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Volksschule
Wengsel
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1694
- Nachdem
in Schüttorf bereits seit 1608 eine deutsche Schule entstanden
war, beantragen die Bauern aus Wengsel 1668 beim Kirchenrat in
Schüttorf, in Wengsel eine Bauernschaft- oder Nebenschule
zuzulassen und einen Lehrer einzustellen, weil der Weg in die Stadt
für die kleineren Kinder zu weit ist. Die Genehmigung des
Kirchenrates erfolgt im Jahre 1694.
Als
Lehrer aus diesen ersten Jahren werden in den Schüttorfer
Konsistorialprotokollen genannt:
- der Schulmeister Gerd Niesen, der am 22.1.1771 im Alter von 34 Jahren
begraben wird,
- 1731 der Schulmeister und Heuermann Levert Fark, ein Sohn des Johann
Farwick aus Niederlage (Neerlage), der 1776 im Alter von
33 Jahren in Schüttorf begraben wird. (Die
Angaben stammen von Frau Elke Bischop Stentenbach, Isterberg.)
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1801
- Im
Jahre 1801 nennt eine Urkunde den Schulmeister Evert Dirks, der 1767 in
Wengsel geboren ist. Die
Schulchronik der Volksschule Wengsel, die um 1900 mit einem
Rückblick beginnt, berichtet, dass
hier 1813 Herr Dirks
die Kinder im Winter in einem Fachwerkbau, der
nur einen Raum umfasste, unterrichtet. Herr Dirks ist von der Gemeinde
angestellt. Er besitzt keine besondere Ausbildung, hat aber gute
Schulkenntnisse. Er ist schwächlich und kann ohne Krückstock
nicht gehen
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1825
- Nachfolger
von Herrn Dirks, der
"des Morgens vor der Schultür von einem Schlagflusse betroffen
wurde", wird
Lehrer Büscher
aus Bentheim. Wegen eines
Sittlichkeitsverbrechens erfolgt nach einigen Jahren seine
Amtsenthebung. Wegen Lehrermangels bleibt die Stelle dann für zwei
Jahre unbesetzt. Während dieser Zeit betreut der Heuermann D.
Dirks
aus Wengsel im Winter die
Kinder.
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1834
- Ein
Lehrer Math
übernimmt
die Schule.
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1842
- Das
Fachwerkgebäude, das an die Gemeinde Quendorf verkauft wird, wird
durch einen Backsteinbau ersetzt. Die Größe beträgt 9 x
6 m. Die neue Schule im Mittelpunkt der Gemeinde hat nach Süden
und Norden je zwei Fenster. Nördlich von der Schule liegt ein
Spielplatz, der auch als Sportplatz benutzt wird.
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1846
- Von
1846 an unterrichtet
Lehrer Rallink aus
Nordhorn, ab
1851 Lehrer Tüchter
aus Suddendorf.
Bis dahin
beziehen alle Lehrer ein Jahresgehalt von etwa 90 Mark. Sie haben das
Recht auf einen Reihetisch. Lehrer Tüchter
erhält
als erster Lehrer ein festes "Kosthaus". Er bezieht neben freier Kost,
Wohnung, Licht und Feuerung ein Gehalt von 100 Mark jährlich
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1853
- Auf
Lehrer Tüchter
folgen 1853 Lehrer Schnieders,
ab 1855 Lehrer Dirks
aus Wengsel und nach seinem plötzlichen Tode 1877 ab 1. Juni 1878
Lehrer Dahlenbrock
aus Sieringhoek, bisher Lehrer in Hardingen.
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1882
- Das
Gehalt des Lehrers wird von 651 Mark auf 759 Mark, ab 1894 auf 1.000
Mark erhöht. Wohnung und Garten sind frei.
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1885
- Bis
1885 war der Oberkirchenrat in Nordhorn die Schulbehörde für
die Grafschaft Bentheim. Die Schulen waren dem Oberschulinspektor Fokke unterstellt. Nachdem
der Oberkirchenrat als Schulbehörde eingegangen war, werden unter
der Regierung zu Osnabrück zunächst Pastor Angerer aus Bentheim, dann
ab 1886 Pastor Langen
aus Nordhorn, ab 1889 Pastor Heeße
aus Brandlecht und ab 1892 Pastor Oppen aus Gildehaus zu
Kreisschulinspektoren ernannt.
