer zu einem
gemeinsamen Elternabend nach Nordhorn, den die niederländischen
Schüler in deutscher Sprache gestalten (GN und GT, 17.3.1966).
Die Förderstufe
wird eingeführt.
Englisch wird Pflichtfach für alle Schüler. Der
Schuljahrbeginn
wird von Ostern auf den Sommer verlegt. Es werden zwei Kurzschuljahre
eingeführt, die große schulorganisatorische und
unterrichtliche
Probleme verursachen.
|
|
1967 - Die Oberstufe der Volksschule (7. - 9.
Schuljahr) wird zur Hauptschule
umstrukturiert. Ein neues Fach ist
Arbeitslehre. Schüler der 9. Klasse können ein bis zu drei
Wochen dauerndes Betriebspraktikum machen.
|
|
1969 - Aus
Gründen eines sicheren Schulweges
wird von kath. Familien der Wunsch an die Schule herangetragen, den Status der Schule
zu ändern. Sie war seit ihrer Gründung (mit
Ausnahme von 1938 bis 1946) eine evangelische Schule. In einer
Elternbefragung stimmen die Eltern dem Antrag zu, die Frensdorfer
Schule in eine Schule für Schüler aller Bekenntnisse
umzuwandeln. Die Bezirksregierung stimmt mit Wirkung vom 1.8.1969 zu.
|
|
1965 -
1970 - In der Schulchronik heißt es zu
der Zeit
von 1965 bis 1970:
"Ab Mitte der 60er Jahre war der Raummangel
wieder sehr groß. Der
letzte Behelfs- und Nebenraum musste als Unterrichtsraum
eingerichtet werden. So wurde aus dem Milchausgaberaum ein Physik-, aus
dem Fahrradkeller ein Klassenraum. Der frühere Zeichensaal (heute
Lehrerzimmer) wurde geteilt, so dass zwei Klassenräume entstanden.
Ein Bodenraum wurde zum Zeichensaal ausgebaut. Der Kokskeller wurde
nach der Umstellung auf Gasheizung zu Umkleide- und Duschräumen
umgebaut. Zwei Klassen wurden 1969 in die Berufsschule ausgelagert.
Zu Beginn des Schuljahres 1970/71 war kein
Platz mehr für die
Schulanfänger. Weil sich der Umzug der Berufsschule aus dem
Gebäude am Ootmarsumer Weg in das neue Gebäude am Bölt
verzögerte, mussten 28 Schülerklassen in 21
Klassenräumen unterrichtet werden.
Im Jahre 1969 wird beantragt, in dem Gebäude an der
Schulstraße (Waldschule) und in dem Gebäude am Ootmarsumer
Weg eine selbstständige
Grundschule einzurichten. Mit Wirkung vom
1.8.1970 wird dieser Antrag genehmigt."
|
|
1971 - Die
"Neue Mathematik" (besser
bekannt als
Mengenlehre) findet Eingang in die Schule. Lehrer nehmen an Kursen an
der Pädagogischen Hochschule Osnabrück teil. Die Eltern
besuchen Kurse der Volkshochschule.
|
|
1973 - Rektor Eberhard
Liese
wird am
1.2.1973 pensioniert. Am 2.
März wird der bisherige Konrektor Geert
Stegink, der seit dem 8.8.1962 als Lehrer an der Schule
tätig
ist, zum Rektor ernannt.

