Grafschafter Schulgeschichte

Stadtschule 

Nordhorn 1865

Volksschule 

Bakelde 1953

Burgschule

2006

Volksschule

Hestrup 1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Anne-Frank

Schule 1973

 Schulen in Nordhorn

Haupt- und Realschule Nordhorn-Süd

Antrag auf Einrichtung einer „Offenen Ganztagsschule“ an der

Haupt- und Realschule Nordhorn-Süd

Hier: Pädagogisches Konzept einer Offenen Ganztagsschule an der

HRS Nordhorn-Süd

Inhaltsverzeichnis

Situation unserer Schule .......................................................................................................

Situation der Schule und Personalorganisation .....................................................................

Mittagessen ...........................................................................................................................

Räumliche Ausstattung .........................................................................................................

Räumliche Anforderungen durch die Ganztagsschule ........................................................

Konzept zur Einbindung sozialpädagogischer Mitarbeiter/innen in die Ganztagsschule .......
Diplom-Pädagogin Jaqueline Griffin ......................................................................................

Zeitkonzept ............................................................................................................................

Angebote im Nachmittagsbereich ..........................................................................................

Entscheidungen und Beschlüsse ..........................................................................................

Situation unserer Schule

Auf Beschluss der Stadt Nordhorn entstand zum 01.02.2010 die Haupt- und Realschule

Nordhorn-Süd(vorläufiger Arbeitsname) aus der organisatorischen und pädagogischen Zu-

sammenlegung der Elisabeth Hauptschule und der Gerhart-Hauptmann-Realschule im

Nordhorner Stadtteil Blanke. Sie ist in Nordhorn zurzeit die einzige kombinierte Haupt- und

Realschule.

Nach der Zusammenlegung erfolgte der Beschluss der Schulleitung aus pädagogischen,

organisatorischen und auch baulichen Gründen, eine räumliche Konzentrierung am Standort

der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Realschule voran zu treiben. Aufgrund fehlender räum-

licher Kapazitäten werden die Gebäude der Elisabeth-Hauptschule in Teilen weiter genutzt.

Dies erschwert derzeit die organisatorische und pädagogische Arbeit. Im Moment sind die

die Jahrgänge 5 und 6 sowohl des Hauptschulzweiges als auch des Realschulzweiges kom-

plett am Standort Zamenhofstraße (ehem. Gerhart-Hauptmann-Realschule) untergebracht,

die Jahrgänge 7-10 des Schulzweiges Hauptschule sind weiterhin am Standort Friedrich-

Runge-Straße disloziert. Schon jetzt zeigen sich positive Auswirkungen bei den Schülern des

Jahrgangs 5 und 6 und auch die Kollegen empfinden die Situation als erleichternd. Immer

mehr Schwierigkeiten zeigen sich durch die Entfernungen, die zwischen beiden Standorten

vorherrschen, insbesondere bei Kollegen und Klassen die Vormittags die Standorte wech-

seln. Auch ist es aufgrund der Unübersichtlichkeit des großen Geländes schwierig, die Auf-

sicht zu gewährleisten. Als Ziel sollen alle Klassenräume der HRS Nordhorn-Süd ihren

Standort an der Zamenhofstraße haben, Fachräume, wie z.B. die Küche, ein naturwissen-

schaftlicher Fachraum und ein Technik- und Werkraum im Zwischengebäude am Sportplatz

sollen auch in Zukunft nutzbar bleiben. Für die Schüler ist die Konzentration auf einen

Standort von Vorteil, da kürzere Wege da sind, „man sich kennt“ und somit Konfliktsituatio-

nen weniger entstehen, bzw. auch einfacher gelöst werden können.

