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2008
- Für
die Schulausschusssitzung der Stadt Nordhorn am 2. Juli 2008 ist
folgender Tagesordnungspunkt vorgesehen:
"Schulentwicklungsplanung
der Schulen in städtischer Trägerschaft unter
Berücksichtigung des demografischen Wandels".
Ein weiterer Tagesordnungspunkt lautet:
"Planung einer
Klausurtagung des Nordhorner Schulausschusses zum
Thema ´Schulentwicklungsplanung 2008 - 2018`- Antrag der
SPD-Fraktion vom 12.6.2008"
Zum ersten Tagesordnungspunkt legt die Verwaltung einen
Beschlussvorschlag vor. Es folgt eine ausführliche
Begründung. Es sind außerdem fünf Anlagen
beigefügt. Als Beratungsfolge sind vorgesehen: Schulausschuss
2.7.2008; Verwaltungsausschuss 6.8.2008; Rat 11.9.2008.
Der Beschlussvorschlag lautet:
"Die Verwaltung wird beauftragt, folgende Maßnahmen vorzubereiten:
1) Die Grundschule Burgschule wird mittelfristig aufgelöst.
2) Die Grundschule Elisabeth (Konfessionsschule) wird künftig in
die Grundschule Blanke integriert. Dabei sind folgende Varianten
zu prüfen:
a) Die Grundschule Elisabeth verliert ihren
Konfessionsstatus und geht in die Grundschule Blanke auf.
b) Die Grundschule Elisabet behält ihren
Konfessionsstatus und wird räumlich in die Grundschule Blanke
integriert.
3) Der Schulbezirk Nord wird neu strukturiert. Dabei sind folgende
Varianten zu prüfen:
a) Zwei der dortigen Grundschulen werden
zukünftig als Regelschulen und eine der dortigen drei Schulen als
Grundschule mit
ausschließlichem
Montessoriprofil geführt.
b)
Zwei Grundschulen des Schulbezirks Nord werden als
ausschließliche
Regelschulen weitergeführt, der Montessorizweig an
der Grundschule
Pestalozzi wird aufgelöst. Ei entsprechender Ratsbeschluss ist
herbeizuführen.
Eine Grundschule des Schulbezirks Nord wird sukzessive
aufgelöst.
Um weiterhin ein Montessoriangebot in Nordhorn vorzuhalten, wird die
Grundschule Südblanke zukünftig komplett als
Grundschule mit
Montessoriprofil geführt.
4) Im Sekundarbereich I werden die
vorhandenen drei Hauptschulen auf zwei Hauptschulen reduziert und
für
diese entsprechend
neue Schulbezirke
festgelegt."
(Quelle: Verwaltungsvorlage vom 11.6.2008)
Die Entwicklung
der Schülerzahlen
in Nordhorn ist von der
Verwaltung im Auftrag der politischen Vertreter erarbeitet worden. Bis
zum Jahre 2013/14 müssen die Grundschulen mit einem Rückgang
von 418 Schülern, die Hauptschulen von mehr als 300 Schülern
rechnen, wobei die Schulen im unterschiedlichen Ausmaß von dem
Rückgang betroffen sind. Lediglich an den Realschulen bleiben die
Schülerzahlen stabil und steigen sogar vorübergehend. Auf der
Grundlage dieser Zahlen schlägt die Verwaltung vor, mittelfristig
einige Schulen aufzulösen, wobei auch Alternativkonzepte vorgelegt
werden.
Zum oben aufgeführten Beschlussvorschlag führt die Verwaltung
in ihrer Begründung zu den einzelnen Maßnahmen aus:
Stadtteil Blanke
- Die Raumkapazität für beide Varianten zur Aufnahme der
Elisabeth-Grundschule an der Grundschule Blanke ist gegeben, sofern
dortige derzeitige Fremdbenutzer ganz oder teilweise aus dem
Gebäude ausziehen.
- Der Schulweg für die betroffenen Schüler ändert sich
nur geringfügig.
- Erforderliche bauliche Investitionen an der Elisabeth-Grundschule
würden entfallen.
Nordhorner Innenstadt
- Bei Auflösung der Burgschule werden die Schüler durch
Veränderung der Schulbezirksgrenzen der Altendorfer Schule, der
Stadtflurschule, der Ernst-Moritz-Arendt-Schule und der Waldschule
zugeordnet.
