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Wer war Maria
Montessori?
"Maria Montessori (1870 bis 1952)
war Ärztin und Pädagogin.
Sie entwarf ihr Konzept von der Entwicklung und Erziehung des Kindes
Ende des 19. Jahrhunderts. In Deutschland fanden ihre Gedanken erst
nach dem Zweiten Weltkrieg größere Beachtung. In den letzten
Jahren erlebt ihre Pädagogik jedoch einen rasanten Aufschwung.
Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Eltern und Lehrer über die
mangelnde Konzentrationsfähigkeit ihrer Kinder klagen, erleben
Montessoris pädagogische Ansätze eine neue Blütezeit.
Bereits als junge Frau erregte
Maria Montessori beträchtliches
Aufsehen, weil sie als erste Frau Italiens ein Medizinstudium aufnahm
und trotz vielfältiger Widerstände auch durchhielt. 1896
schloss sie mit einem glänzenden Examen ab. Als Ärztin
beschäftigte sie sich zunächst mit der Erziehung geistig
behinderter Kinder. Dabei entwickelte sie neuartige pädagogische
Ansätze und Materialien. Ab 1907 entwickelte sie diese Ideen und
Materialien in einem Kinderhaus für normal begabte, gesunde Kinder
zu einem umfassenden, kindgerechten Lehr- und Lernsystem weiter. 1909
erschien ihr erstes Buch "Il Meetodo", das sofort in 20 Sprachen
übersetzt wurde. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten
Montessoris Ideen weltweite Beachtung" (zitiert nach den Grafschafter
Nachrichten vom 15. Juni 2002; siehe auch im Internet in der Sammlung
Wikipedia unter: Maria Montessori ).
Unterricht nach den Regeln von Maria
Montessori
Zur Darstellung des Unterrichts
nach den Regeln von Maria Montessori
wird ein Bericht aus den Grafschafter Nachrichten vom 15. Juni 2002 von
Rolf Masselink über den Unterricht
in einer
Grundschule in Meppen, die nach Montessori unterrichtet,
übernommen.
"Sie
kennen
weder Fibel noch
Pausenklingel. Es gibt weder Jahrgangsklassen noch starre
Lernpläne. An der Maria-Montessori-Grundschule in Meppen erleben
über 180 Kinder einen Schulalltag der besonderen Art. Die Meppener
Grundschule ist die einzige in der Region, die komplett nach den
pädagogischen Grundsätzen von Maria Montessori geführt
wird.
Wer morgens um Viertel vor
Acht die hellen, lichtdurchfluteten
Räume der Maria-Montessori-Grundschule in Meppen betritt, sieht
auf den ersten Blick: Das hier ist keine normale Grundschule. Keine
tobenden Kinder, kein wildes Geschrei, keine auf die letzte Minute in
die Klasse hetzenden Schüler. Stattdessen: Ruhe - Kinder, die in
aller Ruhe auf dem Flur in bequeme Hausschuhe schlüpfen, ihre
Straßenschuhe unaufgefordert in ein Regal stellen und in ihre
Stammgruppe (so heißen hier die Klassenräume) gehen. Auch in
den Klassen gibt es weder Lärm noch Hektik. Jedes ankommende Kind
sucht sich gleich aus einem prallgefüllten Regal gezielt
Arbeitsmaterial heraus und beginnt - ganz ohne Aufforderung oder
Anleitung - mit einer spielerischen Lernarbeit. Der Klassenraum
füllt sich mit Kindern unterschiedlicher Altersstufen. Irgendwann
sind 27 Kinder der Jahrgangsstufen eins, zwei und vier in dem Raum
vereint, jedes beschäftigt sich konzentriert mit einer selbst
gestellten Aufgabe.
Da kniet eine Achtjährige vor
einem Teppich, auf dem sie scheinbar
allerlei Spielzeug ausgebreitet hat: eine Plastikbanane, eine Kerze,
eine Vogelattrappe, einen Stift und vieles mehr. Davor legt sie jeweils
eine Symbolkarte. und darunter kleine Kärtchen mit den
Wörtern, die den jeweiligen Gegenstand benennen: Lesen und
Schreiben lernen auf kindgerechte Art. Vor einem anderen Teppich knien
zwei Jungen, die mit Perlenkettchen, Würfeln und
Ziffernkärtchen gewaltige Rechenaufgaben lösen.
Lehrerin und Schulleiterin Regina
Sandhaus und zwei "Elternhelferinnen"
assistieren den Kindern, helfen ihnen bei ihren Tätigkeiten.
Hat denn der Unterricht schon begonnen? Hat ein Klingelzeichen das
Signal für die erste Stunde gegeben? Hat die Lehrerin den Kindern
gesagt, was sie lernen sollen?
"Bei uns steht nicht der Lehrer im
Mittelpunkt, sondern die Interessen
und Fähigkeiten der Kinder", sagt Regina Sandhaus. In der
Montessori-Pädagogik geht es eben nicht um "direktive Erziehung",
um die Wissensvermittlung durch "Frontalunterricht", sondern um
soziales Lernen, um Selbstständigkeit und Selbstbestimmung.
