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Volksschule
Frensdorferhaar
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Die
Schule Frensdorferhaar ist als Bauerschaftsschule
für die
Einwohner Frensdorfs auf der Haar entstanden. Von der Stadt Nordhorn
wurde sie als unberechtigtes Konkurrenzunternehmen bekämpft.
Es ist nicht bekannt, ab wann in Frensdorferhaar Unterricht gehalten
wurde.
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1810 - Nach
dem Lehrerverzeichnis von 1810/11
unterrichtet hier Berend
Schütma, der 46 Jahre alt ist.
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1824 - 1824
wird ein J. Tükker
als Lehrer
genannt, der
12 Schüler unterrichtet.
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1836 - In
Frensdorferhaar ist Harm Kl.
Rammelkamp als
Lehrer tätig. Er ist 24 Jahre alt. Ab 1833 war er schon
Gehilfe an
der Schule. Die Gemeinde zahlt ihm ein Jahresgehalt von 14 Reichstalern
und
gewährt ihm den sogenannten freien Mittagstisch. Er unterrichtet
14 Schulkinder. Aus der Kasse des
Geistlichen Rentamtes werden ihm 10 Gulden gezahlt. Er bleibt bis 1841
(Quelle: Protokoll des Nordhorner Kirchenrates).
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1837 - Im
Jahre 1837 wird das erste
Schulgebäude
mit einem Klassenraum errichtet. Es liegt zwischen den Höfen
Rammelkamp und Greven (jenseits des Kanals, heute auf
holländischen Gebiet).
Zu beiden Seiten sind Fenster. Der Fußboden besteht anfangs aus
hartgestampfter Erde; später ist er mit Steinen ausgelegt. Die
Schule ist einklassig und hat eine Schülerzahl von 18 Kindern.
Die am weitesten wohnenden Kinder sind 20 Minuten von der Schule
entfernt. Die Schule Frensdorferhaar wird vom Schulverband Frensdorf
getrennt und
bildet jetzt einen eigenen Schulbezirk.
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1841 - Lehrer Rammelkamp
geht nach Bookholt. Sein
Nachfolger
wird Ewert Hoegen,
der Sohn des Lehrers Hoegen
an der Frensdorfer
Schule.
Er ist erst 17 Jahre alt. Vor seinem Dienstantritt war er schon bei
Lehrer Rammelkamp als
Gehilfe tätig. Ihm wird die Auflage erteilt, sich
von
Herrn Zwitzers,
Stadtschule, unterweisen zu lassen. 1842 geht er nach
Hohenkörben,
wo er 16 Jahre verbleibt.
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1842 - Von
1842 bis 1870 ist
der Lehrer Lampen,
gebürtig
aus Frensdorferhaar, an der Schule tätig. Sein Einkommen
besteht
zunächst aus dem Schulgeld der Kinder und dem Reihetisch., d.h.
freie Kost und Wohnung bei den Bauern. Seit etwa 1850 wird ein festes
Gehalt festgelegt, zunächst 270 Mark jährlich, wofür
der Reihetisch aufhört. 1873 beträgt das Gehalt dann 150
Thlr,
seit 1876 660 Mark; es steigt dann weiter an.
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1870 - Lehrer
an der Schule sind von 1870 bis 1893: Quade, Schnieders, Schmidt, Schmidt, Glindkamp, Klünder,
Pohlmann, Kleine
Löchte (aus Frensdorferhaar, 1.10.1891 - 1.10.1893), Claus. Bis
auf Kleine Löchte
haben die Lehrer die Neuenhauser Präparande,
später
ein Seminar besucht.
