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Burgschule vorher:
Katholische Volksschule Nordhorn
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Zur
Vorgeschichte
Ob
vor
der Reformation in Nordhorn bereits eine katholische Schule bestand,
lässt sich mit Gewissheit nicht nachweisen, da das kath.
Pfarrarchiv keine diesbezüglichen Nachrichten enthält. Nach
der Reformation gingen die Kinder der hier ansässigen Katholiken
zur reformierten Stadtschule und nahmen auch am Religionsunterricht
teil. Später besuchten die kath. Schüler auch die Kath.
Volksschule Frenswegen und die Volksschule Frensdorf. Ab 1830 strebten
die kath. Einwohner von Nordhorn eine eigene katholische Schule an. Da die alte
Kapelle auf der Burg in Nordhorn
seit dem 25.12.1826 zur Abhaltung des Gottesdienstes nicht mehr benutzt
wurde, fasste der damalige Pastor Cordes den Plan, hier eine
katholische
Schule einzurichten und verhandelte mit dem Magistrat der Stadt und der
Königlichen Regierung zu Osnabrück.
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1834
- Nach dem Umbau der
Burg
und Einrichtung der Kapelle mit Schulbänken, Ofen usw. wird
dem
Lehrer Johann Heinrich
Heymann
durch Anstellungsurkunde vom 11.11.1834 die neue Schulstelle
übertragen.
In der Kapelle wird auch eine Wohnung für den Lehrer
eingerichtet. Zu der Wohnung gehört auch ein 150 qm großer
Garten, der hinter der Kapelle liegt. Eigentümerin der Burg bleibt
die kath. Kirchengemeinde, die die alte Kapelle dem Schulvorstand
unentgeltlich zu Benutzung überlässt.
Der
Unterricht in der
einklassigen Kath. Volksschule Nordhorn als
Haupt- oder Kirchspielschule beginnt
mit
86 katholischen Kindern aus Nordhorn, Altendorf, Bakelde, Hesepe und
Frensdorf
als festgelegten Schulbezirk der neuen Schule.
Grundlage des Unterrichts ist die Bekanntmachung der Königlichen
Großbritannisch-Hannoverschen Landdrostei zu Osnabrück vom
11.1.1830 über das Schulwesen der katholischen Elementarschulen
der Grafschaft Bentheim. Als Unterrichtsgegenstände sind
vorgeschrieben: Lesen,
Schreiben, Rechnen, Religion und Religionsgeschichte,
gemeinnützige Kenntnisse, Anweisung zum Singen, besonders des
Kirchengesangs.
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1838
- Nach
einem von Lehrer Heymann
aufgestellten Verzeichnis vom 16.6.1838
berechnete er seine jährliche
Einnahme aus Schulgeld von
"ungefähr 96 Kindern" und Gratifikationen auf 103 Thaler 10
Groschen und den Ertrag aus einer viermaligen Kirchenkollekte für
Wahrnehmung des Organistendienstes auf 6 - 7 Thaler.
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1847
- Der Lehrer J.H.
Heymann wird versetzt.
Sein Nachfolger wird Lehrer Oldiges,
der jedoch 1849 an Nervenfieber stirbt. Es folgen an der einklassigen
Schule mehrere Lehrer:
- Lehrer Steinkühler
aus Iburg von 1849 - 1856,
- Lehrer Larbus von
1856 - 1859,
- Schulvikar Brockgertken
von 1859 - 1865,
- Hilfslehrer Kleymeyer
von 1861 - 1864,
- zunächst als Hilfslehrer, dann als Stelleninhaber: Lehrer Bernhard Bram von 1864-
1872,
- Lehrer Klemens Fricke
von 1872 - 1873,
- Kaplan Mülder
im Winter 1973/74 und
- Lehrer Hermann Eissing
vom 30.4.1874 - 1.5. 1884.
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1883
- Von der
Gründung an bis 1883 war die Schule
einklassig und wurde von Jungen und Mädchen besucht. Da die
Schülerzahl zunahm, wird 1883 eine
Mädchenklasse als
Privatschule gegründet, die 1888 als öffentliche
Schule
anerkannt wird. Außer in den oben genannten Fächern werden
die Mädchen in weiblichen Handarbeiten unterwiesen. Für die
Schule wird ein Haus in der Burgstraße 92 angekauft, in dem auch
die Lehrerin untergebracht wird, Die erste Lehrerin ist Fräulein Agnes Hamm aus
Osnabrück. Ihr Gehalt beträgt jährlich 750 Mark und
freie Wohnung.
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1884
- Die Lehrer- und
Organistenstelle wird nach der Versetzung von Lehrer Eissing nach Papenburg dem
Lehrer Bernard Barlage
übertragen, der 1857 in Alfhausen geboren wurde, das
Bischöfliche Lehrerseminar in Osnabrück von 1874 bis 1876
besuchte und zunächst in Ludwigslust und Werlte tätig war.
Sein Gehalt beträgt jährlich 1.020 Mark nebst freier Wohnung
im Schulhaus. Er wird 1907 Hauptlehrer, am 1. Januar 1920
Kreisschulinspektor im Nebenamt und ab 1. Juli 1920 Rektor der Schule.
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1898
- Durch die sich
weiter ausdehnende
Textilindustrie wächst die
Einwohnerzahl und damit die
Schülerzahl,
so dass 1898 drei Klassen eingerichtet werden müssen, eine
gemischte Unterklase mit 54 Schülern, eine Knabenklasse mit 62
Kindern und eine Mädchenklasse mit 56 Kindern, zusammen 172
Kinder. Die Unterklasse erhält wöchentlich 12
Unterrichtsstunden, die am Nachmittag erteilt werden. Die beiden
Oberklassen erhalten je 24 Wochenstunden am Vormittag.