Interessant zu beobachten ist zurzeit, wie viele Schüler das Forum nutzen, dem Veranstal-

tungsort, indem im Regelfall nur Tisch-Bank-Garnituren stehen und welches wenig Aufent-

haltsqualität vermittelt. Insbesondere nach der Öffnung der Schulhöfe und der freien Beweg-

lichkeit für Schüler auf beiden Schulhöfen wird die Aula von Schülern in der ersten Stunde

genutzt, wenn diese erst zur zweiten Stunden Unterricht haben, aber auch in der sechsten

Stunde, in der die Schüler eigentlich nach Hause gehen könnten. Dieses zeigt einmal mehr

die Notwendigkeit einer Ganztagsschule und damit verbunden mit auf Ganztag ausgerichte-

ten Räumlichkeiten für diese Schüler.

Neben dem Schulzentrum Deegfeld und dem Schulzentrum Mitte handelt es sich um das

dritte schulische Zentrum in Nordhorn mit derzeit 554 Schülern in den beiden Schulzweigen.

Die hier beschäftigten 47 Lehrkräfte unterrichten 27 Klassen, 11 Klassen im Schulzweig

Hauptschule und 16 Klassen im Schulzweig Realschule. 20 Klassen(445 Schüler) sind

Standort an der Zamenhofstraße untergebracht, 7 Klassen(109 Schüler) werden am Standort

an der Friedrich Runge Straße beschult.

Die Schülerschaft stammt überwiegend aus den Nordhorner Stadtteilen Blanke und Oorde.

Im Schulzweig Realschule kommen Schüler aus dem Bereich Brandlecht–Hestrup hinzu.

Die Brandlechter Hauptschüler besuchen das Schulzentrum Mitte. Der Anteil der Fahrschüler

beträgt mit 110 Personen annähernd 20%. In unmittelbarer Nähe der Schule befinden sich 2

Bushaltestellen. Die Schulanfangs- und Endzeiten sind den öffentlichen Fahrplänen ange-

passt. Die Schule beginnt um 7.55 Uhr und endet um 13.15 Uhr.

Eine Besonderheit dieses Standortes ist die Tatsache, dass sowohl die Elisabeth-

Hauptschule als auch die Gerhart-Hauptmann-Realschule als Halbtagsschulen geführt wur-

den. Die Hauptschulen und Realschulen in Nordhorn-Mitte bzw. auf dem Deegfeld wurden

hingegen als offene Ganztagsschulen geführt. Dieses ermöglichte umfangreiche Schülerbe-

wegungen über die Schulbezirksgrenzen hinweg zu anderen Schulen. Das Wort „Ganztags-

betreuung“ auf dem Antrag über Ausnahmegenehmigung des Besuches einer Schule in ei-

nem anderen Schulbezirk reichte aus, um einen Schulwechsel zu vollziehen. Dieses führte

insbesondere an der Gerhart-Hauptmann-Realschule dazu, dass die Schülerzahlen im

Schulbezirk, der eigentlich eine gute 3-Zügigkeit zuließ, sich verringerten und dass insbe-

sondere in den letzten Einschulungsjahren immer Schülerzahlen heraus kamen, die laut

Klassenbildungserlass zwischen 2-Zügigkeit (<65 Schüler) und 3-Zügigkeit (>65 Schüler)

pendelten und so wenig Planungssicherheit zuließen. Hieraus ergibt sich dann auch

manchmal die Notwendigkeit, bereits gebildete Klassen nach zwei Jahren wieder aufzulösen

und neu zu bilden, mit all den negativen Begleiterscheinungen, die eine solche Klassenum-

bildung immer wieder mit sich bringt. Zurzeit werden über alle Jahrgänge hinweg 59 Real-

schüler und 10 Hauptschüler unseres Schulbezirkes an anderen Schulen beschult. Rechnete

man diese zu unseren hinzu, so lägen wir bei ca. 620 Schülern und hätten stabile Klassen.

Weiterhin problematisch ist die Grenze „540 Schüler“. Nach derzeit geltendem Schulrecht

habe nur Schulen mit mehr als 540 Schülern ein Anrecht auf den zweiten Konrektor. Diese

Position ist an der HRS immer in Gefahr, jedoch bei einer Schule dieser Größe unabdingbar!