Die drei Schulleiter der Frensdorfer Schule:
Rektor Schleutker,
Rektor Liese und
Rektor Stegink (von
links)
|
|
1976 - Der
Antrag der Schule auf einen unterrichtsfreien
Sonnabend
im Monat wird mit Beginn des Schuljahres
1976/77 von der Bezirksregierung genehmigt.
|
|
1974 -
1979 - Im Hinblick auf die erwartete Zunahme
der
Schülerzahl nach Einführung der Orientierungsstufe
wird 1974
ein zweigeschossiger Pavillon mit 4 Klassenräumen auf dem
Hofgelände der Frensdorfer Schule aufgestellt. Zu Beginn des
Schuljahres 1976/77 kann eine neue Turnhalle in Gebrauch genommen
werden. Außerdem beschließt der Verwaltungsausschuss der
Stadt am 5.12.1977, einen Anbau mit Fachklassen zu errichten. Wegen des
strengen Winters 1978/79 verzögert sich
die Fertigstellung jedoch bis zum Beginn des 2. Halbjahres 1979/80
|
|
1979 - Mit
Beginn des Schuljahres 1979/80 wird die Orientierungsstufe
in Nordhorn eingeführt. Die Frensdorfer Schule
wird ein Standort. Sie nimmt keine Schulanfänger mehr auf, so dass
die Grundschule ausläuft. Die Frensdorfer Schule wird "Hauptschule
mit Orientierungsstufe". Mit der Wahrnehmung der Aufgaben des
Stufenleiters an der angebundenen Orientierungsstufe, die keine
selbstständige Schule ist, wird der Lehrer Ewald Lamann beauftragt.
|
|
1980 - Am
27.6.1980 feiert die Frensdorfer Schule
ihr 50jähiges Bestehen an
der Friedrich-Ebert-Straße.
Schulrat Grunert
befasst sich in seinem Festvortrag mit dem Thema:
"Kindsein in
unserer Zeit." (vgl. Grafschafter Nachrichten vom 27.6. und 28.6.1980
und
Festschrift).
|
|
1984 - Die
"10. Klassen an Hauptschulen"
werden
für das gesamte Stadtgebiet am Standort Frensdorfer Schule
eingeführt. Die 10. Klassen können nach Klasse 9 freiwillig
besucht werden.
Sie ermöglichen den Erwerb zusätzlicher Qualifikationen, u.a.
unter bestimmten Voraussetzungen auch den Realschulabschluss. Eine
Änderung tritt erst 1991/92 ein, als die 10. Klassen auch an der
Hauptschule Deegfeld und an der Elisabethschule eingeführt werden.
Für die Frensdorfer Schule erfolgt eine Einschränkung auf den
eigenen Schulbezirk.
|
|
1990 - Am
6.7.1990 feiert die Frensdorfer Schule ihr 60jähriges Bestehen
an der Friedrich-Ebert-Straße und 525
Jahre "Schule in Nordhorn". In seiner Festansprache gibt Schulrat Ragnitz einen
Überblick über den kontinuierlichen
Fortschritt des Nordhorner Schulwesens über fünf
Jahrhunderte (vgl. Grafschafter Nachrichten von 7.7.1990 und
Festschrift, auch: Wortlaut der
Festansprache im Internet).
In der Stadt Nordhorn werden für
die einzelnen Schulen Schulbezirke
eingeführt. Dies hat zur Folge, dass die
Schülerzahl
an der Frensdorfer Schule sinkt.
Aufgrund eines Unfalls im August 1989
wird Rektor Geert Stegink
im
Dezember 1990 vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt.
|
|
1991 - Herr
Michael
Forysch wird Schulleiter der
Frensdorfer Schule. Nach Lehrertätigkeit in Veldhausen
und Nordhorn von 1973 bis 1985 war er sechs Jahre lang
Dozent am Religionspädagogischen Institut Loccum und dort
zuständig für den Hauptschulbereich.
|
|
1994 - Im
Schuljahr 1993/94 besuchen die Schule in der
Orientierungsstufe 156 Schüler in 7 Klassen, in der Hauptschule
221 Schüler in 11 Klassen, zusammen 377 Schüler in 18
Klassen.
|
|
1995 - Der Schulleiter
überreicht im Oktober 1995 der Vorsitzenden des Vereins
"Gänseblümchen e.V." eine Spende von 1.170 DM für die Arbeit der
Kinderkrippe. Die Spenden wurden während der 65-Jahr-Feier
der
Schule
und beim Schulanfangsgottesdienst gesammelt.