1899
wird ein weiteres Haus in der
Burgstraße 97 angekauft und
für schulische Zwecke umgebaut. Zur Schule kommt ein dritter
Lehrer, der bisher in Frenswegen tätig war. Als 1902 die Klassen
zu überfüllt sind, werden der Unterklasse drei Jahrgänge
zugewiesen. Der 1. Jahrgang erhält 12 und die beiden weiteren
Jahrgänge zusammen 20 Unterrichtsstunden.
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1906
- 1910 - Da die
Schülerzahl beständig
wächst, wird ein Schulneubau
erforderlich. Auf dem
Schuhmachershagen können einige Gärten gekauft werden. Am
23.11.1906 wird das neue Schulgebäude eingeweiht und seiner
Bestimmung übergeben. Vier Klassen werden
sofort bezogen; zwei bleiben zunächst ungenutzt, aber schon 1907
wird der 5. und 1908 der 6. Klassenraum benötigt, während
1910
eine Klasse im alten Rathaus untergebracht werden muss. Durch die
Entstehung
der Textilbetriebe Kistemaker,
Povel und Niehues & Dütting
steigen
die Schülerzahlen von 297 im Jahre 1907 auf 419 im Jahre 1910. Die
Zahl der Klassen steigt von 5 im Jahre 1907 auf 7 im Jahre 1910; im
Durchschnitt sind es 60 Schüler pro Klasse.
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1912
- Da die
Schülerzahl noch weiter bis auf
441
gestiegen ist, werden zur Vechte hin weitere zwei
Klassenräume,
ein
Lehrerzimmer und ein Lehrmittelzimmer angebaut. Durch den Fortzug
vieler holländischer Familien zu Beginn des Krieges 1914 geht die
Schülerzahl jedoch wieder zurück.
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1914
- 1918 - Während des 1.
Weltkrieges sind
die Lehrer
mit wenigen Ausnahmen zum Heeresdienst eingezogen. Der Schulbetrieb
kann nur in beschränktem Maße aufrechterhalten werden. Der
Krieg
bringt große Not mit sich, die sich natürlich auch in der
Schule bemerkbar macht. Kinder werden zur Erholung aufs Land geschickt.
Auf Initiative und unter Leitung von Frau Maria Niehues wird im
Zeichensaal
der Burgschule und später in der alten Notkirche (Jugendheim) eine
Küche eingerichtet, in der für bedürftige Kinder gekocht
wird. An 3 bis 5 Tagen in der Woche erhalten 150 bis 320 Kinder von
1915
bis 1919 ein warmes Mittagessen. Die Kosten werden durch Spenden
gedeckt.
Im strengen Winter 1917/18 werden vom Vaterländischen Frauenverein
50 Paar Holzschuhe für bedürftige Kinder zur Verfügung
gestellt, 1918/19 sogar 101 Paare.
Die
Schüler nehmen an den behördlich verordneten Kriegssammlungen
teil. 1917/18 werden 128 Pfund Knochen, 42 Pfund
getrocknete Nesselstengel und 46 1/2 Zentner Laub abgeliefert.
Außerdem werden Lindenblüten, Bucheckern, Frauenhaar, Gummi,
Altmetall, Altpapier u.a. gesammelt.
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1920
- Nachdem die Zahl
der Lehrer auf 7
angestiegen
ist, wird der seit Mai 1884 tätige Schulleiter Bernard Barlage am
1. Juli 1920 zum Rektor der Schule
ernannt. Vom 1.1. - 1.7.1920 ist ihm
die nebenamtliche Verwaltung der Geschäfte eines
Kreisschulinspektors
für die katholischen und jüdischen Schulen des Kreises
Bentheim
übertragen.
Wegen
Kohlenmangels
werden die Weihnachtsferien bis zum 15. Januar 1920
verlängert. Auf Anordnung des Verbandsvorstehers dürfen ab
Februar nur noch 50 % der vorhandenen Klassenräume geheizt
werden, so dass der Unterricht sehr stark gekürzt werden muss.
Am
Sonntag, dem 7. März, findet erstmals die Wahl der
Elternbeiräte statt. Von 335 Wahlberechtigten werden nur 32
Stimmen
abgegeben.
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1922
- Nachdem Herr Barlage
am
1.4.1922 in den Ruhestand
versetzt
worden war, übernimmt Franz
Hawighorst im
August
1922 die Rektorstelle. Herr Hawighorst
wurde 1879 in Wallenhorst geboren, besuchte von 1896 - 1899 das
Bischöfliche Lehrerseminar in Osnabrück und war dann an der
Kath. Volksschule in Rendsburg (Holstein) tätig, wo er 1910 zum
Hauptlehrer ernannt wurde.
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1925
- In den Jahren 1924
und 1925 werden die schlimmsten
Schäden,
die in den Kriegsjahren und der
Inflationszeit am Schulgebäude entstanden waren, beseitigt.
Da
die meisten Mädchen gleich nach ihrer Schulentlassung in
die Fabrik gehen und daher keine hauswirtschaftliche Ausbildung
erhalten,
wird in einem Dachzimmer eine neue zeitgemäße Schulküche
eingerichtet, in der Hauswirtschaftsunterricht erteilt wird.
Da
der Winter sehr streng ist, richtet Frau Niehues wieder im
Jugendheim eine Küche
ein, in der die beiden untersten
Jahrgänge und schwächliche Kinder der oberen Klassen jeden
Morgen um 10 Uhr eine warme und stärkende Milchsuppe erhalten.
