| Volksschule
Ohne |
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Nach
der Schulchronik besteht die Schule seit "urvordenklichen Zeiten". Das
Gründungsjahr ist nicht bekannt. Sie war ursprünglich eine
reine Kirchspielschule. Neben Uelsen, Emlichheim, Veldhausen, Wilsum,
Gildehaus, Brandlecht wird auch Ohne als "Küsterschule" oder
Kirchspielschule genannt, die bald nach der Reformation in der
Grafschaft Bentheim entstanden (siehe: Heinrich Eberhardt u. Jan Harm
Kip; Einführung des reformierten Bekenntnisses in der Grafschaft
Bentheim im Jahre 1588 und ihr Einfluss auf die Entwicklung des
Volksschulwesens, in: Reformiertes Bekenntnis in der Grafschaft
Bentheim 1588 - 1988, Das Bentheimer Land, Band 114, 1988, Seite
216).
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1720 - Der erste namentlich
bekannte Lehrer ist Johann
Pieter Sunders. Er kam aus der Tecklenburger Gegend und war von
1720 bis 1762 in Ohne tätig.. Als Nachfolger wird sein Sohn
eingesetzt, der von 1762 bis 1787 in Ohne wirkte. Eine Auflistung
sämtlicher Schulleiter in Ohne befindet sich im Anhang.
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1754
- Gleich
nach dem großen Brand von 1754, der fast das ganze Dorf
zerstört, wird die Küsterwohnung wieder neu errichtet.
Da die Lehrer in Ohne aber gleichzeitig
Küster
und Organisten waren, war die Küsterwohnung praktisch auch
Lehrerwohnung. Die Inschrift über der Eingangstür lautet:
"Den
23. Mai durch Feuersbrunst bin ich geworfen darnieder. Nun stehe
ich durch Gottes Gnade wieder hier. Gott behüte mich für
Feuer und Brand, und segne mich mit voller Hand. Anno 1754, den 3.
October".
Der
Graf hatte dem Küster (und Lehrer) erlaubt, vom Kirchhof einen
Garten abzustecken (siehe: Chronologisches Verzeichnis der Verordnungen
und Urkunden, die Grafschaft Bentheim betreffend, Nummer 42, im Jahre
1544).
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1826
- Am
29. Mai 1826 nimmt der Lehrer Johann
Heinrich Bauer, der 1801 geboren wurde, seine Tätigkeit als
Lehrer, Küster und Organist in Ohne auf. Sein Vorgänger war
Lehrer Johann Veldmann, der
Ende Februar 1826 nach Neuenhaus versetzt wird. Lehrer Bauer versieht seinen
Dienst in Ohne bis zu seinem Tode am 9. Juli 1874, 48 Jahre lang. Von
den Lehrern Veldmann
und Bauer
heißt es später: "Alle Leute wissen noch seine Strenge und
Tüchtigkeit zu rühmen".
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1829 - Es
wird ein neues Schulgebäude errichtet. Über den Standort des
alten Schulgebäudes ist nichts bekannt. Es wird als Schuppen
verkauft.
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1833 - Bis
1833 besuchen alle Kinder aus dem Kirchspiel Ohne die Schule. In diesem
Jahr werden der Samersche und Haddorfer Teil des Kirchspiels rechts der
Vechte abgetrennt und den Schulen Samern und Haddorf zugewiesen, so
dass die Schulgemeinde seitdem nur aus der politischen Gemeinde Ohne,
den
Eingesessenen Samerns links der Vechte - soweit sie zum Kirchspiel Ohne
gehören - und den ev. Einwohnern Haddorfs links der Vechte
besteht. Der weiteste Schulweg für die Schüler der
Volksschule Ohne beträgt reichlich drei Kilometer.
Im
Pfarrarchiv liegt eine Aufstellung des Lehrers Bauer, in der er nachweist,
dass er durch Abtrennung von 19 Familien in Samern und 14 in Haddorf
einen Gehaltsverlust von 37 Gulden und 9 Stübern erlitten habe.
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1874
- Am
4. Oktober 1874 kommt der Lehrer Heinrich Johann Volkers
nach Ohne. Er ist 1849 in Emlichheim geboren. Seine Ausbildung erhielt
er an der Grafschafter Schullehrer-Vorbildungsanstalt in Neuenhaus, wo
er 1866 die 1. Lehrerprüfung ablegte. Er war zuerst "Gehülfe"
in Hilten, später Lehrer in Neuringe, Sieringhoek und einige Jahre
bei Göttingen. In Ohne ist er als alleiniger Lehrer tätig.
Die Schülerzahl liegt zwischen 90 und 110, maximal 112. Das
Anfangsgehalt beträgt 275 Reichstaler, bis 1876 teilweise noch in
Naturalien. Als Teilnehmer am Feldzug 1870/71 wird ihm die 2.
Lehrerprüfung erlassen.
