Grafschafter Schulgeschichte

Stadtschule 

Nordhorn 1865

Volksschule 

Bakelde 1953

Burgschule

2006

Volksschule

Hestrup 1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Anne-Frank

Schule 1973

 Schulen in Nordhorn

Internationale Musikschule in Nordhorn

Das geplante Projekt „Internationale Musikschule“ in Nordhorn, dessen Entwicklung im Jahre 2006 von den Räten der Gemeinde Dinkelland und Nordhorn beschlossen wurde, nimmt langsam konkrete Formen an. Als Standort ist gegenwärtig die alte, leer stehende Frensdorfer Hauptschule im Gespräch. Denkbar ist mittlerweile auch, dass Nordhorn mit dem Projekt zu einem Musikhochschulstandort werden könnte.

Zur Vorgeschichte
In der gemeinsamen Ratssitzung der Gemeinde Dinkelland und der Stadt Nordhorn haben am 18. Mai 2006 beide Räte einstimmig beschlossen: „Es wird beabsichtigt, eine grenzüberschreitende Musikschule zu gründen.“
Daraufhin war die Firma „Bestuur Management Consultants“ aus Amersfoort beauftragt worden, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Sie wurde Mitte 2008 vorgelegt und attestierte dem ehrgeizigen Bildungsprojekt Aussicht auf Umsetzung und Erfolg. Anfang 2009 erhielt schließlich Thomas Prager als neuer Leiter der Musikschule Nordhorn von der Stadtverwaltung den Projektauftrag zur „Internationalen Musikschule – Hochschulstandort Nordhorn“ am Platz der alten Frensdorfer Schule. In seinem Konzept hat Prager bereits einen breiten Katalog konkreter Maßnahmen zur Umsetzung des Projektauftrages eingeleitet, die er dem Nordhorner Kulturausschuss vorstellte.
Wie Prager zum Organisations- und Entwicklungsprozess des Projektauftrages berichtet, sind „strategische Allianzen und Kontakte mit dem Ziel der Vernetzung von Fachinstitutionen“ auf mehreren Ebenen hergestellt worden. Bei all den Gesprächen ging es neben den vielen organisatorischen und musikschulpädagogischen Fragen unter anderem auch um Einrichtung und Anerkennung einer Hochschulausbildung oder die Klärung juristischer Aspekte. So wären nach den Worten Pragers für ein derartiges Projekt etwa Kooperationsverträge in Form von bilateralen Abkommen ebenso notwendig wie die Entwicklung der Schule als eigenständige Rechtsperson in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft.
International und in den Niederlanden hatte Prager in jüngster Zeit Kontakte mit der Europäischen Musikschulunion Utrecht, der Euregio, der Kunstconnectie Utrecht, der Musikschule und der Gemeinde Dinkelland sowie dem „ArtEZ“ (Conservatorium Arnhem – Enschede – Zwolle) aufgenommen und konnte von Erfolg versprechenden Gesprächen berichten. Auf deutscher Seite stellte er das Projekt dem Verband deutscher Musikschulen in Bonn und dem Landesverband der Musikschulen Niedersachsens in Hannover vor. Zudem ist Prager bereits mit der Fachhochschule Osnabrück in Kontakt, wo man Unterstützung für das „spannende Projekt“ signalisiert haben soll.

„Nordhorn könnte durchaus ein Hochschulstandort für Musik werden“, stellte Prager in Aussicht. Als Brücke zwischen Deutschland und den Niederlanden sei die Grafschafter Kreisstadt ein hervorragender Standort. Auch die alte Frensdorfer Schule biete dazu ausreichend räumliche Möglichkeiten. Das habe ein von der Nordhorner Musikschule erstellter Raum- und Funktionsplan ergeben. Zum Musikschulangebot versicherte Prager: „Wir können die Internationale Musikschule auch inhaltlich mit Leben füllen.“
Erst im vergangenen März wurde gemeinsam mit den beteiligten Lehrkräften der kooperierenden Musikschule in Dinkelland ein Leitbild für beide Musikschulen verabschiedet, das laut Prager auch für die zu gründende Internationale Musikschule Bestand hätte. Darin heißt es: „Die Internationale Musikschule hat den öffentlichen Auftrag, sich für das grenzüberschreitende, deutsch-niederländische Gemeinwohl im musisch-kulturellen Bildungsbereich durch die Erteilung von qualifiziertem Musikunterricht zu engagieren. Die Aufgaben der bisherigen Musikschulen bilden die Rahmenbedingungen der Internationalen Musikschule und werden nach der Zertifizierung der Kunstfactuur Nederland und den Richtlinien und Bestimmungen des Verbandes deutscher Musikschulen wahrgenommen. Die Weiterentwicklung der musisch-kulturellen Bildung zwischen den deutschen und niederländischen Klienteln wird durch die Pflege im interkulturellen Miteinander durch die Internationale Musikschule gefördert.“

Die Internationale Musikschule versteht sich nach dem verabschiedeten Leitbild als eine „in der Musikpädagogik operativ und konzeptionell arbeitende Einrichtung, die musisch-kulturelle Bildung in der Breite und Spitze der Region Dinkelland und Nordhorn betreibt“. In der angewendeten Kultur der deutschen und niederländischen Partner verfolgt das Leitbild der Internationalen Musikschule das Ziel, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie Kooperationspartnern den Zugang zur „grenzenlosen Musik“ zu eröffnen und zu ermöglichen.
„Bislang haben wir für das Projekt nur positive Stellungnahmen bekommen“, ergänzte im Ausschuss Fachbereichsleiterin Cornelia Baumann. Überall habe man Unterstützung zugesagt – und die Gemeinde Dinkelland sei nach wie vor am Ball: „Es wäre ein Vorzeigeobjekte des Musiklandes Niedersachsens.“ (GN, 13.5.2009)