Grafschafter Schulgeschichte

Stadtschule 

Nordhorn 1865

Volksschule 

Bakelde 1953

Burgschule

2006

Volksschule

Hestrup 1960

Gymnasium

Nordhorn 1960

Anne-Frank

Schule 1973

 Schulentwicklungsplanung in Nordhorn - ab 2008

2008 - Für die Schulausschusssitzung der Stadt Nordhorn am 2. Juli 2008 ist folgender Tagesordnungspunkt vorgesehen:
"Schulentwicklungsplanung der Schulen in städtischer Trägerschaft unter Berücksichtigung des demografischen Wandels".
Ein weiterer Tagesordnungspunkt lautet:
"Planung einer Klausurtagung des Nordhorner Schulausschusses zum Thema  ´Schulentwicklungsplanung 2008 - 2018`- Antrag der SPD-Fraktion vom 12.6.2008"
Zum ersten Tagesordnungspunkt legt die Verwaltung einen Beschlussvorschlag vor. Es folgt eine ausführliche Begründung. Es sind außerdem fünf Anlagen beigefügt. Als Beratungsfolge sind vorgesehen: Schulausschuss 2.7.2008; Verwaltungsausschuss 6.8.2008; Rat 11.9.2008.
Der Beschlussvorschlag lautet:
"Die Verwaltung wird beauftragt, folgende Maßnahmen vorzubereiten:
1)  Die Grundschule Burgschule wird mittelfristig aufgelöst.
2) Die Grundschule Elisabeth (Konfessionsschule) wird künftig in die Grundschule Blanke integriert. Dabei sind folgende Varianten
    zu prüfen:
    a) Die Grundschule Elisabeth verliert ihren Konfessionsstatus und geht in die Grundschule Blanke auf.
    b) Die Grundschule Elisabet behält ihren Konfessionsstatus und wird räumlich in die Grundschule Blanke integriert.
3) Der Schulbezirk Nord wird neu strukturiert. Dabei sind folgende Varianten zu prüfen:
    a) Zwei der dortigen Grundschulen werden zukünftig als Regelschulen und eine der dortigen drei Schulen als Grundschule mit
        ausschließlichem Montessoriprofil geführt.
      b) Zwei Grundschulen des Schulbezirks Nord werden als ausschließliche Regelschulen weitergeführt, der Montessorizweig an 
         der Grundschule Pestalozzi wird aufgelöst. Ei entsprechender Ratsbeschluss ist herbeizuführen.
         Eine Grundschule des Schulbezirks Nord wird sukzessive aufgelöst.
         Um weiterhin ein Montessoriangebot in Nordhorn vorzuhalten, wird die Grundschule Südblanke zukünftig komplett als  
         Grundschule mit Montessoriprofil geführt.
4) Im Sekundarbereich I werden die vorhandenen drei Hauptschulen auf zwei Hauptschulen reduziert und für diese entsprechend
   neue Schulbezirke festgelegt."
(Quelle: Verwaltungsvorlage vom 11.6.2008)