Deshalb sucht man an der Meppener
Schule den typischen
45-Minuten-Rhythmus einer deutschen Schule vergeblich. Die Kinder
kommen morgens kurz vor acht zur Schule und beginnen in eigener Regie
mit der sogenannten "Freiarbeit" - einer der zentralen Lernarbeit der
Montessori-Pädagogik. Aus einer Fülle unterschiedlicher, aber
sehr anschaulicher Unterrichtsmaterialien können die Kinder
sich selbst diejenigen heraussuchen, mit denen sie ihre Lernaufgaben am
besten lösen können. "Freiarbeit heißt nicht, dass
jeder machen kann, was er will", tritt Sandhaus einem weit
verbreiteten
Vorurteil entgegen. Freiarbeit sei vielmehr das Angebot an die
Kinder, so zu lernen, wie es ihren individuellen Neigungen und
Fähigkeiten entspricht. eine so individuelle Anpassung der
Aufgabenstellung an den Leistungsstand jedes einzelnen Schülers
könnte im normalen Klassenunterricht nie erreicht werden.
Die Ergebnisse sind beeindruckend:
da rechnen Drittklässler mit
Hunderttausender-Summen, Viertklässler erarbeiten sich ganz allein
die Grundlagen der Bruchrechnung. "Manche lernen sogar bei uns bereits
das Wurzelziehen und Quadrieren, obwohl das noch gar nicht zum Stoff
der Grundschule gehört", meint Regina Sandhaus.
In anderen Fächern führen
natürliche Neugier,
Wissensdurst und Spieltrieb der Kinder ebenfalls zu erstaunlichen
Lernerfolgen. Da helfen bunte Plastik-Dinosaurier, kindgerechte
Lernbücher und eine "Zeitmaschine" mit einem langen bunten
Wollfaden schon Achtjährigen, die Entstehung der Erde und des
Lebens zu begreifen. Im Deutschunterricht ersetzen
"Buchstabenkästen" und "Lesedosen" die traditionelle Fibel. Und
dass in einer Grundschule das Thema Krieg und Frieden anhand von
Picasso-Bildern diskutiert wird, ist wohl auch nicht alltäglich.
Um 9.30 Uhr heißt es in allen
Stammgruppen: gemeinsames
Frühstück. Danach gibt´s die große und einzige
Pause. Um 10.15 Uhr beginnt dann Unterricht in Fachfächern. Auch
dabei gilt: jedes Kind lernt nach seinem eigenen Plan. Dabei zahlt sich
ein weiterer Kernpunkt der Montessori-Pädagogik aus: die
jahrgangsgemischten Klassen. "Diese Jahrgangsmischung war uns besonders
wichtig", sagt Regina
Sandhaus. "Da kann jedes Kind mal das kleine
sein, das sich von den größeren helfen lässt, und mal
das große, das andern hilft und dabei Verantwortung
übernimmt". Beides tun die Kinder gern.
Nach welchen Vorgaben lernen die
Kinder nun? Jedes Kind hat seinen
eigenen Plan. Ein selbstgemachtes Mathebuch und ein Rechtschreibbuch
geben den Stoff vor. Wie es erarbeitet wird, bestimmt jedes Kind
für sich. Zensuren gibt es dabei übrigens nicht. Wohl aber
wird mit individuellen Tests geprüft, ob ein Kind ein bestimmtes
Lernziel erreicht hat oder nicht.
Erst nach der vierten Klasse
erhalten die Meppener
Montessori-Schüler ein klassisches Zeugnis mit fachbezogenen
Noten. Das ist ein Zugeständnis an den Willen der Eltern und soll
den Kindern den Wechsel an andere Schulen erleichtern. Denn: "Ohne die
Einbeziehung der Eltern läuft bei uns gar nichts", weiß Regina Sandhaus.
Vor fünf Jahren nahm die
Meppener Montessori-Schule ihren
Unterrichtsbetrieb auf. Aufgrund höherer Schülerzahlen war
ein Schulneubau erforderlich geworden. Zunächst war aber nicht
vorgesehen, die neue Schule als Montessori-Schule zu nutzen. Aber
Bezirksregierung und Stadt Meppen unterstützten die
Bemühungen von Regina
Sandhaus, mit der neuen Schule endlich eine
Montessori-Schule einzurichten. "Ich hatte damals nach zehn Jahren
Schulpraxis eigentlich aufhören wollen, weil ich dachte: du wirst
im normalen Schulsystem den Kindern nicht gerecht", erinnert sich die
engagierte Schulleiterin. Sie ist überzeugt, dass der normale
Alltag an deutschen Schulen "die Unterschiedlichkeit der Kinder nicht
abbaut, sondern sie verfestigt". Also kämpfte sie auf allen Ebenen
für eine Montessori-Schule.
Nach fünf Jahren gibt der
Erfolg ihr recht: die ersten
Montessori-Grundschüler sind in die Orientierungsstufe und auf
weiterführende Schulen gewechselt. Dort haben sie gegenüber
Kindern aus normalen Grundschulen keine Nachteile.
Inzwischen gibt es immer mehr
Lehrer, die sich für die
Montessori-Pädagogik stark machen. Das Lingener
Ludwig-Windhorst-Haus bietet seit kurzem entsprechende
Weiterbildungskurse an. Auch in der Grafschaft haben erste
Pädagogen dort ihr Montessori-Diplom erworben, weitere sind
gerade dabei. Zwar kostet diese Weiterbildung viel Geld und schafft
weder zusätzliche Einkommensmöglichkeiten noch bessere
Beförderungs-Chancen. Aber diese Pädagogen sehen die Ideen
von Maria Montessori als Weg, Kindern zu "helfen, es selbst zu tun".
Ausführliche Informationen zur
Montessori-Pädagogik finden
Sie im Internet in der Sammlung Wikipedia unter der Adresse:
Montessoripädagogik.
Die Errichtung des
Montessori-Schulzweiges in Nordhorn
2002 - Im März
2002 gründet sich
eine Montessori-Initiative als Verein.