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1927
- 1932 - Herr Lehrer Wienker
wird von Hoogstede
aus als Konrektor an die Kath.
Volksschule Nordhorn versetzt. Er stirbt
am 7.1.1930 an den Folgen eines Autounfalls in Bochum. 1930 werden die
Lehrer Dobbelhoff und
Borgmann
zu
Konrektoren ernannt.
Im
Jahre 1927
entsteht die Blumensiedlung,
in
der viele Menschen aus dem Ruhrgebiet, die in den Textilfabriken Arbeit
gefunden haben, eine Wohnung erhalten. Dadurch steigt die
Schülerzahl
der Burgschule gewaltig an. Im Gasthof Berliner Hof werden deshalb
für
die jüngeren Schüler der Siedlung zwei Klassen eingerichtet.
Doch bald reicht der Platz nicht mehr aus. Deshalb wird 1928 eine
dreiklassige
Schulbaracke angeschafft, in der 5 Klassen unterrichtet werden. Durch
die Fertigstellung der Katholischen Marienschule mit 7
Klassenräumen
1929 tritt eine Entlastung ein.
1930
erhält die Kath. Volksschule Nordhorn zur Unterscheidung von
der Marienschule den Namen Kath.
Burgschule. Bis 1932 erfolgt die
Schulleitung für beide
Schulstandorte
noch in Personalunion, wobei Konrektor Borgmann mit der Vertretung
des
Rektors
im Gebäude der Marienschule beauftragt wird.
1932
besuchen die Burgschule 407 Schüler und die Marienschule 413
Schüler, zusammen 820
Schüler. Die Schule hat 17
Lehrerstellen, 1 Hilfslehrerstelle und eine Stelle als Technische
Lehrerin. Am 1.7.1932 werden die beiden Schulen organisatorisch
getrennt. Die Schulleitung der Marienschule übernimmt Dr. Hugo Reining, bisher Lehrer in
Lingen.
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1934
- Am
11. November 1934 feiert die Schule, 100 Jahre nach Einstellung des
ersten Lehrers, ihr 100-jähriges
Jubiläum mit einem Festakt
in der Aula der Aufbauschule (heute: Gymnasium) unter Teilnahme der
Behörden.
In
den Herbstferien beginnt der Umbau
und Ausbau der Schule, der erst
zu Weihnachten vollendet ist. Der Unterricht findet nachmittags in der
Altendorfer Schule statt. In den Wintermonaten wird durch die NSV
(NS-Volksfürsorge) eine Winterspeisung für bedürftige
Schulkinder durchgeführt.
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1935
- In
der
Schule wird dafür geworben, dass sich möglichst viele Kinder
der Hitlerjugend
anschließen. Die Schulen, die mindestens 90 %
der Kinder im Jungvolk oder der Jungmädelgruppe des BDM (Bund
deutscher Mädchen) haben, dürfen die HJ-Fahne führen.
Die
Burgschule erhält am 10.12.1935 diese Genehmigung.
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1937
- Im Schuljahr
1937/38 hat die Schule mehr als 500
Schüler in 10 Klassen, die von 8 Klassenlehrern in 8
Klassenräumen unterrichtet werden müssen, was ohne
Unterrichtskürzungen nicht möglich ist.
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1938
- Mit Beginn des
Schuljahres 1938/39 wird in
Nordhorn die Gemeinschaftsschule
eingeführt. Die Schüler
werden regional den einzelnen Schulen zugewiesen. Von den bisherigen
Lehrkräften bleiben nur der Rektor Hawighorst und eine
technische
Lehrerin an der Schule.
Die übrigen 7 Lehrkräfte werden an andere Schulen versetzt.
Die
Schule behält den Namen Burgschule.
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1939
- 1945 - Am 23.10.1939
erleidet Rektor Franz
Hawighorst,
der die Schule seit dem 1.8.1922 leitete, einen Schlaganfall. In der
Schulchronik heißt es, dass er wegen seiner Biederkeit und
seines zuvorkommenden Wesens bei Kindern, Lehrern und bei der Gemeinde
eine
allgemein beliebte und geachtete Persönlichkeit war. Im Nebenamt
war er Organist an der kath. Burgkirche und dazu ein tüchtiger
Leiter des Kirchenchores. Eine große Trauergemeinde begleitet ihn
auf seinem letzten Gang. Sämtliche Kinder gehen mit ihren Lehrern
dem Sarg voran. Die vielen Kränze und Blumen, Beweise der
Beliebtheit des Dahingeschiedenen, müssen von zwei Schulklassen
getragen werden. Lehrer Nordhorns tragen ihn aus der Wohnung in der
Karlstraße zum Leichenwagen und begleiten ihn zum kath. Friedhof
am Deegfelder Weg.
Die
Rektorstelle bleibt
bis Ostern 1940 unbesetzt und wird von Paul Teepe
kommissarisch verwaltet. Ab 1.2.1941 bis zum Kriegsende ist Herr Teepe Rektor der
Burgschule.