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1885 - Anlässlich
einer vom Oberkirchenrat
durchgeführten Visitation
wird festgestellt, dass der besonders
bei
Mädchen immer
wieder zu beobachtende Kopfgrind durchweg auf die Kopfmützchen
zurückzuführen sei und man es höheren Ortes aus
gesundheitlichen Gründen für ratsam erachte, diese
Kopfbedeckungen langsam verschwinden zu
lassen (GN, 23.3.1950)
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1894 - Da das
erste Schulgebäude verfallen ist,
wird eine neue Schule mit
einem Klassenraum an einem neuen Standort
gebaut.
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1895 - Lehrer Beckmann
erhält vom
Ortsschulinspektor Pastor Hold
die "Anweisung zur Anlegung und
Führung der Schulchroniken
im Regierungsbezirk Osnabrück" zur
Einheftung vor dem Titelblatt der Chronik. In den Heften I und II geht
er kurz auf die damalige Geschichte der Schulgemeinde und der Schule
bis zum Jahre 1895 ein. Danach enthalten beide Hefte Abschriften von
Verfügungen der Schulbehörden von
1880 bis 1893 (in Heft I) und weiter bis 1906 (in Heft II),
außerdem
die Abrechnung der Ein- und Ausgaben der Schule Frensdorferhaar
für
das Haushaltsjahr 1905/06. Für die Zeit von 1907 bis 1939 liegt
eine Schulchronik vor, die als Band II gekennzeichnet ist. Band III der
Schulchronik
beginnt am 1. Februar 1947.
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1907
- An
die Stelle von Lehrer Körner
kommt der Lehrer Everding
an die Schule in Frensdorferhaar.
Es ist nicht angegeben, wann Lehrer Körner nach
Frensdorferhaar gekommen ist. Lehrer Everding beginnt mit dem
Schreiben der Schulchronik II. Er war vorher eineinhalb Jahre in
Nordhorn tätig und unterrichtete dort 85 Kinder in einer Klasse.
Hier sind es 25 Kinder, die jedoch in mehreren Abteilungen unterrichtet
werden müssen.
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1908
- Seit
dem 1. April gehört Frensdorferhaar zum Schulverband Nordhorn. Die
bisherigen Schulvorstandsmitglieder von Frensdorferhaar werden ihrer
Ämter entbunden. Die Geldmittel fließen jetzt reichlicher,
so dass mehr Anschaffungen getätigt werden können.
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1909
- Zum
30. September wird Lehrer Everding
nach Bentheim versetzt. Sein Nachfolger
ist Lehrer Bremeyer.
Die Schule
besuchen 17 Knaben und 13 Mädchen, zusammen 30 Kinder. Die
Weihnachtsfeier wird von vielen Erwachsenen besucht.
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1911 - Lehrer Bremeyer wird
Ostern nach Altendorf versetzt. Aufgrund von Streitigkeiten wegen der
Mietentschädigung wird der ehemalige Hauptlehrer Hilbink von der Altendorfer
Schule nach Frensdorferhaar versetzt. Die Lehrerwohnung wird renoviert.
Lehrer Hilbink
beschwert sich beim Minister über seine Zwangsversetzung. Der
Minister verfügt, dass der Lehrer wieder an die Altendorfer Schule
zu versetzen ist. Nach den Herbstferien kehrt Lehrer Bremeyer wieder zurück.
Lehrer Hilbink
schreibt, dass die Schüler hier bedeutend bildungsfähiger
seien als die Kinder aus dem Stadtgebiet. Von den 31 Kindern sind 15
Bauernkinder aus Frensdorferhaar und 3 Zollbeamtenkinder, 8 kommen aus
Brandlechterhaar und 5 von den Höfen der benachbarten
holländischen Grenzbauern, diese 13 zahlen Fremdenschulgeld.
1911 wird die 3. Sportstunde
eingeführt. Der Schulverband schafft
zahlreiche Sportgeräte an. Am 30. September wird in der Schule des
100-jährien Geburtstages der Kaiserin
Auguste
gedacht. Mit der
Geburtstagsfeier des Kaisers wird die Feier des 100. Todestages von Friedrich II verbunden. Die
Weihnachtsfeier
wird wieder von zahlreichen Bewohnern besucht;
für die auszuteilenden Sachen hatten die älteren Kinder in
der Gemeinde gesammelt.