- Für die Auflösung der Burgschule sprechen folgende
wesentliche Gründe: Hoher Ausländeranteil (38 % der
Schüler)/ fehlende eigene Turnhalle/ erforderliche
Baumaßnahmen (Heizungsanlage, Schulhofsanierung)/ ungünstige
Verkehrslage für eine Schule/ Stärkung und Auslastung der
benachbarten Schulen.
Schulbezirk Nord
- In der Pestalozzischule ist es nicht gelungen, zwischen Regelschule
und dem Montessorizweig den erforderlichen Schulfrieden herzustellen.
- Die Verwaltng schlägt folgende Varianten vor:
1) Pestalozzischule und Grundschule Bookholt werden Regelschulen, die
Grundschule am Roggenkamp wird Grundschule mit Montessoriprofil,
2) Pestalozzischule läuft aus, es verbleiben die Grundschule am
Roggenkamp und die Grundschule Bookholt als Regelschulen. Die
Grundschule Südblanke erhält ein Montessoriprofil.
3) Die Grundschule Bookholt läuft aus. Es verbleiben als
Regelschulen die Pestalozzischule und die Grundschule am Roggenkamp.
Die Grundschule Südblanke erhält ein Montessoriprofil.
Veränderungen im
Sekundarbereich I
- Die Elisabeth-Hauptschule läuft aus. Es verbleiben die
Hauptschulen Deegfeld und Frensdorf, die eigene Schulbezirke erhalten.
Zur Vorbereitung dieser Maßnahmen
will sich die
Verwaltung den Auftrag des Schulausschusses einholen. Die Politiker
halten es in der Schulausschusssitzung für falsch, Lösungsvorschläge
ohne Rücksprache mit der Politik in
die Öffntlichkeit zu tragen. Mit einem für die
Bevölkerung hoch sensiblen Thema müsse sensibler umgegangen
und zunächst ein schlüssiges Gesamtkonzept erarbeitet werden.
Die Verwaltungsvorlage wird in der Schulausschusssitzung nicht
diskutiert und auf einstimmigen Beschluss der Mitglieder von der
Tagesordnung genommen. Der Ausschuss
plädiert einmütig dafür, das Thema direkt nach den
Sommerferien während einer Klausurtagung mit externen Experten und
Moderatoren zu behandeln (GN vom 24.4., 27.6 und 4.7.2008; Leserbriefe).
Die vorgesehene Klausurtagung findet am
7. November statt. Es werden folgende Vorschläge erarbeitet:
- Sekundarbereich
I:
Schaffung einer Haupt- und Realschule am Standort Blanke unter
Einbeziehung der Schaffung eins Offenen Ganztagsangebotes.
- Grundschule
Elisabeth und
Grundschule Blanke: Ernsthafte Standortsuche für eine
verbleibende kath. Grundschule in Nordhorn
- Nordhorner
Innenstadt:
Prüfung einer Schließung der GS Burgschule zum Schuljahr
2010/11 unter folgenden Voraussetzungen
- 1 1/2 Jahre
kommissarische Leitung
- Keine neuen Einschulungen ab
dem Schuljahr 2009/10
- Verteilung der Klassen 3 und
4 im Klassenverband (einschl. KlassenlehrerIn)
- Schulbezirk
Nord: Auf Dauer soll es im Schulbezirk zwei Regelschulen und
eine
Regelschule mit einheitlichem Montessoriprofil geben. Für
die Regelschulen gelten feste Schulbezirke, für die Regelschule
mit Montessoriprofil soll es einen Schulbezirk Nordhorn geben.
Im
Protokoll der Klausurtagung heißt es: "Ob und wenn ja,
welche Schule komplett mit dem Montessori-Profil arbeiten wird, ist
derzeit vollkommen offen". Die Entscheidung liege allein beim
Schulvorstand und der Gesamtkonferenz, nicht beim Schulträger
oder der Landesschulbehörde (GN, 6.12.2008).
2009
- Die Vorschläge der Klausurtagung
finden weitgehend Berücksichtigung in der Beschlussvorlage der
Verwaltung für den Schulausschuss in seiner Sitzung am 29. Januar
2009. Dabei geht es u.a. um eine mögliche Schließung der
Burgschule, eine Neustrukturierung des Schulbezirks Nord und eine
Zusammenfassung der Hauptschule und der Realschule im Stadtteil Blanke
unter einer gemeinsamen Schulleitung sowie unter Beibehaltung beider
Schulzweige.
