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Volksschule
Hestrup
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Zur Vorgeschichte
Die Schüler aus Hestrup besuchten seit
jeher die Ev. Volksschule Brandlecht. Die Schulwege der
Kinder waren bis zu 5 km lang und in einem schlechten Zustand. Mit der Besiedlung des Hestruper Feldes in
den
20er Jahren des 20.
Jahrhunderts wuchs die Einwohnerzahl der Gemeinde. Konkrete
Pläne für den Bau einer eigenen Schule gab es schon vor dem
2. Weltkrieg. 1938 stellte die Gemeinde einen Antrag auf Neubau
einer Schule. Durch den Kriegsausbruch mussten die
Schulbaupläne
jedoch zurückgestellt werden. 1950 stellte die Gemeinde erneut
den
Antrag auf Errichtung einer Schule und Auflösung des
Gesamtschulverbandes
Brandlecht- Hestrup.
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1953 - Die
Volksschule Hestrup wird als einklassige
Volksschule gegründet. Im Juli 1952 erfolgt die
Grundsteinlegung der Schule und der Lehrerdienstwohnung. Da die
Gebäude zum vorgesehenen
Termin der Eröffnung der Schule Ostern 1953 noch nicht
bezugsfertig sind,
müssen
die Schüler noch zwei Monate im neu aufgestellten Klassenverband
nach Brandlecht gehen. Es sind 59 Schüler der Jahrgänge 1 -
8. Sie werden dort vom vorgesehenen Schulleiter
und
Lehrer Jan Kortmann
unterrichtet, zum Teil am Nachmittag. Durch Hand-
und Spanndienste der Hestruper wird das Umfeld der neuen Schule in
Hestrup zu einer "Schule im
Grünen"
gestaltet. Die offizielle
Übergabe findet am 13.10.1953 statt, an der neben
den offiziellen Vertretern eine große Teilnehmerschar aus
der Gemeinde Hestrup anwesend ist (GN, 15.10.1953). Die Gesamtkosten
einschließlich Schulmöbel belaufen sich auf 69.000 DM.
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1960 - Die Schule entwickelt
sich schnell zu einem kulturellen
Mittelpunkt des
Dorfes, wozu auch die jährlichen Elternabende mit ihrem
musischen
Charakter beitragen, an denen jeweils mehrere hundert Gäste aus
Hestrup und Umgebung teilnehmen. Durch jährliche mehrtägige
Schulfahrten lernen die
Schüler die Sehenswürdigkeiten in Norddeutschland und Holland
kennen. Durch Spenden des Jagdpächters zur Weihnachtsfeier
erhalten die Schüler jährlich ein gesondertes
Weihnachtsgeschenk. Das Bild zeigt die Schule mit der
Lehrerdienstwohnung im
Jahre
1960.
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Die
Anzahl der Schüler, die 1953 59
betrug, ist im Jahre 1957 auf 35 abgesunken.
Es besteht aber eine
steigende Tendenz,
da die Ausweisung von Baugebieten vorgesehen ist.
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1962
- Die
Schüler des bisherigen 8. Jahrgangs besuchen nach Einführung
des 9. Schuljahres in
Niedersachsen ab Ostern 1962 die
Ernst-Moritz-Arendt-Schule in Nordhorn. Wegen des großen
Arbeitskräftemangels wird die Einführung jedoch von
großen Teilen der Landbevölkerung nicht begrüßt.
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1964
- Es
werden viele Gespräche zwischen den Landgemeinden über eine
mögliche Zentralisierung der
Schulen im ländlichen Raum
geführt. Es kommt jedoch zu keiner Einigung, da jede Gemeinde
versucht, die Mittelpunktschule an ihren Ort zu bekommen. Nach Aussagen
in der Schulchronik ist die Gemeinde Hestrup schulisch am
schlechtesten gestellt. Während in den umliegenden Gemeinden mit
fast gleicher Kinderzahl die Schulen 2 bzw. 1 1/2
Lehrkräfte haben, müssen in Hestrup Ostern 1965 56
Schüler von einer Lehrkraft unterrichtet werden. Die Gemeinde
empfindet dies als ungerecht und versucht, wenigstens eine Lehrkraft
mit halber Stundenzahl für das 1./2. Schuljahr zu bekommen. Durch
freiwillige Spenden stehen 20.000 DM für den Anbau eines 2.
