Grafschafter Schulgeschichte

Stadtschule 

Nordhorn 1865

Volksschule 

Bakelde 1953

Burgschule

2006

Volksschule

Hestrup 1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Anne-Frank

Schule 1973

 Zur Entwicklung des Schulwesens in Nordhorn

Der  Montessori-Schulzweig in Nordhorn

Auf Beschluss des Rates der Stadt Nordhorn wurde am 1. August 2003 an der Pestalozzischule ein Montessori-Schulzweig eingerichtet. In diesem Bericht wird auf die Inhalte des Unterrichts nach den Regeln der Montessori-Pädagogik, die Errichtung des Schulzweiges und seine weitere Entwicklung eingegangen.

Wer war Maria Montessori?
"Maria Montessori (1870 bis 1952) war Ärztin und Pädagogin. Sie entwarf ihr Konzept von der Entwicklung und Erziehung des Kindes Ende des 19. Jahrhunderts. In Deutschland fanden ihre Gedanken erst nach dem Zweiten Weltkrieg größere Beachtung. In den letzten Jahren erlebt ihre Pädagogik jedoch einen rasanten Aufschwung. Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Eltern und Lehrer über die mangelnde Konzentrationsfähigkeit ihrer Kinder klagen, erleben Montessoris pädagogische Ansätze eine neue Blütezeit.
Bereits als junge Frau erregte Maria Montessori beträchtliches Aufsehen, weil sie als erste Frau Italiens ein Medizinstudium aufnahm und trotz vielfältiger Widerstände auch durchhielt. 1896 schloss sie mit einem glänzenden Examen ab. Als Ärztin beschäftigte sie sich zunächst mit der Erziehung geistig behinderter Kinder. Dabei entwickelte sie neuartige pädagogische Ansätze und Materialien. Ab 1907 entwickelte sie diese Ideen und Materialien in einem Kinderhaus für normal begabte, gesunde Kinder zu einem umfassenden, kindgerechten Lehr- und Lernsystem weiter. 1909 erschien ihr erstes Buch "Il Meetodo", das sofort in 20 Sprachen übersetzt wurde. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten Montessoris Ideen weltweite Beachtung" (zitiert nach den Grafschafter Nachrichten vom 15. Juni 2002; siehe auch im Internet in der Sammlung Wikipedia unter: Maria Montessori ).

Unterricht nach den Regeln von Maria Montessori
Zur Darstellung des Unterrichts nach den Regeln von Maria Montessori wird ein Bericht aus den Grafschafter Nachrichten vom 15. Juni 2002 von Rolf Masselink über den Unterricht in einer Grundschule in Meppen, die nach Montessori unterrichtet, übernommen.

"Sie kennen weder Fibel noch Pausenklingel. Es gibt weder Jahrgangsklassen noch starre Lernpläne. An der Maria-Montessori-Grundschule in Meppen erleben über 180 Kinder einen Schulalltag der besonderen Art. Die Meppener Grundschule ist die einzige in der Region, die komplett nach den pädagogischen Grundsätzen von Maria Montessori geführt wird.

Wer morgens um Viertel vor Acht die hellen, lichtdurchfluteten Räume der Maria-Montessori-Grundschule in Meppen betritt, sieht auf den ersten Blick: Das hier ist keine normale Grundschule. Keine tobenden Kinder, kein wildes Geschrei, keine auf die letzte Minute in die Klasse hetzenden Schüler. Stattdessen: Ruhe - Kinder, die in aller Ruhe auf dem Flur in bequeme Hausschuhe schlüpfen, ihre Straßenschuhe unaufgefordert in ein Regal stellen und in ihre Stammgruppe (so heißen hier die Klassenräume) gehen. Auch in den Klassen gibt es weder Lärm noch Hektik. Jedes ankommende Kind sucht sich gleich aus einem prallgefüllten Regal gezielt Arbeitsmaterial heraus und beginnt - ganz ohne Aufforderung oder Anleitung - mit einer spielerischen Lernarbeit. Der Klassenraum füllt sich mit Kindern unterschiedlicher Altersstufen. Irgendwann sind 27 Kinder der Jahrgangsstufen eins, zwei und vier in dem Raum vereint, jedes beschäftigt sich konzentriert mit einer selbst gestellten Aufgabe.

Da kniet eine Achtjährige vor einem Teppich, auf dem sie scheinbar allerlei Spielzeug ausgebreitet hat: eine Plastikbanane, eine Kerze, eine Vogelattrappe, einen Stift und vieles mehr. Davor legt sie jeweils eine Symbolkarte. und darunter kleine Kärtchen mit den Wörtern, die den jeweiligen Gegenstand benennen: Lesen und Schreiben lernen auf kindgerechte Art. Vor einem anderen Teppich knien zwei Jungen, die mit Perlenkettchen, Würfeln und Ziffernkärtchen gewaltige Rechenaufgaben lösen.

Lehrerin und Schulleiterin Regina Sandhaus und zwei "Elternhelferinnen" assistieren den Kindern, helfen ihnen bei ihren Tätigkeiten. Hat denn der Unterricht schon begonnen? Hat ein Klingelzeichen das Signal für die erste Stunde gegeben? Hat die Lehrerin den Kindern gesagt, was sie lernen sollen?

"Bei uns steht nicht der Lehrer im Mittelpunkt, sondern die Interessen und Fähigkeiten der Kinder", sagt Regina Sandhaus. In der Montessori-Pädagogik geht es eben nicht um "direktive Erziehung", um die Wissensvermittlung durch "Frontalunterricht", sondern um soziales Lernen, um Selbstständigkeit und Selbstbestimmung.

