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Im Jahre 2006 beginnt die
Diskussion um die Errichtung eines zweiten
Gymnasiums in Nordhorn. Zur Vorgeschichte ist auszuführen, dass
der Kreistag schon vor 38 Jahren (siehe Gymnasium,
1966 - 1970; auch GN,
26.5.2006) am 16.9.1968 beschlossen hat, in Nordhorn ein zweites
Gymnasium zu bauen. Im Mai 1970 wird jedoch die Baumaßnahme mit
der Begründung nicht weiter verfolgt, weil die Schülerzahlen
rückläufig seien und in Niedersachsen eine klare
Schulkonzeption fehle. Schon bald beginnen dann die Diskussionen um die
Einführung der Orientierungsstufe in Niedersachsen
Ein weiterer Vorstoß für
ein zweites Gymnasium erfolgt
Anfang 2004 durch den Kirchenkreistag des lutherischen
Kirchenkreises Emsland/Grafschaft Bentheim, das in gemeinsamer
Trägerschaft mit der reformierten Kirche geführt werden soll.
Dies wird trotz der bestehenden Unwägbarkeiten auch vom damaligen
Oberkreisdirektor Brüggemann grundsätzlich begrüßt,
weil ein
evangelisches Gymnasium als Angebotsschule eine Bereicherung für
die Grafschaft wäre (GN, 6.2. und 7.2.2004). In einer Sondersynode
befasst sich die reformierte Kirche mit dem Thema. Während von
einigen Gemeinden die Beteiligung an einer Schulträgerschaft
begrüßt wird, stehen andere dem Vorhaben wegen der
angespannten Finanzlage eher skeptisch gegenüber. Eine
verbindliche Abstimmung ist nicht vorgesehen (GN, 5.3.2004). Nach
Aussagen der lutherischen Landeskirche sollen ab Januar 2005
Verhandlungen mit dem Kultusministerium, dem Landkreis und der Stadt
Nordhorn aufgenommen werden (GN, 4.12.2004). Diese führen jedoch
zunächst zu keinem Ergebnis, da das Nordhorner Gymnasium nach
Auffassung des Landkreises auf Wunsch des Gymnasiums als einziges
Gymnasium in Nordhorn mit allen Bildungsschwerpunkten
erhalten bleiben soll.
Nach Auflösung der
Orientierungsstufen im Jahre 2004 entscheidet
dann der Landkreis, zwei Schuljahrgänge in eine
Außenstelle auf dem NINO-Gelände
auszugliedern.
Angesichts der explodierenden
Schülerzahlen im Gymnasium Nordhorn kommt es im
Frühjahr 2006 zu einem Umdenken. Die Klassen 5 bis 8 sind
inzwischen siebenzügig, die Klassen 9 und 10 sechszügig. Die
Schülerzahlen sind in den letzten beiden Jahren von 900 auf knapp
1.600 gestiegen, das Lehrerkollegium ist in der gleichen Zeit von 70
auf 115 aufgestockt worden.
In einer Schulausschusssitzung des
Landkreises am 23.3.2006 berichtet
Studiendirektor Lübke
als Gast über die Situation am Gymnasium. Die organisatorischen
Grenzen des Schulbetriebes seien erreicht. Das jetzige System sei nicht
weiter tragbar, zumal mit weiter steigenden Schülerzahlen zu
rechnen sei. Zumindest für den Sekundar-I-Bereich wünsche
sich die Schulleitung ein zweites Gymnasium, wofür sich die
Außenstelle des Gymnasiums als Standort anbiete (GN, 28.3, 29.3.
und 1.4.2006).