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1914 -
1918 - Lehrer Ernst
Bremeyer stellt in der Schulchronik ausführlich die
Gründe dar, die zum
1. Weltkrieg führten und berichtet
über die Situation am Grenzübergang und in der Stadt.
Außerdem werden der weitere Kriegsverlauf dargestellt und ein
Überblick über die wirtschaftlichen Verhältnisse
während des Krieges gegeben. Es wird über die gefallenen und
verwundeten Soldaten aus Frensdorferhaar berichtet. Der
Unterrichtsbetrieb wird in Frensdorferhaar durch die kriegerischen
Ereignisse nur wenig beeinträchtigt. Die Schülerzahlen liegen
etwa gleichbleibend etwas über dreißig.
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1919
- Der
bisherige Kreisschulinspektor Konsistorialrat Stockmann verabschiedet
sich in einer Lehrerkonferenz in Bentheim. Er gibt in einer
längeren Rede "seiner warmen Liebe für Lehrer und Schule
Ausdruck und bedauert mit Wehmut, dass er gegen seinen Willen so von
der Schule getrennt werde" Die Kinder errichten für den letzten
aus englischer
Kriegsgefangenschaft zurückkehrenden Soldaten einen Ehrenbogen und
feiern seine Ankunft in Frensdorferhaar.
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1920
- Wegen
der vorgesehenen Wahl der
Elternbeiräte findet im Dezember 1919
eine Elternversammlung statt, in der die Angelegenheit besprochen wird.
Bei der Wahl im März 1920 werden nur 7 Stimmen abgegeben. Bei der
ersten Sitzung des Beirates nehmen von den 5 gewählten Mitgliedern
nur 2 teil. Ab März 1920 wird die Schulaufsicht
zunächst
nebenamtlich von Rektor Südhof
, Rektor der Frensdorfer Schule, wahrgenommen, der dann von
Kreisschulrat Valentin
abgelöst wird. Im Juni fällt der Unterricht an einem Tage
aus, weil der Lehrer an der "freien
Kreiskonferenz" in Veldhausen
teilnimmt.
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1921
- Kreisschulrat Valentin
besucht
die Schule und hat dazu die Kinder am Nachmittag von 1 bis 5 Uhr
eingeladen. Neben den gewöhnlichen Ausflügen innerhalb des
Stadtgebietes
und bis Frenswegen und Brandlecht wird im Juni ein längerer
Ausflug nach Bentheim
gemacht, wo das Schloss, das Bad und das Museum
besichtigt werden. Auch in den kommenden Jahren werden
Wanderfahrten mit dem Bus zurückgelegt. Der Lehrer berichtet
ausführlich von der beginnenden Teuerung und
die Auswirkungen in Frensdorferhaar. Er gibt dabei auch die
Preisentwicklung für die einzelnen Waren an.
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1923
- Aus
dem Ruhrgebiet kommen im Sommer acht Kinder im Alter von 10 bis 12
Jahren nach Frensdorferhaar und werden bei Bauern untergebracht. Sie
besuchen hier die Schule. Auch in den folgenden Jahren kommen immer
wieder Kinder aus dem Ruhrgebiet nach Frensdorferhaar.
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1926
- Der
Ort und die Schule erhalten elektrisches
Licht. Es können jetzt
auch elektrische Geräte für den Unterricht angeschafft
werden. Erstmalig besucht die Klasse die Freilichtbühne in
Bentheim, wo "Wilhelm Tell" aufgeführt wird. Die Fahrt nach
Bentheim erfolgt mit dem Zug.
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1927
- Am
17. Februar wird eine Schulfeier zum 100.
Todestag von Pestalozzi
veranstaltet.
Die Schülerzahl steigt auf 34, nachdem sie 1925 auf 21 abgesunken
war.