Deshalb sucht man an der Meppener Schule den typischen 45-Minuten-Rhythmus einer deutschen Schule vergeblich. Die Kinder kommen morgens kurz vor acht zur Schule und beginnen in eigener Regie mit der sogenannten "Freiarbeit" - einer der zentralen Lernarbeit der Montessori-Pädagogik. Aus einer Fülle unterschiedlicher, aber sehr anschaulicher Unterrichtsmaterialien können die Kinder  sich selbst diejenigen heraussuchen, mit denen sie ihre Lernaufgaben am besten lösen können. "Freiarbeit heißt nicht, dass jeder machen kann, was er will", tritt Sandhaus einem weit verbreiteten Vorurteil entgegen. Freiarbeit sei  vielmehr das Angebot an die Kinder, so zu lernen, wie es ihren individuellen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. eine so individuelle Anpassung der Aufgabenstellung an den Leistungsstand jedes einzelnen Schülers könnte im normalen Klassenunterricht nie erreicht werden.

Die Ergebnisse sind beeindruckend: da rechnen Drittklässler mit Hunderttausender-Summen, Viertklässler erarbeiten sich ganz allein die Grundlagen der Bruchrechnung. "Manche lernen sogar bei uns bereits das Wurzelziehen und Quadrieren, obwohl das noch gar nicht zum Stoff der Grundschule gehört", meint Regina Sandhaus.

In anderen Fächern führen natürliche Neugier, Wissensdurst und Spieltrieb der Kinder ebenfalls zu erstaunlichen Lernerfolgen. Da helfen bunte Plastik-Dinosaurier, kindgerechte Lernbücher und eine "Zeitmaschine" mit einem langen bunten Wollfaden schon Achtjährigen, die Entstehung der Erde und des Lebens zu begreifen. Im Deutschunterricht ersetzen "Buchstabenkästen" und "Lesedosen" die traditionelle Fibel. Und dass in einer Grundschule das Thema Krieg und Frieden anhand von Picasso-Bildern diskutiert wird, ist wohl auch nicht alltäglich.

Um 9.30 Uhr heißt es in allen Stammgruppen: gemeinsames Frühstück. Danach gibt´s die große und einzige Pause. Um 10.15 Uhr beginnt dann Unterricht in Fachfächern. Auch dabei gilt: jedes Kind lernt nach seinem eigenen Plan. Dabei zahlt sich ein weiterer Kernpunkt der Montessori-Pädagogik aus: die jahrgangsgemischten Klassen. "Diese Jahrgangsmischung war uns besonders wichtig", sagt Regina Sandhaus. "Da kann jedes Kind mal das kleine sein, das sich von den größeren helfen lässt, und mal das große, das andern hilft und dabei Verantwortung übernimmt". Beides tun die Kinder gern.

Nach welchen Vorgaben lernen die Kinder nun? Jedes Kind hat seinen eigenen Plan. Ein selbstgemachtes Mathebuch und ein Rechtschreibbuch geben den Stoff vor. Wie es erarbeitet wird, bestimmt jedes Kind für sich. Zensuren gibt es dabei übrigens nicht. Wohl aber wird mit individuellen Tests geprüft, ob ein Kind ein bestimmtes Lernziel erreicht hat oder nicht.

Erst nach der vierten Klasse erhalten die Meppener Montessori-Schüler ein klassisches Zeugnis mit fachbezogenen Noten. Das ist ein Zugeständnis an den Willen der Eltern und soll den Kindern den Wechsel an andere Schulen erleichtern. Denn: "Ohne die Einbeziehung der Eltern läuft bei uns gar nichts", weiß Regina Sandhaus.

Vor fünf Jahren nahm die Meppener Montessori-Schule ihren Unterrichtsbetrieb auf. Aufgrund höherer Schülerzahlen war ein Schulneubau erforderlich geworden. Zunächst war aber nicht vorgesehen, die neue Schule als Montessori-Schule zu nutzen. Aber Bezirksregierung und Stadt Meppen unterstützten die Bemühungen von Regina Sandhaus, mit der neuen Schule endlich eine Montessori-Schule einzurichten. "Ich hatte damals nach zehn Jahren Schulpraxis eigentlich aufhören wollen, weil ich dachte: du wirst im normalen Schulsystem den Kindern nicht gerecht", erinnert sich die engagierte Schulleiterin. Sie ist überzeugt, dass der normale Alltag an deutschen Schulen "die Unterschiedlichkeit der Kinder nicht abbaut, sondern sie verfestigt". Also kämpfte sie auf allen Ebenen für eine Montessori-Schule.

Nach fünf Jahren gibt der Erfolg ihr recht: die ersten Montessori-Grundschüler sind in die Orientierungsstufe und auf weiterführende Schulen gewechselt. Dort haben sie gegenüber Kindern aus normalen Grundschulen keine Nachteile.

Inzwischen gibt es immer mehr Lehrer, die sich für die Montessori-Pädagogik stark machen. Das Lingener Ludwig-Windhorst-Haus bietet seit kurzem entsprechende Weiterbildungskurse an. Auch in der Grafschaft haben erste Pädagogen dort ihr Montessori-Diplom erworben, weitere sind gerade dabei. Zwar kostet diese Weiterbildung viel Geld und schafft weder zusätzliche Einkommensmöglichkeiten noch bessere Beförderungs-Chancen. Aber diese Pädagogen sehen die Ideen von Maria Montessori als Weg, Kindern zu "helfen, es selbst zu tun".