Für die Elisabeth-Grundschule
schlägt die Verwaltung vor, dass zum Schuljahrsbeginn 2009/10 ein
gemeinsamer Schulbezirk für die GS Blanke und die Elisabeth-GS
eingerichtet wird. Alle Kinder besuchen die GS Blanke. Zum 1. Februar
2010 wird die Elisabeth-GS mit dem Eintritt des Schulleiters in den
Ruhestand aufgelöst. Für Schüler, die eine
Konfessionsschule besuchen wollen, besteht die Möglichkeit der
Einschulung in die kath. Marienschule. Das Bistum Osnabrück ist
mit der Aufhebung der Elisabeth-GS als kath. Bekenntnisschule
einverstanden
Der Schulelternrat der Elisabeth-GS
spricht sich dagegen für den
Fortbestand der Schule als Gemeinschaftsschule mit einem
vergrößerten Schulbezirk bis zur Denekamper Straße
aus. Es erfolgen eine Unterschriftenaktion mit mehr als 1000
Unterschriften und ein Protestzug mit rund 80 Eltern, Schülern und
Lehrern durch die Innenstadt. Da die Einrichtung einer
eigenständigen Gemeinschaftsschule aus rechtlichen Gründen
nicht möglich ist, wären die Eltern mit einer
Außenstelle der GS Blanke am Standort der Elisabeth-GS
einverstanden. Der Bürgermeister sagt eine Überprüfung
dieser gewünschten Regelung zu (GN, 20.1. und 28.1.2009).
Gegen den Vorschlag, die Hauptschule und die Realschule an der Blanke
unter einer Schulleitung zusammenzufassen, spricht sich der Schulvorstand der
Gerhart-Hauptmann-Realschule aus (GN, 22.1.2009).
In der Schulausschusssitzung am 29. Januar werden gemäß der
Beschlussvorlagen lediglich weitere Arbeitsaufträge an die
Verwaltung erteilt, jedoch keine Entscheidungen getroffen (GN,
31.1.2009 mit Kommentar und Leserbriefe).
In der Schulausschusssitzung
am 26.
März werden wichtige Weichen für die weitere
Schulentwicklung
in Nordhorn gestellt. Es werden folgende Beschlussempfehlungen
ausgesprochen:
- Die Gerhart-Hauptmann-Realschule
und die Elisabeth-Hauptschule
sollen ab dem Schulhalbjahr 2009/10 als zusammengefasste Haupt- und
Realschule mit einheitlicher Leitung und einem Schulvorstand
geführt werden.
- Ab dem kommenden Schuljahr 2009/10 sollen an der Burgschule keine
Einschulungen mehr vorgenommen werden. Die Schulanfänger werden
auf die Schulbezirke der Grundschulen Waldschule, Altendorf, Stadtflur
und Ernst-Moritz-Arendt aufgeteilt. Die Klassen 2 bis 4 sollen weiter
an der Burgschule unterrichtet werden. Durch den Bechluss wird keine
Vorentscheidung für eine Nachnutzung der Burgschule getroffen.
- Die Grundschule Elisabeth
soll zum nächsten Schuljahr 2009/10 aufgelöst werden. Die
Schüler wechseln zur Grundschule Blanke. Die Klassenverbände
bleiben bestehen. Es fehlt jedoch noch die Abstimmung der Eltern zur
Aufhebung der Konfessionsschule, die jedoch inzwischen ihr
Einverständnis signalisiert haben.
Zu Beginn der gut besuchten Sitzung
benutzen mehrere Zuhörer die Bürgerfragestunde, um sich nach
den Planungen über die Zukunft des Montessori-Angebotes in
Nordhorn zu erkundigen. Nach Vorstellungen der Montessori-Initiative
könnte der bisher an der Pestalozzischule angesiedelte
Montessori-Zweig am Standort der Burgschule untergebracht werden. Die
Frage soll in einer Schulausschusssitzung nach den Osterferien
behandelt werden (GN, 28.3.2009 und Kommentar).
Einzelheiten zur Zukunft der Montessorischule finden Sie unter: "Der Montessori-Schulzweig in Nordhorn".