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1929
- Wegen
der großen Kälte im
Februar fängt der Unterricht
jeweils eine Stunde später an. Laut Zeitungsbericht war es seit
100 Jahren nicht mehr so kalt. Es treten zahlreiche Grippeerkrankungen
auf. Ein Schüler stirbt und wird von allen Schülern zur
Beerdigung begleitet.
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1932
- Durch
eine Notverordnung der Regierung werden alle Lehrer, die bis zum 1.
Oktober 1931 das 62. Lebensjahr erreicht haben, in den Ruhestand
versetzt. Hiervon ist auch Lehrer Bremeyer betroffen, der 22
1/2 Jahre in Frensdorferhaar tätig war. An der Abschiedsfeier
nehmen der Schulrat Dr.
Stuhlmacher, der Bürgermeister Henn und alle
Familienväter der Schulgemeinde teil. Lehrer Bremeyer zieht nach
Hameln. Sein Nachfolger wird
Lehrer Mittelberg. Da
die Schülerzahl auf 40 angestiegen ist, wird es im Klassenraum
eng. Die Schränke müssen im Vorraum untergebracht werden.
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1933
- Zur
Ernennung des
Reichskanzlers Adolf
Hitler heißt es in der Schulchronik: "Die Schule feierte
freudig die bedeutenden Tage und Abschnitte der nationalen Erhebung
mit. Als Schulfahnen gelten jetzt die neuen Reichsfarben schwarz -
weiß - rot und die Hakenkreuzfahne. Am 21. März nehmen
einige Schüler in Begleitung des Lehrers an der festlichen Feier
anlässlich der Eröffnung des Reichstages teil". Und weiter
heißt es u.a.: "Das Schulleben des Halbjahres stand noch ganz im
Zeichen der Revolution. Wir haben häufig bei besonderen
Anlässen geflaggt, Radio gehört, Schulfeiern veranstaltet und
uns an Umzügen beteiligt. Es macht sich überall in den neuen
Bestimmungen und Richtlinien, die bisher erschienen sind, der Geist des
neuen Deutschland stark bemerkbar". Das neue Schuljahr beginnt erst am
1. Mai 1933; die Osterferien dauern
somit vier Wochen. Die Schule besuchen 28 Knaben und 18 Mädchen,
zusammen 46 Kinder. Der Klassenraum ist überfüllt. In manchen
Bänken sitzen 5 Kinder.
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1934
- Neuartig
im Schulbetrieb ist die Einführung des "Staatsjugendtages". Die
Oberstufe hat am Sonnabend keinen eigentlichen Fachunterricht wie
bisher, sondern zwei Stunden staatsbürgerliche Erziehung und
Leibesübungen (Wehrsport). Im nationalpolitischen Unterricht
sollen die Kinder vor allem in die Idee des Nationalsozialismus
eingeführt werden. Es finden Vorträge des Lehrers zu
folgenden Themen statt:
-
Gedankengut des Nationalsozialismus
-
Der neue Staat
-
Der Führer und führende Männer des
neuen Staates
-
Stände im neuen Staat
-
Soziale Einrichtungen im 3. Reich
-
Die NSV (Nationalsozialistische Volksfürsorge)
-
Das Winterhilfswerk
-
Der heldische Gedanke
dazu:
Lieder, Gedichte und Schriftsteller der Bewegung. In Leibesübungen
sind Märsche, Wehrturnen und
Geländesport die Themen.
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1935
- Es
wird ein Schulgarten angelegt,
in dem vor allem Gemüse und Obst
angebaut werden soll, damit die Kinder später ihre Eltern mehr zum
Anbau von Gemüse und Obst bringen. Zwei Studenten der
Lehrerakademie Dortmund (Bartels,
Gemmeker)
leisten hier ein
Praktikum ab. Der Student Gemmeker
absolviert hier 1936 sein Landschulpraktikum.