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1887
- Die
Gemeinde baut das erste
Lehrerhaus, das 6.000 Mark kostet. Es wird 1887 von Lehrer Bernd Dahlenbrock
und seiner jungen Frau bezogen, die am 17.06.1887 heirateten..
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1898
- Lehrer Dahlenbrock
tritt in den Ruhestand. Der
Schulamtsbewerber Peters
aus
Osnabrück übernimmt die Stelle. Er wird 1902 von Lehrer Wilhelm Menebröcker
aus
Hohenkörben abgelöst, der fast 28 Jahre in Wengsel verbleibt.
Im gleichen Jahr erfolgt in Wengsel die
Markenteilung. Die Schule erhält 25 a oder 1 Morgen Land.
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1904
- Das
Grundgehalt der Lehrerstelle wird auf 1.200 Mark und der Einheitssatz
der
Alterszulage auf 140 Mark erhöht.
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1908
- Wengsel
wird Eigenschulverband. Die Schulsteuern fallen fort. Die Schulkosten
müssen als Kommunalkosten aufgebracht werden. Zum Schulvorstand
gehören der Gemeindevorsteher, der Lehrer, ein Geistlicher der
Kirchengemeinde Schüttorf und zwei zu wählende
Gemeindemitglieder.
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1909
- Das
Lehrerbesoldungsgesetz tritt in Kraft. Das Diensteinkommen des Lehrers
setzt sich zusammen aus dem Grundgehalt (1.400 Mark jährlich), den
Alterszulagen (beginnend ab dem 7. Dienstjahr bis zu einem
Höchstbetrag von 1.900 Mark) und der freien Wohnung. Nach 10
Jahren an einer einklassigen Volksschule erhält der Lehrer eine
pensionsfähige Amtszulage von jährlich 100 Mark.
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1914
-1918 - In
den Jahren 1914/15
unterrichtet Lehrer Menebröcker
zusätzlich am Nachmittag in Neerlage, teilweise
auch 1916. Aus
Wengsel leisten 73 Männer Kriegsdienst, davon fallen 17. Ab 1916
wird die Zwangswirtschaft eingeführt. Der Lehrer bemüht sich
in der Bevölkerung um die Zeichnung von Kriegsanleihen und bezieht
auch die Schuljugend mit ein. Die Schule erhält dafür das
"Adamsche Reiterbild des Kaisers", der Lehrer das Verdienstkreuz
für Kriegshilfe. Die Schuljugend entfaltet ab 1917 eine rege
Sammeltätigkeit. Es werden gesammelt: Ähren,
Wildfrüchte,
Altmetalle, Altpapier, Knochen, Brennnesseln, Laubheu, Frauenhaare u.
a..
Leider ist die Abnahme nicht befriedigend geregelt, so dass
vieles verkommt.
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1920
- Pastor Stockmann
wird
am 1. Januar 1920 nach etwa 20-jähriger Tätigkeit als
Kreisschulinspektor abgelöst. In ganz Preußen wird die
Fachaufsicht eingeführt. Rektor Südhof wird
kommissarischer Kreisschulinspektor (später Schulrat genannt); es
folgt
zum 1. Juli Rektor Valentin
aus Osnabrück. Im März erfolgt erstmalig die Wahl eines
Elternbeirates.
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1921
- Lehrer Menebröcker
übernimmt auf Veranlassung der Regierung den Vorsitz im
Schulvorstand. Ostern 1921 steigt die Schülerzahl auf
76 an. Die Anstellung eines zweiten Lehrers wird jedoch vom
Schulvorstand abgelehnt, weil zu erwarten sei, dass die
Schülerzahl wieder unter 60 sinke, was sich auch bestätigt.
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1923
- Nach
der Besetzung des Ruhrgebietes durch die Franzosen besuchen im
Sommerhalbjahr 7 Kinder aus dem Ruhrgebiet zur Erholung die hiesige
Schule, anschließend bleiben noch 3 Schüler. Durch die
Umstellung von der Goldmark auf die Papiermark tritt eine
gewaltige Geldentwertung ein. Am 1. Dezember 1923 wird für 1
Billion Papiermark der Wert von 1 Rentenmark eingeführt.
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1926
- Von
1924 bis 1926 wird für
12.000 Mark das Stromnetz im Dorf ausgebaut. Da die Gemeinde nicht das
Geld aufbringen kann, wird die Jagdnutzung für sechs Jahre an den
Fabrikanten van Delden
aus Gronau verpachtet, der den Betrag sofort 1926 ausbezahlt.