Die SPD fordert eine umfassende auch auf
Qualitätsfragen
bezogene Schulentwicklungsplanung. Damit soll die Verwaltung
beauftragt werden. Nicht nur Zahlen über Schulkinder, sonderb
inhaltlich-thematische Ziele müssten die Entwicklung leiten wie
Integrationsgesichtspunkte, die allgemeine Einführung der
Ganztagsform an allen Schulen oder Fördermöglichkeiten.
Gefordert wird auch eine enge Kooperation von Jugendhilfe und Schule
(GN, 18.4.2009).
Schulbezirk
Nord
Entgegen den ursprünglichen Asichtserklärungen seitens der
Politik und Verwaltung wird vorerst doch keine Grundschule im Schulbezirk Nord
geschlossen. Der Schulausschuss lehnt entsprechende
Vorschläge der Verwaltung ab und will erst einmal in Klausur
gehen. Dort soll dann das weitere Vorgehen diskutiert werden und dabei
die Aufteilung der Schulbezirke im gesamten Stadtgebiet auf dem
Prüfstand stehen.
Zu der Sitzung heißt
es in den GN vom 3.6.2010:
"Die heutige
Vorlage
kommt nicht überraschend“, betonte Schuldezernentin Cornelia
Baumann und ging in ihrer Antwort noch einmal auf die
Vorgeschichte
ein. Die hat bekanntlich mit der Zukunft des Montessori-Zweigs zu
tun. Dieser war viele Jahr an der Pestalozzischule etabliert neben
der Regelschule. Das Modell einer Grundschule mit zwei
pädagogischen
Profilen war aber nicht mehr haltbar. Deswegen sollte versucht
werden, dass sich eine der drei Grundschulen im Bezirk Nord komplett
für das Montessori-Profil entscheidet. In den
Vermittlungsbemühungen wurde mehrfach deutlich gemacht, dass
andernfalls eine der drei Grundschulen geschlossen werden müsse.
Dennoch sind die Verhandlungen gescheitert
Jetzt wird der
Montessori-Zweig zum nächsten Schuljahr als Außenstelle
der Grundschule Klausheide in die Innenstadt umziehen– und zwar in
das Gebäude der Astrid-Lindgren-Schule. Die Schüler dieser
Förderschule, die aus dem ganzen Kreisgebiet kommen, wechseln im
Gegenzug in die frei werdenden Räume an der Pestalozzischule,
zunächst auch in den auf dem Gelände befindlichen Pavillon.
Dieser soll allerdings laut Ratsbeschluss „zum
nächstmöglichen
Zeitpunkt entfernt werden“.
Nun werden nach dem
derzeitigen Stand
der Anmeldungen 55 von den 85 Schülern des Montessori-Zweigs aus
dem Schulbezirk Nord in die Innenstadt ziehen. Entsprechend wird die
Gesamtzahl der Grundschüler im Schulbezirk Nord sinken –
zusätzlich zu dem demografisch bedingten Rückgang der
Schülerzahlen. Die entsprechenden mittelfristigen Prognosen
weisen aus, dass „in den nächsten Jahren im Schulbezirk Nord
nahezu konstant pro Schuljahr in Klasse 1 drei Klassenbildungen
ausreichend sind“. Diese Zahl ist laut Vorlage der Verwaltung „mit
den vorhandenen Klassenräumen in den Grundschulen Roggenkamp und
Bookholt kompatibel“.
Bei der
Überlegung, welche Schule
geschlossen werden sollte, hält die Verwaltung die Auflösung
der Grundschule Bookholt nicht für sinnvoll. Denn dann
müssten
die Schüler aus diesem Bereich sehr weite Wege in Kauf nehmen.
Bei allen Abwägungen müsse zudem ein „wahrscheinlicher
Weggang des Schulleiters der Pestalozzischule zum kommenden
Schuljahr“ bedacht werden.
In der
Schulausschusssitzung einigt man sich letztendlich auf weitere
Diskussionen in einer Klausur."
Im Kommentar hierzu heißt es: Letztendlich ist die Entscheidung
nur aufgeschoben. Spätestens in einigen Jahren wird sie fallen -
nichtzuletzt aus Kostengründen (GN, 3.6.2010)
Fortsetzung folgt!
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