In der Perspektive rechnet der Schulträger für den Schulzweig Realschule mit stabilen Schü-

lerzahlen in der Größenordnung 380-400 Schüler, am Schulzweig Hauptschule werden stetig

sinkende Schülerzahlen von zurzeit 170 in den nächsten 6 Jahren auf unter 100 Schüler

prognostiziert. Die Prognosesicherheit ist am Schulzweig Hauptschule aus Erfahrung jedoch

eher als niedrig zu bewerten, da diese Familien häufiger als andere den Wohnsitz und auch

den Schulbezirk wechseln.

Der Nordhorner Stadtteil Blanke bietet durch seine ältere Bausubstanz gerade jungen Fami-

lien jeder Nationalität und Familien mit niedrigen Einkommen, aber auch Familien die Trans-

fereinkommen nach SGB II erhalten, günstigen Wohnraum. Auch findet man hier vermehrt

alleinerziehende Eltern, die natürlich sich durch die Offenen Ganztagsschule Entlastung er-

hoffen.

In den im Stadtteil Oorde entstandenen Neubaugebieten leben in erster Linie Familien der

Mittelschicht mit ihren Kindern. Die Stadtteile Brandlecht und Hestrup sind eher ländlich ge-

prägt. Alles in allem existiert eine von Heterogenität geprägte Schülerschaft, die unterschied-

lichste Ansprüche an das Lehrpersonal stellt. Am Schulzweig Hauptschule wird die erzieheri-

sche Verantwortung für die Kinder in vielen Fällen der Schule überlassen, hier finden sich

auch viele Schüler mit Migrationshintergrund aus unterschiedlichsten Nationalitäten wieder.

Die Elternarbeit bereitet große Schwierigkeiten, da man in den Elternhäusern nicht immer

Ansprechpartner antrifft, die die deutsche Sprache beherrschen. Gerade auch vor einem

solchen Hintergrund braucht man Zeit mit Schülern, Zeit, die in der Offenen Ganztagsschule

eingeräumt werden kann und die helfen kann, die Bildungschancen der Kinder zu verbes-

sern.

Die Schulen versuchten bisher, die entsprechenden Begabungs- und Interessenprofile unter

anderem durch differenzierte Wahlpflichtangebote (Französisch / Niederländisch / Sport /

Hauswirtschaft etc.), Teilnahme an Schülerwettbewerben und Wettkämpfen, Schulpartner-

schaften und Arbeitsgemeinschaften aufzufangen. Wir glauben aber, dass das Erreichen der

der pädagogischen Globalziele Persönlichkeitsentwicklung, Anleitung zu eigenverantwortlich

geführten Leben, Stärkung der Sozialkompetenz und Anbahnung eines aktiven Freizeitver-

haltens durch die Einrichtung einer Ganztagsschule wesentlich und günstig beeinflusst wird.

 „Alltags“qualifikationen wie Tischsitten werden in der Gruppe als sinnvoll erlebt; die Teilnah-

mepflicht nach Anmeldung fördert das Durchhaltevermögen in einem nicht-zensierten Be-

reich. Die Angebotsvielfalt und die teilweise Parallelstruktur der Angebote legen die Notwen-

digkeit umfassender Vorabinformationen und begünstigen bewusste Entscheidungsgänge.

Die Angebote fördern, fordern und wecken Interesse oder stärken vorhanden Fähigkeiten.

Hier hat unsere Bedarfserhebung (s. Anlage) auch gute Ergebnisse zu Tage gefördert: Der

Wunsch nach vielfältigen zusätzlichen Sportangeboten ist ebenso deutlich, wie auch die Be-

tätigung im musisch-kulturellen Aufgabenfeld oder auch Hauswirtschaft. Dieses macht deut-

lich, dass solche Angebote hier auf fruchtbaren Boden fallen können.