Die Verwaltung des Landkreises
spricht sich dagegen in der
Schulausschusssitzung am 23.5.2006 gegen ein weiteres Gymnasium in
staatlicher Trägerschaft aus. Aufgrund der ab Schuljahr 2013/14
wieder sinkenden Schülerzahlen befürchtet die Verwaltung
leerstehende Räume im Stammgebäude. Sie stellt ein Konzept
für den Ausbau des bestehenden Gymnasiums vor, falls die
lutherische Landeskirche nicht ein für den Landkreis attraktives
Angebot zur Übernahme der Schulträgerschaft für ein
Evangelisches Gymnasium unterbreite. Dann müsse die Angelegenheit
neu beraten werden. Die SPD-Fraktion spricht sich dagegen klar für
die Einrichtung eines zweiten Gymnasiums aus, dessen Einzugsgebiet die
ganze Grafschaft umfassen sollte. Für den Fall, dass es kein
Evangelisches Gymnasium gibt, bleibt die CDU-Fraktion bei dem Vorschlag
für nur ein Gymnasium und die Einrichtung je einer
zusätzlichen Klasse im Missionsgymnasium Bardel (GN, 18., 19. und
20 5., zahlreiche weitere Zeitungsartikel und Leserbriefe).
Ende Mai 2006 nehmen die
lutherische Landeskirche und der Kirchenkreis
Verhandlungen mit der Kreisverwaltung über die
Errichtung eines Evangelischen Gymnasiums in Nordhorn auf, die
sich über mehrere Monate hinziehen (GN, 1.6, 16.6. 2006). Der
Kreistag beschließt dann Ende Juli mit der CDU-/FDP-Mehrheit,
dass der Landkreis kein zweites Gymnasium einrichtet und auf
Verhandlungen mit der lutherischen Kirche über die
Trägerschaft für ein weiteres Gymnasium setzt. Sollte es zu
keiner Einigung kommen, so soll der Standort des Gymnasiums am
Stadtring ausgebaut werden. Zudem soll dann mit dem Missionsgymnasium
in Bardel über die Einrichtung einer weiteren Klasse für
Nordhorner Schüler verhandelt werden (GN, 1.7.2006)
Zur Raumfrage für das Ev.
Gymnasium sieht die Kreisverwaltung vier
Varianten:
-
Das Ev. Gymnasium bezieht die
Außenstelle bei
der Volkshochschule.
-
Das Ev. Gymnasium zieht nach
Baumaßnahmen
zusätzlich in das Gymnasium am Stadtring ein. Eine gemeinsame
Fachraumbenutzung wäre möglich.
-
Das Ev. Gymnasium wird bei der VHS mit
einer
Außenstelle in der Frensdorfer Schule eingerichtet.
-
Das Ev. Gymnasium wird in der Frensdorfer
Schule
eingerichtet (GN, 21.7.2006).
Die Stadt Nordhorn
würde sich bereit erklären,
die Frensdorfer Schule dem Landkreis in einem Mietvertrag unentgeltlich
für ein zweites Gymnasium zur Verfügung zu stellen (GN, 1.7.
und 18.7.2006).
Da es zwischen dem Landkreis und
der Ev.luth. Landeskirche noch unterschiedliche Positionen gibt, ziehen
sich die Verhandlungen in die Länge. In der örtlichen Presse
werden in zahlreichen Leserbriefen die unterschiedlichen
Stellungnahmen veröffentlicht. Im Dezember 2006 wird ein
Förderverein gegründet, der ein Evangelisches Gymnasium in
Nordhorn unterstützen will. Die im Rat vertretenen
Parteien sprechen sich für ein weiteres Gymnasium aus. Ende
Dezember 2006 stehen die Verhandlungen mit der Lutherischen
Landeskirche jedoch fast vor dem Aus.