Hervorgegangen ist sie aus einer
Gruppe von Eltern und Lehrerinnen, die sich Gedanken über
Alternativen
zum bestehenden Nordhorner Schulangebot machten. Zusammen mit der
Grundschullehrerin des Schulkindergartens bei der Waldschule, Rita
Ruelmann, die eine Zusatzausbildung in der
Montessori-Pädagogik
absolviert hat, wird ein erstes Informationstreffen organisiert. In
einem Informationsblatt heißt es, dass sich der Verein
"bessere Entwicklungsmöglichkeiten für die Schüler
mit all ihren Stärken und Schwächen" erhofft (GN, 15.3.2002).
An einer Informationsveranstaltung, bei der Dr. Reinhard Fischer von
der Universität Münster die Grundzüge der
Montessori-Pädagogik erläutert, nehmen 150 interessierte
Besucher teil. Die CDU unterstützt die Eltern-Initiative.
Bürgermeister Hüsemann
sagt zu, die Voraussetzungen für
die Einrichtung eines Montessori-Zweiges zu prüfen (GN, 16.5.,
11.6. und 22.6.2002).
Im September 2002 beantragt die Initiative offiziell bei der Stadt
Nordhorn, mit Beginn des Schuljahres 2003/04 einen Montissori-Schulzweig an
einer bestehenden Grundschule einzurichten.
Langfristiges Ziel sei aber der Aufbau einer eigenständigen
Montessori-Schule. Auch um einen Montessori-Kindergarten will sich die
Initiative bemühen (GN, 26.9.2002). Die SPD-Ratsfraktion setzt
sich ebenfalls für die Einrichtung eines Montessori-Schulzweiges
ein (GN, 6.11.2002). Bei einer Befragung in den Kindergärten der
Stadt geben knapp 5 % der Eltern an, dass sie ihr Kind in eine
Montessori-Schule schicken würden. Einstimmig votieren die
Mitglieder des Schulausschusses in zwei Sitzungen und der Rat der Stadt
für die Einrichtung des
Schulzweiges in der Pestalozzischule, wo
ein Teil des Kollegiums der Schule bereits über eine spezielle
Ausbildung verfügt. Dort soll am 1. August 2003 ein
einzügiger
Montessori-Zweig, beginnend mit je einer Klasse 1 und 2
jahrgangsübergreifend eingerichtet werden. Da es sich um ein
schulisches Angebot handelt, gelten für diesen Zweig keine
Schulbezirksgrenzen. Er steht jedem Schüler der Klassen 1 und 2 in
Nordhorn offen (GN, 27.11. und 11.12.2002, 8.2.2003).
2003 - Für den
neuen Zweig melden sich 21
Erstklässler und 6
Zweitklässler an. Da die Zahl der Zweitklässler
für die
Bildung einer Klasse nicht ausreicht, müssen diese an der
bisherigen Schule bleiben. Um dennoch einen
jahrgangsübergreifenden Unterricht, wie dies die
Montessori-Pädagogik vorsieht, zu erreichen, plant die
Pestalozzischule ein neues Modell. Danach werden eine dritte und eine
vierte Schulklasse der bestehenden Grundschule mit in den neuen
Schulzweig einbezogen. In ihnen unterrichten schon zwei Lehrerinnen mit
der Zusatzausbildung. Danach gibt es im neuen Schuljahr drei
altersgemischte Gruppen, jeweils zusammengesetzt etwa zu einem Drittel
aus Erstklässlern (7 Kinder) sowie Schülern der 3. und 4.
Jahrgangsstufe.
Der Schulleiter Hoymann
und die Elterninitiative beklagen, dass der fehlende zusätzliche
Klassenraum noch nicht eingerichtet ist und
vor allem, dass die Stadt Nordhorn nicht die Anschubfinanzierung
für zwei Klassen (jeweils 7.000 € für die Beschaffung von
Lernmaterialien), sondern lediglich für eine Klasse bereitstellen
will. Die Politik habe keine finanzielle Besserstellung des
Montessori-Schulzweiges im Vergleich zu anderen Schulen gewollt. Auch
habe die Montessori-Initiative
zugesagt, dass die Eltern die Kosten für die
Schülerbeförderung selbst zahlen wollen (GN, 27.6.2003).
Die weitere Entwicklung des
Montessori-Schulzweiges
2004 -
Nachdem die rot-grüne Ratsmehrheit den Grundsatzbeschluss
zur Einrichtung des 3. Schulzentrums im Innenstadtbereich mit dem
Neubau
der Frensdorfer Schule bei der Freiherr-vom-Stein-Realschule gefasst
hat, sieht sie die Notwendigkeit, weitere Bereiche der Nordhorner
Schullandschaft neu zu ordnen. Dabei steht die Entwicklung des
Montessori-Schulzweiges ganz oben auf der Prioritätenliste. Nach
Auffassung der Ratsmehrheit kann der bestehende Schulzweig nur eine
Übergangslösung sein. Langfristiges Ziel müsse sein,
eine eigenständige
Montessori-Grundschule in Nordhorn einzurichten,
zumal immer mehr Eltern diese alternative Schulform wünschen. Auf
Dauer müsse sie an einem zentralen Standort in Nordhorn
angesiedelt sein. Dazu biete sich das alte Gebäude der Frensdorfer
Schule an, die nach Umzug in das neue Schulgebäude am Ootmarsumer
Weg geräumt wird. Da ab Schuljahr 2005/06 33 Schüler erwartet
werden, müsse die Montessori-Schule zweizügig sein (GN,
11/2004). Im Haushalt sollen dafür 5.000 € an Planungsmitteln
bereitgestellt werden. Dagegen spricht sich jedoch die CDU-Fraktion
aus. Grundsätzliche Kritik übt auch die Junge Union, da im
alten Gebäude der Frensdorfer Schule teure Umbaumaßnahmen
erforderlich wären. Außerdem sei zu berücksichtigen,
dass die Zahl der Schulanmeldungen von derzeit 580 pro Jahrgang auf 490
im Jahr 2008 absinken werde, so dass sich eine neue Grundschule
erübrige (GN, 10.12.2004).