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1928
- Nachfolger
von Schulrat Valentin,
der den
Schulaufsichtsbezirk Iburg-Melle-Wittlage übernimmt, wird Dr. Stuhlmacher aus
Schneverdingen, Bezirk Lüneburg. Der Winter 1928/29 ist durch
einen strengen Frost vom Dezember bis
März gekennzeichnet. So zeigt das Thermometer im Februar morgens
bis - 23 Grad . Der Unterricht beginnt an den kalten Tagen erst um 9
Uhr. Die Bauern erleiden durch den Frost ungeheure Schäden am
Erntegut und bei der Wintersaat.
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1929
- Im
Schuljahr 1929/30 besuchen
nur 34 Schüler die Schule, die niedrigste Kinderzahl in den
letzten 50 Jahren.
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1930
- Nach
28-jähriger Dienstzeit
tritt Lehrer Menebröcker
auf seinen Wunsch am 1. Oktober 1930
in den Ruhestand. Lehrer Gerhard
Busmann,
der aus Samern stammt, das Lehrerseminar in Osnabrück besuchte und
vorher in Emlichheim-Weusten und Waldseite tätig war,
übernimmt die Stelle. Das Lehrerhaus wird gründlich renoviert.
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1931
- Nachdem
eine
Regierungskommission an der Schule und am Lehrerhaus gravierende
Mängel festgestellt hat, erfolgt eine gründliche Renovierung
beider Gebäude. Die Reinigung der Klasse, die bisher zweimal
wöchentlich erfolgte, wird jetzt täglich durchgeführt.
Das Entgelt hierfür beträgt jährlich 115 Mark.
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1932
- Der
Zahnarzt C.-H. Conrad berichtet 1932 von einem Besuch der Schule
Wengsel: "Bei meinen Schulbesichtigungen ist mir die Schule in Wengsel
als
weitaus schlechteste aufgefallen. Seit der Erbauung 1842 ist keine
Erneuerung vorgenommen worden. Es ist ein Raum vorhanden, 7 x 5,5 x 3
m,
in dem 41 Kinder in acht Jahrgängen unterrichtet werden. Die
Wände der Schule sind dünn, die Grundmauer besteht aus
Sandstein, der Raum ist nicht unterkellert, so daß er im Winter
feucht und kalt ist. Der Fußboden ist aus alten Brettern und
weist schadhafte Stellen auf. Der Klassenraum ist so klein, daß
weder Tisch noch Schrank aufgestellt werden können, und Bilder und
Karten in einer Ecke aufgestapelt sind. An der Schule besteht weder
Trink- noch Waschgelegenheit" (aus: Unser Dorfbuch, zitiert nach: Elke
Bischop Stentenbach, a.a.O.)
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1933
- Am
21. März hören die
Kinder auf der Diele der Lehrerwohnung die Übertragung der
Reichstagseröffnung aus der Garnisonkirche in Potsdam.
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1934
- Bei
den Sammlungen für das
Winterhilfswerk (WHW) beteiligen sich auch die Schüler. Die beiden
besten Sammler werden durch einen Rundflug über Nordhorn belohnt.
Die Schulchronik berichtet ausführlich über die
Spendenfreudigkeit der Bevölkerung für das WHW mit Kartoffeln
und Fleischwaren, auch in den folgenden Jahren. Durch eine Verordnung
vom 24.10.1934 werden die Elternbeiräte
aufgehoben; in allen Schulen werden Jugendwalter ernannt.
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1935
- Infolge
des feuchten, ungesunden
Wetters erkranken viele Leute an Grippe. Im Februar muss die Schule auf
Anordnung des Kreisarztes für eine Woche geschlossen werden, da
die
Hälfte der Kinder erkrankt ist. Für Nadelarbeit wird eine
Nähmaschine beschafft, ferner
werden zwei Fahnenstangen aufgestellt. Ab Dezember 1935 werden
monatlich einmal Schmalfilme gezeigt. Aussage in der Schulchronik: "Der
Schmalfilm ist bestimmt ein Stück der kommenden Schulreform".
Vierteljährlich finden Pflicht-Tonbildvorführungen in
Quendorf statt.