In einer Veranstaltung der Lutherischen Kirche Anfang Januar 2007 im
Kloster Frenswegen, an der mehr als 200 Zuhörer teilnehmen, geben
alle betroffenen Stellen ihre Stellungnahmen ab. Diese sind
gekennzeichnet durch beschwörende Appelle, nicht nur auf das Geld
zu sehen. In eindringlichen Schilderungen wird auf die beengte
Situation am Gymnasium, auf die umfassenden Kooperationsangebote
seitens der Stadt Nordhorn hingewiesen. Es werden gewichtige fachliche
Argumente vorgetragen. Der Landrat äußert weiterhin
finanzielle Bedenken. Die Landeskirchenrätin Dr. Kerstin
Gäfgen-Track drängt auf eine baldige Entscheidung. Es
gäbe mehrere weitere Bewerber im Lande für ein Ev. Gymnasium
(GN, 9.1. und 11.1.; GW, 17.01.2007).
Für den Fall, dass in Kürze kein akzeptables Angebot zur
Schaffung eines kirchlichen Gymnasiums vorliege, soll nach einem
einstimmigen Beschluss des Kreistages am 1. März 2007 zum
Schuljahr 2008/09 ein weiteres Gymnasium in Trägerschaft des
Landkreises gegründet werden. Damit wird der alte Beschluss vom
Juli 2006 aufgehoben (GN, 3.3.2007).
Am 13. April legt der Landkreis der Luth. Landeskirche ein Angebot
für eine vertragliche Regelung vor, das folgende Eckpunkte
enthält:
- Die Räume der jetzigen Außenstelle auf dem
NINO-Gelände, die mit einem Kostenaufwand von ca. 3 Mill. € im
Jahre 2004 errichtet wurden, werden der Luth. Landeskirche für die
Dauer der Nutzung als Gymnasium mietfrei überlassen.
- Der Landkreis errichtet die weiteren Unterrichts- und
Funktionsräume auf dem NINO- Gelände und stellt diese der
Luth. Landeskirche für die Dauer der Nutzung als Gymnasium
mietfrei zu Verfügung. Hierbei entstehen dem Landkreis Kosten in
Höhe von rd. 5,5 Mill. € zzgl. Grunderwerbskosten.
- Der Landkreis trägt alle Kosten für die Unterhaltung von
Dach und Fach der genannten Immobilien. Für die laufende
Unterhaltung
ist die Ev. Landeskirche als Mieter verantwortlich.
- Die Erstausstattung mit Mobiliar übernimmt der Landkreis. Die
Kosten für Ersatzbeschaffung trägt die Luth. Landeskirche.
- Der Landkreis zahlt der Luth. Landeskirche einen Festbetragszuschuss
zu den Betriebskosten von 200 € pro Jahr für jeden Schüler
aus der Grafschaft.
- Die Unterrichtsräume stehen der VHS kostenlos für eine
Nutzung zur Verfügung.
- Die inhaltlichen Schwerpunkte des Gymnasiums sind mit dem Landkreis
und mit dem Gymnasium Nordhorn abzustimmen.
Eine Turnhalle kann erst zu einem späteren Zeitpunkt gebaut
werden, so dass der Sportunterricht zunächst ausgelagert werden
muss. Hiergegen wendet sich die SPD, die den sofortigen Bau einer
Sporthalle einschließlich einer Freisportanlage fordert.
(Quellen:
Vorlage des Landkreises zur Schulausschusssitzung am 2.5.2007; GN,
17.4. und 4.5.; GW, 25.4.; GN, 12.7.2007)
Das Land Niedersachsen und die hannoversche Landeskirche haben sich
über die Gründung von vier neuen evangelischen Schulen
geeinigt. Gemeinsam mit Kultusminister Busemann unterzeichnet die
Landesbischöfin Margot
Käßmann eine Vereinbarung über die
Übernahme von Schulen in Wolfsburg (zweisprachige Grundschule),
Osnabrück (Schulzentrum mit Gymnasium, Realschule und Hauptschule
in einem sozialen Brennpunkt: Eversburg), Gifhorn und Nordhorn
(Neugründungen von Gymnasien) in evangelischer Trägerschaft.