Situation der Schule und Personalorganisation

An der Schule arbeiten zurzeit 47 Lehrkräfte, eine Sozialpädagogin und eine Jahresprakti-

kantin der Sozialpädagogik. Weiterhin besteht eine Zusammenarbeit mit der Anne-Frank-

Schule, Honorarkräfte arbeiten bereits jetzt als Lesepaten, in der Sprachförderung oder in

vereinzelten AG´s des Schulzweiges Hauptschule. Hier findet auch eine Hausaufgabenbe-

treuung statt, die durch die engagierte Sozialpädagogin Frau Griffin organisiert wird.

Die Unterrichtsversorgung liegt im Bereich 96%, eine Planstelle mit dem Fach Musik konnte

nicht besetzt werden. In den Hauptfächern, Naturwissenschaften und Gesellschaftswissen-

schaften können die Vorgaben der Stundentafel erfüllt werden, Mängel ergeben sich im mu-

sisch-künstlerischen Bereich, aber auch im Bereich Hauswirtschaft.

Überlegungen zur Gestaltung des Nachmittags führten zu folgenden Ergebnissen:

1. Angebote im schulfachlichen Bereich (Hausaufgabenbetreuung, Lehren und Lernen)

sollen in der Hand von Lehrkräften liegen. Die Poolstunde pro Klasse lassen zumin-

dest eine Teilverwendung in diesem Bereich zu, aber auch Stunden, die aus einer

punktuellen Überversorgung durch Fächer wie Deutsch resultieren.

2. Angebote im sozialpädagogischen Bereich werden von der der sozialpädagogischen

Fachkraft geleitet.

3. Kooperationen mit der städtischen Jugendarbeit: Auf dem Gelände ist der „Jugend-

treff Blanke“ angesiedelt. Der Leiter Dirk Weusting bekundet großes Interesse an ei-

ner Mitwirkung im Nachmittagsbereich. Hier werden demnächst Gespräche über eine

konzeptionelle Einbindung beginnen.

4. Angebote im sportlichen Bereich: Hier muss es zu Kooperationen kommen, aber

auch unter Rückgriff auf Honorarkräfte sollen hier Angebote entstehen.

5. Angebote im musisch / kulturellen / handwerklichen Bereich können auch extern ge-

leitet werden und werden durch Honorarkräfte abgedeckt werden.

6. Bestehende Arbeitsgemeinschaften werden fortgesetzt.

Mittagessen

Die Schüler der Offenen Ganztagsschule HRS Nordhorn-Süd werden eine Mittagsverpfle-

gung erhalten. Hierbei wird auf das „Know-How“ des Schulträgers und den durch den Schul-

träger gestellten Caterer zurückgegriffen werden können. Das Angebot der Stadt umfasst

Mittagessen für ca. 3 Euro, für Leistungsbezieher nach SGB II für 1 Euro. Dieses ist auch

notwendig, da die Konkurrenz durch den sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen

Verbrauchermarkt „K&K“ sowie durch einen „1-Euro-Grill“ ernst zu nehmen ist und über Er-

folg oder Misserfolg der Mittagsverpflegung mit entscheidet.

Die Stadt Nordhorn entwickelt hierbei ein Bezahlsystem, was nicht erkennen lassen soll, ob

man für ein Euro Essen kauft oder für drei Euro (Vermeidung von „Labeling“). Weiterhin ist

es wichtig, Möglichkeiten für die Kinder zu finden, die mit ungedeckten Bezahlkarten zur Es-

sensausgabe kommen und so nichts bekommen dürften.

Die räumlichen Ressourcen müssen hierfür geschaffen werden, für eine Übergangszeit wird

man auf überzählige Räumlichkeiten am Standort Friedrich-Runge-Straße zurückgreifen

müssen.

Räumliche Ausstattung

Die Räumlichkeiten der HRS Nordhorn-Süd setzen sich zusammen aus denen der ehemali-

gen HS-Elisabethschule (Standort Friedrich-Runge-Str.) und der ehemaligen Gerhart-

Hauptmann-RS (Standort Zamenhofstr.).