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1936
- Jedes
Kind wird angehalten,
monatlich 1 Pfennig für den "Volksbund deutscher
Kriegsgräberfürsorge" mitzubringen. Dadurch soll das Andenken
an die Gefallenen des Weltkrieges bei den Kindern wachgehalten
werden.
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1937
- Bei
einer Besichtigung des
Schulgebäudes und der Lehrerwohnung am 13. Oktober 1936 durch eine
Regierungskommission wird die Notwendigkeit eines Schulneubaus und der
Einbau einer neuen Lehrerwohnung festgestellt. Die alte Lehrerwohnung
soll verkauft werden. Im November 1937 ist der Neubau bezugsfertig. Es
enthält einen Klassenraum mit Gruppenraum und Flur sowie die
Lehrerwohnung. Der neue Schulplatz wird von der Gemeinde planiert und
aufgefahren. Die
Gesamtkosten betragen 24.700 Mark.
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1939
- 19455 - Im
1. Kriegsjahr 1939/40 wird
Lehrer Busmann
eingezogen. Den Unterricht übernehmen
vertretungsweise Lehrer aus Bentheim. Am 14. September 1940
übernimmt Lehrer Busmann
wieder den vollen Unterricht. "Zur Stärkung der Heimatfront"
werden jeweils im Sommer
Heilkräuter gesammelt, außerdem Altstoffsammlungen
durchgeführt. Der Chronist berichtet ausführlich über
die Verhältnisse in der Gemeinde während des Krieges,
über die Gefallenen und die kriegerischen Ereignisse bis zum
Zusammenbruch 1945. Ab Januar 1945 wird die Schule von 70 bis 80
russischen
Kriegsgefangenen belegt, die beim Stellungsbau auf dem Isterberg
eingesetzt sind. Ostern ist sie für zwei Tage Hauptverbandsplatz.
Durch die Belegung leidet der Klassenraum, besonders der Fußboden
und die Verdunklung, sehr stark. Auf Anordnung der
Militärregierung darf im Sommer 1945 nicht
unterrichtet werden. Die Grundschule wird am 29.8., die Hauptschule am
26.10 wieder eröffnet. Der Geschichtsunterricht darf zunächst
noch nicht erteilt werden. Im Winterhalbjahr 1945/46 besuchen 10 Kinder
aus Berlin, die im Rahmen
der "Aktion Storch" nach Wengsel verschickt sind, die Schule Wengsel.
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1946
- Die
Schülerzahl steigt
durch 10 Flüchtlingskinder aus Ostpreußen und Schlesien an.
Ostern 1946 wird Englischunterricht eingeführt, an dem 11 Kinder
freiwillig teilnehmen.
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1949
- Die
ziemlich beständige
Schülerzahl von 45 bis 55 Kindern in den Jahren 1900 bis 1945
steigt 1949 wegen des Zuzugs von Flüchtlingen auf 74 an. Da
nur 54 Plätze vorhanden sind, fehlt ständig von den drei
Stufen eine Abteilung. Dadurch verringert sich die Stundenzahl. Ab
Juni 1949
bis April 1951 wird eine zweite Lehrkraft eingestellt, zunächst
Herr Rust aus
Bentheim, dann Fräulein Friedel
Metten aus Gildehaus (später nach ihrer Heirat: Friedel Ostermann). Ab 1951
ist die
Schule mit 60 Schülern wieder einklassig. In den Sommerferien
erhalten der Klassenraum und der Flur einen neuen
Anstrich. Jedes Jahr macht die Oberstufe eine Ausflugsfahrt, 1949 in
den Teutoburger Wald, dann nach Norderney, ins Sauerland, zur Weser, an
den Rhein usw. Die Schulchronik enthält eine Aufstellung der
Kriegstoten (22) und
Vermissten (15) aus Wengsel.
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1954
- Nach
den Plänen von
Schulrat Portheine
wird die Schule "umgrünt". Die Schülerzahl ist immer weiter
abgesunken und beträgt am
15.11.1954 nur noch 36 Kinder. Immer mehr Schüler gehen nach
Klasse 4 oder 5 zur Mittelschule über. In den nächsten Jahren
wird die Grundschule etwa 25 - 30 Kinder zählen, die Oberstufe
wird kaum über 15 kommen.