Für diese vier Schulen soll nicht das übliche
Privatschulrecht gelten, sondern das besondere Recht, wie es für
die katholischen "Konkordatsschulen" gilt. Bei denen handelt es sich um
zusammengefasste Haupt- und Realschulen an 13 Standorten, die 1974 und
in denen folgenden Jahren aus öffentlichen Schulen hervorgegangen
sind. Das Besondere dieses Privatschultypes, den es nur in
Niedersachsen gibt, liegt darin, dass u.a. die vollen Personalkosten
vom Land erstattet werden und dass Lehrkräfte des Landes unter
Fortzahlung der Dienstbezüge dorthin beurlaubt werden können.
Die staatliche Finanzhilfe ist von Anfang an vorgesehen,
während üblicherweise Privatschulen die staatlichen
Zuschüsse erst nach Ablauf von drei Jahren nach der Genehmigung
erhalten. Die zwischen dem Land und der Landeskirche getroffene
Vereinbarung bedarf noch der Zustimmung des Landtages (Pressemitteilung
des Kultusministeriums vom 16.5.2007; GN, 18.5.2007;
E&W Niedersachsen 5/2007 und 6-7/2007). Der Niedersächsische
Landtag stimmt der Gesetzesänderung mit den Stimmen der CDU und
der FDP bei Enthaltung der SPD und Ablehnung der Grünen am
11.7.2007 zu (GN, 12.7.2007).
Nach dem Schulübernahmevertrag zwischen dem Landkreis und der Ev.
Landeskirche ist als Unterrichtsbeginn der 1. August 2008 vorgesehen.
Das Gymnasium soll dreizügig sein und mit den Klassen 5, 7 und 10
beginnen (GN, 30.5.2007).
Am 21. Juni beschließt der Kreistag einstimmig den Bau und die
Einrichtung eines zweiten Gymnasiums in der Kreisstadt Nordhorn unter
der Trägerschaft der Evangelisch-lutherischen Kirche. Mit dieser
Entscheidung geht eine lange - zum Teil sehr kontroverse - Debatte zu
Ende (GN, 22.6.2007).
In einem Interview nimmt Frau Dr.
Gäfken-Strack, Schuldezernentin
der Ev.luth. Landeskirche Hannover, zum Konzept des Ev.Gymnasiums
Stellung. Geplant wird eine offene, teilweise gebundene Ganztagsschule.
Die Schule erhält ein evangelisches Profil. Wahrscheinlich ist ein
musischer Schwerpunkt mit Einrichtung einer Musikklasse ab Klasse 5.
Neben Englisch und Französisch soll von Anfang an auch Latein
angeboten werden. Wenn es einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt
geben sollte, werden ethische Fragen einen breiten Raum einnehmen. Ein
Erziehungsziel ist, Schüler zu befähigen, Verantwortung in
der Gesellschaft zu übernehmen. Denkbar wäre in diesem
Zusammenhang ein diakonisches Praktikum anstelle eine Industriepraktiums. Favorisiert wird ein Start 2008 mit den Klassen 5
bis 8 (GN, 29.6.2007).
Wegen des Standortes des Gymnasiums und der noch nicht geplanten
Sportflächen gibt es Streit, besonders mit der SPD (u.a. GN,
29.6.2007).
Am 29. August 2007 unterschreiben der Präsident des
Lutherischen Landeskirchenamtes, Dr. Eckhart von Vietinghoff,
und Landrat Friedrich Kethorn
den Vertrag, mit dem die lutherische Kirche die Trägerschaft
über ein zweites Gymnasium in Nordhorn übernimmt. An der
Vertragsunterzeichnung nimmt der Staatssekretär im
Kultusministerium, Hartmau Saager, teil (GN, 30.8.2007; GW, 5.9.2007).
Für die Errichtung des Ev. Gymnasiums schafft die Landeskirche
eine Planungsgruppe mit 15 Teilnehmern, die vom Schulleiter des Ev.