Die Entwicklung der Schülerzahlen in Nordhorn ist von der Verwaltung im Auftrag der politischen Vertreter erarbeitet worden. Bis zum Jahre 2013/14 müssen die Grundschulen mit einem Rückgang von 418 Schülern, die Hauptschulen von mehr als 300 Schülern rechnen, wobei die Schulen im unterschiedlichen Ausmaß von dem Rückgang betroffen sind. Lediglich an den Realschulen bleiben die Schülerzahlen stabil und steigen sogar vorübergehend. Auf der Grundlage dieser Zahlen schlägt die Verwaltung vor, mittelfristig einige Schulen aufzulösen, wobei auch Alternativkonzepte vorgelegt werden.
Zum oben aufgeführten Beschlussvorschlag führt die Verwaltung in ihrer Begründung zu den einzelnen Maßnahmen aus:
Stadtteil Blanke
- Die Raumkapazität für beide Varianten zur Aufnahme der Elisabeth-Grundschule an der Grundschule Blanke ist gegeben, sofern dortige derzeitige Fremdbenutzer ganz oder teilweise aus dem Gebäude ausziehen.
- Der Schulweg für die betroffenen Schüler ändert sich nur geringfügig.
- Erforderliche bauliche Investitionen an der Elisabeth-Grundschule würden entfallen.
Nordhorner Innenstadt
- Bei Auflösung der Burgschule werden die Schüler durch Veränderung der Schulbezirksgrenzen der Altendorfer Schule, der Stadtflurschule, der Ernst-Moritz-Arendt-Schule und der Waldschule zugeordnet.
- Für die Auflösung der Burgschule sprechen folgende wesentliche Gründe: Hoher Ausländeranteil (38 % der Schüler)/ fehlende eigene Turnhalle/ erforderliche Baumaßnahmen (Heizungsanlage, Schulhofsanierung)/ ungünstige Verkehrslage für eine Schule/ Stärkung und Auslastung der benachbarten Schulen.
Schulbezirk Nord
- In der Pestalozzischule ist es nicht gelungen, zwischen Regelschule und dem Montessorizweig den erforderlichen Schulfrieden herzustellen.
- Die Verwaltng schlägt folgende Varianten vor:
1) Pestalozzischule und Grundschule Bookholt werden Regelschulen, die Grundschule am Roggenkamp wird Grundschule mit Montessoriprofil,
2) Pestalozzischule läuft aus, es verbleiben die Grundschule am Roggenkamp und die Grundschule Bookholt als Regelschulen. Die Grundschule Südblanke erhält ein Montessoriprofil.
3) Die Grundschule Bookholt läuft aus. Es verbleiben als Regelschulen die Pestalozzischule und die Grundschule am Roggenkamp. Die Grundschule Südblanke erhält ein Montessoriprofil.
Veränderungen im Sekundarbereich I
- Die Elisabeth-Hauptschule läuft aus. Es verbleiben die Hauptschulen Deegfeld und Frensdorf, die eigene Schulbezirke erhalten.

Zur Vorbereitung dieser Maßnahmen will sich die Verwaltung den Auftrag des Schulausschusses einholen. Die Politiker halten es in der Schulausschusssitzung für falsch, Lösungsvorschläge ohne Rücksprache mit der Politik in die Öffntlichkeit zu tragen. Mit einem für die Bevölkerung hoch sensiblen Thema müsse sensibler umgegangen und zunächst ein schlüssiges Gesamtkonzept erarbeitet werden. Die Verwaltungsvorlage wird in der Schulausschusssitzung nicht diskutiert und auf einstimmigen Beschluss der Mitglieder von der Tagesordnung genommen. Der Ausschuss plädiert einmütig dafür, das Thema direkt nach den Sommerferien während einer Klausurtagung mit externen Experten und Moderatoren zu behandeln (GN vom 24.4., 27.6 und 4.7.2008; Leserbriefe).

Die vorgesehene Klausurtagung findet am 7. November statt. Es werden folgende Vorschläge erarbeitet:

- Sekundarbereich I: Schaffung einer Haupt- und Realschule am Standort Blanke unter Einbeziehung der Schaffung eins Offenen Ganztagsangebotes.

- Grundschule Elisabeth und Grundschule Blanke: Ernsthafte Standortsuche für eine verbleibende kath. Grundschule in Nordhorn

- Nordhorner Innenstadt: Prüfung einer Schließung der GS Burgschule zum Schuljahr 2010/11 unter folgenden Voraussetzungen
   - 1 1/2 Jahre kommissarische Leitung
   - Keine neuen Einschulungen ab dem Schuljahr 2009/10
   - Verteilung der Klassen 3 und 4 im Klassenverband (einschl. KlassenlehrerIn)

- Schulbezirk Nord: Auf Dauer soll es im Schulbezirk zwei Regelschulen und eine Regelschule mit einheitlichem  Montessoriprofil geben. Für die Regelschulen gelten feste Schulbezirke, für die Regelschule mit Montessoriprofil soll es einen Schulbezirk Nordhorn geben.
Im Protokoll der Klausurtagung heißt es: "Ob und wenn ja, welche Schule komplett mit dem Montessori-Profil arbeiten wird, ist derzeit vollkommen offen". Die Entscheidung liege allein beim Schulvorstand und der Gesamtkonferenz, nicht beim Schulträger oder der Landesschulbehörde (GN, 6.12.2008).

