Schulsysteme in den einzelnen
Bundesländern
Immer
wieder taucht die Frage auf, wie die Schulsysteme in den einzelnen
Bundesländern gestaltet sind. Auf der Grundlage eines Artikels
von Heike Schmoll mit
dem Titel "So unterschiedlich lernt
und
lehrt man in Deutschland" in der Frankfurter Allgemeinen vom
15.
Dezember 2009 wird in diesem Einzelbericht auf die unterschiedlichen
Schulsysteme eingegangen. Außerdem wird auf einen Artikel des
Essener Bildungsforschers Klaus Klemm "Es lebe der Förderalismus"
hingewiesen, in dem der Verfasser einen Überblick über Trends
und Perspektiven in den Ländern gibt.
Heike Schmoll
schreibt in ihrem Artikel:
"Deutschlands Schullandschaft gleicht
einem Flickenteppich: 16
Länder, 16 Schulsysteme. Die Durchlässigkeit innerhalb des
jeweiligen
Landessystems gehört zu dessen wichtigsten Erfolgsfaktoren, das
haben
alle internationalen und nationalen Vergleichsstudien belegt. Doch die
Durchlässigkeit wird etwa durch das zwölfjährige
Gymnasium nicht
erleichtert, weil es parallel länger dauernde andere
Bildungsgänge gibt.
So
haben die meisten Länder neben
dem Gymnasium integrative
Schulformen aufrechterhalten, die in 13 Jahren zum Abitur
führen
können, aber auch andere Schulabschlüsse anbieten. Wenn
schon der Schulformwechsel innerhalb eines Landes schwierig ist, kann
es nicht überraschen, dass der Umzug von einem Bundesland in ein
anderes mit außerordentlich großen Problemen verbunden
ist.
Daran
haben auch die sogenannten Bildungsstandards
der
Kultusministerkonferenz nichts Wesentliches geändert. Sie
sollten eigentlich dazu dienen, in jedem Fach ein bestimmtes
Standardniveau festzulegen, das in einer bestimmten Jahrgangsstufe
erreicht werden muss. Ein bewährtes Mittel, den Leistungsstand
in einem Land und darüber hinaus festzustellen, sind die bundesweiten
Vergleichstests wie etwa „Vera“ für Mathematik
und Deutsch in der Grundschule, an denen sich jedoch nicht alle
Bundesländer beteiligen. Selbst solche zentralen Feststellungen
des Leistungsstands lösen also das Problem ganz
unterschiedlicher Schulsysteme nicht.
Vielfalt
im Sinne eines fruchtbaren Wettbewerbs um unterschiedliche Wege zu
einem gemeinsamen Bildungsziel ist ein föderalistischer
Grundsatz, zu dem sich alle Bundesländer bekennen. Die
Kultusministerkonferenz spricht aber gleichzeitig von ihrer
gesamtstaatlichen Verantwortung. Da ihre Beschlüsse in den
meisten Fällen nur Empfehlungscharakter haben und die Bildungs-
sowie vor allem die Schulpolitik Sache der Länder ist, nutzen
diese ihre Freiheit. Das hat sich seit der ersten Stufe der
Föderalismusreform noch verschärft.
Zwei Grundtendenzen
sind
in der Schulentwicklung erkennbar: In vielen
Ländern gibt es eine Tendenz zu zweigliedrigen Systemen, aber
auch die gegenläufige Entwicklung kommt vor, dass sich also
zweigliedrige Systeme plötzlich wieder ausdifferenzieren. Die
Bereitschaft, das gemeinsame Lernen
mit einer verlängerten
Grundschule oder integrativen
Schulformen zu ermöglichen,
steigt, obwohl es dafür keine empirisch belegbaren
Begründungen
gibt."
Nachstehend werden die Schulsysteme in
den einzelnen Bundesländern (alphabetisch geordnet)
dargestellt:
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Berlin
- Brandenburg
- Bremen
- Hamburg
- Hessen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
- Sachsen
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
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