Rektor
Teepe
berichtet in der Schulchronik sehr ausführlich
besonders über die kriegsbedingten
Ereignisse in der Burgschule,
die hier nur aufgezählt werden:
- Luftschutz in der Burgschule (mehrfach)
- Altstoffsammlungen (mehrfach)
- Heilkräutersammlungen (mehrfach)
- Ernteeinsatz der Erzieher (mehrfach)
- Wochenschauen im Unterricht
- Wettbewerb für Schüler: "Seefahrt tut not"
- Bücherspende für die Soldaten
- Versand von Feldpostpäckchen
- "Ostlandhilfswerk" zur Unterstützung zurückgeführter
deutscher Kinder aus den besetzten Gebieten
- Kartoffelkäfer-Suchaktionen (mehrfach)
- Überprüfung des Lese- und Lerngutes in den Schüler-
und Lehrerbibliotheken
- Sammlungen in der Schule
- Landjahr
- Kinderlandverschickungen
- Nationalpolitische Erziehungsanstalt Emsland
- Kriegsmaßnahmen zur Versorgung mit Lernbüchern
- Unterrichtsausfall aus Mangel an Brennmaterial
"Um
auch in der Erziehungsarbeit die Kräfte gemäß den
Erfordernissen
der Kriegsverhältnisse restlos einzusetzen", wird die Pflichtstundenzahl
für Lehrer auf 32, Lehrerinnen auf 30 und Rektoren auf 20
erhöht.
Am
4.11.1944 werden der Zeichensaal, die Schulküche, das
Lehrerzimmer und das Kartenzimmer für
die Wehrmacht beschlagnahmt.
14 Tage später, am 20.11., belegt die Luftwaffe sämtliche
Klassenräume. Der Unterricht fällt aus. Die Lehrkräfte
werden zu anderen
Tätigkeiten, z.B. im Bahnhofsdienst oder in der
Stadtverwaltung herangezogen.
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1945
- 1947 - Nach dem
Zusammenbruch des "3. Reiches" beginnt
der Unterricht in den Grundschulen
im August 1945. 366 Schüler
werden in acht Klassen von 7 Lehrkräften unterrichtet. Die Leitung
übernimmt für den in Haft befindlichen Rektor Teepe der Konrektor Hendrik Hilbing. Über
den Verbleib von Herrn Teepe
ist nichts bekannt.
Interessant
ist der Berufsweg von Herrn Hilbing:
Er wird 1875 in
Veldhausen geboren. Die
erste Einstellung erfolgt 1896 in Wielen. Nach kurzer Tätigkeit in
Bookholt wird er 1900 als 1. Lehrer an die Frensdorfer Volksschule in
Nordhorn versetzt, dort 1908 zum Hauptlehrer ernannt und 1910 in
gleicher Funktion an die Altendorfer Schule versetzt. Nach der
Zusammenlegung der beiden Schulsysteme Altendorf und Nordhorn ist er
dort weiter als Lehrer, zwischenzeitlich auch in Frensdorferhaar,
tätig. Von Oktober 1914 bis November 1918 ist er Kriegsteilnehmer.
1922 wird er Konrektor der Altendorfer Schule. Nach Erreichung der
Altersgrenze mit 62 Jahren wird er am 30.8.1937 in den Ruhestand
versetzt. Er arbeitet jedoch bis Oktober 1938 an der Altendorfer Schule
weiter und wird dann ab Dezember 1938 zunächst
vertretungsweise, dann hauptamtlich an der Burgschule tätig. Er
tritt dann am 30.9.1945 mit 70 Jahren erneut und endgültig in den
Ruhestand.
Am
25. Oktober 1945 beginnt der Unterricht
in den vier oberen
Jahrgängen. Die Schule wird jetzt von 536 Schülern
besucht,
die in 12 Klassen von 6 Lehrkräften (!) unterrichtet werden. Die
kommissarische Leitung der Schule wird dem Lehrer Bernhard Barlage, Sohn des
ersten
Rektors der Burgschule,
übertragen. Er wird dann am 1. Mai 1947 zum Rektor der Schule
ernannt.
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1946
- Ab
10.9.1946 werden die Nordhorner
Schulen wieder in Bekenntnisschulen
umgewandelt, nachdem sich die
Eltern mit großer Mehrheit für diese Schulart entschieden
hatten. Die Burgschule, Marienschule und Pestalozzischule sind wieder,
wie vor 1938, kath. Volksschulen. In der Burgschule werden 639 Kinder
in 12 Klassen von 9 Lehrkräften unterrichtet.
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1949
- Die Schulpflicht
der Kinder, die im Herbst der
Jahre 1941 -1944 schulpflichtig geworden waren, wird auf 8 Jahre und 6
Monate verlängert. Das bedeutet, dass Ostern 1949 keine Kinder
entlassen werden können. Dankbar nehmen Kinder und Lehrer an der
kostenlosen Schulspeisung
teil. Für hilfsbedürftige Kinder wird Ostern 1949 eine
Hilfsschulklassen eingerichtet, die von 18 Kindern der Burgschule und
der Pestalozzischule besucht wird. Leiter dieser Klasse ist der
Hilfsschullehrer Anton
Brieske, der bislang än der Marienschule unterrichtete.
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1950
- Die Mädchen
des 8. Jahrgangs erhalten seit
dem 9.6.1950 hauswirtschaftlichen
Unterricht in der
Ernst-Moritz-Arendt-Schule, so dass die Kochküche im Dachgeschoss
zu einem Handarbeitsraum umgebaut werden kann.
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1952
- Durch die Einrichtung der
kath.
Elisabethschule
in der Blanke tritt für die Burgschule eine Entlastung ein. 42
Kinder, die südlich des Nordhorn-Almelo-Kanals wohnen, gehen zur
Elisabethschule über.