Ausführliche Informationen zur Montessori-Pädagogik finden Sie im Internet in der Sammlung Wikipedia unter der Adresse: Montessoripädagogik.

Die Errichtung des Montessori-Schulzweiges in Nordhorn
2002 - Im März 2002 gründet sich eine Montessori-Initiative als Verein. Hervorgegangen ist sie aus einer Gruppe von Eltern und Lehrerinnen, die sich Gedanken über Alternativen zum bestehenden Nordhorner Schulangebot machten. Zusammen mit der Grundschullehrerin des Schulkindergartens bei der Waldschule, Rita Ruelmann, die eine Zusatzausbildung in der Montessori-Pädagogik absolviert hat, wird ein erstes Informationstreffen organisiert. In einem Informationsblatt heißt es, dass sich der Verein "bessere  Entwicklungsmöglichkeiten für die Schüler mit all ihren Stärken und Schwächen" erhofft (GN, 15.3.2002). An einer Informationsveranstaltung, bei der Dr. Reinhard Fischer von der Universität Münster die Grundzüge der Montessori-Pädagogik erläutert, nehmen 150 interessierte Besucher teil. Die CDU unterstützt die Eltern-Initiative. Bürgermeister Hüsemann sagt zu, die Voraussetzungen für die Einrichtung eines Montessori-Zweiges zu prüfen (GN, 16.5., 11.6. und 22.6.2002).

Im September 2002 beantragt die Initiative offiziell bei der Stadt Nordhorn, mit Beginn des Schuljahres 2003/04 einen Montissori-Schulzweig an einer bestehenden Grundschule einzurichten. Langfristiges Ziel sei aber der Aufbau einer eigenständigen Montessori-Schule. Auch um einen Montessori-Kindergarten will sich die Initiative bemühen (GN, 26.9.2002). Die SPD-Ratsfraktion setzt sich ebenfalls für die Einrichtung eines Montessori-Schulzweiges ein (GN, 6.11.2002). Bei einer Befragung in den Kindergärten der Stadt geben knapp 5 % der Eltern an, dass sie ihr Kind in eine Montessori-Schule schicken würden. Einstimmig votieren die Mitglieder des Schulausschusses in zwei Sitzungen und der Rat der Stadt für die Einrichtung des Schulzweiges in der Pestalozzischule, wo ein Teil des Kollegiums der Schule bereits über eine spezielle Ausbildung verfügt. Dort soll am 1. August 2003 ein einzügiger Montessori-Zweig, beginnend mit je einer Klasse 1 und 2 jahrgangsübergreifend eingerichtet werden. Da es sich um ein schulisches Angebot handelt, gelten für diesen Zweig keine Schulbezirksgrenzen. Er steht jedem Schüler der Klassen 1 und 2 in Nordhorn offen (GN, 27.11. und 11.12.2002, 8.2.2003).

2003 - Für den neuen Zweig melden sich 21 Erstklässler und 6 Zweitklässler an. Da die Zahl der Zweitklässler für die Bildung einer Klasse nicht ausreicht, müssen diese an der bisherigen Schule bleiben. Um dennoch einen jahrgangsübergreifenden Unterricht, wie dies die Montessori-Pädagogik vorsieht, zu erreichen, plant die Pestalozzischule ein neues Modell. Danach werden eine dritte und eine vierte Schulklasse der bestehenden Grundschule mit in den neuen Schulzweig einbezogen. In ihnen unterrichten schon zwei Lehrerinnen mit der Zusatzausbildung. Danach gibt es im neuen Schuljahr drei altersgemischte Gruppen, jeweils zusammengesetzt etwa zu einem Drittel aus Erstklässlern (7 Kinder) sowie Schülern der 3. und 4. Jahrgangsstufe.

Der Schulleiter Hoymann und die Elterninitiative beklagen, dass der fehlende zusätzliche Klassenraum noch nicht eingerichtet ist und vor allem, dass die Stadt Nordhorn nicht die Anschubfinanzierung für zwei Klassen (jeweils 7.000 € für die Beschaffung von Lernmaterialien), sondern lediglich für eine Klasse bereitstellen will. Die Politik habe keine finanzielle Besserstellung des Montessori-Schulzweiges im Vergleich zu anderen Schulen gewollt. Auch habe die Montessori-Initiative zugesagt, dass die Eltern die Kosten für die Schülerbeförderung selbst zahlen wollen (GN, 27.6.2003).

Die weitere Entwicklung des Montessori-Schulzweiges
2004 - Nachdem die rot-grüne Ratsmehrheit den Grundsatzbeschluss zur Einrichtung des 3. Schulzentrums im Innenstadtbereich mit dem Neubau der Frensdorfer Schule bei der Freiherr-vom-Stein-Realschule gefasst hat, sieht sie die Notwendigkeit, weitere Bereiche der Nordhorner Schullandschaft neu zu ordnen. Dabei steht die Entwicklung des Montessori-Schulzweiges ganz oben auf der Prioritätenliste. Nach Auffassung der Ratsmehrheit kann der bestehende Schulzweig nur eine Übergangslösung sein. Langfristiges Ziel müsse sein, eine eigenständige Montessori-Grundschule in Nordhorn einzurichten, zumal immer mehr Eltern diese alternative Schulform wünschen. Auf Dauer müsse sie an einem zentralen Standort in Nordhorn angesiedelt sein. Dazu biete sich das alte Gebäude der Frensdorfer Schule an, die nach Umzug in das neue Schulgebäude am Ootmarsumer Weg geräumt wird. Da ab Schuljahr 2005/06 33 Schüler erwartet werden, müsse die Montessori-Schule zweizügig sein (GN, 11/2004). Im Haushalt sollen dafür 5.000 € an Planungsmitteln bereitgestellt werden. Dagegen spricht sich jedoch die CDU-Fraktion aus. Grundsätzliche Kritik übt auch die Junge Union, da im alten Gebäude der Frensdorfer Schule teure Umbaumaßnahmen erforderlich wären. Außerdem sei zu berücksichtigen, dass die Zahl der Schulanmeldungen von derzeit 580 pro Jahrgang auf 490 im Jahr 2008 absinken werde, so dass sich eine neue Grundschule erübrige (GN, 10.12.2004).