2005 - Zum
Schuljahrsbeginn 2005/06 muss eine weitere
Montessori-Klasse
eingerichtet werden. Im Vorfeld einer Schulausschusssitzung am
11.7.2005 finden diverse Gespräche zwischen Schulträger und
der Landesschulbehörde sowie zwischen Schulträger und der
Gesamtkonferenz der Pestalozzischule statt. Zu diesen Gesprächen
wird in der Vorlage zur
Schulausschusssitzung ausgeführt: " - Eine
Montessorischule oder ein Montessorizweig ist keine Angebotsschule.
Vielmehr handelt es sich hierbei um ein Schulprogramm, nach dem eine
Schule unterrichtet. Generell kann eine Schule nicht zwei
Schulprogramme anbieten (Regelschule und Montessori-Zweig). Da es
jedoch mehrere Schulen in Niedersachsen gibt, die zwei
Schulprogramme an einer Schule vereinen, toleriert die
Landesschulbehörde die Vorgehensweise an der Grundschule
Pestalozzi.
- Wie ausgeführt handelt es sich nicht um eine Angebotsschule.
Somit gelten auch für den Montessorizweig die Schulbezirksgrenzen.
Derzeit gehören 13 SchülerInnen des Montessorizweiges nicht
dem zugehörenden Schulbezirk Nord an. Streng genommen dürften
diese 13 SchülerInnen den Montesorizweig nicht besuchen. Da es
jedoch bisher bezüglich der Klassenbildung und
Raumkapazitäten keine Probleme gab, kann diese Regelung, so die
Landesschulbehörde, toleriert werden. Die Landesschulbehörde
differenziert bei der Klassenbildung nicht zwischen Montessori- und
RegelschülerInnen. So würde die Landesschulbehörde z.B.
bei 12 Anmeldungen für Montessori und 12 für die Regelschule
dennoch nur eine Klasse bilden, da die Obergrenze von 28
SchülerInnen nicht überschritten ist. Auf diese Regelung hat
der Schulträger keinen Einfluss.
Sollte es jedoch zu irgendeinem Zeitpunkt zu dem Fall kommen, dass
durch einen Montessorischüler aus einem nichtzugehörenden
Schulbezirk die Höchstgrenze überschritten wird, müsste
dieser, so die Landesschulbehörde, die für ihn
zuständige Schule besuchen. Um diesem eventuellen Problem
entgegenzuwirken, gibt es die Lösung, dass möglichst viele
Schulen in Nordhorn - also aus unterschiedlichen Schulbezirken - die
Montessoripädagogik in ihr Schulprogramm aufnehmen. Die bedeutet
allerdings auch, dass entsprechend qualifiziertes Lehrpersonal zur
Verfügung steht. Eine weitere Variante wäre die
Auflösung der bestehenden Schulbezirksgrenzen. ..."
Mit der Pestalozzischule wird bezüglich der Unterbringung dieser
zusätzlichen Klasse im Schuljahr 2005/06 eine
Lösung geschaffen, indem der
Computerraum zeitlich
befristet als weiterer Unterrichtsraum genutzt wird. In der
Schulausschusssitzung wird von der Stadt angekündigt, dass bei den
zu erwartenden steigenden Montessori-Schülerzahlen ab Schuljahr
2006/07 das Raumprogramm nachhaltig gelöst werden muss. Die
Stadtverwaltung habe allerdings noch keine Lösungsvorschläge,
wie die Fachbereichsleiterin, Frau Baumann, ausführt (GN,
20.7.2005). Die Montessori-Initiative und zahlreiche Leserbriefe setzen
sich für die Zweizügigkeit des Schulzweigs ein, aber auch
für die Umwandlung in eine Schule in zentraler Lage (GN,
19.11.2005; Leserbriefe vom Juli bis September 2005). Die Stadt weist
den Vorwurf der Montessori-Initiative zurück, sie drücke
durch ihr Nichthandeln die Anmeldezahlen für den
Montessori-Schulzweig (GN, 3.12.2005).
2006 - In der
Sitzung des Schulausschusses am 2. Februar 2006 wird dann
über die Zukunft des
Montessori-Zweiges ab Schuljahr 2006/07
beraten. Der Beschlussvorschlag
für die Sitzung lautet:
"Der Schulausschuss empfiehlt dem Bürgermeister, bei der
Vorbereitung des Beschlusses des Verwaltungsausschusses folgende
Auffassung zu berücksichtigen:
Im Schuljahr 2006/07 wird das Montessori-Angebot an der Grundschule
Pestalozzi um ein Montessori-Angebot an der Grundschule Klausheide
erweitert. Gleichzeitig wird die Verwaltung beauftragt, die Planungen
zu konkretisieren und zum Abschluss zu bringen, ab dem Schuljahr
2007/08
den Montessori-Zweig als Depandance der Grundschule Klausheide in dem
Gebäude der Astrid-Lindgren-Schule oder der Frensdorfer Schule
unterzubringen" (nach Vorlage zu TOP 7 der Schulausschusssitzung am
2.2.2006).