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1955
- 1956 - Im Juli 1955 kann
endlich mit dem Umbau der
Burgschule begonnen werden. Nach den Sommerferien müssen
die
Kinder nachmittags in den Räumen der Altendorfer Schule und der
Gildkampschule unterrichtet werden. Mit Beginn des Schuljahres 1956/57
wird die Schule wieder von allen Klassen bezogen, während ab
Januar 1956 schon die Grundschulklassen im Erdgeschoss unterrichtet
werden konnten. Die Schule hat äußerlich und besonders im
Innern ein ganz anderes Gesicht bekommen. Das Dachgeschoss wurde
abgebrochen und an seiner Stelle ein neues Stockwerk mit 4
Klassenräumen, einem Gruppenraum und einem Lehrmittelraum
ausgebaut. Im 2. Stockwerk wurde ein Lehrerzimmer geschaffen. Die
Schule hat nach dem Umbau 17 Räume: 11 Klassenräume, 1
Mehrzweckraum, 1 Gruppenraum, 2 Lehrmittel-, 1 Lehrer- und 1
Schulleiterzimmer. Es fehlen noch 1 Werkraum, 1 Kochküche, 1
Turnhalle und 1 Sportplatz.
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1958
- Durch einen tragischen
Verkehrsunfall
kommt am
4.8.1958 Rektor Barlage
ums Leben. Er war seit 1952 im Kreistag und förderte den Kath.
Lehrerverein. Seiner Schule war er ein "gütiger und
verständiger
Vater" und wurde nicht nur von den Kindern und dem Lehrerkollegium,
sondern auch in der Öffentlichkeit weit über die Grenzen der
Stadt hinaus geachtet und geehrt.
Frau
Konrektorin Maria
Schmidt, die seit 1921 an der Schule tätig ist und seit dem
1. April ihr Amt ausübt, übernimmt zwischenzeitlich die kommissarische Schulleitung.
Am
1. 12.1958 wird der Hauptlehrer Alfred
Krömer zum Rektor der
Burgschule ernannt. Herr Krömer stammt aus
Oberschlesien und besuchte dort das Lehrerseminar in Ratibor. Er wurde
1921 mit den Eltern aus dem den Polen zugeteilten Teil ausgewiesen.
Wegen des damaligen Lehrerüberflusses musste Herr Krömer von 1924 an
neun Jahre auf eine Anstellung warten. Er absolvierte in dieser Zeit
eine kaufmännische Lehre und war in mehreren Betrieben tätig;
durch Hospitationen hielt er jedoch die Verbindung mit der Schule
aufrecht. 1933 wurde er als Hilfslehrer eingestellt. 1936 kam er zur
Burgschule Nordhorn, wobei er dann den 2. Weltkrieg als Soldat
mitmachte. Am 1. Januar 1957 wurde er zum Hauptlehrer der
Pestalozzischule ernannt.
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1960
- Auf Antrag des
Schulleiters wird zu Beginn des
Schuljahres 1960/61 ein Klassenraum als Physikraum mit allen
Einrichtungen ausgebaut. Vom 5.12-12.12. bleibt die Burgschule wegen Hochwassers
geschlossen.
Die ganze Innenstadt ist durch die übergetretene Vechte
überschwemmt. Keller und Toiletten der Schule stehen 2 Tage lang
unter Wasser.
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1962
- Im Zuge der Einführung
der 9.
Klassen in
Niedersachsen wird in der Burgschule eine gemischte Klasse
eingerichtet. Mit dem 30.6.1962 wird Frau Konrektorin Schmidt in den Ruhestand
versetzt, nachdem sie fast 44 Jahre in Nordhorn, davon fast 40 Jahr an
der Burgschule tätig war. Bei ihrer Verabschiedung wird Frau Schmidt als tüchtige
Lehrerin gefeiert, die es verstand, die Herzen der Kinder zu gewinnen
und sich durch ihre intensive Arbeit in der Bevölkerung ein
unvergängliches Denkmal zu setzen. Sie wird auch in der
örtliche Presse geehrt: Grafschafter Tagespost am 26.6. und
Grafschafter Nachrichten am 30.6.1962. Nachfolger von Frau Schmidt
als Konrektor wird Herr Kupke.
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1964
- Im
Februar 1964 weilen 3 Studentinnen und 2 Studenten von der PH Vechta
als Praktikanten in der Burgschule.
Ostern 1964 wird Konrektor Kupke
Rektor der Kath. Volksschule G.M.-Hütte bei Osnabrück. Sein Nachfolger wird der
Lehrer Hanns-Joachim
Wackermann aus Neuenhaus.
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1967
- Mit Ablauf des
Schuljahres 1966/67 tritt Rektor Alfred Krömer
in den Ruhestand. Bei seiner
Verabschiedung würdigt Schulrat Kollmann die Verdienste
des scheidenden Rektors. Sein besonderes Interesse galt - innerhalb und
außerhalb der Schule - der Musik. Er leitete viele Jahre einen
Kinderchor und war 1937 der erste Dirigent des NINO- Werkchors, den er
auch nach dem Kriege betreute und mit dem er recht anspruchsvoll Werke
aufführte (GT, 1.7.1967).
Mit
Wirkung vom 1.8.1967 wird Frau Marie-Luise Borgmann
als erste Rektorin in der
Grafschaft Bentheim zur
Leiterin der Burgschule ernannt.
Mit
Beginn des neuen Schuljahres wird an der Burgschule die Förderstufe
eingeführt, die auch von den Schülern der
Pestalozzischule, später - 1973 - auch aus Klausheide, Hesepe und
Bookholt besucht wird, während die Hauptschüler ab Klasse 7
ab 1969 die Pestalozzischule besuchen.
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1970
- Die katholischen
Schüler aus dem Stadtteil
Stadtflur werden zur neu errichteten Stadtflurschule
umgeschult, die
eine Gemeinschaftsschule ist.