Gymnasium "Andreanum" in Hildesheim, Herrn Hartmut Schulz, geleitet
wird. Ihr gehören Gymnasiallehrer aus der Region, Pastoren,
Eltern- und Schülervertreter und ein Vertreter des Landkreises an.
Die Planungsgruppe hat die Aufgabe, ein Konzept für die Schule
bezüglich der inhaltlichen Gestaltung der Fächer, die
Profilierung fachlicher Schwerpunkte und der Beschreibung des
evangelischen Profils zu erstellen. Gleichzeitig soll aus der Gruppe
heraus und mit Unterstützung der Gruppe das
Gründungskollegium gefunden werden. Grundlage für die Arbeit
der Planungsgruppe sind erste inhaltliche Überlegungen der
Landeskirche vom 3.9.2007, u.a.:
-
Ab Schuljahrgang 5 sollen eine "Musikklasse" (Musik als
Hauptfach), eine "Latein-plus-Klasse" (Latein bereits ab Klasse 5) und
eine "Forscher-Klasse" eingerichtet werden.
-
Alternativ zu Latein und Französisch als 3.
Fremdsprache ab Klasse 7 wird ein Wahlpflichtfach
Mathematik-Naturwissenschaften angeboten. Für Niederländisch
als 3. Fremdsprache wird eine Kooperation mit dem Gymnasium Nordhorn
angestrebt. Spanisch wird ab Klasse 10 angeboten.
-
Ab Klasse 7 soll ein bilingualer Sachfach-Unterricht in
englischer Sprache angeboten werden.
-
Das evangelische Profil soll ausgeprägt werden durch
Einrichtung eines Raumes der Stille, regelmäßige Andachten
und Morgenkreise, ein verbindliches diakonisches Praktikum in Klasse
10, durch Ev. Religion als Prüfungsfach im Abitur, durch die
Verankerung sozialen und diakonischen Lernens und Handelns als
Kernaufgabe der Schule und durch die Einrichtung eines Förder- und
Beratungsystems.
-
Es soll ein offenes Ganztagsangebot gemacht werden.
-
Zur Berufsorientierung sind Berufsorientierungsseminare
und studienbezogene Praktika denkbar. Eine Kooperation mit einer
Universität (Münster) ist anzustreben.
(GN, 4.10.2007; Die
Brücke, Martin-Luther-Kirchengemeinde, 10-11, 2007, Seite 19;
siehe auch Internet: www.evlke.de/schuleundkirche)
Mehr als 300 Eltern, Lehrer und
auch Schüler informieren sich am 13. November 2007 in der
Kreuzkirche Nordhorn über den Stand der Planungen, über die
Frau Dr. Gäfken-Track
und Hartmut Schulz
ausführlich berichten. Sie stellen die Eckpunkte des geplanten
Schulkonzeptes vor, das später von Lehrern, Schülern und
Eltern fortentwickelt werden soll. Außerdem geben sie
Auskünfte zur Anmeldung, zu den Aufnahmekriterien, zum Schulgeld
und beantworten vielfältige Fragen. Außerdem wird ein Flyer
mit den wichtigsten Fragen verteilt (GN, 15.11.2007, dazu Kommentar vom
17.11.2007; siehe auch im Internet unter obiger Adresse).
Von der
CDU/BfB-Kreistagsgruppe wird am
5.10.2007 die Behandlung des
Tagesordnungspunktes "Inhaltliche Ausrichtung des ev. Gymnasiums -
Abstimmung mit dem weiterem gymnasialen Angebot in der Grafschaft" im
Kreisausschuss und im Schulausschuss des Landkreises beantragt. Hierzu
wird der Schulamtsdirektor a. D. Heinz Ragnitz gebeten, die
Schwerpunktsetzungen der Gymnasien herauszuarbeiten und mit den
einzelnen Schulleitungen abzugleichen. Die Ergebnisse fasst er in einem
Kurzbericht und einer Synopse zusammen. Die
Kreisausschusssitzung findet am 13. November, die Schulausschusssitzung
am 26. November 2007 statt. An der Schulausschusssitzung nimmt auch
Frau Gäfken-Track
teil. Sie und Herr Landrat Kethorn
berichten
über den derzeitigen Stand der Entwicklung.