|
|
1996 - In den Jahren 1990 bis 1996, in
7 Jahren, gingen 606
Schüler aus
den 6. Klassen der Frensdorfer Orientierungsstufe in die
weiterführenden Schulen über,
davon 40 % in die Hauptschulen, 45 % in die Realschulen und 15 % in das
Gymnasium. In den vier Orientierungsstufen der Stadt Nordhorn waren es
3.645 Schüler, davon gingen 33 % in die Hauptschulen, 43 % in die
Realschulen und 24 % in das Gymnasium über. Der Übergang zum
Gymnasium liegt demnach an der Frensdorfer OS mit 15 % gegenüber
24 % in
Nordhorn unter dem Durchschnitt, an den Hauptschulen mit 40 %
gegenüber 33 % über dem Durchschnitt (nach eigenen
Berechnungen).
|
|
1997 - In einem Gespräch
mit der Jugendbeilage "Scene" der Grafschafter Nachrichten berichten 3
Schüler und der Schulleiter der Frensdprfer Schule, Michael Forysch, über
ihre Erfahrungen aus der Hauptschule.
Das Klima der Hauptschule scheint
weitaus besser zu sein, als es an den anderen Schulformen der Fall ist.
Der Anteil der Schüler, die Probleme machen, ist sehr
gering. Den Schulleiter stört es jedoch, dass viele
Schüler nicht bereit seien, sich an die bestehenden Regeln zu
halten.Im Unterricht versuchen die Lehrer, auf die speziellen
Anforderungen einzugehen, die für Hauptschulabsolventen im
späteren Berufsleben wichtig sind. Es gilt jedoch der
Grundsatz: Der Schüler soll in die Lage versetzt werden,
selbstständig zu lernen. Schwirigkeiten gibt es an der Frensdorfer
Schule damit, "dass Kinder aus aller Herren Länder einfach zu uns
in die Schule gesteckt werden, obwohl sie kein Wort Deutsch sprechen.
Dadurch werden sowohl Schüler als auch Lehrer überfordert.Auf
der anderen Seite werden die Kinder durch den Schulalltag schnell
integriert, und der direkte Kontakt mit den Mitschülern
ermöglicht zudem ein schnelles Überwinden der Sprachbarrieren.
|
|
1998 - Der ehemalige Rektor der
Schule, Eberhard Liese,
stirbt am
28.9.1998. Er wurde 1973 pensioniert.
|
|
1999 - Die Frensdorfer Schule
mit 480 Schülern und 34 Lehrern wird mit 12 nagelneuen Computern
im Wert von 17.000 DM ausgerüstet. Die Ausstattung erfolgt durch
die Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit dem Schulträger (GN,
8.12.1999, GW, 15.12.1999). Die Frensdorfer Schule unterhält eine
Schulpartnerschaft mit der
Schule in Brezowa/ Slowakei. Die 8. Klassen haben an einem
internationalen Austausch mit der Schule teilgenommen. Kontakte mit der
Slowakei gibt es schon seit 18 Jahren (9.11.2000).
|
|
2001 - Beim erstmalig
ausgetragenen Fußballturnier
der Mittelstufenmannschaften um den
Bürgermeister-Hüsemann-Cup erhält die Frensdorfer
Hauptschule den Wanderpokal (GN, 15.6.2001). Seit 1994 sind die
Schülerzahlen von 377 auf 535, die
Klassenzahlen von 18 auf 24 gestiegen. In der OS befinden sich jetzt
240 Schüler in 10 Klassen, in der Hauptschule 295 Schüler in
14 Klassen. Die Schule besuchen 80 Ausländer und 52 Aussiedler.
Die Unterrichtsversorgung beträgt in der OS 96,3 %, in der HS 96,2
%. In den folgenden Jahren sinken die Schülerzahlen wieder ab.