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1955
- Am
1. Oktober 1955 ist Lehrer Busmann
25 Jahre in Wengsel. Er erhält eine goldene Uhr mit Widmung. In
den 25 Jahren hat sich in der Gemeinde manches geändert: 1937
Neubau der Schule und der Lehrerwohnung, nach 1945
großzügiger Straßenbau, Kultivierung und
Entwässerung größerer Randgebiete am Syenvenn,
Rückgang der Heuerlingsbetriebe von 11 auf 6. Die
Neubautätigkeit leidet unter dem Mangel an Bauland, nur 7
Neubauten entstanden von 1930 bis 1955, hauptsächlich am Nordrande
des Isterberges.
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1956
- Die
Schule erhält als zweite einklassige Volksschule in der
Grafschaft Bentheim (nach Hardingen) eine
elektrische Heizung.
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1957
- Die
alte Schule, in der von 1842 bis 1937 Unterricht stattfand und die
anschließend von einer Familie bewohnt wurde, wird abgerissen.
Dadurch wird Platz für einen größeren Sportplatz
geschaffen.
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1960
- Lehrer Gerhard Busmann
tritt in
den Ruhestand. Er wird nach dreißigjähriger Tätigkeit
in Wengsel von Schulrat Kollmann
am 16. September verabschiedet
(GN, 20.9.1960). Am 1. Oktober 1960 tritt Lehrer Johann Brink den
Dienst in Wengsel an. Er stammt aus Esche und war vorher Lehrer in
Georgsdorf. Lehrerhaus, Klassen- und Gruppenraum werden
renoviert bzw. erweitert. 1961 übernimmt Frau Brink mit 12
Wochenstunden den 1. und 2. Jahrgang.
Das Bild zeigt die Volksschule Wengsel im Jahre1960.
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1961
- Studenten
der Pädagogischen Hochschulen Osnabrück und Münster
absolvieren ab 1961 jedes Jahr an der Volksschule Wengsel ihr
Landschulpraktikum und werden von Herrn Brink betreut.
Eine
Klassenfahrt mit dem ersten Jugendherbergsaufenthalt von drei
Tagen führt zur Nordseeinsel Juist. In der Schule wird eine
Gemeindebücherei eingerichtet, die zum
Jahresende 356 Bücher umfasst und von den Schülern und den
Bewohnern gut in Anspruch genommen wird.
Zum
Jahresabschluss werden die Eltern und andere Gäste durch
Lieder, Gedichte und zwei Laienspiele erfreut. Der seit Januar
aufgebaute Blockflöttenchor stellt sich hierbei erstmalig der
Öffentlichkeit vor. Auch in den folgenden Jahren finden solche
Elternabende statt, die immer viel Anklang finden.
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1962
- In Wengsel wohnen
374
Einwohner; 1900 waren es 300. Die Schule besuchen 48
Schüler. Das 9. Schuljahr geht nach
Schüttorf.
Durch
die Erweiterung des
Lern- und Lehrmittelbestandes ist neben dem
Unterricht in der Grundschule auch der der Mittel- und Oberstufe
vielseitiger geworden. Es wird im Laufe des Jahres eine komplette
Phywe-Physiksammlung angeschafft. Auf dem Schulhof werden ein
Klettergerüst und Sportgeräte aufgestellt, die sich in den
Pausen und im Sportunterricht großer Beliebtheit erfreuen.
Das Bild zeigt die Vorderansicht der Volksschule Wengsel.
mit dem Eingang zur Lehrerwohnung.
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Im
starken Winter 1962/63 beschicken die Schüler mehrere
Futterplätze bei der Schule und auf dem Isterberg mit
Körnerfutter.
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1964
- Lehrer und Schüler bauen
mit Hilfe der Gemeinde ein
7 x 20 m großes Lehrschwimmbecken, das bei den Schülern in
den
Sommermonaten sehr viel Anklang findet. Der Bau der
Umkleideräume und der Einbau einer Umwälzpumpe werden im
nächsten Jahr zum Abschluss gebracht. Hierüber berichtet die
örtliche Presse ausführlich im August 1964. Das Bild zeigt
das Lehrschwimmbecken mit Kindern der Volksschule Wengsel

Auf
dem Schulhof
können die Kinder an den verschiedenen Sportgeräten (Leitern,
Stangen, Kletterseil, Reck, Barren und Schwebebalken) turnen und
herumtollen. Eine von den eigenen Ersparnissen der Kinder angeschaffte
Rutschbahn übt die größte Anziehungskraft aus. Quelle:
Anna Leber, geb. Lindemann, Aus einem Bericht über mein
studentisches Schulpraktikum 1968 in Wengsel, Jahrbuch 1968, Seite 184
Hier finden Sie auch den Text eines Liedes "Geschichten aus Wengsel" von
Gisela Brink.
