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Astrid-Lindgren-Schule
- 1975
Schulversuch Vorklassen; 1977 Sonderschule für Sprachbehinderte;
1999 Förderschule Sprache
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1977
- Ab 1975 wird an der Altendorfer Schule ein
Schulversuch "Vorklassen für Sprachbehinderte" durchgeführt.
Die Therapiemaßnahmen führt der Sprachheillehrer Bernd
Kroker durch (GN, 1.11.1975) Hierauf aufbauend wird zum
Schuljahrsbeginn 1977/78 die Sonderschule
für Sprachbehinderte als selbstständige Schule zunächst
für die
Vorklassen und die Schuljahrgänge 1 - 2, aufbauend bis zum 4.
Schuljahrgang, errichtet.
Schulträger ist die Stadt Nordhorn. Einzugsbereich der neuen
Schule ist der Landkreis Grafschaft Bentheim. Es wird eine eigene
Schülerbeförderung eingerichtet. Kommissarischer Schulleiter
der Schule ist Bernd Kroker
(GN, 9.7.1977).
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1979
- Parallel zu den Vorklassen der Schule, die die
Fünfjährigen aufnimmt, richtet die Arbeiterwohlfahrt (AWO)
einen Sprachheilkindergarten und eine Sprachambulanz für Kinder im
Vorschulalter ein. In der Eröffnungsfeier wird die Hoffnung zum
Ausdruck gebracht, dass eine unerquickliche Konkurrenzsituation
vermieden wird und beide Einrichtungen zu einer gedeihlichen
Zusammenarbeit kommen (GN, 24.4.1979; Leserbrief Kroker, 27.4.1979). Der
bisherige kommissarische Schulleiter Bernd Kroker wird zum
Sonderschulrektor ernannt. Die Stadt Nordhorn richtet die
Gildkampschule so her, dass hier zunächst 3 Schulklassen und eine
Vorschulklasse - dem sonderpädagogischen Auftrag der Schule
folgend - unterrichtet werden können (GN, 25.4.1979). Der weitere
Ausbau der Gildkampschule erfolgt in den folgenden Jahren.
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1982
- Die
Schule weist auf ihre Erfolge hin. Mit wenigen
Ausnahmen sind die
Sprachauffälligkeiten bis zur 4. Klasse beseitigt, so dass die
Kinder
ohne Schwierigkeiten am Unterricht der Schulen im Sekundarbereich
I
teilnehmen können. Lediglich einige Eltern berichten von
einer
leichten Ausdruckschwäche, die jedoch das Fortkommen in der Schule
nicht
behindert (GN, 16.11.1982).
Die
Schule gibt sich
den Namen "Astrid-Lindgren-Schule". Aus diesem Anlass findet in der
Schule eine
Feierstunde statt, die von den Schülern maßgeblich gestaltet
wird (GN 27.11.1982). Von den Eltern werden immer noch Vorbehalte gegen
den Namen "Sonderschule für Sprachbehinderte" erhoben, obwohl in
offiziellen Schreiben diese Bezeichnung mit zu verwenden ist.
Das Bild zeigt Herrn Kroker
bei einer
sprachtherapeutischen Übung mit einer Schülerin.
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1986
- Die
Schule erhält zum Schuljahrsbeginn 1986/87 einen Konrektor. Herr Rose war vorher
Sonderschullehrer in Wolfsburg und wird am 22.8.1986 in sein Amt
eingeführt.
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1987
- Die Astrid-Lindgren-Schule feiert am 21. August 1987
die 10-Jahr-Feier der Schule mit einem Schulfest. Die Festschrift
enthält eine Schulchronik in Reimform. Die Schule
wird von insgesamt 83 Kindern
aus der ganzen Grafschaft besucht. Außerdem führen die
Lehrkräfte der Schule Sprachsonderunterricht an den Grundschulen
in Nordhorn und Wietmarschen durch. In einem ausführlichen
Zeitungsbericht wird auf die inhaltliche Arbeit in der Schule
eingegangen und diese bildlich dargestellt (GN am Wochenende,
19.12.1987).
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1992
- Von der Schule wird auf die Aufgaben der
"Sprachheilschule" mit ihren Fördermaßnahmen, die schon in
der "Sprachheilvorklasse" beginnen, hingewiesen. Es wird betont, dass
Sprachschwierigkeiten nichts mit Intelligenz zu tun haben und die
Schüler je nach Leistungs- und Intelligenzvermögen
anschließend jede weiterführende Schule besuchen können
(GW, 24.6.1992).