Er ist später
Schulleiter der Roggenkampschule und Bürgermeister von Nordhorn.
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1936
- Lehrer Mittelberg
nimmt
an einer achtwöchigen Wehrübung
teil. Er wird von Uelsen aus
vertreten. 1937 erfolgt eine weitere Einberufung zu einer
militärischen Übung.
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1938
- Zum
1. April 1938 wird der Lehrer Mittelberg
nach Lötzen in Ostpreußen versetzt.
An der Schule in
Frensdorferhaar wird Vertretungsunterricht erteilt. Es wird ein Lehrer Schmalstieg erwähnt,
der dann zum Heeresdienst einberufen wird.
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1939
- Ab
28. August 1939 unterrichtet an der
Schule Lehrer Heinrich
von der
Dietrich-Eckart-Schule (heute: Marienschule). Lehrer Heinrich macht einige
Angaben in der Schulchronik.
Vom 30. August bis 11. September 1939 fällt
der Unterricht aus. Es
erfolgt lediglich die Bemerkung. "Aufruf des Luftschutzes". Nach den
Herbstferien haben die Schüler der Ober- und Mittelstufe die
Gelegenheit, die Trümmer des bei Lohne abgeschossenen englischen
Flugzeuges in Augenschein zu nehmen.
Am 21. November 1939 findet in Neuenhaus ein Lehrgang für
Seidenraupenzucht statt. Kommentar in der Schulchronik: "Auch
die
Frensdorferhaarschule wird sich in den Dienst der Landesverteidigung
einreihen und vorerst 500 Maulbeerpflanzen setzen". (Erläuterung:
Die Seidenraupen fressen Maulbeerblätter. Die Seide aus den Kokons
der Seidenraupen soll für die Herstellung von Fallschirmen
verwendet werden.)
Während in Nordhorn die Schulen wegen der enormen Kälte und
des Mangels an Kohlen für fünf Wochen geschlossen
werden,
findet in Frensdorferhaar der Unterricht statt, da die Schule im Herbst
genügend Kohlen erhalten hat. Der Lehrer muss bei einer Kälte
von bis zu -24 Grad und Schneeverwehungen bis zu einem Meter
Höhe täglich den Weg von Nordhorn aus mit dem Fahrrad
zurücklegen. Die Schüler bleiben an manchen Tagen bis zur
Hälfte zu Hause.
Großen Eindruck auf die Schüler macht der Pflichtfilm
"Feldzug durch Polen".
Mit diesen Angaben endet die Schulchronik II, die 1907 begonnen wurde
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1940
-
1946 - Über
die Zeit von 1940 bis 1946 liegen keine
Informationen vor. In der
Schulchronik II sind lediglich die Schülerzahlen zum Stichtag 1.
September (Schuljahrsbeginn) vor: 1940: 36, 1941: 44, 1942: 51, 1943:
60, 1944: 62, 1945: Kein Unterricht, Sperrgebiet, 1946: 50. Die
Gründe für den Anstieg der Schülerzahlen sind nicht
angegeben.
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1947 - Zum 1.
Februar 1947 wird Eberhard
Liese, der
vorher von 1936 bis 1943 in Emlichheim-Weusten tätig war, nach
Kriegsdienst und englischer Gefangenschaft auf eigenen Wunsch Lehrer in
Frensdorferhaar.
Er beschreibt die Schule
folgendermaßen: Ein kleiner Klassenraum
(6,20 x 5,80 qm = ca 36 qm), schlechter Anstrich, ohne Schmuck,
schadhafter Fußboden, kahle Fenster, kein Sonnenschutz, keine
Lampe, ein behelfsmäßiger Ofen, keine Lehr- und Lernmittel,
12 wacklige, häßliche viersitzige Bänke, darin 49
Schüler. Vor der Klasse (Südseite) ein 2 m breiter Flur mit
einigen Kleiderhaken und einem vollständig ausgetretenen
Fußboden aus Ziegelsteinen, durch eine Bretterwand vom Flur
abgetrennt ein winziger Lehrmittelraum mit 2 sozusagen leeren
Schränken. Die Haustür weist breite Fugen auf und ist stark
angefault, so dass die Türgehänge nur noch kurze Zeit halten
werden.