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Die
Überlegungen zur Einrichtung einer Mittelpunktschule zur
Zentralisierung der Oberstufen im ländlichen Bereich bleiben ohne
Ergebnis, weil sich die Landgemeinden Brandlecht, Hestrup, Neerlage,
Wengsel und Quendorf nicht über den Standort der zu bauenden
Zentralschule einigen können.
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1965
- Die bisher längste und
lehrreichste Klassenfahrt unternimmt die Oberstufe ins Frankenland mit
einem sechstägigen Jugendherbergsaufenthalt in Wertheim.
Die Schüler der Oberstufe der Volksschule Wengsel verfassen eine
umfangreiche Arbeit unter dem Titel "Unser Dorfbuch". Sie ist in
drei Teile gegliedert und enthält
-
40 Geschichten über die Dorfgeschichte,
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15 Geschichten über unsere Heimat ringsum,
-
15 Geschichten über unser Dorf heute.
Die
Abschulung des 7. und 8. Jahrgangs zur Ev. Volksschule
Schüttorf wird von den Wengseler Eltern abgelehnt. Sie hoffen
immer noch auf eine ländliche Zentralschule.
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1969
- Der Elternrat der Schule und der
Gemeinderat stimmen jetzt für die Abschulung der Oberstufe mit den
Jahrgängen 5 bis 8 zur Hauptschule Schüttorf. Ab August 1969
fahren 23 Schüler mit dem Schulbus täglich nach
Schüttorf.
Lehrer
Johann Brink
wird von der Regierung als Hauptseminarleiter für die Ausbildung
der Junglehrer in der Obergrafschaft eingesetzt. Er wird dann
Rektor im Ausbildungsdienst und ab 1977 stellvertretender Leiter des
neu gebildeten Ausbildungsseminars Nordhorn. Frau Gisela Brink wird
Schulleiterin der Grundschule Wengsel., die von 30 Kindern besucht wird.
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1971
- Während
eines Krankenhausaufenthaltes von Frau Brink für die Dauer
von 9 Wochen erfolgt Vertretungsunterricht von Quendorf und
Schüttorf aus.
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1973
- Die Gemeinderäte von
Quendorf, Neerlage und Wengsel einigen sich nach längerer
Diskussion darauf, in Quendorf eine ländliche Grundschule
für die drei Gemeinden auszubauen. Der Ausbau von zwei
zusätzlichen Klassenräumen beginnt im Januar 1973 (GN,
24.1.1973). Die Umschulung der Schüler nach Quendorf erfolgt im
August 1973. Die Einweihung der Schule, die als einzügige
Grundschule nach der Verordnung zur regionalen Schulplanung gar nicht
möglich ist, wird in den Grafschafter Nachrichten ausführlich
gewürdigt.
Damit
endet die Geschichte der Schule in Wengsel.
Im Schulgebäude wird der Kinderspielkreis mit zwei Gruppen
untergebracht. Die Lehrerin Gisela
Brink geht zusammen mit ihren Schülern zur Grundschule
Quendorf, später zur Grund- und Hauptschule Bad Bentheim.
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Quellen:
- Johann Brink,
Auszüge aus der Schulchronik, 1962
- Schulchronik der
Volksschule Wengsel, 1900 bis 1973,
aufbewahrt in Wengsel, von Herrn Brink zur Verfügung gestellt
(Das Buch enthält auch ausführliche Darstellungen zur
Geschichte der Gemeinde Wengsel in dieser Zeit.)
- Anna Leber, geb.
Lindemann, Aus einem Bericht
über mein studentisches Schulpraktikum 1968 in Wengsel, Jahrbuch
1968, Seite 184
- Elke Bischop
Stentenbach, Wengsel im Wandel der
Zeit, IV. Abschnitt: Volksschule und Kinderspielkreis, Seite
81, Isterberg 1997
- Unser Dorfbuch, Eine
Arbeit der Oberstufe der
Volksschule Wengsel, 1965 (von Frau Bischop Stentenbach ausgeliehen)
- Artikel aus der
örtlichen Presse,
im
Text angegeben
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