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Im
Schuljahr 1993/94 hat die Schule 64
Schüler in 6 Klassen, davon 2 Vorklassen und je eine Klasse der
Schuljahrgänge 1 - 4.
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1996
- Die Elternschaft der Astrid-Lindgren-Schule
wendet sich mit einer Petition an den Niedersächsischen Landtag,
um einen Sonderschulerlass zu verhindern, in dem der gemeinsame
Unterricht aller Schüler in einer ganz normalen Grundschule als
bestmögliche Förderung für
Kinder mit Sprach- oder Verhaltensauffälligkeiten oder
Lernstörungen angesehen wird. Die Elterninitiative tritt für
den Erhalt der Astrid-Lindgren-Schule ein. Integriert in eine normale
Grundschulklasse wäre die nötige Förderung der Kinder
nicht gewährleistet.
"Die
Eltern wissen, wie grausam Kinder sein können gegenüber
ihren
Altersgenossen, die man schwer verstehen kann", vertritt die Initiative
ihre
Position. Vor allem würden sie bei fast 30 Kindern in einer Klasse
von
vornherein ausgeschlossen. Nach Ansicht des zuständigen Schulrates
sei
aufgrund der "eingeschränkten Ressourcen" nicht vorstellbar, dass
die
sonderpädagogische Grundversorgung flächendeckend
eingeführt
würde. Nur dann aber wäre der Bestand der
Astrid-Lindgren-Schule
gefährdet, denn dann wäre der Förderbedarf in jeder
Grundschule
in der Grafschaft abgedeckt, und jedes Kind könnte in die
nächstgelegene
Grundschule gehen (GN, 10.7.1996).
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1999
- In einer weiteren Petition an den
Niedersächsischen Landtag bringen die Elternvertreter der
Astrid-Lindgren-Schule ihre Ablehnung der gemeinsamen Unterrichtung
klar zum Ausdruck. Mit einem eintägigen Schulstreik verleihen die
Eltern ihrer Forderung Nachdruck. Auch der Nordhorner
Regierungsschuldirektor, der an drei Nordhorner Grundschulen den
Schulversuch "Lernen unter einem Dach" startet, wird von
Elternvertretern hart angegriffen (GN, 15.7.1999).
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2002
- Im
Schuljahr 2001/02 besuchen 64 Schüler
eine Vorklasse und 4 Klassen der Astrid-Lindgren-Schule. Zum Ende des
Schuljahres laufen die Vorklassen aufgrund schulrechtlicher
Bestimmungen des Landes Niedersachsen aus. Es wird von der
Schulbehörde davon ausgegangen, dass durch das
Projekt "Lernen unter einem Dach" sich die
Schüler- und Klassenzahlen immer weiter reduzieren und die
Astrid-Lindgren-Schule nur noch Förderzentrum für die
Betreuung von Grundschulen bleibt.
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Das
Bild aus dem Jahre 2000 zeigt im Vordergrund das
Vorklassengebäude und dahinter das Schulgebäude. in
früheren Zeiten war dies die Gildkampschule, die 1892 erbaut und
dann umgebaut wurde; im Obergeschoss die Hausmeisterwohnung.
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2004
- Die
o.a. Annahme, dass "Lernen unter einem Dach" weiter ausgebaut werden
kann, hat sich aufgrund fehlender Ressourcen nicht bestätigt.
Vermehrte Spracharmut und ein verstärkt zu beobachtendes
gesellschaftliches soziokulturell beeinträchtigtes Aufwuchsmilieu
haben u.a. dazu beigetragen, den Schülerbestand und den Erhalt der
Astrid-Lindgren-Schule Nordhorn zu sichern.
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2005
- Die
Schule besuchen 57 Schüler in 7 Klassen (Jahrgänge 1 - 3
zweizügig). Sie ist gleichzeitig Förderzentrum für die
Grundschulen Altendorfer Schule, Am Roggenkamp, Bookholt, Brandlecht,
Burgschule und Waldschule. Jede Grundschule erhält pro Klasse 2
Sonderschullehrerstunden für Fördermaßnahmen. Für
die übrigen Grundschulen in Nordhorn ist die Anne-Frank-Schule das
Förderzentrum. Die Schule übernimmt die Untersuchungen zur
Sprachfrüherkennung vor der Einschulung. Eine Lehrerin aus der
ehemaligen Vorklasse übernimmt mit etwa der halben
Stundenzahl die Sprachförderung für
Schulanfänger jeweils ab 1. Februar in der Marienschule.