Die Dienstwohnung ist in der
Zeit der Evakuierung der Sperrzone
völlig ausgeschlachtet worden: Es fehlt fast die gesamte
Elektroinstallation,
es fehlen Türen, Fensterscheiben, wichtige Teile der Pumpe und des
Aborts. Innen- und Außenanstrich sind sehr
erneuerungsbedürftig.
Der Garten ist verwahrlost, da er einige Jahre nicht bestellt wurde. Er
weist einige Löcher
auf, dort wo offenbar Obstbäume standen. Das ganze
Schulgrundstück entbehrt
jeglicher Einfriedigung, wenn man die dürftige Ligusterhecke vor
der
Dienstwohnung nicht als solche bezeichnen will.
Ostern 1947 steigt die Schülerzahl
auf 54, im Herbst 1947 auf 70.
Dies ist eine Folge des Bezugs der Zollhäuser an der Grenze und
der beginnenden Besiedlung der Blanke. Die Schule wird in die
Schulspeisung einbezogen, die mit dem Milchwagen in zwei
Milchkannen von der Marienschule angeliefert wird. Die schulische
Situation ist durch Raumnot und Schulbuchnot gekennzeichnet. Ebenso
fehlt Schreibmaterial. Der Klassenraum wird im Selbsthilfeverfahren
frisch gestrichen. Mit Hilfe der Firma Povel werden
Fenstervorhänge beschafft.
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1948 - Ein
Versuch mit der Ganzheitsmethode im
Erstleseunterricht zeitigt befriedigende Ergebnisse und soll
fortgesetzt werden. Die Schulspeisung, an der etwa 40 Kinder
teilnehmen, wird in der Küche der Dienstwohnung zubereitet, da der
Transport von der Marienschule Schwierigkeiten bereitet. Der Milchwagen
fährt nicht mehr, weil die Zahl der Kühe auf den Höfen
rapide gesunken ist. Nach der Währungsreform stehen wieder
Schreibmaterialien zur
Verfügung. Am Schulgebäude werden die notwendigsten
Reparaturen durchgeführt.
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1949
- Die
Zahl der Schüler steigt
über 100
an, da Kinder aus dem Neubaugebiet Blanke vermehrt die Schule in
Frensdorferhaar besuchen. Zum 1.2.1949 wird die 2. Lehrerstelle
besetzt. Da nur ein Klassenraum vorhanden ist, muss für die
Hälfte der Schüler Nachmittagsunterricht bis 18 Uhr erteilt
werden. In den Sommermonaten wird dann ein
zweiter Klassenraum angebaut, der nach
den Herbstferien bezogen
werden kann. Daneben ist ein kleiner Lehrmittelraum entstanden. Die
Klassenräume
werden mit Tischen und Stühlen neuzeitlich ausgestaltet. Die
Kosten für die
ganze bauliche Erweiterung betragen rund 25.000 Mark.
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Das Bild
zeigt die Schule während der Bauzeit. Der
alte Eingang ist
zugemauert, der
Durchbruch für den Anbau bereits erfolgt.
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Kurz vor Jahresende werden am Gildehauser Weg weitere 4 Steinbaracken
erstellt, in die Familien einziehen, die erst im Laufe des Jahres aus
den
Ostgebieten vertrieben wurden. Die Kinder, die jetzt dazugekommen sind,
sind infolgedessen schulisch stark vernachlässigt und bilden
für
den Unterricht eine große Belastung. 13- - 14-jährige Kinder
sind kaum in der Lage, auch nur ein deutsches Wort richtig zu
schreiben.