Unser pädagogisches Konzept sieht vor, dass alle Klassen gemeinsam am Standort

Zamenhofstr. unterrichtet werden können.

Während des Prozesses der Zusammenlegung werden die Hauptschulklassen schrittweise

in das Gebäude der ehemaligen RS überführt. Im laufenden Schuljahr sind folgende Klassen

dort zu finden: alle 16 Realschulklassen und 4 Hauptschulklassen. An diesem Standort wer-

den somit 20 Allgemeine Unterrichtsräume (AUR) genutzt. Die restlichen 2 AUR, die dieser

Standort noch zu bieten hat, werden im Moment anderweitig genutzt (siehe beigefügte Liste

des vorhandenen Schulraumes).

Im ehemaligen Hauptschulstandort haben im laufenden Schuljahr 7 Hauptschulklassen ihren

Klassenraum. Weitere AUR werden fremd genutzt durch die Vechtetal-Schule und den

Schachclub (siehe beigefügte Liste).

Beim derzeitigen Stand von 27 Klassen ist am Standort Zamenhofstr. ein Fehl von 5 AUR zu

verzeichnen. Auch die an diesem Standort vorhandenen Fachunterrichtsräume (FUR) rei-

chen bei einer Überführung aller Klassen nicht aus. Die AUR und FUR des Standortes Fried-

rich-Runge-Str. müssen also übergangsweise noch genutzt werden. Auf Grund der baulichen

Substanz ist dies nur zeitlich begrenzt möglich. Die Schaffung neuer AUR und FUR für den

erforderlichen Unterricht am Standort Zamenhofstr. ist deshalb unerlässlich.

Räumliche Anforderungen durch die Ganztagsschule

Ein Teil der Arbeitsgemeinschaften, die Hausaufgabenhilfe und der Förderunterricht können

in den Klassenräumen stattfinden, andere Arbeitsgemeinschaften in den entsprechenden

Fachräumen. Für Sportangebote stehen der Sportplatz, zwei Turnhallen und die Schwimm-

halle zu Verfügung. Die Nutzung durch Vereine müsste zeitlich verschoben werden, der

Sportplatz genügt in keinster Weise den Anforderungen für Schulsportunterricht.

Einrichtungen wie die Mensa und Räumlichkeiten für Freizeit und Aufenthalt fehlen. Als

Übergangslösung kann auf Räumlichkeiten der ehemaligen HS zurückgegriffen werden. Dies

kann aber nur vorübergehend sein, da dort die Räumlichkeiten dafür zu klein und nicht ge-

eignet sind. Außerdem entstehen Aufsichtsprobleme.

In Kürze wird sich der „Bauausschuss“ der Schule zusammensetzen, um ein Raumkonzept

für die Schule zu entwickeln.

Konzept zur Einbindung sozialpädagogischer Mitarbeiter/innen in die Ganztagsschule

Aufgrund des gesellschaftlichen Wandels ist es erforderlich, den Standort Schule nicht mehr

nur als Ort der Wissensvermittlung zu betrachten, sondern ihm zunehmend auch als Ort des

sozialen Lernens zu begegnen.

Immer mehr Kinder wachsen in Familien auf, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind und /

oder in Armut leben. Kinder leben zunehmend in Ein-Eltern-Familien oder in Patchwork-

Familien. Sie sind Gefahren wie Überforderung der Eltern, unkontrollierter Mediengebrauch,

Suchtproblematik und Gewalt in Familien und unter Gleichaltrigen ausgesetzt.

Die neuen Entwicklungen haben oft eine Überforderung der Kinder und gleichzeitig zuneh-

mend eine Vernachlässigung traditioneller Wertevermittlung und Erziehung zur Folge.

Diese wachsenden Probleme und Herausforderungen tragen Kinder auch in Schulen, so-

dass diese eine neue gesellschaftliche Rolle einnehmen müssen. Eine leistungsorientierte

Wissensvermittlung reicht nicht mehr aus. Lehrer und Lehrerinnen sehen sich mehr und

mehr mit den häuslichen und sozialen Problemen der Schülerinnen und Schüler konfrontiert,

so dass die Unterstützung durch eine Sozialpädagogin / einen Sozialpädagogen unumgäng-

lich geworden ist.