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2007
- Anlässlich
des 100. Geburtstages von Astrid Lindgren findet in der Schule eine
Projektwoche zu den beliebtesten Kinderbüchern der bekannten
Autorin statt. Fünf Tage lang stehen die Kinderbuchhelden der
Autorin, insbesondere "Michel aus Lönnenberga", "Pippi
Langstrumpf" und "Die Kinder aus "Bullerbü" im Mittelpunkt des
Unterrichts (GW, 14.11.2007).
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2008
- Förderschulrektor Bernd
Kroker,
der die Astrid-Lindgren-Schule als erster Schulleiter
ab 1977 geleitet hat, wird zum Ende des Schuljahres 2007/08 in die Freistellungsphase der
Altersteilzeit entlassen. Er wird von Frau
Regierungsschuldirektorin Ursula
Hertrumpf-Müller in einer
Feierstunde, die von den sechs- bis zehnjährigen Schülern
engagiert gestaltet wird, verabschiedet. Im Mittelpunkt vieler Reden
und Grußworte steht die Feststellung, dass Bernd Kroker die
Schule in seiner 31-jährigen Tätigkeit nachhaltig
geprägt
hat (GN, 9.7.2008).
Neuer
Schulleiter der
Astrid-Lindgren-Schule wird Thomas Schwerdt. Die
schulfachliche Dezernentin der Landesschulbehörde, Frau Ursula Hertramph-Müller,
überreicht ihm die Ernennungsurkunde und führt ihn in sein
neues Amt ein. Seine berufliche Ausbildung absolvierte der 1961
geborene neue Rektor durch sein Studium in Vechta und Hannover, das vom
Fachstudium für das Lehramt an Sonderschulen über Lern- und
Sprachbehindertenpädagogik bis zur Fernausbildung als Betriebswirt
und zu Lehrgängen im Problemfeld der Konfliktbewältigung
reichte. Er war zuvor in Lingen, Nordhorn und Schüttorf
tätig.
Sein Verhalten wird als "kooperativ, wertschätzend und
anerkennend" bezeichnet (GN, 18.11.2008).
2010 - Standorttausch
- Die Astrid-Lindgren-Schule
(Förderschule Sprache) zieht vom Gildkamp in der Innenstadt
um in die Pestalozzischule und
zwar in die Räume des bisher dort
angesiedelten Montessorizweiges.
Der wird während der Sommerferien das Schulgebäude der
Astrid-Lindgren-Schule beziehen.
Große Hoffnungen auf die
Zusammenarbeit der Astrid-Lindgren-Schule und Pestalozzischule setzt
der Schulleiter der
Astrid-Lindgren-Schule, Thomas
Schwerdt. Bereits seit einigen Monaten trifft sich
regelmäßig ein Arbeitskreis
aus Schulleitern, Lehrern und Elternvertretern beider Schulen, um die Einzelheiten des Zusammenziehens zu
planen und umzusetzen. Zur Vorbereitung gehört auch ein Kennenlerntag mit einer
Begrüßungsfeier auf dem Schulhof und dem Austausch von
Gastgeschenken. (GN, 22.6.2010)
2011 - "Bio-Schulgarten-Projekt"
Als gemeinsames "Bio-Schulgarten-Projekt"
der Astrid-Lindgren-Schule und der Grundschulen am Roggenkamp und
Pestalozzischule entsteht ein neuer Schulgarten an der
Pestalozzistrasse, das von Förderschullehrer Klaus Salbeck
betreut wird. Die Grafschafter Sparkassenstiftng fördert das
gemeinsame Schulprojekt mit 7.000 Euro. Der Schulgarten soll die
Schüler für die Vielfalt und Eigenart der Natur begeistern
und einen
veranwortngsvollen Umgang mit der Umwelt fördern, betont der
Stiftungsratsvorsitzende der Grafschafter Sparkassenstiftung, Hubert Winter. (GW, 6.4.;
GN., 8.4. und SZ,10.4.2011)
Quellen:
- Artikel aus der
örtlichen Presse, im Text angegeben
- Auskünfte
durch den
Schulleiter, Herrn Bernd Kroker
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