Im Vorfeld hatte der Bürgermeister am 22.12.2005 zu einem
Gespräch eingeladen, an dem Vertreter der Schule (Schulleiter,
Kollegium), der Elternschaft, der Montessori-Initiative und der
Landesschulbehörde teilgenommen haben. Außerdem wurde die
Nordhorner Grundschulleiterkonferenz gebeten, eine Stellungnahme zu der
Problematik abzugeben, die am 10. November 2005 erfolgte. Die
Kernaussagen dieser Stellungnahme sind:
"- Dauerhaft ist für den Montessori-Zweig eine Depandance in einem
eigenen Gebäude einzurichten. Dabei wird es sich um eine
Depandance einer bestehenden Nordhorner Schule handeln, da die
Einrichtung einer eigenständigen Montessori-Schule aus schon
dargelegten Gründen nicht machbar ist.
- Bis zur Einrichtung dieser Depandance wird der Montessori-Zweig
an der Grundschule Pestalozzi um das Montessori-Angebot der Grundschule
Klausheide ergänzt" (Nach Vorlage zu Top 7 der
Schulausschusssitzung am 2.2.2006).
Konkret wird folgendes Vorgehen vorgesehen: Für das Schuljahr
2006/07 werden Schüler der Pestalozzischule zur Grundschule
Klausheide ausgelagert. Ab Schuljahr 2007/08 wird der
Montessori-Zweig in der Frensdorfer Schule untergebracht oder die
Astrid-Lindgren-Schule zieht dorthin und in die freien
Räumlichkeiten der Astrid-Lindgren-Schule zieht der
Montessori-Zweig, wobei er auf Dauer an die Grundschule Klausheide
angebunden wird. Die Schülerbeförderung wird von den Eltern
geregelt (GN, 27.1.2006).
In der Schulausschusssitzung am 2.2.2006, an der viele Besucher
teilnehmen, wird die Auslagerung einer Klasse im Schuljahr 2006/07
einhellig abgelehnt. Vielmehr soll folgende
Regelung getroffen werden:
Eine Klasse der Vechtetalschule, die auf dem Gelände der
Pestalozzischule in einem Container des Landkreises untergebracht ist,
wird in einen freien Klassenraum der Roggenkampschule ausgelagert und
eine Montessori-Klasse wird in diesem Container untergebracht. Dieser
Beschluss erfolgt einstimmig. Ebenso einstimmig beschließt der
Schulausschuss die Einrichtung einer Außenstelle für einen
zweizügigen Montessori-Zweig ab Schuljahr 2007/08. Über
Standort und Anbindung soll eine Klausurtagung beraten (GN, 1. und 4.2.
2006 - mit Kommentar). Die Empfehlungen des Schulausschusses werden vom
Rat der Stadt übernommen. Einstimmig wird die Einrichtung eines
zweizügigen Montessori-Zweiges in zentraler Lage als Zweigstelle
einer Grundschule ab Schuljahr 2007/08 beschlossen (GN, 4.5.2006).
2007 - Nachdem die
geplante Klausurtagung zwecks weiterer Planungen aufgrund
der anstehenden Kommunalwahl verschoben wurde, fanden immer wieder
kleinere Gesprächsrunden und Rücksprachen mit der
Landesschulbehörde statt. Letztere führten bei der
Stadtverwaltung und Vertretern der politischen Parteien zu einer "neuen
Bewertung der Dinge". Demnach kamen einige der angedachten
Lösungsvorschläge aus rechtlichen Gründen nicht in
Betracht. Auch die Neueinrichtung einer Grundschule mit
Montessori-Profil hatte keine Chance, da das Land sie aufgrund
rückläufiger Schülerzahlen nicht genehmigen würde.
Letztendlich habe man keine andere Lösung gesehen, als alles bei
Alten zu lassen: Der Montessori-Zweig bleibt weiterhin räumlich
und organisatorisch an der Pestalozzischule bestehen. Die Lösung
wird auch von der Landesschulbehörde akzeptiert, oder genauer
gesagt toleriert, um das Montessori-Angebot weiterhin zu
gewährleisten. Eigentlich ist laut Landesschulbehörde die
Einrichtung eines Montessori-Zweiges nicht machbar. Vielmehr habe sich
jede Schule ein einheitliches pädagogisches Profil zu geben. Die
Empfehlung des Schulausschusses sieht vor, dass evtl. erforderliche
Räumlichkeiten durch Umbauten im Baubestand oder durch die
zeitlich begrenzte Aufstellung eines Containers geschaffen werden
sollen. Allerdings wird nicht mit einer derartigen Notwendigkeit
gerechnet. Nach den aktuellen Anmeldezahlen für das kommende
Schuljahr gibt es für den Regelschulzweig 19 und für den
Montessori-Schulzweig 12 Anmeldungen. Damit wären beide
Einschulungsjahrgänge lediglich einzügig (GN, 8.2.2007).
Mit Erleichterung haben die Montessori-Initiative und die Eltern der
Schüler des Montessori-Zweiges die Entscheidung des
Schulausschusses aufgenommen. Als Arbeitsschwerpunkte der Initiative
werden die Intensivierung der Vorstellung der Pädagogik, die
Einwerbung von Spenden zur optimalen Ausstattung der Klassen mit
entsprechenden Unterrichtsmaterialien und die Verbesserung der
Kommunikation durch den Aufbau einer Internetseite und die
Wiedereinrichtung des Montessori-Stammtisches gesehen (GN, 14.2.2007;
GW, 21.2.2007).