Der zweigeschossige Pavillon
auf dem Schulhof aus dem Jahre 1974 wird
nach umfassenden Sanierungsarbeiten offiziell in einem Festakt
übergeben. Die Gäste sparen nicht mit Lob über die
Verwandlung des ehemals maroden Pavillons in ein "Kleinod". Die Kosten
für die Sanierung betrugen 650.000 DM, etwas mehr als die
Hälfte des Preises für einen Neubau. Der Baudezernent
führt aus: "Der modernisierte Pavillon hat die Ausstrahlung des
Schulstandortes nachhaltig aufgebessert". Für den Schulleiter ist
die abgeschlossene Sanierungsmaßnahme "ein Zeichen dafür,
dass die Stadt auf den Standort Frensdorfer Schule nicht verzichten
will" (GN und Lingener Tageblatt, 29.10.2001). Im Rahmen des "Tages der
Architektur" am 30.6.2002 steht der Pavillon zur Besichtigung offen
(GW, 30.6.2002).
|
|
2003 - Nach
Entscheidung der neuen CDU/
FDP-Landesregierung wird die OS zum 31.7.2004 aufgelöst.
Künftig besuchen die Schüler nach Klasse 4 die Hauptschule,
die Realschule oder das Gymnasium. An die Frensdorfer Schule gehen die
Hauptschüler über. Die Stadtverwaltung kommt in einem
Strategiepapier zu der Empfehlung,
das Gebäude der Hauptschule Frensdorf als Schulstandort
aufzugeben. Der Landkreis soll es für ein zweites Gymnasium
übernehmen (GN, 22.5.2003).
Der langjährige Stufenleiter der Frensdorfer Orientierungsstufe Jörg-Uwe Seifert wird
nach 40-jähriger Dienstzeit aus dem Schuldienst verabschiedet.Die
Funktion des Stufenleiters hat er 20 Jahre ausgeübt (GN, 9.7.2003).
Die Frensdorfer Schule gewinnt in der Endrunde das Grafschafter Fußballturniers
und wird die Grafschaft Bentheim auf Emslandebene
vertreten, wenn der von der Barmer Ersatzkasse und der Oldenburgischen
Landesbank gestiftete Wanderpokal ausgespielt wird (GN,25.9.2003).
|
|
2004 - Nach
Beschluss der Stadt Nordhorn sollen die
Frensdorfer Schule und die Fr.-v.-Stein-Realschule zusammen in einem 3.
Schulzentrum
zusammengefasst werden. Die Einzelheiten ergeben sich
aus: Schulzentrum.
Der bisherige
Konrektor der Frensdorfer Schule, Günter Verwold, verstirbt nach
schwerer Krankheit im Alter von 59 Jahren am 29. April
2003. Nachdem die Lehrerin Barbara
Hoegen das Amt des Konrektors schon seit April 2002
kommissarisch geführt hat, wird sie am 14. Mai 2005 in ihr Amt
eingeführt. Sie war vorher im Deegfeld und dann 11 Jahre in Bad
Bentheim tätig (GN, 15.5.2004).
|
|
2005 - Die
Frensdorfer Schule beantragt zum Schuljahr 2006/07 die Einführung
einer offenen Ganztagsschule und hat den Schulträger
gebeten, bei
einer Genehmigung des Landes Niedersachsen die organisatorischen,
personellen und sächlichen Voraussetzungen für den
Ganztagsbetrieb zu schaffen. Die Ganztagsschule soll nur eingerichtet
werden, wenn das Land zusätzliche Lehrerstunden zuweist (GN,
13.7.2005).