Für
die Errichtung des Ev. Gymnasiums schafft die Landeskirche
eine Planngsgruppe mit 15 Teilnehmern, die vom Schulleiter des Ev.
Gymnasium "Andreanum" in Hildesheim, Herrn Hartmut Schulz, geleitet
wird. Ihr gehören Gymnasiallehrer aus der Region, Pastoren,
Eltern- und Schülervertreter und ein Vertreter des Landkreises an.
Die Planungsgruppe hat die Aufgabe, ein Konzept für die Schule
bezüglich der inhaltlichen Gestaltung der Fächer, die
Profilierung fachlicher Schwerpunkte und der Beschreibung des
evangelischen Profils zu erstellen. Gleichzeitig soll aus der Gruppe
heraus und mit Unterstützung der Gruppe das
Gründungskollegium gefunden werden. Grundlage für die Arbeit
der Planungsgruppe sind erste inhaltliche Überlegungen der
Landeskirche vom 3.9.2007, u.a.:
-
Ab Schuljahrgang 5 sollen eine "Musikklasse" (Musik als
Hauptfach), eine "Latein-plus-Klasse" (Latein bereits ab Klasse 5) und
eine "Forscher-Klasse" eingerichtet werden.
-
Alternativ zu Latein und Französisch als 3.
Fremdsprache ab Klasse 7 wird ein Wahlpflichtfach
Mathematik-Naturwissenschaften angeboten. Für Niederländisch
als 3. Fremdsprache wird eine Kooperation mit dem Gymnasium Nordhorn
angestrebt. Spanisch wird ab Klasse 10 angeboten.
-
Ab Klasse 7 soll ein bilingualer Sachfach-Unterricht in
englischer Sprache angeboten werden.
-
Das evangelische Profil soll ausgeprägt werden durch
Einrichtung eines Raumes der Stille, regelmäßige Andachten
und Morgenkreise, ein verbindliches diakonisches Praktikum in Klasse
10, durch Ev. Religion als Prüfungsfach im Abitur, durch die
Verankerung sozialen und diakonischen Lernens und Handelns als
Kernaufgabe der Schule und durch die Einrichtung eines Förder- und
Beratungsystems.
-
Es soll ein offenes Ganztagsangebot gemacht werden.
-
Zur Berufsorientierung sind Berufsorientierungsseminare
und studienbezogene Praktika denkbar. Eine Kooperation mit einer
Universität (Münster) ist anzustreben.
Auf einer Klausurtagung im
Michaeliskloster
Hildesheim konkretisiert die Planungsgruppe die wesentlichen Punkte des
Schulkonzeptes weiter. Kern der Hildesheimer Beschlüsse sind der
organisatorische Aufbau eines Ganztagskonzeptes und die Formulierung
der besonderen pädagogischen Schwerpunkte einer Schule aus
evangelischem Geist. Das Evangelische Gymnasium wird seine Chancen
nutzen durch Schulgottesdienste und gemeinsame Versammlungen, um dem
Schul-
und Kirchenjahr einen festlichen Rahmen zu geben. Es wird seinen
Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten bieten,
Andachten selbst zu gestalten und unterschiedliche religiöse
Ausdrucksformen praktisch zu erfahren. Es legt Wert auf Unterbrechungen
und Ruhepunkte im Schulalltag, z.B. wöchentliche Morgenkreise und
Klassenstunden, in denen die Lerngruppen zueinander finden können.