Im Oktober 2007 wählt die Montessori-Initiative
einen neuen
Vorstand, dem Armin
Unke
als 1. Vorsitzender und Roswitha
Wandry und Cornelia
Schneider als Stellvertreterinnen angehören. Nach deren
Einschätzung war die Arbeit des Gründungsvorstandes
äußerst erfolgreich. Die Entscheidung der Stadt Nordhorn,
den Schulzweig dauerhaft an der Pestalozzischule unterzubringen, wird
begrüßt. Der erste Jahrgang wurde mit
überdurchschnittlich guten Noten an die weiterführenden
Schulen entlassen. Beim landesweiten Deutschtest erreichte auch die 3.
Klasse hervorragende Ergebnisse. Aufgrund steigender Anmeldezahlen
hofft die Initiative, dass der Schulzweig bald zweizügig werden
kann. Die Montessori-Pädagogik wird auch vom St.Josef-Kindergarten
in einer Gruppe angeboten. Neuestes Angebot ist eine Spielgruppe
für Kinder ab zwei Jahren in der Familienbildungsstätte (GN,
1ß.10.2007).
Schulentwicklungsplanung in der Stadt
Nordhorn ab 2008
Noch vor zwei Jahren sollte der Montessori-Zweig
einen eigenen Standort in Nordhorn erhalten. Jetzt ist die Zukunft
dieses pädagogischen Angebotes ungewiss: Aufgrund
zurückgehender Schülerzahlen erarbeitete die
Stadtverwaltung Vorschläge für eine zukünftige
Schulentwicklungsplanung (siehe: Schulentwicklungsplanung
in Nordhorn- ab 2008). Auch der Schulbezirk Nord mit den
Grundschulen Bookholt, Roggenkamp und Pestalozzi ist davon betroffen.
Von der offiziellen Statistik her würden auf Dauer zwei
Grundschulen ausreichen. Bei einer Klausurtagung des Schulausschusses
bestand Einvernehmen darüber, zwei Regelschulen und eine Schule
mit Montessori-Profil fortzuführen.
Jetzt
liegt es an der Pestalozzischule, über ein einheitliches Profil an
der Pestalozzischule zu entscheiden. Eines der Profile- die Regelschule
oder der Montessori-Zweig wird nach
Entscheidung des Schulvorstandes
und der Gesamtkonferenz auslaufen. Angesichts der
Stimmenverhältnisse in der Gesamtkonferenz sieht es so aus, dass
die Eltern das Zünglein an der Waage bei der Entscheidung sein
werden. Das Verhältnis von Gegnern und Befürwortern des
Montessori-Zweiges bei den Lehrkräften liegt bei 10 zu 5; hinzu
kommen sechs Elternvertreter, je drei aus den beiden Schulzweigen. Nach
Meinung von Elternvertretern würden die Eltern somit "am Ende zum
Spielball" (GN, 5.3.2009, Kommentar vom 7.3.2009 und zahlreiche
Leserbriefe, die sich überwiegend dagegen aussprechen, dass Lehrer
und Eltern über den Montessori- Schulzweig entscheiden sollen).
In
einer Informationsveranstaltung der
Stadt am 18. März, an der rund
200 Eltern und Lehrer teilnehmen, werden die Positionen an der
Pestalozzischule von der Stadt, den politischen Vertretern, dem
Schulleiter und von Herrn Tiemann
von der Landesschulbehörde
dargestellt. Von der Schuldezernentin der Stadt, Frau Baumann, wird zu Beginn
mitgeteilt, dass die Grundschule Klausheide offizielle Montessorischule
werden und sich auch für Kinder aus anderen Schulbezirken
öffnen will. Für die Schule am Rande der Stadt wäre das
ein Baustein zur Sicherung ihres Bestandes. Andererseits gäbe es
Schwierigkeiten mit der Schülerbeförderung und den
Raumkapazitäten (GN, 20.3.2009 und zahlreiche Leserbriefe).
In
der Schulausschusssitzung am 26.3.2009 erfolgt der Vorschlag, die Burgschule in der
Innenstadt Nordhorns, deren Auflösung als
Grundschule vorgesehen ist, für eine Nachnutzung als Grundschule
mit dem Montessori-Profil weiterzuführen. Ausgangspunkt ist eine
Anfrage am Schluss der Informationsveranstaltung und ein Schreiben der
Montessori-Initiative an das Schulamt der Stadt zur
Schulausschusssitzung am 26.3.2009, das im Internet unter www.montessori-nordhorn.de
nachgelesen werden kann (GN, 28.3.2009, siehe auch: Schulentwicklungsplanung
in Nordhorn).
Mit
Mehrheit entscheidet die Gesamtkonferenz
der Pestalozzi-Grundschule, dass die Schule künftig mit
ausschließlichem Regelschulprofil arbeiten soll. Damit ist ein
endgültiger Verbleib des Montessori-Zweiges an dieser Schule
ausgeschlossen. Da von der Stadt ein "sanfter Übergang" zugesagt
wurde, bleiben die Schüler bis zur 4. Klasse in der Schule. Das
gilt auch für die Kinder, die zur Einschulung zum August 2009
angemeldet wurden, jedoch nicht für die Anmeldungen zum August
2010 (GN,30.4.2009).
Die
Montessori-Initiative spricht sich in einem Thesenpapier für die Ansiedlung des Montessori-Zweiges an der
Burgschule aus. Dieswird auch in zahlreichen Leserbriefen als
optimale Lösung angesehen. Auch die DKP und Pro Grafschaft im Rat
der Stadt setzen sich hierfür ein. Die Verwaltung der Stadt
"Arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung" und verschiebt hierzu den
Termin der nächsten Schulausschusssitzung um drei Wochen (GN, 23.
und 30. 5. 2009, dazu zahlreiche Leserbriefe).
