Grafschafter Schulgeschichte

Stadtschule 

Nordhorn 1865

Volksschule 

Bakelde 1953

Burgschule

2006

Volksschule

Hestrup 1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Anne-Frank

Schule 1973

 Schulen in Nordhorn

Berufsvorbereitende Maßnahmen an städtischen Schulen des Sekundarbereiches I

A. In der Unterrichtungsvorlage der Stadt Nordhorn Nr. VL-457/2009 berichtet der Bürgermeister am 20.10.2009 über berufsvorbreitende Maßnahmen in den letzten Jahren.

In den letzten Jahren haben die städtischen Schulen des Sekundarbereiches I diverse berufsvorbereitende Maßnahmen initiiert, um ihre SchülerInnen auf das Berufsleben, bzw. die Ausbildungswahl vorzubereiten.
Die derzeitigen Maßnahmen werden folgend zur Kenntnis aufgelistet:

Frensdorfer Hauptschule

- Kooperation mit der Firma Rosink

- Zweiwöchige Berufsorientierung im BTZ

Hauptschule Elisabeth

- Zweiwöchige Berufsorientierung im BTZ

Hauptschule Deegfeld

- Zusammenarbeit mit dem BTZ

- In Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, dem Landkreis Grafschaft Bentheim, dem Friseursalon Wolf und der Stadt Nordhorn werden in den schuleigenenWerkstätten/Betriebseinrichtungen Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung sowie einsogenanntes Bewerbungstrainung durchgeführt.

- Zusammenarbeit mit der Firma XXXL Lutz und drei ortsansässigen Malerbetrieben zur Berufsorientierung

- Einrichtung von sogenannten AQB-Klassen (Erreichung des Hauptschulabschlusses für lernschwache SchülerInnen), gefördert vom Bildungswerk der nds. Wirtschaft


Freiherr-vom-Stein Realschule

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsvereinigung des Landkreises Grafschaft Bentheim und der Volksbank werden Maßnahmen zur Berufsorientierung durchgeführt.

Gerhart-Hauptmann Realschule

In Zusammenarbeit mit der Firma RKW werden Maßnahmen zur Berufsorientierung sowie ein sogenanntes Bewerbungstrainung
durchgeführt.


B. Projekt: Berufsorientierung für Nordhorner Schulen im BTZ des Handwerks (VL-51/2010)

Das Projekt wurde in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus am 16.3.2010 vorgestellt:

"Jugendliche, die nach dem Ende ihrer Schulzeit einen Ausbildungsberuf ergreifen wollen,

benötigen vor allem eine realistische Vorstellung über die Berufswelt sowie über ihre eigenen

Fähigkeiten. Eine frühzeitige, in der Regel ab der Klasse 8 einsetzende, individuelle

Berufsorientierung erleichtert es auch den Betrieben, rechtzeitig qualifizierten

Fachkräftenachwuchs zu gewinnen.

Schulamt und Wirtschaftsförderung der Stadt Nordhorn haben sich verstärkt mit dieser Thematik

auseinandergesetzt und beschlossen, aktiv zu agieren und unterstützend zu wirken. Als

zuständige Schulträgerin hat die Stadt Nordhorn daraufhin gemeinsam mit dem Nordhorner BTZ

des Handwerks sowie in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung für

alle städtischen allgemein bildenden Schulen, vorrangig Hauptschulen, ein auf zwei Jahre

angelegtes Pilotprojekt zur Berufsorientierung in überbetrieblichen Berufsausbildungsstätten

aufgelegt. Dieses Angebot wurde den Schulleiter(n)/innen aller Nordhorner Haupt- und

Realschulen vorgestellt. Im nächsten Schritt wurde in Gesprächen mit den Schulen der Bedarf

ermittelt. Die HS Frensdorf sowie die HS Elisabeth meldeten einen Bedarf von rund 240

Schüler/Innen an. Vereinbart wurde ein Projektzeitraum vom 01.01.2009 bis 31.12.2010.