Klassenraumes zur Verfügung; ebensoviel hat die Gemeinde selbst an
Rücklagen in der Gemeindekasse gebildet. Ziel der nds.
Schulpolitik sei jedoch die Auflösung der "Zwergschulen". Deshalb
lehnt die Schulbehörde das Vorhaben ab und drängt auf eine
Abschulung des 7./8. Jahrgangs.
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1965 - Der
Schulleiter Jan Kortmann
verlässt nach
12 Jahren die
Schule und geht als Rektor zur Mittelpunktschule Gildehaus. Sein
Nachfolger wird Günter
Itterbeck, der bisher an der Ev. Volksschule Bentheim tätig
war. Das 7. und 8.
Schuljahr wird zur
Ernst-Moritz-Arndt-Schule in Nordhorn
abgeschult. Die Schüler werden zusammen mit den Brandlechter
Schülern von einem Bus abgeholt und wieder zurückgebracht.
Nach der Abschulung werden in Hestrup noch 42 Schüler der
Jahrgänge 1 - 6 einklassig unterrichtet.
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1967 - Hinter
der Schule werden im Garten ein
Schwimmbecken und
ein Becken für Nichtschwimmer eingerichtet, so
dass alle Schüler schwimmen lernen. Lehrer Itterbeck
führt die jährlichen
Elternabende fort, die Lehrer Kortmann eingeführt
hat. An ihnen nehmen bei 412 Einwohnern in Hestrup immer etwa 400
Gäste teil. Die örtliche Presse berichtet hierüber
ausführlich. Im Jahre 1967 werden die Schüler zu einer
Jahresversammlung der Landfrauen mit 350 Teilnehmern eingeladen und
stellen dort in einer Gastvorstellung ihr Können unter Beweis.
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1969
- Wegen
starker Schneeverwehungen
fällt der Unterricht auf Weisung der
Schulräte am 17. Februar 1969 aus. An den folgenden Tagen werden
die meisten Schüler mit Treckern zur Schule gefahren.
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1970 - Herr Itterbeck wechselt nach 5
Jahren in Hestrup als Rektor
an die Mittelpunktschule Uelsen. Seine Nachfolgerin wird Frau Anneliese
Blekker, die bisher Lehrerin in Brandlecht war.
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1973 - Die 5.
und 6. Schuljahrgänge werden nach
Nordhorn abgeschult. Hestrup
wird Grundschule.
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1976 - Nach
der Eingemeindung 1974 nach Nordhorn
drängen der Schulausschuss der Stadt und die Schulbehörde auf
Auflösung der
einklassigen Grundschule Hestrup mit 39
Schülern. Die Eltern
stimmen der Auflösung unter der Bedingung zu, dass alle Kinder mit
dem Schulbus nach Brandlecht befördert werden. Frau Blekker geht
ebenfalls nach Brandlecht. Mit einem Schulfest verabschieden sich die
Schüler und Eltern von ihrer Schule. Nach den Worten von
Bürgermeister Cornelius
Gemmeker in einem Grußwort während diese
Abschiedsfeier entspricht die Auflösung der Schule "dem
Bildungsauftrag der Gegenwart. Die Arbeitswelt sowie das Leben
insgesamt fordern heute von der Schule eine Intensivierung der
Ausbildungsleistung, damit die Schüler von heute den Anforderungen
von morgen gewachsen sind" (GN, 21.6.1976).
Mit
Schuljahresende 1975/76 endet die
23jährige Geschichte der Volksschule Hestrup.
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Quellen:
- - Schulchronik der
Volksschule Hestrup, 1953 - 1976 (Aufbewahrung im
Stadtarchiv Nordhorn)
- - Jan Kortmann,
Auszüge
aus der Schulchronik der
Volksschule Hestrup, 1962
- - Jan Kortmann, Unsere
Schule
im Dorf - Chronik der
Volksschule Hestrup 1953 - 1976. In: Dorfchronik Brandlecht/Hestrup,
1994, Seite 288
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