Durch die veränderten gesellschaftlichen Strukturen bekommt der Lernort Schule eine neue

Bedeutung. Hier geht es nicht mehr nur um Wissensvermittlung und Leistung, sondern auch

um die Stärkung der Persönlichkeit, die Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit wie auch um

die Steigerung des Selbstvertrauens. Schülerinnen und Schüler werden durch Förderunter-

richt und Ag’s am Nachmittag individuell unterstützt. Durch eine Ausweitung des Nachmit-

tagsbereichs bekommen Schülerinnen und Schüler vermehrt sinnvolle Angebote, die ihre

Entwicklung fördern.

Die Schulsozialpädagogik bietet zur Erlangung der o.g. Ziele verschiedene Angebote an:

 Hausaufgabenbetreuung

 Soziales Kompetenztraining (SOKO) zur Stärkung der Persönlichkeit und zum Erler-

nen des respektvollen Umgangs mit anderen Menschen

 Krisenintervention

 Schnelle Einzelfallhilfe und Beratung bei schulischen wie auch häuslichen Schwie-

rigkeiten

 Elternberatung

 Lehrerberatung

 Individuelle Begleitung im schulischen und beruflichen Werdegang

 Gewaltprävention

 Programm zum Umgang in Gewalt- und Konfliktsituationen in Zusammenarbeit mit

dem katholischen Jugendbüro

 Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff „Blanke“

 Lesehilfe zur individuellen Leseförderung

Dazu gehört die Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen wie Institutionen zur berufli-

chen Orientierung, Beratungsstellen, die Polizei, andere Schulen und Schulformen und die

Zusammenarbeit mit Vereinen, kirchlichen Einrichtungen, Beratungsstellen, Jugendämtern,

Kinder- und Jugendpsychologen, Ärzten und Psychiatern.

Zurzeit finden die o.g. Angebote vormittags und z.T. auch nachmittags für die Schüler des

Hauptschulzweiges statt. Um diesen Bereich der Sozialpädagogik ausweiten zu können

(insbesondere auch für die Schülerinnen und Schüler des Realschulzweiges), ist die Auswei-

tung in den Nachmittag im System Ganztagsschule und die Einstellung einer weiteren sozi-

alpädagogischen Fachkraft notwendig.

Diplom-Pädagogin Jaqueline Griffin

Zeitkonzept

Stunde  Uhrzeit  Inhalt  Tage

1. 07:55 - 08:40 Pflichtunterricht Mo.-Fr.

2. 08:45 - 09:30 Pflichtunterricht Mo.-Fr.

Große Pause

3. 09:50 - 10:35 Pflichtunterricht Mo.-Fr.

4. 10:40 - 11:25 Pflichtunterricht Mo.-Fr.

Große Pause

5. 11:40 - 12:25 Pflichtunterricht Mo.-Fr.

6. 12:30 - 13:15 Pflichtunterricht Mo.-Fr.

    Mittagspause

7. 14:00 - 14:45 Hausaufgabenhilfe / Förderunterricht / Vorbereitungskurse für Oberstufe

    Mo.-Do.

8. 14:45 - 15:30 Pädagogische ausgerichtete Freizeitangebote im Rahmen der Ganztagsschule

Mo.-Do.

9. 15:30 - 16:15 Pädagogische ausgerichtete Freizeitangebote im Rahmen der Ganztagsschule

Mo.-Do.

Angebote im Nachmittagsbereich

Aufgrund der Antragstellung nach §8.2. des NSchG muss ein Angebot vorgehalten werden,

bei dem Honorarkräfte die Gestaltung mit übernehmen. Die Aufgabe, Honorarkräfte zu ge-

winnen, steht jetzt, nachdem die Entscheidung gefallen ist, an und wird vorangetrieben wer-

den.