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1971
- Konrektor Hanns-Joachim
Wackermann
wird am 1.2.1971 zum Rektor der Pestalozzischule ernannt (GN,
1.2.1971). Sein Nachfolger als Konrektor
der Burgschule wird der Lehrer Wilhelm Koop,
der am 9.9.1971 in sein Amt eingeführt wird. Er ist seit 1967 an
der Burgschule tätig (GN, 10.9.1971).
Inzwischen
besuchen 28 Gastarbeiterkinder (Portugiesen
und Türken)
die Schule Die Zahl steigt 1973 auf 37 Schüler. 1980 sind
schon 47 % der Schüler ausländischer Herkunft. Grund
hierfür ist, dass ausländischen Familien verstärkt in
den Innenstadtbereich ziehen.
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1974
- Die Oberstufe wird
zur Hauptschule Deegfeld
abgeschult. Die Burgschule wird eine reine Grundschule.
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1977
- Für die
ausländischen Schüler
wird Hausaufgabenhilfe
eingerichtet. Außerdem betreuen
Schülerinnen der Fachschule für Sozialpädagogik die
ausländischen Schüler einmal wöchentlich. Der Unterricht
für die türkischen Schüler in ihrer Muttersprache findet
durch Herrn Akman in
der Altendorfer Schule, für die
portugiesischen Schüler durch Frau Gomes Silverio in der
Burgschule statt.
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1983
- Frau Rektorin Marie-Luise
Borgmann
tritt zum
1.2.1983 in den Ruhestand.
Schulrat Gerke
würdigt die
vielfältigen Verdienste der Pädagogin. Sie habe als
Schulleiterin die mannigfaltigen Aufgaben dieser Schule wahrgenommen
und sich ihnen verantwortungsbewußt gestellt. Er hebt besonders
ihre "geistige Mündigkeit", die "menschliche Weise" und die
"erhebliche Toleranzbreite" hervor, mit denen sie die Schule in
einer
unruhigen Zeit geleitet habe (GN, 2.2.1983).
Ihr
Nachfolger wird Bernhard
Reiners, der
nach halbjähriger kommissarischer Tätigkeit am 31.1.1984 zum
Hauptlehrer ernannt wird.
Im
Schuljahr 1983/84 beginnt die Stadt mit umfangreichen Sanierungsarbeiten
in der Burgschule. Vorher hat es mehrere Jahre lang
viele Diskussionen um die Existenz der kath. Burgschule gegeben,
nachdem angesichts ständig zurückgehender
Schülerzahlen ein Planungsentwurf vorsah, "die
Burgschule ersatzlos zu schließen und das Gebäude durch
einen
Kindergartenneubau zu ersetzen". Die Schülerzahlen sind stark
abgesunken,
weil nicht mehr so viele deutsche Kinder zum Schulbesuch angemeldet
werden.
Der Anteil der ausländischen Schüler ist angestiegen und
beträgt die
Hälfte
der Gesamtschülerzahl. Die Schule ist auf eine Einzügigkeit
abgesunken.
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1994
- Im Schuljahr
1993/94 besuchen 64 Schüler
in weiterhin 4 Klassen die Burgschule. Eine Befragung der kath.
Kirchengemeinde ergibt, dass nur sehr wenige deutsche Eltern
beabsichtigen, ihre Kinder in die kath. Burgschule anzumelden. Der Rat
der Stadt beschließt
deshalb, in der Burgschule eine zweizügige Grundschule für
Schüler aller Bekenntnisse zu errichten und den Schulbezirk
der
Schule entsprechend zu gestalten. Hierdurch kann der Anbau von
Klassenräumen an der Altendorfer Schule vermieden werden.
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2002
- Im Schuljahr
2001/02 besuchen 128 Schüler
in 7 Klassen die Schule. Der Ausländeranteil
ist mit 41 % noch
immer recht hoch. Das Kollegium der Schule hat ein besonderes
Schulmodell entwickelt. Es
sieht einen Unterrichtsbeginn mit Gleitzeit und eine Betreuungszeit
nach Unterrichtsende bis 12.30 Uhr vor. Die Unterrichtszeiten werden
flexibel gehandhabt. Bei Bildung kleiner Lerngruppen ist ein
Förderkonzept entwickelt worden, damit möglichst alle
Schüler dem Unterricht folgen können. Zurückstellungen
vom Schulbesuch sollen möglichst vermieden
werden.
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2004
- Zum
1.2.2004 hat das Land die
bisher von der Bezirksregierung gewährten Förderstunden
gekürzt. Dadurch bestand die Gefahr, dass das an der Schule
entwickelte besondere Schulmodell nicht mehr einzuhalten war. Um
dennoch möglichst viele Förder- und Forderstunden zu
erhalten, wurde in einem Elternbrief um Mitarbeit gebeten. Inzwischen
stehen mehrere Eltern als Betreuungspersonen zur Verfügung. So ist
es möglich, Klassen im Sportunterricht zusammenzulegen und sie von
einer Lehrerin und einem Elternteil betreuen zu lassen. Außerdem
übernehmen Eltern eine Vorlese-, Sing- und Spielstunde in den
ersten Klassen. Die so gewonnenen Lehrerstunden können dem
Förder- und Forderpool zugeführt werden. So ist gesichert,
dass jede Klasse in Deutsch und in Mathematik jeweils 60 Minuten
Förderunterricht und 60 Minuten Forderunterricht erhält.
Während der ganzen Anwesenheitszeit der Schüler wird
Unterricht erteilt (GN, 25.3.2004).