2009 - Die Vorschläge der Klausurtagung finden weitgehend Berücksichtigung in der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Schulausschuss in seiner Sitzung am 29. Januar 2009. Dabei geht es u.a. um eine mögliche Schließung der Burgschule, eine Neustrukturierung des Schulbezirks Nord und eine Zusammenfassung der Hauptschule und der Realschule im Stadtteil Blanke unter einer gemeinsamen Schulleitung sowie unter Beibehaltung beider Schulzweige.

Für die Elisabeth-Grundschule schlägt die Verwaltung vor, dass zum Schuljahrsbeginn 2009/10 ein gemeinsamer Schulbezirk für die GS Blanke und die Elisabeth-GS eingerichtet wird. Alle Kinder besuchen die GS Blanke. Zum 1. Februar 2010 wird die Elisabeth-GS mit dem Eintritt des Schulleiters in den Ruhestand aufgelöst. Für Schüler, die eine Konfessionsschule besuchen wollen, besteht die Möglichkeit der Einschulung in die kath. Marienschule. Das Bistum Osnabrück ist mit der Aufhebung der Elisabeth-GS als kath. Bekenntnisschule einverstanden
Der Schulelternrat der Elisabeth-GS spricht sich dagegen für den Fortbestand  der Schule als Gemeinschaftsschule mit einem vergrößerten Schulbezirk bis zur Denekamper Straße aus. Es erfolgen eine Unterschriftenaktion mit mehr als 1000 Unterschriften und ein Protestzug mit rund 80 Eltern, Schülern und Lehrern durch die Innenstadt. Da die Einrichtung einer eigenständigen Gemeinschaftsschule aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, wären die Eltern mit einer Außenstelle der GS Blanke am Standort der Elisabeth-GS einverstanden. Der Bürgermeister sagt eine Überprüfung dieser gewünschten Regelung zu (GN, 20.1. und 28.1.2009).
Gegen den Vorschlag, die Hauptschule und die Realschule an der Blanke unter einer Schulleitung zusammenzufassen, spricht sich der Schulvorstand der Gerhart-Hauptmann-Realschule aus (GN, 22.1.2009).
In der Schulausschusssitzung am 29. Januar werden gemäß der Beschlussvorlagen lediglich weitere Arbeitsaufträge an die Verwaltung erteilt, jedoch keine Entscheidungen getroffen (GN, 31.1.2009 mit Kommentar und Leserbriefe).

In der Schulausschusssitzung am 26. März werden wichtige Weichen für die weitere Schulentwicklung in Nordhorn gestellt. Es werden folgende Beschlussempfehlungen ausgesprochen:
- Die Gerhart-Hauptmann-Realschule und die Elisabeth-Hauptschule sollen ab dem Schulhalbjahr 2009/10 als zusammengefasste Haupt- und Realschule mit einheitlicher Leitung und einem Schulvorstand geführt werden.
- Ab dem kommenden Schuljahr 2009/10 sollen an der Burgschule keine Einschulungen mehr vorgenommen werden. Die Schulanfänger werden auf die Schulbezirke der Grundschulen Waldschule, Altendorf, Stadtflur und Ernst-Moritz-Arendt aufgeteilt. Die Klassen 2 bis 4 sollen weiter an der Burgschule unterrichtet werden. Durch den Bechluss wird keine Vorentscheidung für eine Nachnutzung der Burgschule getroffen.
- Die Grundschule Elisabeth soll zum nächsten Schuljahr 2009/10 aufgelöst werden. Die Schüler wechseln zur Grundschule Blanke. Die Klassenverbände bleiben bestehen. Es fehlt jedoch noch die Abstimmung der Eltern zur Aufhebung der Konfessionsschule, die jedoch inzwischen ihr Einverständnis signalisiert haben.

Zu Beginn der gut besuchten Sitzung benutzen mehrere Zuhörer die Bürgerfragestunde, um sich nach den Planungen über die Zukunft des Montessori-Angebotes in Nordhorn zu erkundigen. Nach Vorstellungen der Montessori-Initiative könnte der bisher an der Pestalozzischule angesiedelte Montessori-Zweig am Standort der Burgschule untergebracht werden. Die Frage soll in einer Schulausschusssitzung nach den Osterferien behandelt werden (GN, 28.3.2009 und Kommentar).
Einzelheiten zur Zukunft der Montessorischule finden Sie unter: "Der Montessori-Schulzweig in Nordhorn".