|
|
2006 - Die Hauptschule Frensdorfer
Schule kann
im nächsten Schuljahr einen Sozialarbeiter
zur Unterstützung
des Unterrichts einsetzen. Die finanzielle Förderung
übernimmt das Nds. Kultusministerium im Rahmen des Programms zur
Profilierung der Hauptschule (GN, 10.4.2006). Auf die Ausschreibung
haben sich 20 Bewerber gemeldet. Alle Bewerber ziehen jedoch ihre
Bewerbung wegen der zu niedrigen Gehaltseinstufung, der Befristung nur
bis zum Jahresende und der Stundenreduzierung auf die Hälfte der
Stundenzahl zurück (GN, 15.9.2006). Schließlich wird eine
Sozialarbeiterin eingestellt.
|
|
2007 - Nachdem der erste Antrag auf Einrichtung
einer offenen Ganztagsschule vom Kultusministerium
abschlägig
beschieden worden ist, weil die Schule zusätzliche Lehrerstunden
beantragt hatte, wird zum 1.8.2008 ein erneuter Antrag ohne diesen
Zusatz gestellt. In der Schule gibt es jetzt bereits ein breites
Spektrum an nachmittaglichen Aktivitäten - entwickelt mit
Unterstützung der Schulsozialarbeiterin. Wie wichtig eine
Ausweitung durch die Einführung einer offenen Ganztagsschule ist,
macht Schulleiter Michael
Forysch im Schulausschuss
klar: "Viele Jugendliche in unserer Schule haben entweder
Lernprobleme, Lebensprobleme oder beides". Der rasante Umbruch der
Lebensbedingungen und -gewohnheiten der Schüler stelle das
schulische Lehren und Lernen vor grundlegend neue Herausforderungen
(GN, 28.11.2007).
|
|
2008 - Am
4. Februar ziehen 237 Schüler der Frensdorfer
Schule mit ihren Lehrern in das neue
Gebäude im Schulzentrum Mitte
ein.
Sie legen den Weg von der alten zur neuen Schule zu Fuß
zurück und
werden von den Schülern und Lehrern der Vechtetalschule, die seit
drei
Jahren mit der Frensdorfer Schule kooperieren und bereits in die neue
Schule umgezogen sind, mit einer Girlande, Luftballons und einem bunten
Willkommensgruß empfangen. Die Schulleitung der benachbarten
Realschule
erscheint erst später zur Begrüßung im Lehrerzimmer der
Hauptschule.
Vom Schulträger erscheint kein Vertreter (GN, 24.1. und 5.2.2008).
Eine Außenansicht des neuen
Gebäudes der Frensdorfer Schule im Schulzentrum Mitte
Zum "Tag der
offenen Tür" kommen Hunderte
von Besuchern in die
Frensdorfer Schule. Zahlreiche Stände und Vorführungen
vermitteln einen Einblick in den Schulalltag des neuen Schulzentrums
Mitte. Großen Applaus bekommen die Tanzvorführungen der
muslimischen Schülerinnen aus beiden Schulen des
Schulzentrums und musikalische Darbietungen des Schülerchors (GN,
24.6.2008).
2009 - Michael Forysch, Rektor der
Frensdorfer Schule, ist anläßlich seines 40-jährigen
Dienstjubiläums im öffentlichen Dienst geehrt worden.
Nach
dem Studium begann er 1973 seine berufliche Tätigkeit an der
Schule in Veldhausen. 1976 wechselte er zur
Freiherr-vom-Stein-Realschule in Nordhorn. Nach neun Jahren folgte er
dem Ruf der Evangelischen Landeskirche Hannover, als Dozent am
Religionspädagogischen Institut in Loccum tätig zu sein. Seit
1991 ist Rektor Forysch
Schulleiter der Frensdorfer Schule (GN, 11.2. 2009).
