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Jan
Albert Blekker stammte aus Uelsen. Ab 1907 war er zunächst
Lehrer an der einklassigen Volksschule in Ratzel. Dort lernte er eine
Holländerin aus Hardenberg kennen und heiratete sie. Nach
zwischenzeitlicher Tätigkeit in Hoogstede wurde er 1919
Hauptlehrer der Volksschule Uelsen. Im Laufe der zwanziger Jahre trat
er sehr früh in die NSDAP ein. Dafür erhielt er von der
damaligen preußischen SPD-Regierung ein Disziplinarverfahren und
wurde strafversetzt ins Moor nach Georgsdorf. Er war jedoch unbelehrbar
und gründete in Georgsdorf sogleich eine Ortsgruppe der NSDAP. Als
1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde Jan Albert Blekker
Hauptlehrer in Veldhausen. Dort löste er sich vom
Nationalsozialismus und trat ebenso konsequent, wie er in die Partei
eingetreten war, wieder aus der Partei aus.
Als er nun feststellte, dass die
deutschen Soldaten der holländischen Zivilbevölkerung viele
Wertsachen abgenommen hatten, regte er sich auf und sagte dies auch in
aller Öffentlichkeit. Er wurde angezeigt und anschließend in
einem Strafverfahren wegen "Wehrkraftzersetzung" zu eineinhalb Jahren
Zuchthaus verurteilt. (Anmerkung:
Weitere Nachforschungen haben inzwischen ergeben,
dass die vom Gericht verhängte Strafe sich auf einen kürzeren
Zeitraum bezogen hat. Die im Vortrag angegebene Zeit
von eineinhalb Jahren schließt die von keinem Gericht
beschlossene Inhaftierung im KZ Sachsenhausen ein.)
Jan
Albert Blekker sah die Grafschaft nie wieder. Wenige Tage nach
seiner Entlassung aus dem Zuchthaus in Hannover erhielt seine Familie
die Nachricht, er sei im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin
an Lungenentzündung gestorben.
Quelle: Nonno de Vries,
"Erinnerungen an Hohenkörben", Bentheimer Jahrbuch 2009 (Auszug,
Seiten 268 - 269)
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