Internationale
Musikschule in Nordhorn
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Das geplante Projekt „Internationale
Musikschule“ in Nordhorn, dessen
Entwicklung im Jahre 2006 von den Räten der Gemeinde Dinkelland
und
Nordhorn beschlossen wurde, nimmt langsam konkrete Formen an. Als
Standort ist gegenwärtig die alte, leer stehende Frensdorfer
Hauptschule im Gespräch. Denkbar ist mittlerweile auch, dass
Nordhorn
mit dem Projekt zu einem Musikhochschulstandort werden könnte.
Zur Vorgeschichte
In der
gemeinsamen Ratssitzung der Gemeinde Dinkelland und der Stadt Nordhorn
haben am 18. Mai 2006 beide Räte einstimmig beschlossen: „Es wird
beabsichtigt, eine grenzüberschreitende Musikschule zu
gründen.“
Daraufhin war die Firma „Bestuur Management Consultants“ aus Amersfoort
beauftragt worden, eine Machbarkeitsstudie
zu erstellen. Sie wurde
Mitte 2008 vorgelegt und attestierte dem ehrgeizigen Bildungsprojekt
Aussicht auf Umsetzung und Erfolg. Anfang 2009 erhielt
schließlich
Thomas Prager
als neuer Leiter der Musikschule Nordhorn von der
Stadtverwaltung den Projektauftrag zur „Internationalen
Musikschule –
Hochschulstandort Nordhorn“ am Platz der alten Frensdorfer
Schule. In
seinem Konzept hat Prager bereits einen breiten Katalog konkreter
Maßnahmen zur Umsetzung des Projektauftrages eingeleitet, die er
dem
Nordhorner Kulturausschuss vorstellte.
Wie Prager zum
Organisations- und Entwicklungsprozess des
Projektauftrages berichtet, sind „strategische Allianzen und Kontakte
mit dem Ziel der Vernetzung von Fachinstitutionen“ auf mehreren Ebenen
hergestellt worden. Bei all den Gesprächen ging es neben den
vielen
organisatorischen und musikschulpädagogischen Fragen unter anderem
auch
um Einrichtung und Anerkennung einer Hochschulausbildung oder die
Klärung juristischer Aspekte. So wären nach den Worten
Pragers für ein
derartiges Projekt etwa Kooperationsverträge in Form von
bilateralen
Abkommen ebenso notwendig wie die Entwicklung der Schule als
eigenständige Rechtsperson in öffentlich-rechtlicher
Trägerschaft.
International und in den Niederlanden hatte Prager in jüngster
Zeit
Kontakte mit der Europäischen Musikschulunion Utrecht, der
Euregio, der
Kunstconnectie Utrecht, der Musikschule und der Gemeinde Dinkelland
sowie dem „ArtEZ“ (Conservatorium Arnhem – Enschede – Zwolle)
aufgenommen und konnte von Erfolg versprechenden Gesprächen
berichten.
Auf deutscher Seite stellte er das Projekt dem Verband deutscher
Musikschulen in Bonn und dem Landesverband der Musikschulen
Niedersachsens in Hannover vor. Zudem ist Prager bereits mit der
Fachhochschule Osnabrück in Kontakt, wo man Unterstützung
für das
„spannende Projekt“ signalisiert haben soll.
„Nordhorn könnte durchaus ein Hochschulstandort für Musik
werden“,
stellte Prager in
Aussicht. Als Brücke zwischen Deutschland und den
Niederlanden sei die Grafschafter Kreisstadt ein hervorragender
Standort. Auch die alte Frensdorfer
Schule biete dazu ausreichend
räumliche Möglichkeiten. Das habe ein von der Nordhorner
Musikschule
erstellter Raum- und Funktionsplan ergeben. Zum Musikschulangebot
versicherte Prager:
„Wir können die Internationale Musikschule auch
inhaltlich mit Leben füllen.“
Erst im vergangenen März wurde gemeinsam mit den beteiligten
Lehrkräften der kooperierenden Musikschule in Dinkelland ein Leitbild
für beide Musikschulen verabschiedet, das laut Prager auch für die zu
gründende Internationale Musikschule Bestand hätte. Darin
heißt es:
„Die Internationale Musikschule hat den öffentlichen Auftrag, sich
für
das grenzüberschreitende, deutsch-niederländische Gemeinwohl
im
musisch-kulturellen Bildungsbereich durch die Erteilung von
qualifiziertem Musikunterricht zu engagieren. Die Aufgaben der
bisherigen Musikschulen bilden die Rahmenbedingungen der
Internationalen Musikschule und werden nach der Zertifizierung der
Kunstfactuur Nederland und den Richtlinien und Bestimmungen des
Verbandes deutscher Musikschulen wahrgenommen. Die Weiterentwicklung
der musisch-kulturellen Bildung zwischen den deutschen und
niederländischen Klienteln wird durch die Pflege im
interkulturellen
Miteinander durch die Internationale Musikschule gefördert.“
Die Internationale Musikschule versteht sich nach dem verabschiedeten
Leitbild als eine „in der Musikpädagogik operativ und
konzeptionell
arbeitende Einrichtung, die musisch-kulturelle Bildung in der Breite
und Spitze der Region Dinkelland und Nordhorn betreibt“. In der
angewendeten Kultur der deutschen und niederländischen Partner
verfolgt
das Leitbild der Internationalen Musikschule das Ziel, Kindern,
Jugendlichen und Erwachsenen sowie Kooperationspartnern den Zugang zur
„grenzenlosen Musik“ zu eröffnen und zu ermöglichen.
„Bislang haben wir für das Projekt nur positive Stellungnahmen
bekommen“, ergänzte im Ausschuss Fachbereichsleiterin Cornelia
Baumann.
Überall habe man Unterstützung zugesagt – und die Gemeinde
Dinkelland
sei nach wie vor am Ball: „Es wäre ein Vorzeigeobjekte des
Musiklandes
Niedersachsens.“ (GN, 13.5.2009)
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