Die Frensdorfer Schule (Offene Ganztagsschule) veranstaltet ihre
diesjährige Projektwoche
zum ersten Mal im neuen Schulzentrum. Nahezu 20 verschiedene Projekte
widerspiegeln die Vielfalt der pädagogischen Arbeit. Als
Kooperationspartner der Wirtschaft werden unter dem Motto "Von der
Zeichnung bis zum fertigen Produkt" die Firma Rosink besichtigt, ein
Fotokatalog erstellt, fachspezifische Zeichnungen am Computer
hergestellt und die dazugehörenden Bauteile angefertigt. Aber auch
die Verschönerung der Schule nimmt einen breiten Raum ein.
Abschluss und gleichzeitiger Höhepunkt ist ein
Präsentationstag (GN, 22.8.2009).
Die Bilder zeigen die Gestaltung einer
Klassenwand und eines Fensters (Foto privat, 28.8.2009)

In diesem Raum sitzen die Streitschlichter
83
Schüler von drei Nordhorner Schulen, der Frensdorfer Schule, der
Elisabethschule und der Anne-Frank-Schule, nehmen an einer vertieften
Berufsorientierung für zwei Wochen in den Werkstätten
des BTZ (Berufsbildungs- und
Technologiezentrrum des Handwerks teil.
Während einer theoretischen
Eignungsfeststellung an den ersten beiden Tagen werden vorhandene
soziale Fähigkeiten und Kompetenzen von qualifizierten
Sozialpädagogen getestet und beurteilt. Danach geht es in drei
ausgewählte Werkstätten, die jeweils an zwei bzw.
zweieinhalb Tagen durchlaufen werden. So müssen die Schüler
in der BTZ-Metallwerkstatt mit Metall, Feile und Hammer, in der
Bauhalle mit Steinen und Mörtel und bei den Malern und Lackierern
mit Pinsel und Farbe arbeiten. Weiterhin können sie sich als
Friseure, Elektroniker, Tischler ausprobieren oder als
Anlagenmechaniker mit dem Bereich Sanitär - Heizung - Klima
auseinander setzen.
BTZ- Geschätsführer Tilman
Stürmer zeigt sich überzeugt, dass das Handwerk auf
diese Weise guten Nachwuchs bekommen kann. Durch die vom Bundesinstitut für Berufsbildung
(BIBB) und der Stadt Nordhorn
geförderten Maßnahme würden "bei den
Schülern die realistischen Vorstellugen von der Arbeitswelt sowie
von den eigenen Fähigkeiten und Interessen
gefördert",erläutert Projektmanager Rainer Spiekmann. Ein
weiteres Ziel liege darin, die Motivation für einen guten
Schulabschluss zu steigern und damit die Aussichten auf einen
Ausbildungsplatz zu erhöhen. Weitere Informationen im Internet
unter: www.btz-handwerk.de
(GN,24.11.2009).
2010
- Verkauf von
Inventargegenständen
Die Stadt Nordhorn verkauft nicht mehr benötigte Inventargegenstände
aus der ehemaligen Frensdorfer Hauptschule
an der Friedrich-Ebert-Straße im Rahmen eines Flohmarktes. Der
Verkauf steht im Zusammenhang mit der Aufgabe
des Schulstandortes und
Neuverwertung des Gebäudes. Der Erlös der
Verkaufsaktion wird ohne jeglichen Abzug auf ein Spendenkonto für
die Opfer der Erdbebenkatastrophe auf Haiti überwiesen (GN, 17.4.;
GW, 21.4.2010).