Die
Gesamtkonferenz der Grundschule Klausheide hat einstimmig beschlossen,
die bisherige Montessori-Pädagogik
in Zukunft fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Die Schule will sich
auch für Kinder aus anderen Schulbezirken öffnen, soweit die
räumlichen
Kapazitäten ausreichen. Die Stadt Nordhorn hat zugesagt,
entsprechende
Ausnahmeanträge zu genehmigen.
1999 hat das Kollegium der Schule begonnen, schrittweise die
Monessori-Pädagogik einzuführen. Inzwischen erfüllt sie
die Montessori-Qualitätskriterien
für die Primarstufe.
Zu diesen Kriterien gehören die tägliche
Unterrichtsaufteilung nach
Freiarbeit, Fachunterricht und musischem Bereich. Inzwischen haben alle
Lehrkräfte der Schule eine entsprechende Zusatzausbildung
absolviert.
Alle interessierten Elten werden zu einem Informationsabend eingeladen.
Über die Arbeit an der offenen Ganztagsschule und allgemein
über die
Montessori-Pädagogik informiert auch die Homepage der Schule im
Internet unter: www,grundschule-klausheide.de
(GN, 30.5.2009).
In
einer Unterrichtungsvorlage in
Vorbereitung auf die Schulausschusssitzung am 23.6.2009 zu den
Auswirkungen der Einrichtung einer Grundschule mit Montessori-Profil im
Gebäude der jetzigen Burgschule setzt sich die Verwaltung mit
finanziellen und rechtlichen Aspekten auseinander sowie mit der Frage
nach dem Schülertransport und den Auswirkungen auf andere
Grundschulen in Nordhorn.
Finanzen: Das
Hochbauamt veranschlagt die Kosten für zwingende
Renovierungsmaßnahmen (u.a. Heizung und Schulhof) in den
nächsten fünf Jahren auf 265.000 Euro. Nicht darin enthalten
sind die Kosten für die Sanierung der Sanitäranlagen oder
einer möglicherweise benötigten Mensa.
Auswirkungen auf andere
Grundschulen: Den Montessorizweig besuchen derzeit 83 Kinder,
davon 38 aus anderen Schulbezirken. Bei Umzug des Montessorizweiges an
die Burgschule ist mit einem erheblichen Leerstand an der
Pestalozzischule zu rechnen. Außerdem ist davon auszugehen, dass
sich die Planungssicherheit für die anderen Grundschulen
verringert.
Schülertransport:
Eine Fahrkostenerstattung kann nur zu der für das Kind eigentlich
zuständigen Schule erfolgen. Die Differenz zu der Schule mit
Montessori-Profil müssten die Eltern selber tragen.
Rechtliche Betrachtung:
Nach Auskunft der Rechtsabteilung der Landesschulbehörde
wären steigende Schülerzahlen und Raumengpässe
wichtige Voraussetzungen für die Genehmigung einer
Schulneugründung. Beide Argumente treffen im vorliegenden Fall
nicht zu (GN, 10.6.2009).
Da
die Burgschule als Standort von der Verwaltung und auch von Teilen der
Ratsvertreter (u.a. Bündnis 90/ Die Grünen, GN, 15.6.2009)
als problematisch angesehen wird, kommt als Variante eine Schule im Schulbezirk Nord (GS
Bookholt, Roggenkampschule, Pestalozzischule) wieder ins Gespräch,
wo nach den ursprünglichen Überlegungen zur
Schulentwicklungsplanung zwei Regelschulen und die Montessorischule
verbleiben sollten. Da die Pestalozzischule dafür nicht mehr in
Frage kommt, bleiben nur die Grundschule Bookholt und die Grundschule
am Roggenkamp (GN, 18.6.2009).
Ihren
Unmut zur aktuell diskutierten Schließung
der Grundschule Bookholt und ihre Umwandlung in eine Montessorischule
bringen etwa 200 Schüler und ihre Eltern lautstark zum Ausdruck,
die in einem Demonstrationszug durch die Innenstadt - begleitet von
acht schweren Traktoren - zum Rathaus ziehen und eine
Unterschriftenliste dem Bürgermeister übergeben (GN, 19. und
20.6.2009).
Nach
einstimmigen Beschluss des
Schulausschusses in seiner Sitzung am 23. Juni soll versucht
werden, an einer der drei Grundschulen im Schulbezirk Nord ein
Schulprogramm nach Montessori einzuführen. Sollte der Versuch
scheitern, wird eine der drei Schulen in absehbarer Zeit geschlossen
werden. Aus diesem Grund sollen die drei Schulvorstände nach den
Sommerferien zu Gesprächen mit Vertretern der Parteien, der
Landsschulbehörde und der Stadt unter Leitung eines neutralen
Moderators eingeladen werden. Nach Aussagen von Bürgermeister Hüsemann soll das
Montessori-Profil aus Sicht der Verwaltung auslaufen, wenn es in diesen
Gesprächen zu keiner Lösung kommt. Das bedeutet auch eine
Absage gegenüber den Forderungen der Elterninitiative, den
Montessorizweig an der Burgschule einzurichten (GN,25.6.2009).
Um
die Zukunft des an der Pestalozzi-Grundschule auslaufenden
Montessori-Zweiges doch noch zu sichern, hat die Stadt jetzt einen weiteren Lösungsvorschlag
vorgelegt: Neuer Standort könnte das Schulgebäude der Astrid-Lindgren-Schule
am Gildkamp sein. Hier würde der Schulzweig zum Schuljahr 2010/11
als Außenstelle der Grundschule Klausheide einziehen können.
