Grafschafter Schulgeschichte

Katholische Volksschule

Lohne 1923 

Katholische Volksschule

Lohne 1932

Volksschule

Lohnerbruch 1964

Sünte Marienschule

von 1808

Sünte Marienschule

2006

  Lehrerbibliographien in der Gemeinde Wietmarschen

Erich Maria Remarque

Der weltberühmte Osnabrücker Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898 - 1970) unterrichtete vor seiner großen literarischen Karriere in den Jahren 1919/20 für einige Monate als Aushilfslehrer in Lohne bei Lingen.

In der Schulgeschichte  zur Katholischen Volksschule Lohne zum Jahr 1919 heißt es:
Aufgrund der Schülerzunahme beschließt der Schulvorstand der Gemeinde Lohne 1919 die Einrichtung einer 3. Lehrerstelle, die mit der Vertretungslehrerin des 2. Lehrers Wulfern besetzt wird. Als Vertretung für den weiterhin in Kriegsgefangenschaft befindlichen 2. Lehrer Wulfern wird am 1. August 1919 der Schulamtsbewerber Erich Maria Remark (später: Remarque) aus Osnabrück eingestellt. Am 1. April 1920 tritt Lehrer Wulfern seinen Dienst in Lohne wieder an. Schulamtsbewerber Remark kehrt nach Osnabrück zurück und hat zunächst keine Stelle.

Sein Lebenslauf

Erich Maria Remarque wurde am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren und wird später einer der erfolgreichsten Schriftsteller, die sich in ihren Büchern gegen Ungerechtigkeit, Krieg und Terror wenden. Sein erstes Buch "Im Westen nichts Neues" erscheint 1929 und wird ein Bestseller. Die Verfilmung dieses Buches führt dazu, dass nach der Machtergreifung durch die NSDAP im Jahre 1933 seine Bücher verbrannt werden. Die vielen Bücher, die er schreibt, werden zum Teil in 30 Sprachen übersetzt, einige davon auch verfilmt. Kurz  bevor man ihn 1933 verhaften will, verlässt er Deutschland und findet zunächst in der Schweiz und später in den USA Asyl. Am 31. Oktober 1964 ehrt ihn seine Vaterstadt Osnabrück mit der Justus-Möser-Medaille, der höchsten Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat. Zu seinem 70. Geburtstag 1968 verleiht ihm der Bundespräsident das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Erich Maria Remarque stirbt am 25. September 1970  bei Lucarno in der Schweiz.

Späterer Besuch in Lohne?
Es erhebt sich die Frage, ob Remarque später seine alte Wirkungsstätte noch einmal wiedergesehen hat. Laut Hinweisen aus der Lohner Bevölkerung soll er um 1960 bei der Sägerei Beck , in der Gaststätte Lüken und an seiner alten Schule gesehen worden sein. Es gab jedoch bisher keine eindeutigen Belege. Jetzt erhielt die Erich Maria Remarque- Gesellschaft jedoch von einem Brief Kenntnis, den dieser 1968 aus Porto Ronco in der Schweiz an Dr. Gerhard Wöste, einem Sohn des damaligen Schulleiters schrieb.
Remarque bezeichnet sich in dem Brief selbst als "alten Freund", erinnert an vergangene "schöne Tage" in Lohne und berichtet weiter: "Ich war einmal, vor vielen, vielen Jahren noch einmal in Lohne, habe es aber nicht wiedererkannt - und man mich auch wohl kaum". Ganz offensichtlich hat "man" Remarque in Lohne aber doch erkannt und stets auf den wohl berühmtesten Lehrer des Ortes aufmersam gemacht. In welchen Jahr Erich Maria Remarque nun genau Lohne erneut aufgesucht hat, geht an seinem Brief an Dr. Wöste nicht hervor (GN, 31.12.2009).