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2005
- Nach
einem viertägigen Unterrichtsprojekt
über Nepal verabreden die Kinder einer Klasse,
in jedem Monat einen Euro ihres Taschengeldes im Rahmen eines
Hilfsprojektes "Kinder in Okhaldhunga/ Nepal" für Kinder in dem
bitterarmen zentralasiatischen Land auf freiwilliger Grundlage zu
spenden (GN, 14.2.2005). Bei einem Sponsorenlauf erzielen die
Schüler 3.000 € an Spenden, die ebenfalls für die Schule in
Nepal gedacht sind. Diese Schule wird von etwa 400 Schülern aus 11
umliegenden Dörfern besucht (GN, 24.5.2005). Auch im Jahr 2006
findet wieder ein Sponsorenlauf statt. Er steht unter dem Motto "Wir
laufen für unsere Partnerschule in Okhaldhunga (Nepal) und
führt durch die Hauptstraße und den Stadtpark (GN,
13.7.2006).
Näheres zum Nepal-Projekt finden Sie auf der Internetseite der
Schule.
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So
sieht die Schule im Jahre 2006 aus (Foto aus: www.burgschulenordhorn.de)
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2007
- Zum
1. Februar
startet die Burgschule mit ihrem Betreuungsangebot
über die
Schulzeit hinaus und erhält für die Umsetzung ihres
Konzeptes
jährlich 3.000 €. In ihrem Antrag an die Stadt konstatiert die
Schule: "Im Einzugsgebiet der Burgschule wohnen viele Kinder, deren
Eltern ganztägig berufstätig sind." Oftmals finden die Kinder
nachmittags wenig sinnvolle Betreuung und Beschäftigung". An der
Schule gibt es bereits seit vielen Jahren eine Hausaufgabenhilfe in
Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft evangelischer Gemeinden in
Nordhorn (AEGN). Diese Hausaufgabenhilfe soll im Rahmen der
Ganztagsbetreuung intensiviert und auf vier Tage ausgedehnt
werden.Weiter ist geplant, dass die Kinder, die an dem Konzept
teilnehmen, gemeinsam ein Mittagessen im benachbarten Kindergarten St.
Augustinus einnehmen. Zwischen 14 und 15 Uhr erfolgt dann ein
Hausaufgabenangebot. Danach können die Kinder bis 16 Uhr
verschiedene Spiel- und Bastelangebote in der Schule wahrnehmen.
Betreut werden sie dabei von einer Erzieherin des Kindergartens St.
Augustinus. Neben dem städtischen Zuschuss werden auch die Eltern
an der Finanzierung des Betreuungskonzeptes beteiligt. Zurzeit nehmen
daran 18 Kinder an bis zu vier Tagen in der Woche teil (GN, 6.2.2007).
Zum
1. August wird die Burgschule mit in den Begabten-Verbund Nordhorn
aufgenommen (GN, 22.6.2007). Einzelheiten hierzu siehe: Begabtenförderung
2008 - Für
die Schulausschusssitzung der Stadt Nordhorn am 2. Juli 2008 ist
folgender Tagesordnungspunkt vorgesehen:
"Schulentwicklungsplanung
der Schulen in städtischer Trägerschaft unter
Berücksichtigung des demografischen Wandels".
Der
Beschlussvorschlag lautet:
"Die Verwaltung wird beauftragt, folgende Maßnahmen vorzubereiten:
1) Die Grundschule Burgschule wird mittelfristig aufgelöst.
2) ...
Begründung:
- Bei Auflösung der Burgschule werden die Schüler durch
Veränderung der Schulbezirksgrenzen der Altendorfer Schule, der
Stadtflurschule, der Ernst-Moritz-Arendt-Schule und der Waldschule
zugeordnet.
- Für die Auflösung der Burgschule sprechen folgende
wesentliche Gründe: Hoher Ausländeranteil (38 % der
Schüler)/ fehlende eigene Turnhalle/ erforderliche
Baumaßnahmen (Heizungsanlage, Schulhofsanierung)/ ungünstige
Verkehrslage für eine Schule/ Stärkung und Auslastung der
benachbarten Schulen.
In einer Klausurtagung am 7. November wird folgender
Vorschlag erarbeitet:
Prüfung
einer Schließung der GS Burgschule zum Schuljahr
2010/11 unter folgenden Voraussetzungen
- 1 1/2 Jahre
kommissarische Leitung
- Keine neuen Einschulungen ab
dem Schuljahr 2009/10
- Verteilung der Klassen 3 und
4 im Klassenverband (einschl. KlassenlehrerIn)
2009 - In der Schulausschusssitzung
am 26. März 2oo9 wird folgende Beschlussempfehlung
ausgesprochen:
"Ab dem
kommenden Schuljahr 2009/10 sollen an der Burgschule keine
Einschulungen mehr vorgenommen werden. Die Schulanfänger werden
auf die Schulbezirke der Grundschulen Waldschule, Altendorf, Stadtflur
und Ernst-Moritz-Arendt aufgeteilt. Die Klassen 2 bis 4 sollen weiter
an der Burgschule unterrichtet werden. Durch den Bechluss wird keine
Vorentscheidung für eine Nachnutzung der Burgschule getroffen."
Zu Beginn der gut besuchten Sitzung
benutzen mehrere Zuhörer die Bürgerfragestunde, um sich nach
den Planungen über die Zukunft des Montessori-Angebotes in
Nordhorn zu erkundigen. Nach Vorstellungen der Montessori-Initiative
könnte der bisher an der Pestalozzischule angesiedelte Montessori-Zweig am
Standort der Burgschule untergebracht werden. Die
Frage soll in einer Schulausschusssitzung nach den Osterferien
behandelt werden (GN, 28.3.2009 und Kommentar).