Manche Kinder sind durch die große Not, durch das Leben in Ruinen
und Gemeinschaftsunterkünften und durch die Flucht "sittlich in
negativer
Richtung nachhaltig beeinflusst" .
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1950 - Zur
Schulentlassung 1950
findet ein Elternabend
statt, zu dem die ganze Gemeinde erschienen ist und über den in
den Grafschafter Nachrichten vom 23.3.1950 ausführlich berichtet
wird. Im
Mittelpunkt steht die Geschichte der Schule Frensdorferhaar, beginnend
mit
dem ersten Bau der Schule 1837.
Im Schuljahr 1950/51 besuchen 122
Schüler die Schule. Es ist die
höchste Schülerzahl, die die Schule je erreichte. Die meisten
Schüler kommen aus der Blanke. Im Herbst wird deshalb ein dritter
Lehrer
zugewiesen. Es erfolgt wieder Nachmittagsunterricht. Mit einer
Erweiterung
der Schule ist nicht zu rechnen, da in der Blanke Schulgebäude
errichtet
werden. Deshalb wird auch der Schulleiter nicht Hauptlehrer.
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1952 - Der
Rat der Stadt Nordhorn beschließt, den
Schulbezirk der
Frensdorferhaar-Schule zu reduzieren. Er umfasst jetzt
nur noch den Stadtteil Frensdorferhaar beiderseits des Kanals. Damit
wird die Schule auf Dauer einklassig. Die Kinder aus der Blanke werden
zur Ev. Blankeschule umgeschult. Die Schülerzahl sinkt auf 62.
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1953
- Das obere Bild zeigt die Volksschule
Frensdorferhaar, das Bild darunter die Schüler
vor der Eingangstür mit Lehrer Schlenkrich, der kurze Zeit
später nach Herzberg am Harz
verzog.


Diese und weitere
Aufnahmen stellte Herr Liese aus Hannover,
der Sohn des Lehrers Liese,
zur Verfügung. Er besuchte hier die Grundschule.
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1954 - Ab
Ostern 1954 besuchen 42 Kinder
die Schule.
Sie ist wieder einklassig. Der 1949 erbaute Klassenraum steht leer und
wird zur Stillbeschäftigung der Schüler genutzt.
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1955 -
1956 - Die
Schülerzahl
sinkt Ostern 1955 auf 22.
Die Abgänge erfolgen, weil die Schüler eine voll ausgebaute
Schule besuchen wollen oder zu weiterführenden Schule
übergehen. Lehrer Eberhard
Liese wird
zum 1.7.1955 zur Ev. Blankeschule
versetzt.
Er ist über das Schicksal der Frensdorferhaar-Schule, an der er 8
1/2 Jahre tätig war, enttäuscht. Die Lehrerstelle
übernimmt seine Ehefrau. Während einer Elternversammlung im
Dezember 1955 wird den Eltern
mitgeteilt, dass die Schule aufgelöst
werden soll. Dies
stößt
bei ihnen auf heftigen Widerstand und einstimmige Ablehnung. Trotzdem
beschließt der Rat der Stadt am 15.12.1955 die Auflösung der
Schule ab Ostern 1956. Dies führt am
17.12.1955 zu einem eintägigen Schulstreik.
Im Januar 1956 hebt
der Rat der Stadt deshalb seinen Beschluss auf, so dass die Schule
bestehen bleibt (GN, 20.12.1955 und 27.1.1956).
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1957 - Frau Liese legt ihre 2.
Lehrerprüfung ab
und wird an die Ev. Blankeschule abgeordnet.