Angebote in der 7. Stunde:

 Hausaufgabenhilfe im Hauptschulzweig (Griffin, Lukas, Langele, zurzeit vorhanden),

Ausweitung auf Realschule

Arbeitsgemeinschaften im weiteren Nachmittagsbereich: 8. + 9. Stunde:

Diese AGs werden momentan nur von Honorarkräften im Hauptschulbereich durchgeführt!

 Sport – AG (Karkoszka, Student)

 Türkisch (Kampolat)

 Portugiesisch (Da Silva)

 Boxen (Blömker)

 Benimmkurs (Lange)

Angebote für Arbeitsgemeinschaften durch Lehrkräfte in der 8. + 9. Stunde:

Dabei handelt es sich um geplante AGs.

 Fußball – AG, Jungen (Rosen)

 Schulband (Kemper)

 Badminton (Kähler, G.)

 Basketball, Mädchen (Böttick)

 Afrikanisches Trommeln (Kumlehn)

 Biogarten (Dembeck)

 Mofa – AG (Schelling)

Ferner sollen auswärtige Honorarkräfte für die 8. + 9. Stunde gewonnen werden.

 Streitschlichterausbildung (Wilde)

 Hauswirtschaft (durch die Landfrauen: „Meisterinen im Bereich der

landwirtschaftlichen Hauswirtschaft“)

 Einrichtung eines offenen Treffs (Weusting)

 Ruder – AG (Vermittlung durch Böttick)

 Reit – AG (Vermittlung durch Scholten)


Entscheidungen und Beschlüsse

1.9.2010 Beschluss des Schulvorstandes:

 Durchführung einer Bedarfserhebung zum Thema „Ganztag“

 Gründung der Arbeitsgruppe Ganztag „AGGata“

5.10.2010 Beschluss des Schulvorstandes über einen Zeitplan zur Ganztagsschule

1.11.2010 Informationsveranstaltung für die Schülervertretung

4.11.2010 Gesamtelternversammlung mit Referenten aus verschiedenen Ganztagsschulen in

Nordhorn und Neuenhaus

11.11.2010 Schulelternrat:

Beschluss über die Einführung der Offenen Ganztagsschule zum 1.08.2011

Von 21 anwesenden Elternvertreter (bei 27 Klassen) stimmen 20 mit Ja, 1 Enthaltung

15.11.2010 Schülervertretung:

Beschluss über die Einführung der Offenen Ganztagsschule zum 1.08.2011

Von 22 anwesenden Schülervertretern stimmen 16 mit Ja, 4 mit Nein, 2 Ent-

haltungen.

18.11.2010 Gesamtkonferenz:

Beschluss über die Einführung der Offenen Ganztagsschule zum 1.08.2011:

40 Ja, 14 Nein, 4 Enthaltungen

23.11.2010 Beschluss des Schulvorstandes über die Einführung der Offenen Ganztags-

schule zum 1.08.2011

Am 26.10.2010 wird das neue schulpolitische Konzept „Oberschule“ der niedersächsischen

Landesregierung vorgestellt. Die Oberschule soll nach ersten Ankündigungen ein teilgebun-

den Ganztagsschule werden, die von Beginn an mit Lehrerstunden für den Nachmittag ver-

sorgt werden soll. Dieses Konzept bestimmt mit die Diskussionen über die Einführung der

Offenen Ganztagsschule. Im Ergebnis steht die Schule steht dem Konzept „Oberschule“ of-

fen gegenüber, will aber vor einer möglichen Einführung erst die genauen Rahmenbedin-

gungen kennen und diskutieren.

Beschluss:

Die Gesamtkonferenz stimmt der Errichtung einer Offenen Ganztagsschule an der HRS

Nordhorn-Süd zum 1.08.2011 zu.

Die Ganztagsschule wird nach Nr. 8.2 des Erlasses „Die Arbeit in der öffentlichen Ganztags-

schule“ vom 16.03.2004 als Offene Ganztagsschule geführt.