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1876
- Zu
Weihnachten 1876 brennt in der Schulstube von Ohne der erste Christbaum
in einer Obergrafschafter Schule. Lehrer Volkers hat diese Sitte wohl
aus der Göttinger Gegend mitgebracht. Durch das alljährlich
wiederkehrende Beispiel in der Schule bürgert sich der Christbaum
auch in den Privathäusern ein.
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1879
- Lehrer Volkers
sammelt
in der Gemeinde von Haus zu Haus für ein Denkmal des Lehrers Bauer. Es steht auf dem
Friedhof und trägt die Inschrift: "Ihrem treuen Lehrer -
die dankbare Gemeinde - Die mit Tränen
säen, werden mit Freuden ernten.
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1884
- Am
1. Januar 1884 werden auch die Ohner Katholiken, die bis dahin nach
Schüttorf gehörten, unter der Bedingung in die
Schulgemeinde aufgenommen, dass sie gleiche Lasten wie alle
übrigen tragen.
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1885 - Die
erste Lehrerwohnung wird gebaut. Vorher gab es nur eine
Küsterwohnung.
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1888
- Als
Mängel am Schulgebäude auftreten, werden sie in den
Herbstferien 1888 gründlich beseitigt. Am 25.10. 1888 berichtet
der Schulvorstand an das Landratsamt in Bentheim: "Das Schullokal ist
in
dem untadelichsten Zustand".
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1904
- Als
Mitbegründer des Lehrervereins der Obergrafschaft,
Schriftführer und Vorsitzender hat Lehrer Volkers ein großes
Ansehen erworben. Hierauf ist es zurückzuführen, dass die
Regierung in Osnabrück und der Bentheimer Schulvorstand ihn Anfang
1904 zum Nachfolger des dortigen Hauptlehrers Vos berufen wollen. Volkers lehnt jedoch aus
gesundheitlichen Gründen ab und bleibt in Ohne ,wo er sich in
seiner bisher 30-jährigen Tätigkeit sehr wohl fühlt und
beliebt ist und wo er auch seine Frau 1885 gefunden hat.
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1908 - Der
Schulzweckverband Samern-Suddendorf-Ohne wird gegründet.
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1911 - Bisher
war die Schule einklassig. Ab 1911 müssen zwei Klassen gebildet
werden. Eine zweite Lehrerstelle wird eingerichtet; ein zweiter
Klassenraum wird gebaut. Hinzu kommen ein Vorbau mit Garderobenhaken,
ein Kellerraum für Brennmaterial und eine neue
Bedürfnisanstalt. Gleichzeitig wird der Platz vor der Schule
gepflastert.
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1912
- Ostern
1912 bittet Lehrer Volkers
nach 37 Jahren in Ohne mit zuletzt 108
Kindern um seine Versetzung in den Ruhestand. In der
Lehrervereinskonferenz am 9.3.1912 wird der Kollege Volkers zum
Ehrenmitglied ernannt. Seine letzte Eintragung in der Schulchronik
lautet: "Ich schließe diese Aufzeichnungen mit dem innigen
Wunsche, daß aus unserer Schule stets eine Jugend hervorgehen
möge, die, durch Vorbild und Unterricht zur Gottesfurcht und
Königstreue erzogen, ausgerüstet mit dem fürs Leben
nötigen Wissen und den nötigen Fertigkeiten, der Gemeinde zur
Ehre und dem Vaterlande zur Zierde gereicht." Er stirbt am 23.
September 1937 an Altersschwäche.
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1922
- Der
jüngste Sohn von Heinrich
Johann Volkers, Johann
Volkers, kommt 1922 als Lehrer nach Ohne und übernimmt 1931
die Schulleitung, die er bis 1962 ausübt, von 1942 bis 1945 durch
den Kriegsdienst unterbrochen.
1935
– 1943: Die Schülerzahl pro Schuljahr beträgt etwa 80
Schüler. Sie schwankt
zwischen
76 (1939) und 86 (1935). 5)
1944
– 1953: Durch Zuzug von Heimatvertriebenen steigt die
Schülerzahl
auf über 100
An.
Sie differiert zwischen 94 Schülern im Jahr 1953 und 189
Schülern im
Jahr
1949 (davon 67 Heimatvertriebene). 5)
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1945 - In
der Schulchronik fehlen die Seiten 1944 und 1945. Nach dem Kriege
beginnt der Unterricht am 1. September 1945. Er findet zunächst 8
Wochen lang in einem Saal der Wirtschaft Kleve statt.
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1949 - Von
1949 bis 1954 ist die Schule dreiklassig. Die höchste
Schülerzahl beträgt im Schuljahr 1949/50 189
Schüler. Nach der vorliegenden Auflistung der Schülerzahlen
von 1935 bis 1962 besuchten immer etwa 80 Schüler die Schule. Ab
1947 bis 1951 überstiegen die Schülerzahlen durchgehend die
Zahl 150.
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1951 - Im
Jahre 1951 wird ein neues Schulgebäude errichtet. Im
Herbst 1952 wird eine Zentralheizung eingebaut.