2005 - Zum Schuljahrsbeginn 2005/06 muss eine weitere Montessori-Klasse eingerichtet werden. Im Vorfeld einer Schulausschusssitzung am 11.7.2005 finden diverse Gespräche zwischen Schulträger und der Landesschulbehörde sowie zwischen Schulträger und der Gesamtkonferenz der Pestalozzischule statt. Zu diesen Gesprächen wird in der Vorlage zur Schulausschusssitzung ausgeführt: " - Eine Montessorischule oder ein Montessorizweig ist keine Angebotsschule. Vielmehr handelt es sich hierbei um ein Schulprogramm, nach dem eine Schule unterrichtet. Generell kann eine Schule nicht zwei Schulprogramme anbieten (Regelschule und Montessori-Zweig). Da es jedoch mehrere  Schulen in Niedersachsen gibt, die zwei Schulprogramme an einer Schule vereinen, toleriert die Landesschulbehörde die Vorgehensweise an der Grundschule Pestalozzi.
- Wie ausgeführt handelt es sich nicht um eine Angebotsschule. Somit gelten auch für den Montessorizweig die Schulbezirksgrenzen. Derzeit gehören 13 SchülerInnen des Montessorizweiges nicht dem zugehörenden Schulbezirk Nord an. Streng genommen dürften diese 13 SchülerInnen den Montesorizweig nicht besuchen. Da es jedoch bisher bezüglich der Klassenbildung und Raumkapazitäten keine Probleme gab, kann diese Regelung, so die Landesschulbehörde, toleriert werden. Die Landesschulbehörde differenziert bei der Klassenbildung nicht zwischen Montessori- und RegelschülerInnen. So würde die Landesschulbehörde z.B. bei 12 Anmeldungen für Montessori und 12 für die Regelschule dennoch nur eine Klasse bilden, da die Obergrenze von 28 SchülerInnen nicht überschritten ist. Auf diese Regelung hat der Schulträger keinen Einfluss.
Sollte es jedoch zu irgendeinem Zeitpunkt zu dem Fall kommen, dass durch einen Montessorischüler aus einem nichtzugehörenden Schulbezirk die Höchstgrenze überschritten wird, müsste dieser, so die Landesschulbehörde, die für ihn zuständige Schule besuchen. Um diesem eventuellen Problem entgegenzuwirken, gibt es die Lösung, dass möglichst viele Schulen in Nordhorn - also aus unterschiedlichen Schulbezirken - die Montessoripädagogik in ihr Schulprogramm aufnehmen. Die bedeutet allerdings auch, dass entsprechend qualifiziertes Lehrpersonal zur Verfügung steht. Eine weitere Variante wäre die Auflösung der bestehenden Schulbezirksgrenzen. ..."

Mit der Pestalozzischule wird bezüglich der Unterbringung dieser zusätzlichen Klasse im Schuljahr 2005/06 eine Lösung geschaffen, indem der Computerraum zeitlich befristet als weiterer Unterrichtsraum genutzt wird. In der Schulausschusssitzung wird von der Stadt angekündigt, dass bei den zu erwartenden steigenden Montessori-Schülerzahlen ab Schuljahr 2006/07 das Raumprogramm nachhaltig gelöst werden muss. Die Stadtverwaltung habe allerdings noch keine Lösungsvorschläge, wie die Fachbereichsleiterin, Frau Baumann, ausführt (GN, 20.7.2005). Die Montessori-Initiative und zahlreiche Leserbriefe setzen sich für die Zweizügigkeit des Schulzweigs ein, aber auch für die Umwandlung in eine Schule in zentraler Lage (GN, 19.11.2005; Leserbriefe vom Juli bis September 2005). Die Stadt weist den Vorwurf der Montessori-Initiative zurück, sie drücke durch ihr Nichthandeln die Anmeldezahlen für den Montessori-Schulzweig (GN, 3.12.2005).

2006 - In der Sitzung des Schulausschusses am 2. Februar 2006 wird dann über die Zukunft des Montessori-Zweiges ab Schuljahr 2006/07 beraten. Der Beschlussvorschlag für die Sitzung lautet:
"Der Schulausschuss empfiehlt dem Bürgermeister, bei der Vorbereitung des Beschlusses des Verwaltungsausschusses folgende Auffassung zu berücksichtigen:
Im Schuljahr 2006/07 wird das Montessori-Angebot an der Grundschule Pestalozzi um ein Montessori-Angebot an der Grundschule Klausheide erweitert. Gleichzeitig wird die Verwaltung beauftragt, die Planungen zu konkretisieren und zum Abschluss zu bringen, ab dem Schuljahr 2007/08 den Montessori-Zweig als Depandance der Grundschule Klausheide in dem Gebäude der Astrid-Lindgren-Schule oder der Frensdorfer Schule unterzubringen" (nach Vorlage zu TOP 7 der Schulausschusssitzung am 2.2.2006).