Die Spende in Höhe von 1.820 Euro wird an Pater Pierre Roy von der
Kirchengemeinde St. Marien
übergeben. (GN, 5.6.2010)
Gemeinsame Leitung im Schulzentrum Mitte
Nach
dem Ausscheiden der beiden
Schulleiter im "Schulzentrum Mitte" sollen die Frensdorfer
Hauptschule und die Freiherr-vom -Stein-Realschule unter einer gemeinsamen Leitung zusammengefasst
werden. Dafür spricht sich nach längerer Diskussion der
Schulausschuss
aus - in der Erwartung, dadurch die Kooperation der beiden Schulen zu
verbessern. Ein gegenteiliges Votom hatten zuvor die beiden
Lehrerkollegien in einem Brief an den Ausschuss abgegeben. Die
letztendliche Entscheidung liegt beim Schulträger. Schulrat Udo Tiemann stellt eine
Genehmigung seitens der Landesschulbehörde in Aussicht. (GN,
7.10.2010)
Projekttage
Bei
den diesjährigen Projekttagen
der Schule haben die Schüler die Möglichkeit, aus 15
verschiedenen Projekten ein passendes zu wählen und zu
präsentieren. Das beite Sprektrum der Angebote reicht von
kulinarischen Leckerbissen über eine kosmetische Hautpflege bis
hin zu kreativ künstlerischen Aufführungen. Im Rahmen eines
zu gründenden Fördervereins
bietet der Schulvorstand Informationsangebote an und präsentiert
schulische Verkaufsschlager, die in den Projekttagen oder bereits im
Vorfeld erstellt worden sind. Höhepunkt ist ein Schulfest, zu dem alle
Mitbürger, die sich mit der Schule verbunden fühlen,
eingeladen sind. (GN, 25.10.; GW, 27.10.2010)
Arbeit der
Sozialpädagoginnen
Gewaltbereitschaft
und Aggressionen nehmen zu, Toleranz und Respekt hingegen ab. Diese
Entwicklung stellen die Schulsozialpädagoginnen
an den Schulzentren Deegfeld, Mitte und Süd bei
Teilen der Hauptschüler fest. Von einer Zunahme der
"Verhaltensauffälligkeiten" und einer Verrohung der Gesellschaft
ist
die Rede. Umso mehr Bedeutung kommt so der Arbeit der
Sozialpädagoginnen zu, die Kindern und Jugendlichen soziale
Fähigkeiten
und Kompetenzen als Grundlage für Ausbildungsfähigkeit und
Berufsreife
vermitteln sollen. Eine Broschüre informiert über die Arbeit
der
Sozialpädagoginnen an Nordhorns Hauptschulen. Sie ist im Schulamt,
im
Rathaus und an den Schulen erhältlich. (GN, 3.12.; GW, 8.12.2010)
Foto:
Meistermann, GW
Das Foto zeigt die drei Schulsozialpädagoginnen Maike Körnig, Friedegard Kraske und Jaqueline Griffin
mit der Fachbereichsleiterin Kultur und Schulen, Cornelia Baumann (von
rechts).
2011 - Tod von Geert Stegink
Der ehemalige Rektor der Frensdorfer
Schule, Geert Stegink,
verstirbt am 11.
Februar 2011 im Alter von 74 Jahren. Im Nachruf der Schule heißt es:
"Mit ihm hat die Frensdorfer Schule einen Menschen verloren, der nach
seiner Tätigkeit als Rektor am 2. März 1973 die Leitung der
Schule übernommen hat und diese am 31. Dezember 1990 auf Grund
seiner Pensionierung abgeben musste.
Mit seinem frühen Tod verliert die Frensdorfer Schule einen
liebenswerten, pflichtbewussten und engagierten ehemaligen Rektor, der
Schulgeschichte geschrieben hat.
Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten und danken, dass es Geert
Stegink gegeben hat.
Mit stillem Gruß
Deine jetzigen Kollegen und Mitarbeiter der Frensdorfer Schule"
Abschied
von Michael Forysch als Schulleiter und
Ende
der Eigenständigkeit der Hauptschule Frensdorf
Nach
20 Jahren als Schulleiter der Hauptschule Frensdorf tritt Michael
Forysch ab Mitte August 2011 in den Vorruhestand.
