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Die
Schulgemeinde Bakelde gehört zum Kirchspiel Nordhorn, Kreis
Grafschaft Bentheim.
Die
jetzige Schule wurde im Jahre 1856 neu gebaut. Die alte Schule stand
nahe an Bosinks Hof, hart am Bakelder Diek. Die Stelle ist jetzt noch
durch Eichbäume gekennzeichnet. 1857 wurde in Altendorf eine
Schule gebaut; bis dahin mussten die Kinder aus Oorde und Deegfeld die
Schule in Bakelde besuchen.
1873 fand die Markenteilung statt. Durch dieselbe erhielt die
Fürstliche Bentheimsche Domainen Kammer zu Burgsteinfurt aus der
Bekelder - Nordhorner Mark eine markenrichterliche Abfindung von 117
Hektaren 94 Ar 93 qm, wodurch Neubakelde entstand. In den Jahren 1875
bis 1878 wurden dort vier Wohnhäuser gebaut. Drei sind jetzt noch
da. Zwei Familien sind katholisch, eine reformiert, deren Kinder den
weiten Weg von etwa sechs Kilometern zur hiesigen Schule zu
machen haben.
Nach der Verkoppelung verkauften einige Besitzer kleinere Koppeln an
der Lingener- Nordhorner Chaussee, was die Entstehung mehrerer Anbauer
zur Folge hatte; so z. B. in den Jahren 1874 bis 1880: H. Heekmann, H.
Baller, H. Maak, J. Snieders, E. Harmsen; am Fryen Wege: I. Hoegen und
H. Bartels. Bei der Volkszählungam 1. Dezember 1880 hatte die
Gemeinde 570 Einwohner, dagegen am 1. Dezember 1890 524, darunter 50
Katholiken.
Die Bewohner beschäftigen sich mit Ackerbau und Viehzucht.
Hauptfrucht ist Roggen, Buchweizen und Kartoffeln.
Am 11. Mai 1871 wurde mir vom Königlichen Oberkirchenrat zu
Nordhorn die vacant gewordene Lehrerstelle angeboten. Seit dem 1.
November 1870 war ich Lehrer in Gölenkamp, Gemeinde Uelsen.
Mit dem 1. Juli 1871 wurde ich Inhaber der hiesigen Schulstelle und
erhielt ein Gehalt von 450 Mark. Am 15. August wurde ich erst, da ich
vom 1. Juli an den monatlichen Fortbildungs-Cursus in Neuenhaus zu
besuchen hatte, durch den zeitigen Ortsschulinspektor, Herrn Pastor
Brands in mein Amt eingeführt. Es wurden die Worte: Joh. 21,15
"Weide meine Lämmer" zu Grunde gelegt. Mein Vorgänger, der
Lehrer Bernd Arends aus Oorde, war am 14. März an den Pocken
gestorben; derselbe hatte die Stelle 36 Jahre lang verwaltet und galt
als eine allgemein geachtete und beliebte Persönlichkeit. Dem
jetzigen Schulgebäude waren am Südende zwei Stuben angebaut;
dieselben sind im Oktober 1887, da das Schullocal für die
Schülerzahl nicht mehr hinreichend Platz hatte, mit zum Schulraum
eingerichtet, mit einem Kostenaufwand von 300 Mark.
Mit dem 1. Oktober 1871 wurde mit Genehmigung der Königlichen
Regierung das Schulgeld eines jeden 1-ten und 2-ten Kindes mit
jährlich drei Mark, jedes folgende zur Hälfte festgestellt.
Sämtliche Schullasten wurden von dem Tage an vierteljährlich
nach den direkten Staatssteuern gehoben.
Am 25. Mai 1874 bot mir der Kirchenrat zu Uelsen die Schulstelle in
Getelo an; da ich den Ruf ablehnte, bewilligte mir die Gemeinde eine
jährliche, persönliche Zulage von 60 Mark.
Dem 20. Juli 1876 erhielt ich den Ruf
als Lehrer an die 3-te Lehrerstelle in Nordhorn und am 17. April 1877
nach Itterbeck.
Im Sommer 1878 baute die Gemeinde eine Lehrerwohnung für 5000
Mark, welche die Gemeinde gleich bis auf 1300 M. zahlte.
Die jetzige Einnahme der Lehrerstelle beträgt bar 750 Mark und
freie Wohnung.
Zur Lutherfeier 1883 wurde der Schule das Bild "Luther im Kreise seiner
Mitarbeiter" geschenkt.
Alljährlich wurde der Geburtstag (22. März) unseres geliebten
Kaisers und Königs Wilhelm I in der Schule gefeiert.
Am 9. März 1888 traf die Trauerkunde ein: Kaiser Wilhelm tot! Der
22. März wurde nun bestimmt, wo in allen Schulen eine Trauerfeier
stattfinden sollte. Nachdem in der hiesigen Schule eine kurze Feier
gehalten und Gedenkblätter verteilt worden waren, begaben sich
Lehrer, Ober- und Mittelstufe zur weiteren gemeinsamen Feier nach der
Kirche in Nordhorn. Allda hatte sich auch die Schuljugend aus Nordhorn,
Altendorf, Frensdorf und Frensdorfer Haar, sowie viele erwachsene
Gemeindeglieder eingefunden.
Am 30. Juni fand in der Schule eine Trauerfeier des am 15. Juni 1888
verstorbenen Kaisers Friedrich III. statt. Die Feier wurde mit dem
Liede: "Was Gott thut, das ist wohlgethan" eröffnet. In der kurzen
Ansprache, vom Lehrer gehalten, wurde den Kindern der geliebte Kaiser
als Kriegsheld,, als Liebling des Volkes und als großer Leider in
schweren Leiden vorgeführt. Gemeindeglieder waren nicht
erschienen. Mit dem Liede: "Ach blei bei Deiner Gnade" schloss die
Feier.
Wegen der Masernepidemie musste auf Anordnung des Landrats Kriege zu
Bentheim die Schule am 29. November 1888 bis zum 11. Januar 1889
geschlossen werden. Hindrikin Ortmann starb an dieser Krankheit. Gleich
nach dieser Krankheit trat bei den Geschwistern Fenna und Geert
Heckmann Croup ein; beide mussten ihr jugendliches Leben
einbüßen.
Am 19. November 1888 abends 6 Uhr brannte das Wohnhaus der Colonen
Keimink total nieder. In der Kammer der Knechte, welche über dem
Pferdestall angebracht war, geriet eine brennende Laterne in Brand und
zündete das Haus. Drei Stück Rindvieh kamen in den Flammen
um. - Vom den Mobilien wurde wenig gerettet.
Am 27. Januar 1889 wurde zum ersten Male der Geburtstag unseres Kaisers
Wilhelm II. in der Schule gefeiert.
Als der Herr Pastor Brands 1879 nach Stappelmoor verzog, wurde Herr
Pastor H. Nyhuis aus Nordhorn Localschulinspektor. Derselbe starb am 6.
October 1893 am Magenkrebs, und der Herr Pastor Hold kam an seine
Stelle.
Der erste Kreisschulinspektor war Pastor Angner aus Bentheim. 1887
wurde es Pastor Langen in Nordhorn. 1889 verzog derselbe nach
Osnabrück. Sein Nachfolger wurde nun Pastor Heshe aus Brandlecht.
Seit 1892 ist der Herr Pastor Oppen aus Gildehaus der
Kreisschulinspektor.
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