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1954
– 1968: Die Gesamtschülerzahl liegt jährlich bei etwa
80.
Sie schwankt zwischen 76
im
Jahr 1959 und 88 im Jahr 1965. 5)
1962 - Nachdem
zum 1. April 1962 Herr Albert
Klinge aus
Emlichheim
als Schulleiter nach Ohne gekommen ist, erfolgt am 18. Juni der
Baubeginn einer neuen Lehrerdienstwohnung. am Bentheimer Diek in der
Nähe der Schule. Die Schüler des 9. Schuljahres werden nach
Schüttorf
abgeschult.
1966
– Die Schüler der Klassen 7 und 8 werden an die
Mittelpunktschule in Schüttorf
abgeschult. 5)
1968
– Die Schule gibt auch die Schüler der 5. und 6. Klassen nach
Schüttorf ab. Sie
wird
zu einer reinen Grundschule für die Jahrgänge 1 bis 4. 5)
1969
– 1981: Nach Wegfall der Oberstufe sinkt die Schülerzahl
zunächst unter 60 ab
1969:55
Schüler), schwankt von 1971 bis 1977 zwischen 70 und 80 und
geht
ab 1978 kontinuierlich zurück (1980/81: 23 Schüler).
Willy
Friedrich schreibt hierzu: " Seit dem Jahre 1946 ist Heinrich
Lamann Bürgermeister. Er hat inzwischen das Pensionsalter
erreicht. Es waren nicht nur angenehme Dinge, die er während
seiner langen Amtszeit erlebte. Ärgerlich wird Heinrich
Lamann,wenn man mit ihm über Schulprobleme spricht. Ohne
hat
große Opfer für eine neue Schule gebracht. Nach und nach
leeren sich jedoch die Klassenräume. Die Kinder werden
abgeschult. Sie müssen die Strapazen dieser Schulpolitik auf sich
nehmen, während die schönen Räume im Ort teilweise
ungenutzt dastehen" (Quelle:
Der Grafschafter, Juli 1969, Seite 627).
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1978 - Die
Erstklässler aus
Ohne werden erstmals in die Grundschule auf dem Süsteresch in
Schüttorf eingeschult
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1980 - Der Schulleiter der Grundschule
Ohne, Albert Klinge,
wird Rektor
der Ev. Grundschule
(Kirchschule) in Schüttorf. Zusammen mit der Lehrerin Irene
Bartker (ehemals Leiber), die nach ihrer Versetzung von der
Grundschule Suddendorf an die Grundschule auf dem Süsteresch
nach Ohne teilabgeordnet ist, unterrichtet Herr Klinge ebenfalls im
Rahmen einer Teilabordnung im Schuljahr 1980/81 ein viertes Schuljahr
in Ohne. 3) 4)
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1981 - Die Schule in Ohne
wird mit Ende des Schuljahres 1980/81 aufgelöst. Die
Grundschüler
aus Ohne besuchen künftig
die Grundschule auf dem Süsteresch in Schüttorf. 3) 4)
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Das linke Bild zeigt die Schule im Jahre 1962,
das rechte Bild den
Wasserspender auf dem Schulflur.
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Anhang:
Schulleiter
der Schule Ohne
1720 - 1762: Johann Pieter Sunders, aus der Tecklenburger Gegend
1762 - 1787: Lehrer Sunders (Sohn des Johann Pieter Sunders)
1787 - 1795: Wessel Stoltenkamp aus Ohne
1795 - 1805: Bernd Floors aus Uelesen (er widmete sich seit 1805
"ganz dem Studieren")
1805 - 1814: Bernd Werning aus Gildehaus
1814 - 1826: Johann Veldmann aus Neuenhaus
1826 - 1874: Lehrer Bauer aus Lage
1874 - 1912: Heinrich Johann Volkers aus Emlichheim (vorgebildet
am Institut in Neuenhaus)
1912 - 1931: Lehrer G. Elberfeld aus Blumenthal
1931 - 1962: Johann Volkers aus Ohne (mit Unterbrechung von 1942
-1945, in denen er durch Lehrer
Haarmeier vertreten wurde)
1962 - 1981: Lehrer Albert Klinge aus Emlichheim
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Quellen:
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Albert Klinge,
Auszüge aus der Schulchronik, 1962 (1)
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Wilhelm Hagerott, Die Ohner
Schule und ihr Lehrer Heinrich Johann Volkers (1874 - 1912), Jahrbuch
1986, Seiten 171 - 176. (2)
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Auskünfte
der Lehrerin Sabine Zavodny, die im Schuljahr 1977/78 von der
Grundschule Suddendorf an
die Grundschule Ohne abgeordnet war. (3)
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Auskünfte
der Lehrerin Irene
Bartker (ehemals Leiber), die von 1979 bis 1981 von der Grundschule
auf dem Süsteresch an die Grundschule Ohne abgeordnet war. (4)
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Schulakten
der Volksschule Ohne; Fundstelle: Grundschule auf dem Süsteresch
Schüttorf (5)
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