Für die Außenstelle soll das gesamte Stadtgebiet als
Schulbezirk gelten. Für Schüler, die weiter als zwei
Kilometer von der Außenstelle entfernt wohnen, würde der
Landkreis die Kosten der Schülerbeförderung übernehmen.
Die Astrid-Lindgren-Schule wäre mit einem Umzug in die
Pestalozzi-Schule bereit.
Voraussetzung für eine Verwirklichung des Planes ist jedoch, dass
künftig auch genügend Kinder für den Montessori-Zweig
angemeldet werden. Dazu wird eine Elternbefagung durchgeführt (GN,
9.12.2009).
Nach
dem Ergebnis der Elternbefragung
liegen am 15. Dezember nur 12 Anmeldungen für die 1. Klasse und 10
Anmeldungen für die 2. Klasse vor. Nach Aussagen der
Schuldezernentin der Stadt, auch im Namen des Bürgermeisters, sind
dies zu wenig Schüler für die Gründung einer
Außenstelle (GN,17.12.2009).
An
dieser Aussage üben mehrere Schulausschussmitglieder und weitere
Bewohner von Nordhorn Kritik,
weil die Frist für die Anmeldung von der Verwaltung mit einer Woche in der Vorweihnachtszeit
zu kurz gesetzt worden sei (GN, 19.12.2009 , Kommentar und
anschließend mehrere Leserbriefe).
2010 - Während
des Neujahrsempfangs der Stadt
am 10. Januar führt Bürgermeister Hüsemann aus: "Die
Aufrechterhaltung der Montessori-Pädagogik an der Grundschule in
Klausheide und an einer weiteren Grundschule im Stadtgebiet ist nicht
nur Wunsch der Montessori-Initiative und des Rates, sondern auch der
Wunsch der zuständigen Fachbereichsleiterin Cornelia Baumann und
von mir" (GN, 11.1.2010).
Nachmeldungen
für den Montessorizweig werden ermöglicht (GN, 12.1.2010).
Nachdem
Stand vom 1. Februar 2010 liegen für die Hauptstelle
Klausheide und die vorgesehene Außenstelle in der
Astrid-Lindgren-Schule folgende verbindliche
Schüleranmeldungen vor:
|
Hauptstelle
Klausheide
|
Außenstelle
Astrid Lindgren
|
Klasse 1
|
20
|
24
|
Klasse 2
|
11
|
12
|
Klasse 3
|
18
|
20
|
Klasse 4
|
12
|
24
|
Für
die Schulausschuss-Sitzung am 24.Februar wird folgender Beschlussvorschlag vorgelegt:
"a) Die Astrid-Lindgren Schule zieht in das Gebäude der
Grundschule Pestalozzi. Die Grundschule Pestalozzi
(Regelpädagogik) verbleibt neben der Astrid Lindgren Schule in
ihrem jetzigen Gebäude.
b) In der frei werdenden Astrid-Lindgren Schule wird auf zunächst
vier Jahre befristet eine Außenstelle der Grundschule Klausheide
eingerichtet. Die MiontessorischülerInnen der jetzigen Grundschule
Pestalozzi können dorthin umgemeldet werden. Sollte sich innerhalb
der vier Jahre für die Klassen 1 und 2 der Außenstelle
aufgrund sinkender Schülerzahlen eine Kombiklasse ergeben,
läuft die Außenstelle unabhängig von der
vierjährigen Befristung aus.
c) Für die Außenstelle der Grundschule Klausheide wird das
gesmte Stadtgebiet Nordhorns mit Ausnahme des Schulbezirks Klausheide
als Schulbezirk definiert. Die Grundschule Klausheide behält ihren
derzeitigen Schulbezirk.
d) Für SchülerInnen, die weiter als 2 km von der
Außenstelle Klausheide entfernt wohnen, erfolgt ein kostenloser
Schülertransport zu dieser Außenstelle.
e) ..."
(siehe auch: GN, 20.2.2010)
Der
Schulausschuss stimmt einstimmig
für die im Beschlussvorschlag dargestellte Montessori-Lösung
(GN, 26.2.2010).
Auch der Rat der Stadt Nordhorn
stimmt der dargestellten Lösung zu. "Mit der Umsiedlung der "Montis" ins Stadtzentrum
findet eine siebenjährige wechselvolle Geschichte ihren
Abschluss", versprach Nordhorns Schuldezernentin Cornelia Baumann dem Rat.
Die Schüler- und Anmeldezahlen ließen "eine dauerhafte
Außenstelle erwarten" (GN, 10.4.2010)
Nach
lange "Odyssee" ist der Nordhoren Montessori-Schulzweig
als Außenstelleder Grundschule Klausheide in das ehemalige
Gebäude der
Astrid-Lindgren-Schule am Gildkamp gezogen. Der
Bürgermeister Meinhard
Hüsemann und die Fachbereichsleiterin Kultur und Schulen
der Stadt Nordhorn, Cornelia
Baumann, statteten der Schule in den neuen Räumlichkeiten
einen Besuch ab. Beide hoben das Engagement der neuen
Schulleiterin der Außenstelle, Doris Domnick, hervor. "Sie ist
der führende Kopf dieser Bewegung und ich bin froh, dass sie
zugesagt hat, diese Aufgabe zu übernehmen", äußert der
Bürgermeister. An der neuen Aüßenstelle werden in
diesem Schuljahr 82 Schüler unterrichtet (GN, 2.9.2010).
Die Internetseite der
Montessori-Initiative ist unter
der Adresse www.montessori-nordhorn.de
zu
erreichen.
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