Im Vorfeld hatte der Bürgermeister am 22.12.2005 zu einem Gespräch eingeladen, an dem Vertreter der Schule (Schulleiter, Kollegium), der Elternschaft, der Montessori-Initiative und der Landesschulbehörde teilgenommen haben. Außerdem wurde die Nordhorner Grundschulleiterkonferenz gebeten, eine Stellungnahme zu der Problematik abzugeben, die am 10. November 2005 erfolgte. Die Kernaussagen dieser Stellungnahme sind:
"- Dauerhaft ist für den Montessori-Zweig eine Depandance in einem eigenen Gebäude einzurichten. Dabei wird es sich um eine Depandance einer bestehenden Nordhorner Schule handeln, da die Einrichtung einer eigenständigen Montessori-Schule aus schon dargelegten Gründen nicht machbar ist.
-  Bis zur Einrichtung dieser Depandance wird der Montessori-Zweig an der Grundschule Pestalozzi um das Montessori-Angebot der Grundschule Klausheide ergänzt" (Nach Vorlage zu Top 7 der Schulausschusssitzung am 2.2.2006).
Konkret wird folgendes Vorgehen vorgesehen: Für das Schuljahr 2006/07 werden Schüler der Pestalozzischule zur Grundschule Klausheide  ausgelagert. Ab Schuljahr 2007/08 wird der Montessori-Zweig in der Frensdorfer Schule untergebracht oder die Astrid-Lindgren-Schule zieht dorthin und in die freien Räumlichkeiten der Astrid-Lindgren-Schule zieht der Montessori-Zweig, wobei er auf Dauer an die Grundschule Klausheide angebunden wird. Die Schülerbeförderung wird von den Eltern geregelt (GN, 27.1.2006).

In der Schulausschusssitzung am 2.2.2006, an der viele Besucher teilnehmen, wird die Auslagerung einer Klasse im Schuljahr 2006/07 einhellig abgelehnt. Vielmehr soll folgende Regelung getroffen werden: Eine Klasse der Vechtetalschule, die auf dem Gelände der Pestalozzischule in einem Container des Landkreises untergebracht ist, wird in einen freien Klassenraum der Roggenkampschule ausgelagert und eine Montessori-Klasse wird in diesem Container untergebracht. Dieser Beschluss erfolgt einstimmig. Ebenso einstimmig beschließt der Schulausschuss die Einrichtung einer Außenstelle für einen zweizügigen Montessori-Zweig ab Schuljahr 2007/08. Über Standort und Anbindung soll eine Klausurtagung beraten (GN, 1. und 4.2. 2006 - mit Kommentar). Die Empfehlungen des Schulausschusses werden vom Rat der Stadt übernommen. Einstimmig wird die Einrichtung eines zweizügigen Montessori-Zweiges in zentraler Lage als Zweigstelle einer Grundschule ab Schuljahr 2007/08 beschlossen (GN, 4.5.2006).

2007 - Nachdem die geplante Klausurtagung zwecks weiterer Planungen aufgrund der anstehenden Kommunalwahl verschoben wurde, fanden immer wieder kleinere Gesprächsrunden und Rücksprachen mit der Landesschulbehörde statt. Letztere führten bei der Stadtverwaltung und Vertretern der politischen Parteien zu einer "neuen Bewertung der Dinge". Demnach kamen einige der angedachten Lösungsvorschläge aus rechtlichen Gründen nicht in Betracht. Auch die Neueinrichtung einer Grundschule mit Montessori-Profil hatte keine Chance, da das Land sie aufgrund rückläufiger Schülerzahlen nicht genehmigen würde. Letztendlich habe man keine andere Lösung gesehen, als alles bei Alten zu lassen: Der Montessori-Zweig bleibt weiterhin räumlich und organisatorisch an der Pestalozzischule bestehen. Die Lösung wird auch von der Landesschulbehörde akzeptiert, oder genauer gesagt toleriert, um das Montessori-Angebot weiterhin zu gewährleisten. Eigentlich ist laut Landesschulbehörde die Einrichtung eines Montessori-Zweiges nicht machbar. Vielmehr habe sich jede Schule ein einheitliches pädagogisches Profil zu geben. Die Empfehlung des Schulausschusses sieht vor, dass evtl. erforderliche Räumlichkeiten durch Umbauten im Baubestand oder durch die zeitlich begrenzte Aufstellung eines Containers geschaffen werden sollen. Allerdings wird nicht mit einer derartigen Notwendigkeit gerechnet. Nach den aktuellen Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr gibt es für den Regelschulzweig 19 und für den Montessori-Schulzweig 12 Anmeldungen. Damit wären beide Einschulungsjahrgänge lediglich einzügig (GN, 8.2.2007).

Mit Erleichterung haben die Montessori-Initiative und die Eltern der Schüler des Montessori-Zweiges die Entscheidung des Schulausschusses aufgenommen. Als Arbeitsschwerpunkte der Initiative werden die Intensivierung der Vorstellung der Pädagogik, die Einwerbung von Spenden zur optimalen Ausstattung der Klassen mit entsprechenden Unterrichtsmaterialien und die Verbesserung der Kommunikation durch den Aufbau einer Internetseite und die Wiedereinrichtung des Montessori-Stammtisches gesehen (GN, 14.2.2007; GW, 21.2.2007).