In seinen 42 Jahren hatte der Schulleiter auch als Dozent von 1985
bis 1991 im Kloster Loccum gearbeitet. Dort schulte er Lehrer
und Vikare in Religionspädagogik. Anfang der 90-er Jahre stand Forysch
vor der Entscheidung, werde ich
Kirchenbeamter auf
Lebenszeit oder gehe ich zurück in den Schuldienst. Er wählte
die Rückkehr in die Schule und wurde im August 1991 Schulleiter
an der Hauptschule Frensdorf. Die Gäste aus Kollegium,
Trägerschaft und von anderen Schulen lobten den Einsatz des
Schulleiters. So fielen u. a.die Worte Fachleistungskompetenz,
Strenge in Erziehungsfragen und großes Engagement, um
seinen Führungsstil zu beschreiben. (GW, 13.7.2011)
Mit der Verabschiedung von Michael
Forysch in die Freistellungsphase seiner Altersfreizeit
schließe sich das Kapitel Frensdorfer Schule in Nordhorn, wie es
Regierungschuldirektor Udo
Tiemann ausdrückte. Nach
über 150 Jahren endet mit dem Schuljahr 2010/11 und der Ära Michael Forysch als
Schulleiter auch die Eigenständigkeit
der Hauptschule Frensdorf.
Gemeinsam mit der Freiherr-vom Stein-Realschule wird sie ab August zur
neuen
Haupt- und Realschule Mitte
zusammengefasst. (GN,
6.7.2011)
Treffen
nach 50 Jahren
24 Schüler haben sich
50 Jahre nach ihrer Schulentlassung 1961 aus der Frensdorfer Schule zu
einem Klassentreffe in Nordhorn getroffen. Leider konnten etwa 20
Ehemalige nicht an diesem besonderen Ereignis teilnehmen. Nach einer
Turmbesteigung der Alten Kirche am Markt ging es mit dem Fahrrad in den
Nordhorner Tierpark. Den Abschluss bildete ein Bierseminar mit
Verkostung im Brauhaus in der Alten Weberei. (GN, 14.7.2011)
"Teurer
Leerstand der Frensdorfer Schule"
Der
Ortsvorstand des CDU-Ortsverbandes Nordhorn-West erwartet eine
umfassende Information der Stadtverwaltung über den Stand der
Verwertngsmöglichkeiten des ehemaligen Schulbebäudes der
Frensdorfer Schule an der Friedrich-Ebert-Straße. Das
Gebäude
stehe seit Auszug der Hauptschule in den angebauten Teil der
Freiherr-vom-Stein-Realschule an der Taunusstraße seit einigen
Jahren leer. Die Verwaltung habe damals während der Planungs-
und Bauphase des über fünf Millionen Euro teuren neuen
Schulgebäudes im Gegenzug eine Verwertung des aufgegebenen
Frensdorfer Schulgebäudes zugesagt und damit eine zu erwartende
Einnahme eingeplant. Über den gegenwärtigen Sachstand
müsse
von der Verwaltung berichtet werden. Seit einigen Jahren stehe das
Gebäude größtenteils leer und verursache dadurch noch
zusätzliche Verwaltungskosten, die nicht mehr zu verantworten
seien. (GN, 11.8. und Leserbrief vom 24.8.2011)
|
|
Quellen:
-
Schulchronik der Frensdorfer
Schule, 1895 - 1920
(Kopie), Archiv der Stadt Nordhorn
-
Schulchronik der Frensdorfer
Schule, 1921 - 1971, Archiv der Stadt Nordhorn
-
Wilhelm Schleutker,
Auszüge aus der
Schulchronik der Frensdorfer Schule, 15.5.1962
-
Festschrift 50 Jahre
Frensdorfer Schule Nordhorn an der
Friedrich-Ebert-Straße 1930 - 1980
-
Festschrift 60 Jahre
Frensdorfer Schule - 525
Jahre Schule in Nordhorn, 1990
-
Zahlreiche Artikel aus den
Grafschafter
Nachrichten (im Text angegeben)
-
Auskünfte des
Schulleiters, Herrn Michael Forysch
|