Die SPD fordert eine umfassende auch auf Qualitätsfragen bezogene Schulentwicklungsplanung. Damit soll die Verwaltung beauftragt werden. Nicht nur Zahlen über Schulkinder, sonderb inhaltlich-thematische Ziele müssten die Entwicklung leiten wie Integrationsgesichtspunkte, die allgemeine Einführung der Ganztagsform an allen Schulen oder Fördermöglichkeiten. Gefordert wird auch eine enge Kooperation von Jugendhilfe und Schule (GN, 18.4.2009).

Schulbezirk Nord
Entgegen den ursprünglichen Asichtserklärungen seitens der Politik und Verwaltung wird vorerst doch keine Grundschule im Schulbezirk Nord geschlossen. Der Schulausschuss lehnt entsprechende Vorschläge der Verwaltung ab und will erst einmal in Klausur gehen. Dort soll dann das weitere Vorgehen diskutiert werden und dabei die Aufteilung der Schulbezirke im gesamten Stadtgebiet auf dem Prüfstand stehen.
Zu der Sitzung heißt es in den GN vom 3.6.2010:

"Die heutige Vorlage kommt nicht überraschend“, betonte Schuldezernentin Cornelia Baumann und ging in ihrer Antwort noch einmal auf die Vorgeschichte ein. Die hat bekanntlich mit der Zukunft des Montessori-Zweigs zu tun. Dieser war viele Jahr an der Pestalozzischule etabliert neben der Regelschule. Das Modell einer Grundschule mit zwei pädagogischen Profilen war aber nicht mehr haltbar. Deswegen sollte versucht werden, dass sich eine der drei Grundschulen im Bezirk Nord komplett für das Montessori-Profil entscheidet. In den Vermittlungsbemühungen wurde mehrfach deutlich gemacht, dass andernfalls eine der drei Grundschulen geschlossen werden müsse. Dennoch sind die Verhandlungen gescheitert
Jetzt wird der Montessori-Zweig zum nächsten Schuljahr als Außenstelle der Grundschule Klausheide in die Innenstadt umziehen– und zwar in das Gebäude der Astrid-Lindgren-Schule. Die Schüler dieser Förderschule, die aus dem ganzen Kreisgebiet kommen, wechseln im Gegenzug in die frei werdenden Räume an der Pestalozzischule, zunächst auch in den auf dem Gelände befindlichen Pavillon. Dieser soll allerdings laut Ratsbeschluss „zum nächstmöglichen Zeitpunkt entfernt werden“.
Nun werden nach dem derzeitigen Stand der Anmeldungen 55 von den 85 Schülern des Montessori-Zweigs aus dem Schulbezirk Nord in die Innenstadt ziehen. Entsprechend wird die Gesamtzahl der Grundschüler im Schulbezirk Nord sinken – zusätzlich zu dem demografisch bedingten Rückgang der Schülerzahlen. Die entsprechenden mittelfristigen Prognosen weisen aus, dass „in den nächsten Jahren im Schulbezirk Nord nahezu konstant pro Schuljahr in Klasse 1 drei Klassenbildungen ausreichend sind“. Diese Zahl ist laut Vorlage der Verwaltung „mit den vorhandenen Klassenräumen in den Grundschulen Roggenkamp und Bookholt kompatibel“.
Bei der Überlegung, welche Schule geschlossen werden sollte, hält die Verwaltung die Auflösung der Grundschule Bookholt nicht für sinnvoll. Denn dann müssten die Schüler aus diesem Bereich sehr weite Wege in Kauf nehmen. Bei allen Abwägungen müsse zudem ein „wahrscheinlicher Weggang des Schulleiters der Pestalozzischule zum kommenden Schuljahr“ bedacht werden.
In der Schulausschusssitzung einigt man sich letztendlich auf weitere Diskussionen in einer Klausur."
Im Kommentar hierzu heißt es: Letztendlich ist die Entscheidung nur aufgeschoben. Spätestens in einigen Jahren wird sie fallen - nichtzuletzt aus Kostengründen (GN, 3.6.2010)

Fortsetzung folgt!