Die Familie Liese
zieht in
ein eigenes Haus, so dass die Dienstwohnung frei wird. Nach den
Pfingstferien 1957 tritt Arno
Piechorowski seinen
Dienst an
der Schule an und zieht in die Dienstwohnung ein. Die Schule wird von
25 Schülern der Schuljahrgänge 1 - 8 besucht.
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1958 - Im
Januar 1958 schlägt der
Verwaltungsausschuss mit 5 : 3 Stimmen erneut die Schließung der
Schule zum 1.4.1958 vor. Aufgrund von erneuten Elternprotesten
lehnt
der Rat der Stadt am 3.2.1958 jedoch die Schließung mit 24 : 2
Stimmen ab. Für den Erhalt der Schule setzt sich besonders
Ratsherr Eberhard Liese
ein (GN, 4.2.1958; Emsländische Rundschau,
4.2.1958; GT, 5.2.1958). Ab Ostern 1958 erhält die Oberstufe
fakultativ 2 Wochenstunden
Niederländischunterricht. Der Lehrer arbeitet im
Epochalunterricht. Das bedeutet, dass die gesamten Fach- und
Muttersprachstunden einem Fach und einem Stoffgebiet gewidmet werden,
z.B. Geschichte, Sachthema: "Der Nationalsozialismus und die Juden". So
wird jedem Fach eine Woche gewidmet: Geschichte, Erdkunde, Naturkunde
und
Naturlehre. Das ermöglicht den Kindern intensiveres Eindringen in
den
Stoff und erleichtert die Organisation an der "Einklassigen". Der
Versuch des Lehrers, mit den Kindern eine mehrtägige Fahrt in
den Harz zu unternehmen, scheitert am Widerstand der Bauern. Sie
stimmen in einer Elternversammlung dagegen und die meisten anderen
Eltern schließen sich an.
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1962 - Das 9.
Schuljahr wird eingeführt. Die 2
Schüler aus Frensdorferhaar besuchen die Ernst-Moritz-Arndt-Schule
und werden nach einem Jahr als Klassenbeste
entlassen.
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1964 - Ostern
1964 lässt sich der Lehrer Arno
Piechorowski aus privaten Gründen nach
Baden-Württemberg
entlassen. Damit
wird die Auflösung der
Frensdorferhaar-Schule
aktuell. Die Klassenstufen 5 -8 werden zur Frensdorfer Schule oder zur
Ev. Blankeschule abgeschult. Die
Grundschule bleibt vorerst noch in Frensdorferhaar, weil die
benachbarte Südblankeschule
noch nicht vollständig ausgebaut ist. Lehrerin in Frensdorferhaar
wird
Frau Elke Ranft, die
14 Schüler der Klassenstufen 1 - 3
unterrichtet.
Die Schüler des 4. Schuljahres besuchen die Frensdorfer Schule.
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1965 - Die
Lehrerin Elke Ranft
wird in den
Bezirk
Lüneburg versetzt, weil
sie heiratet. Die Schule wird ab Ostern
1965 vom Rektor der Frensdorfer Schule mit verwaltet, aus deren
Kollegium eine Lehrerin bis zum 15.10.1965 die 5 Schüler des 2.
und 3. Schuljahres in Frensdorferhaar unterrichtet. Für das 1.
Schuljahr wurden keine Schüler eingeschult. Danach werden die 5
Schüler zur Frensdorfer Schule umgeschult. Die Stadt Nordhorn
übernimmt die Omnibusfahrtkosten (GN, 9.11.1965). Damit endet die Geschichte der
Frensdorferhaar-Schule. Die Kinder aus
Frensdorferhaar besuchen heute Schulen in der Blanke.
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Quellen:
- Schulchronik der
Volksschule
Frensdorferhaar, Hefte 1
und 2 (1895 - 1906), Band II (1907 - 1939) und Band 3 (1947 - 1965),
- Arno Piechorowski,
Auszüge aus der Schulchronik der
Volksschule Frensdorferhaar, 1962 ,
- Protokollaussagen des
Kirchenrates Nordhorn, von Gerhard Plasger zur
Verfügung gestellt, Daten im Text angegeben,
- Artikel aus der
örtlichen Presse, im Text angegeben.
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