Im Oktober 2007 wählt die Montessori-Initiative einen neuen Vorstand, dem Armin Unke als 1. Vorsitzender und Roswitha Wandry und Cornelia Schneider als Stellvertreterinnen angehören. Nach deren Einschätzung war die Arbeit des Gründungsvorstandes äußerst erfolgreich. Die Entscheidung der Stadt Nordhorn, den Schulzweig dauerhaft an der Pestalozzischule unterzubringen, wird begrüßt. Der erste Jahrgang wurde mit überdurchschnittlich guten Noten an die weiterführenden Schulen entlassen. Beim landesweiten Deutschtest erreichte auch die 3. Klasse hervorragende Ergebnisse. Aufgrund steigender Anmeldezahlen hofft die Initiative, dass der Schulzweig bald zweizügig werden kann. Die Montessori-Pädagogik wird auch vom St.Josef-Kindergarten in einer Gruppe angeboten. Neuestes Angebot ist eine Spielgruppe für Kinder ab zwei Jahren in der Familienbildungsstätte (GN, 1ß.10.2007).

Schulentwicklungsplanung in der Stadt Nordhorn ab 2008
Noch vor zwei Jahren sollte der Montessori-Zweig einen eigenen Standort in Nordhorn erhalten. Jetzt ist die Zukunft dieses pädagogischen Angebotes ungewiss: Aufgrund zurückgehender Schülerzahlen  erarbeitete die Stadtverwaltung Vorschläge für eine zukünftige Schulentwicklungsplanung (siehe: Schulentwicklungsplanung in Nordhorn- ab 2008). Auch der Schulbezirk Nord mit den Grundschulen Bookholt, Roggenkamp und Pestalozzi ist davon betroffen. Von der offiziellen Statistik her würden auf Dauer zwei Grundschulen ausreichen. Bei einer Klausurtagung des Schulausschusses bestand Einvernehmen darüber, zwei Regelschulen und eine Schule mit Montessori-Profil fortzuführen.

Jetzt liegt es an der Pestalozzischule, über ein einheitliches Profil an der Pestalozzischule zu entscheiden. Eines der Profile- die Regelschule oder der Montessori-Zweig wird nach Entscheidung des Schulvorstandes und der Gesamtkonferenz auslaufen. Angesichts der Stimmenverhältnisse in der Gesamtkonferenz sieht es so aus, dass die Eltern das Zünglein an der Waage bei der Entscheidung sein werden.  Das Verhältnis von Gegnern und Befürwortern des Montessori-Zweiges bei den Lehrkräften liegt bei 10 zu 5; hinzu kommen sechs Elternvertreter, je drei aus den beiden Schulzweigen. Nach Meinung von Elternvertretern würden die Eltern somit "am Ende zum Spielball" (GN, 5.3.2009, Kommentar vom 7.3.2009 und zahlreiche Leserbriefe, die sich überwiegend dagegen aussprechen, dass Lehrer und Eltern über den Montessori- Schulzweig entscheiden sollen).

In einer Informationsveranstaltung der Stadt am 18. März, an der rund 200 Eltern und Lehrer teilnehmen, werden die Positionen an der Pestalozzischule von der Stadt, den politischen Vertretern, dem Schulleiter und von Herrn Tiemann von der Landesschulbehörde dargestellt. Von der Schuldezernentin der Stadt, Frau Baumann, wird zu Beginn mitgeteilt, dass die Grundschule Klausheide offizielle Montessorischule werden und sich auch für Kinder aus anderen Schulbezirken öffnen will. Für die Schule am Rande der Stadt wäre das ein Baustein zur Sicherung ihres Bestandes. Andererseits gäbe es Schwierigkeiten mit der Schülerbeförderung und den Raumkapazitäten (GN, 20.3.2009 und zahlreiche Leserbriefe).

In der Schulausschusssitzung am 26.3.2009 erfolgt der Vorschlag, die Burgschule in der Innenstadt Nordhorns, deren Auflösung als Grundschule vorgesehen ist, für eine Nachnutzung als Grundschule mit dem Montessori-Profil weiterzuführen. Ausgangspunkt ist eine Anfrage am Schluss der Informationsveranstaltung und ein Schreiben der Montessori-Initiative an das Schulamt der Stadt zur Schulausschusssitzung am 26.3.2009, das im Internet unter www.montessori-nordhorn.de nachgelesen werden kann (GN, 28.3.2009, siehe auch: Schulentwicklungsplanung in Nordhorn).

Mit Mehrheit entscheidet die Gesamtkonferenz der Pestalozzi-Grundschule, dass die Schule künftig mit ausschließlichem Regelschulprofil arbeiten soll. Damit ist ein endgültiger Verbleib des Montessori-Zweiges an dieser Schule ausgeschlossen. Da von der Stadt ein "sanfter Übergang" zugesagt wurde, bleiben die Schüler bis zur 4. Klasse in der Schule. Das gilt auch für die Kinder, die zur Einschulung zum August 2009 angemeldet wurden, jedoch nicht für die Anmeldungen zum August 2010 (GN,30.4.2009).