Aus ihrem Selbstverständnis als Schulgemeinde und ihrem
diakonischen Auftrag heraus fördert das Evangelische Gymnasium
eine Gemeinschaft der Lernenden und Lehrenden, in der sich jeder
einzelne mit seinen Stärken und Schwächen aufgehoben und
aufgefangen fühlen kann. Deshalb wird es vom Anfang in der 5.
Klasse an zwei verbindliche gemeinsame Nachmittage geben, die vor allem
Arbeitsgemeinschaften vom Theater bis zum Schulgarten sowie Sport und
Spiel gewidmet sein sollen.
In den Klassen 5 und 6 gehört zur
Stärkung der Klassengemeinschaft auch das gemeinsame Mittagessen
in der Schulmensa. Anstelle der Hausaufgaben treten gemeinsame
Freiarbeits- und Übungsstunden, in denen der Lernstoff nach den
individuellen Bedürfnissen gefestigt und vertieft wird. In den
höheren Jahrgängen werden die langen Tage dann nach und nach
durch den sich ausweitenden Pflichtunterricht gefüllt. Auch an den
beiden „kurzen“ Tagen (der Freitagnachmittag bleibt generell frei),
stehen bei Bedarf Hausaufgabenhilfen und freiwillige Aktivitäten
als Angebote am Nachmittag zur Verfügung. Ein weiteres
Hilfsangebot über den üblichen Förderunterricht hinaus
sind Differenzierungsstunden in den Kernfächern, in denen die
Klassen nach individuellen Stärken und Schwächen geteilt und
gefördert werden. Kinder mit Rechtschreibproblemen kommen hier
ebenso zum Zuge wie Schnellleser. Der Unterricht wird fast durchgehend
in 90-Minuten-Einheiten organisiert, denn die Kinder am Evangelischen
Gymnasium sollen in Ruhe lernen und arbeiten können. Neben der
Konzentration auf eine überschaubare Zahl von Fächern am Tag
wird damit Raum für offenere Unterrichtsformen und für die
Selbsttätigkeit von Schülerinnen und Schülern
geschaffen; nicht zuletzt reduziert sich bei weniger Fächern am
Tag die Zahl der Bücher im Schulranzen. Für die besonderen
Profile ab der Klasse 5 (Latein-plus, Forscherklasse, Musikzweig) sind
die Zeiteinheiten in den Stundenplan integriert, sie werden bewusst
nicht hinten „angehängt“ (nach Aussagen der Planungsgruppe im
Internet unter: www.evlke.de/schuleundkirche)
Der erste
Spatenstich
für den Bau des evangelischen Gymnasiums
erfolgt am 26. November 2007 auf dem ehemaligen NINO-Gelände durch
Landessuperintendent Dr. Detlef
Klahr und Landrat Friedrich
Kethorn.
Der dreigeschossige Schulneubau neben dem Volkshochschulgebäude
soll bis August 2008 fertig gestellt sein. Er wird 12 allgemeine
Unterrichtsräume, zwei Physikräume, die Bibliothek, einen
Mehrzweckraum als Aula und Cafeteria sowie eine Ausgabeküche und
verschiedene Nebenräume enthalten. Die Kosten werden 3,4 Mill. €
betragen, die der Landkreis in den Schulneubau investiert (GN,
27.11.2007).
Die
Stellenausschreibungen des
Leiters des Ev. Gymnasiums, seines Stellvertreter und von
Gymnasiallehrerstellen erfolgen
bundesweit. Außerdem erfolgt eine unverbindliche Meinungserhebung
zum Interesse einer Anmeldung bei der Schule bis zum 30. November 2007.
Vier Monate nach
Grundsteinlegung
wird
das Richtfest am 27.3.2008 gefeiert, zu dem Landrat Kethorn
zahlreiche Gäste begrüßen kann (GN, 28.3., und GW,
2.4.2008).
Die Eröffnung des Ev. Gymnasiums erfolgt
zum 1.8.2008. Die Fortsetzung finden Sie unter: "Evangelisches
Gymnasium Nordhorn"
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