Ziel des Projektes ist es, Jugendlichen den Übergang von der Schule in eine duale

Berufsausbildung zu erleichtern und damit einen wirksamen Beitrag zur Verringerung der Zahl der

Schulabgänger ohne Schulabschluss, die sicherlich wenig Aussicht auf einen Ausbildungsplatz

haben, zu leisten. Die Berufsorientierungsmaßnahmen geben Jugendlichen die Gelegenheit, für

zwei Wochen im BTZ Erfahrungen in berufsspezifischen Werkstätten zu machen. Unter Anleitung

eines Ausbilders erproben sie bei praktischer Arbeit Eignung und Neigung zu wahlweise drei

Berufen. Die Werkstätten im BTZ Nordhorn bieten dazu die folgenden Berufsfelder: Metall-

Blechverarbeitung, Schweißen, Elektroinstallateur, Hochbau (Maurer, Trockenbau, Zimmerer)

Maler, Lackierer, Friseur/in, Holz (Tischler), Heizung/Sanitär/Klima. Die Berufsorientierung schließt

mit einer Zertifizierung ab, die Schülern wie potenziellen Lehrherren als Entscheidungshilfe für die

Berufswahl bzw. die Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis dienen soll.

Pro Maßnahme und Schüler/in werden Ausgaben in Höhe von € 600 veranschlagt. Finanziert wird

die Maßnahme zu 50% aus Mitteln des Bundesministeriums, zu 20 % aus Mitteln des ESF-

(Europäischer Sozialfonds), zu 20 % durch Eigenleistungen der Schulen sowie zu 10% aus

Wirtschaftsfördermitteln der Stadt Nordhorn.

In 2009 haben die ersten Maßnahmen statt gefunden. Folgend der Evaluationsbericht des BTZ zur

Kenntnisnahme:

Die Berufsorientierung hat vom 06.05. – 15.05.2009 und vom 02.11. – 13.11.2009 stattgefunden.

Im Mai haben sich an der Berufsorientierung insgesamt 56 Schüler/innen beteiligt:

Elisabethschule (insgesamt 28 Schüler/innen)

Klasse 8a (16 Schüler/innen)

Klasse 8b (12 Schüler/innen)

Frensdorferschule (insgesamt 28 Schüler/innen)

Klasse 8a (18 Schüler/innen)

Klasse 8b (10 Schüler/innen)

Im November haben sich an der Berufsorientierung 88 Schüler/innen beteiligt:

Elisabethschule (insgesamt 31 Schüler/innen)

Klasse 8a (16 Schüler/innen)

Klasse 8b (15 Schüler/innen)

Frensdorferschule (insgesamt 57 Schüler/innen)

Klasse 8a (20 Schüler/innen)

Klasse 8b (20 Schüler/innen)

Klasse 8c (17 Schüler/innen)

Die Berufsorientierung ist so konzipiert, dass an den ersten beiden Tagen ein theorethisches

Profiling stattfindet, in dem zahlreiche Einzel- und Gruppenübungen eine große Rolle spielen. Die

Schüler/innen wurden von insgesamt 8 ausgebildeten Pädagogen betreut. Im Anschluss an das

theorethische Profiling sind in einem individuellen Einzelgespräch mit jedem Schüler die in Frage

kommenden Werkstätten erarbeitet worden, in denen im Anschluss an die theorethische

Eignungsfeststellung die praktische Erprobung stattgefunden hat. Die Schüler hatten also die

Möglichkeit, sich in drei Berufsfeldern auszuprobieren.

Die Lehrer/innen waren an jedem Tag der Berufsorientierung für einige Stunden anwesend. Die

Rückmeldung ergab, dass diese mit dem Ablauf der Berufsorientierung sehr zufrieden waren und

die Maßnahme für sinnvoll und empfehlenswert halten. Die Lehrkräfte begrüßten die

Herangehensweise und die klare Grenzsetzung, zudem seien positive Veränderungen im Arbeits-

und Sozialverhalten bei den Schüler/innen erkennbar gewesen.

Die Schüler zeigten sich interessiert und waren mit Engagement bei der Sache. Positiv beurteilt

wurde auch die Aufteilung der Teilnehmer in gemischten Gruppen. Die zwei Profiling-Tage wurden

von einigen Schüler/innen als langweilig empfunden. Des Weiteren wurden die langen

Arbeitszeiten von den Schüler/innen kritisch beurteilt.

Insgesamt waren auch die Meister des BTZ mit der Berufsorientierung zufrieden. Der zweite

großer körperlicher Anstrengungen und „mädchenuntypischen“ Berufen, in den Werkstätten sehr

positiv beurteilt worden.

Die Maßnahme wird wie beschrieben in 2010 fortgesetzt.