Die Montessori-Initiative spricht sich in einem Thesenpapier für die Ansiedlung des Montessori-Zweiges an der Burgschule aus. Dieswird auch in zahlreichen Leserbriefen als optimale Lösung angesehen. Auch die DKP und Pro Grafschaft im Rat der Stadt setzen sich hierfür ein.  Die Verwaltung der Stadt "Arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung" und verschiebt hierzu den Termin der nächsten Schulausschusssitzung um drei Wochen (GN, 23. und  30. 5. 2009, dazu zahlreiche Leserbriefe).

Die Gesamtkonferenz der Grundschule Klausheide hat einstimmig beschlossen, die bisherige Montessori-Pädagogik in Zukunft fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Die Schule will sich auch für Kinder aus anderen Schulbezirken öffnen, soweit die räumlichen Kapazitäten ausreichen. Die Stadt Nordhorn hat zugesagt, entsprechende Ausnahmeanträge zu genehmigen.
1999 hat das Kollegium der Schule begonnen, schrittweise die Monessori-Pädagogik einzuführen. Inzwischen erfüllt sie die Montessori-Qualitätskriterien für die Primarstufe. Zu diesen Kriterien gehören die tägliche Unterrichtsaufteilung nach Freiarbeit, Fachunterricht und musischem Bereich. Inzwischen haben alle Lehrkräfte der Schule eine entsprechende Zusatzausbildung absolviert. Alle interessierten Elten werden zu einem Informationsabend eingeladen. Über die Arbeit an der offenen Ganztagsschule und allgemein über die Montessori-Pädagogik informiert auch die Homepage der Schule im Internet unter: www,grundschule-klausheide.de  (GN, 30.5.2009).

 In einer Unterrichtungsvorlage in Vorbereitung auf die Schulausschusssitzung am 23.6.2009 zu den Auswirkungen der Einrichtung einer Grundschule mit Montessori-Profil im Gebäude der jetzigen Burgschule setzt sich die Verwaltung mit finanziellen und rechtlichen Aspekten auseinander sowie mit der Frage nach dem Schülertransport und den Auswirkungen auf andere Grundschulen in Nordhorn.
Finanzen: Das Hochbauamt veranschlagt die Kosten für zwingende Renovierungsmaßnahmen (u.a. Heizung und Schulhof) in den nächsten fünf Jahren auf 265.000 Euro. Nicht darin enthalten sind die Kosten für die Sanierung der Sanitäranlagen oder einer möglicherweise benötigten Mensa.
Auswirkungen auf andere Grundschulen: Den Montessorizweig besuchen derzeit 83 Kinder, davon 38 aus anderen Schulbezirken. Bei Umzug des Montessorizweiges an die Burgschule ist mit einem erheblichen Leerstand an der Pestalozzischule zu rechnen. Außerdem ist davon auszugehen, dass sich die Planungssicherheit für die anderen Grundschulen verringert.
Schülertransport: Eine Fahrkostenerstattung kann nur zu der für das Kind eigentlich zuständigen Schule erfolgen. Die Differenz zu der Schule mit Montessori-Profil müssten die Eltern selber tragen.
Rechtliche Betrachtung: Nach Auskunft der Rechtsabteilung der Landesschulbehörde wären steigende Schülerzahlen und Raumengpässe wichtige  Voraussetzungen für die Genehmigung einer Schulneugründung. Beide Argumente treffen im vorliegenden Fall nicht zu (GN, 10.6.2009).

Da die Burgschule als Standort von der Verwaltung und auch von Teilen der Ratsvertreter (u.a. Bündnis 90/ Die Grünen, GN, 15.6.2009) als problematisch angesehen wird, kommt als Variante eine Schule im Schulbezirk Nord (GS Bookholt, Roggenkampschule, Pestalozzischule) wieder ins Gespräch, wo nach den ursprünglichen Überlegungen zur Schulentwicklungsplanung zwei Regelschulen und die Montessorischule verbleiben sollten. Da die Pestalozzischule dafür nicht mehr in Frage kommt, bleiben nur die Grundschule Bookholt und die Grundschule am Roggenkamp (GN, 18.6.2009).

Ihren Unmut zur aktuell diskutierten Schließung der Grundschule Bookholt und ihre Umwandlung in eine Montessorischule bringen etwa 200 Schüler und ihre Eltern lautstark zum Ausdruck, die in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt - begleitet von acht schweren Traktoren - zum Rathaus ziehen und eine Unterschriftenliste dem Bürgermeister übergeben (GN, 19. und 20.6.2009).

Nach einstimmigen Beschluss des Schulausschusses in seiner Sitzung am 23. Juni soll versucht werden, an einer der drei Grundschulen im Schulbezirk Nord ein Schulprogramm nach Montessori einzuführen. Sollte der Versuch scheitern, wird eine der drei Schulen in absehbarer Zeit geschlossen werden. Aus diesem Grund sollen die drei Schulvorstände nach den Sommerferien zu Gesprächen mit Vertretern der Parteien, der Landsschulbehörde und der Stadt unter Leitung eines neutralen Moderators eingeladen werden. Nach Aussagen von Bürgermeister Hüsemann soll das Montessori-Profil aus Sicht der Verwaltung auslaufen, wenn es in diesen Gesprächen zu keiner Lösung kommt. Das bedeutet auch eine Absage gegenüber den Forderungen der Elterninitiative, den Montessorizweig an der Burgschule einzurichten (GN,25.6.2009).