Einzelheiten
finden Sie unter: Schulentwicklungsplanung
in Nordhorn und "Der
Montessori-Schulzweig in Nordhorn"
In der Unterrichtungsvorlage der Stadt Nordhorn für die
Schulausschusssitzung am 20.8.2009 heißt es:
"Genehmigung der
Landesschulbehörde Osnabrück zur Aufhebung der Grundschule
Burgschule zum 1.8.2009
Der Bürgermeister unterrichtet.
Mit Schreiben vom 10.7.2009 hat die Landesschulbehörde
Osnabrück aufgrund des Antrags der Stadt Nordhorn vom 27.05.2009
die Aufhebung der Grundschule Burgschule zum 01.08.2009
gemäß § 106 Abs. 7 Nds. Schulgesetz (NSchG) genehmigt.
In der Begründung heisst es u.a.: Die Aufhebung dieser Schule ist
gem. § 106 Abs. 3 NSchG gerechtfertigt, da ein Bedürfnis
für das weitere Vorhalten eines Grundschulangebotes am genannten
Standort nicht mehr vorhanden ist.
Die Aufhebung erfolgt in der Weise, dass
- zum 01.08.2009 kein 1. Jahrgang mehr
eingerichtet und
- die künftigen Jahrgänge 2
bis 4 bis auf weiteres noch am bisherigen Standort verbleiben
(längstens bis 31.7.2012)
Bis zur Festlegung neuer Schulbezirke werden SchülerInnen aus dem
bisherigen Schulbezirk der Burgschule auf die umliegenden Grundschulen
verteilt (Grundschule Waldschule, Grundschule Stadtflur,
Grundschule Ernst-Moritz-Arndt und Grundschule Altendorf)."
Schließung der Grundschule Burgschule
zum Ende des Schuljahres 2009/10
Am 16. Dezember 2009 beschließen die
Gesamtkonferenz sowie der Schulvorstand der Grundschule Burgschule
einstimmig, die Schule mit Ende des Schuljahres 2009/10 mit dann noch
drei vorhandenen Klassen zu schließen und die verbleibenden
Schüler (jetzt Klassen 2 und 3) gemäß den festgelegten
Schulbezirken auf die entsprechenden Grundschulen zu verteilen. Dies
führt an den betroffenen Grundschulen zu keinem räumlichen
Mehrbedarf (Vorlage der Stadt vom 29.1.2010).
In
der Homepage der Burgschule
heißt es:
"Liebe Gäste
Herzlich willkommen auf der Homepage der
Burgschule Nordhorn
Die Burgschule liegt im Herzen der Stadt
Nordhorn. Sie ist die älteste Schule der Stadt und
ist in diesem Jahr 175 Jahre alt geworden.
Leider wird die Zukunft der GS Burgschule nicht mehr lange andauern.
Der Rat der Stadt Nordhorn hat das "AUS" für die GS Burgschule
Nordhorn beschlossen.
Wenn nichts Unvorhergesehenes geschieht, wird mit dem Ende des
kommenden Schuljahres die GS Burgschule für immer ihre Türen
schließen.
Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Kolleginnen
und Kollegen werden diese Nachricht mit einer gewissen Trauer
aufnehmen.
Schade, dass die Schule, die 175 Jahre pädagogische Entwicklung in
Nordhorn widerspiegelt, in Zukunft nicht mehr Bestandteil der
Schullandschaft der Stadt Nordhorn sein wird.
Mit dem Ende der Schule wird dann auch diese Homepage nicht mehr
existent sein. Wesentliche Merkmale werden Sie allerdings auch
weiterhin im WWW finden können.
Unter www.reiners-nordhorn.de
werden wesentliche Inhalte der Burgschul-Homepage zu finden sein."
Damit
endet die Geschichte der Burgschule Nordhorn.
In
den Grafschafter Nachrichten erscheint am 15.6.2010 ein Artikel "Burgschule
wird nach 176 Jahren geschlossen", der hier nachgelesen
werden kann. Weitere Quellen: GW, 19.6. und GN, 22.6.2010 unter der
Überschrift: Die Burgschule "mit einem lauten
Knall" geschlossen.
Foto: Kersten
Den Schlüssel
umgedreht hat der bisherige Leiter der Burgschule Bernd Reiners
25 Schüler aus der Burgschule
wurden vor 50 Jahren aus der
Schule entlassen. Nicht alle
Ehemaligen konnten teilnehmen, zwei Mitschüler sind bereits
verstorben. Erfreulich war, dass die ehemalige Klassenlehrerin, Frau
Brigitte Gladtfeld , der Einladung gefolgt war (GN, 21.4.2010).
Im
Mai 2010 trafen sich 24 ehemalige
Schüler der Nordhorner
Burgschule und erinnerten sich an ihre Schulentlassung
vor 60 Jahren in
geselliger Runde (GN, 14.5.2010).
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Quellen:
- Alfred Krömer,
Auszüge aus der Schulchronik
der Burgschule, 1962
- Schulchronik der
Burgschule,
1910 - 1982, Aufbewahrung im Archiv der Stadt Nordhorn
- Festschrift zur Feier
des
150jährigen
Bestehens der Burgschule Nordhorn, 1984; dazu: Zeitungsartikel in der
GN vom 6. und
9.7.1984
- Artikel aus der
örtlichen Presse, im Text
angegeben
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