Um die Zukunft des an der Pestalozzi-Grundschule auslaufenden Montessori-Zweiges doch noch zu sichern, hat die Stadt jetzt einen weiteren Lösungsvorschlag vorgelegt: Neuer Standort könnte das Schulgebäude der Astrid-Lindgren-Schule am Gildkamp sein. Hier würde der Schulzweig zum Schuljahr 2010/11 als Außenstelle der Grundschule Klausheide einziehen können. Für die Außenstelle soll das gesamte Stadtgebiet als Schulbezirk gelten. Für Schüler, die weiter als zwei Kilometer von der Außenstelle entfernt wohnen, würde der Landkreis die Kosten der Schülerbeförderung übernehmen. Die Astrid-Lindgren-Schule wäre mit einem Umzug in die Pestalozzi-Schule bereit.
Voraussetzung für eine Verwirklichung des Planes ist jedoch, dass künftig auch genügend Kinder für den Montessori-Zweig angemeldet werden. Dazu wird eine Elternbefagung durchgeführt (GN, 9.12.2009).

Nach dem Ergebnis der Elternbefragung liegen am 15. Dezember nur 12 Anmeldungen für die 1. Klasse und 10 Anmeldungen für die 2. Klasse vor. Nach Aussagen der Schuldezernentin der Stadt, auch im Namen des Bürgermeisters, sind dies zu wenig Schüler für die Gründung einer Außenstelle (GN,17.12.2009).

An dieser Aussage üben mehrere Schulausschussmitglieder und weitere Bewohner von Nordhorn Kritik, weil die Frist für die Anmeldung von der Verwaltung mit einer Woche in der Vorweihnachtszeit zu kurz gesetzt worden sei (GN, 19.12.2009 , Kommentar und anschließend mehrere Leserbriefe).

2010 - Während des Neujahrsempfangs der Stadt am 10. Januar führt Bürgermeister Hüsemann aus: "Die Aufrechterhaltung der Montessori-Pädagogik an der Grundschule in Klausheide und an einer weiteren Grundschule im Stadtgebiet ist nicht nur Wunsch der Montessori-Initiative und des Rates, sondern auch der Wunsch der zuständigen Fachbereichsleiterin Cornelia Baumann und von mir" (GN, 11.1.2010).

Nachmeldungen für den Montessorizweig werden ermöglicht (GN, 12.1.2010).

Nachdem Stand vom 1. Februar 2010 liegen für die Hauptstelle Klausheide  und die vorgesehene Außenstelle in der Astrid-Lindgren-Schule folgende verbindliche Schüleranmeldungen vor:


Hauptstelle Klausheide
Außenstelle Astrid Lindgren
Klasse 1
20
24
Klasse 2
11
12
Klasse 3
18
20
Klasse 4
12
24

 Für die Schulausschuss-Sitzung am 24.Februar wird folgender Beschlussvorschlag vorgelegt:
"a) Die Astrid-Lindgren Schule zieht in das Gebäude der Grundschule Pestalozzi. Die Grundschule Pestalozzi (Regelpädagogik) verbleibt neben der Astrid Lindgren Schule in ihrem jetzigen Gebäude.
b) In der frei werdenden Astrid-Lindgren Schule wird auf zunächst vier Jahre befristet eine Außenstelle der Grundschule Klausheide eingerichtet. Die MiontessorischülerInnen der jetzigen Grundschule Pestalozzi können dorthin umgemeldet werden. Sollte sich innerhalb der vier Jahre für die Klassen 1 und 2 der Außenstelle aufgrund sinkender Schülerzahlen eine Kombiklasse ergeben, läuft die Außenstelle unabhängig von der vierjährigen Befristung aus.
c) Für die Außenstelle der Grundschule Klausheide wird das gesmte Stadtgebiet Nordhorns mit Ausnahme des Schulbezirks Klausheide als Schulbezirk definiert. Die Grundschule Klausheide behält ihren derzeitigen Schulbezirk.
d) Für SchülerInnen, die weiter als 2 km von der Außenstelle Klausheide entfernt wohnen, erfolgt ein kostenloser Schülertransport zu dieser Außenstelle.
e) ..."
(siehe auch: GN, 20.2.2010)

Der Schulausschuss stimmt einstimmig für die im Beschlussvorschlag dargestellte Montessori-Lösung (GN, 26.2.2010).
Auch der Rat der Stadt Nordhorn stimmt der dargestellten Lösung zu. "Mit der Umsiedlung der "Montis" ins Stadtzentrum findet eine siebenjährige wechselvolle Geschichte ihren Abschluss", versprach Nordhorns Schuldezernentin Cornelia Baumann dem Rat. Die Schüler- und Anmeldezahlen ließen "eine dauerhafte Außenstelle erwarten" (GN, 10.4.2010)

Nach lange "Odyssee" ist der Nordhoren Montessori-Schulzweig als Außenstelleder Grundschule Klausheide in das ehemalige Gebäude der Astrid-Lindgren-Schule am Gildkamp gezogen. Der Bürgermeister Meinhard Hüsemann und die Fachbereichsleiterin Kultur und Schulen der Stadt Nordhorn, Cornelia Baumann, statteten der Schule in den neuen Räumlichkeiten einen Besuch ab. Beide hoben das Engagement der neuen Schulleiterin  der Außenstelle, Doris Domnick, hervor. "Sie ist der führende Kopf dieser Bewegung und ich bin froh, dass sie zugesagt hat, diese Aufgabe zu übernehmen", äußert der Bürgermeister. An der neuen Aüßenstelle werden in diesem Schuljahr 82 Schüler unterrichtet (GN, 2.9.2010).
                 

Die Internetseite der Montessori-Initiative ist unter der Adresse www.montessori-nordhorn.de zu erreichen.